Die Kraft der Musik

Im September will ich nach Somalia, in den Niger und in den Kongo reisen, um der Frage nachzugehen, welche Rolle und welche Bedeutung Musik in Krisen- und Konfliktgegenden hatte und hat. Auf meinen Reisen stieß ich immer wieder auf Musiker und Musikerinnen, auf Geschichten rund um die Musik, die mich faszinierten, die mir zeigten, welche Kraft in den Songs liegt, welche Bewegung durch ein Lied entstehen kann.

Nun liegt hier die jüngste Veröffentlichung von Smithsonian Folkways: „The Social Power Of Music„, eine vier CDs umfassende Box, in dem genau dieser Frage nachgegangen wird. Musik aus den USA, aus Nicaragua, dem Libanon, Vietnam, Angola, Chile, Südafrika und vielen anderen Ländern. Es ist eine bewegende Sammlung, die man hier hören kann. Dazu ein umfassendes Buch mit Hintergrundinformationen zu jedem einzelnen Lied, alles reich bebildert. Folkways kommt hier erneut dem eigenen Grundsatz sehr nahe: „Music of, by, and for the people“.

Für das Label scheint es ein leichtes Unterfangen zu sein, solch eine umfangreiche Box zusammen zu stellen. Das Archiv von Folkways ist ein Klangschatz sondergleichen, man kann aus dem Vollen schöpfen. Und doch, hier zeigt sich, welche Bedeutung dieses einzigartige Label hat, thematisch Musik vorzustellen, die Kraft und die Bedeutung der Lieder zu präsentieren. Songs der Civil Rights Bewegung, der Freiheitskämpfe rund um den Globus. Lieder, die mehr sind als nur ein Musikstück. Das spürt man beim Zuhören, oftmals bekommt man Gänsehaut bei dieser Klangreise.

Kann ein Lied etwas verändern? Viele meinen nein, einige meinen ja. Eine klare, eindeutige Antwort gibt es da wohl nicht. Aber Songs können bestärken, Mut machen, Hoffnung geben. Und sie vereinen über Sprach- und kulturelle Grenzen hinweg. Musik als universelle Sprache ist ein etwas abgenutzter Begriff und doch, es stimmt wohl. Das lässt sich auch auf „The Social Power of Music“ deutlich hören. Lieder können Geschichten, Beschreibungen, Beobachtungen, Zeugnisse einer Epoche sein. All die hier aufgeführten Songs auf diesen vier CDs sind kraftvoll, stehen teils für eine unglaubliche soziale Sprengkraft. Viele der Sprachen, die gesungen werden, verstehe ich nicht und doch kann ich bei vielen diese ganz besondere Energie ausmachen. „The Social Power Of Music“ ist eine beeindruckende, tief bewegende Box, die mich neugierig auf das macht, was ich auf meinen kommenden Reisen finden werde.

Tsunami: Ein Audiobeitrag

HawaiiDie Erde bebte in der Nacht in Chile und sandte einen Tsunami um die halbe Welt. 16 Stunden später traf die Welle auf Hawaii. Doch die Inselgruppe hatte Glück. Man ging im Vorfeld von einer Katastrophe aus, bereitete sich auf das schlimmste vor, doch dann kam alles ganz anders. Die Welt war live am Fernsehen dabei als eigentlich nichts geschah.

Dazu ein Audiobeitrag:

Tsunami     

„Boooooring!“

Das war eines der langweiligsten Live Fernsehereignisse, das ich je erlebt habe. Da sitzt man vor CNN und schaut auf die Wellen vor Hawaii. Und nicht, dass CNN Fernsehkameras vor Ort hat, oder zumindest mal die Kollegen auf der Insel gebeten hat, Live Bilder zu liefern. Nö, da steht einer mit seinem Laptop auf dem Balkon eines Hotels, hat Skype an und funkt diese Funzelbilder via CNN um die Welt. Ich glaube es nicht! Und da sitzt man und schaut sich die Wellen an diesem schönen Badetag an.

Das dachten sich wahrscheinlich auch so einige, die dort leben. Denn es waren etliche Surfer im Wasser. Nach dem Motto „let’s ride this sucker“. Na ja, ist ja gut, dass nichts passiert ist, aber so was im Fernsehen live zu verfolgen beansprucht schon die Nerven. Man könnte das vergleichen mit einer Live-Schaltung ins Nürnberger Einwohnermeldeamt. Spannung pur…

Der Blick aufs Meer

Es ist schon irre, auf Hawaii wartet man auf das, was da kommt. Und keiner weiss genau, was es sein wird. Es könnte nur ein Alarm sein, es könnte aber auch eine riesige Welle auf die Inseln zurauschen. Die Hörer der Lokalradios werden aufgerufen daheim zu bleiben, wenn sie nicht in einer Flutgegend leben. Wenn sie allerdings tiefer liegen, sollen sie ruhig und besonnen packen und sich zu Notunterkünften aufmachen. Die Telefonleitungen sollen frei bleiben. In den Supermärkten stehen die Menschen Schlange, um sich noch für den Notfall einzudecken. Strassen werden von der Lokalpolizei gesperrt.

Alle sind ruhig auf Hawaii, immer wieder wird betont, dass man dem ganzen mit einem „Aloha Spirit“ entgegen blicken soll. Das gute an der aktuellen Situation ist, dass man sich schon Stunden auf die unausweichliche Naturkatastrophe vorbereiten kann. Die Welle kommt…

Die Spannung und die Welle steigt

Bis zu 2,50 Meter soll die Welle sein, die auf Hilo zurollt. Vor ein paar Jahren war ich dort im Urlaub. Downtown Hilo auf Big Island liegt sehr niedrig und im Falle einer so gewaltigen Welle wird es katastrophale Folgen für den dortigen Innenstadtbereich haben. Der Flughafen von Hilo wurde bereits gesperrt, Anwohner und Touristen ziehen sich zurück.

Die Welle kommt

Höre  gerade einen Radiosender in Honolulu. Sie berichten über die kommende Welle, der Tsunami kommt, das steht fest. Aber auch mit dieser Aussicht machen sie noch Scherze. Mal heisst es die Welle trifft Hawaii um 11.19 Uhr Ortszeit, mal um 11:04 Uhr. Einer der Moderatoren meinte zu dieser Meldung der Behörden: „Kein Wunder, dass man von Mutter Natur spricht. Denn wenn es Vater Natur wäre, dann wäre der Zeitpunkt klar“.

Unterdessen hat sich Präsident Obama in Washington im „Situation Room“ eingerichtet. Dort laufen alle Informationen über die Naturkatastrophe zusammen und er wird von allen Seiten über den Tsunami unterrichtet.

Tsunami Warnung

Chile ErdbebenNach dem verheerenden Erdbeben in Chile, bereitet sich der pazifische Raum auf einen riesigen Tsunami vor. Auf Hawaii laufen bereits Evakuierungen und die Notfallpläne wurden hervorgeholt. Die Menschen wurden aufgefordert niedrigere Regionen zu verlassen. In typischer Hawaii Mentalität ruhig und mit „Aloha“, wie es ein Radiosender verkündete.

Auf Hawaii rechnet man mit einer riesigen bis zu 1,70 Meter hohen Welle. Hier die offizielle Warnung der „National Oceanic and Atmospheric Administration„:

Tsunami Warnung     

In Kalifornien erwartet man eine kleinere Welle, die glücklicherweise genau dann die Küstenregionen treffen wird, wenn Ebbe ansteht.