Zwei sind nicht mehr dabei

Carly Fiorina und Chris Christie sagen zum Abschied leise Servus. Foto: Reuters/AFP.

Fiorina und Christie sagten zum Abschied leise Servus. Foto: Reuters/AFP.

Ich hatte auf drei getippt, nun haben sich am Mittwoch nur zwei weitere Kandidaten aus dem Rennen verabschiedet. Ben Carson glaubt noch immer an Wunder. Chris Christie, Gouverneur von New Jersey und auch die ehemalige CEO von Hewlett-Packard, Carly Fiorina, hingegen strichen die Segel. Genug ist genug. Fiorinas Abgang war klar, bei Christie stellte sich am desaströsen Wahlabend in New Hampshire die Frage, ob er über seinen eigenen Schatten springen kann. Er kann und sein Ausscheiden hilft vor allem Jeb Bush und John Kasich. Alle drei Gouverneure buhlten um die gleichen Wähler. Die kommenden Wahlen in South Carolina und Nevada werden zeigen müssen, wer von diesen beiden den langen Atem gegen Donald Trump haben wird.

Trump ist derzeit obenauf, sein gewaltiger Sieg in New Hampshire, setzte für die Partei ein deutliches Zeichen. Gespalten wie sie derzeit erscheint, mit nach wie vor sechs Kandidaten im Rennen, wird sie die Kandidatenkür des Immobilieninvestors nicht stoppen können. Doch selbst wenn auch noch Bush oder Kasich aussteigen sollten, sind da noch Cruz und Rubio, die sich für die Heilsbringer Amerikas halten. So läßt sich ein Donald Trump mit seiner nichtssagenden Kampagne stoppen.

Bei den Demokraten beginnt nun der Kampf um die Stimmen der Minderheiten, die der Afro-Amerikaner und der Latinos. Der „Black Caucus“ im Kongress, die Vereinigung der afro-amerikanischen Abgeordneten auf demokratischer Seite, haben sich nun auf Hillary Clinton festgelegt. Doch das heißt gar nichts, denn in Umfragen wird immer deutlicher, dass gerade junge und Erstwähler unter den Schwarzen Bernie Sanders unterstützen. Sanders marschierte in den 60er und 70er Jahren für Gleichberechtigung, gegen Rassismus und Segregation, wurde dafür sogar verhaftet. Der alte Mann aus Vermont spricht nicht nur von einer politischen Revolution, er kann auch mit Anekdoten aus seinem Leben begeistern. Hillary Clinton wird nun einen offensiveren Wahlkampf führen und dabei aufpassen müssen, dass sie die Wähler von Sanders nicht verprellt. Denn die Chancen, dass der Senator aus Vermont am Ende der strahlende Sieger sein wird, sind gering. Hillary wird es wohl schaffen, doch sie braucht für den Einzug ins Weiße Haus eine geschlossene Partei hinter sich. Und das geht nur mit den Millionen Unterstützern von Bernie Sanders.

Ein seltsamer Wahlkampf

Sieben Kandidaten standen heute Abend auf der Bühne in Manchester, New Hampshire. Drei Gouverneure, zwei Senatoren, ein Immobilieninvestor und ein Neurochirurg. Ein paar von ihnen machen Sinn, ein paar überhaupt keinen und dann sind da noch diejenigen, vor denen man sich nur fürchten kann.

Es läuft auf einen Dreikampf zwischen Cruz, Trump und Rubio hinaus. Foto: AFP.

Es läuft bei den Republikanern auf einen Dreikampf zwischen Ted Cruz, Donald Trump und Marco Rubio hinaus. Foto: AFP.

Die Wahl in New Hampshire wird ein Wendepunkt sein. Einige der Kandidaten haben bereits angekündigt, wenn sie hier nicht besser abschneiden, werden sie sich zurückziehen. Und das sind gerade jene, die am meisten Sinn machen. John Kasich, Gouverneur von Ohio und Chris Christie, Gouverneur von New Jersey. Und auch Jeb Bush, ehemaliger Gouverneur von Florida, wird bei einem Scheitern in New Hampshire sehr genau überlegen müssen, ob er noch weitermachen will und kann. Alle drei überzeugen immer mehr in den Debatten, verweisen auf ihre Bundesstaaten, auf ihre Politik und Erfolge dort. Sie bauen auf das, was sie erreicht haben. Doch irgendwie kommt das beim Wähler nicht an.

In dem Umfragen hat bislang keiner der drei einen großen Sprung nach vorne machen können, und das, obwohl gerade Kasich und Christie viel Zeit und Geld in New Hampshire investiert haben. Wenn sie am Dienstag nicht deutlich aus dem Mitläuferfeld ausbrechen können, ist für sie das Rennen gelaufen. Allein John Kasich hat in New Hampshire 100 „Town Hall Meetings“ abgehalten. Das ist nur hier möglich, woanders im weiten Land ist sowas undenkbar. Und nach der Stimmabgabe in New Hampshire geht es Schlag auf Schlag weiter.

Nach diesem Urnengang werden weitere Kandidaten ausscheiden, das steht fest. Und wie es jetzt aussieht, könnte das ganze auf einen Dreikampf zwischen Ted Cruz, Marco Rubio und Donald Trump hinauslaufen. Damit stände wohl endgültig fest, dass die republikanische Partei nur noch ein Schatten ihrer selbst ist. Von Einheit, Geschlossenheit und der Bereitschaft dieses tief gespaltene Land wieder zusammen zu führen ist man dann Jahre entfernt. Auf Amerika kämen harte Zeiten zu.

Die Republikaner können auch anders

Eine richtige Debatte ohne Donald Trump. Foto: Reuters.

Eine richtige Debatte ohne Donald Trump. Foto: Reuters.

Ich dachte schon; „Oh, Graus“. Eine republikanische Debatte ohne den Unterhaltungskönig Donald Trump. Das ist ja wie Stromberg ohne Stromberg. Aber so schlimm wurde es dann doch nicht. Die sieben verbliebenen Kandidaten – Ted Cruz, Marco Rubio, Jeb Bush, Ben Carson, Rand Paul, Chris Christie und John Kasich – lieferten doch tatsächlich so etwas wie eine politische Debatte. Es gab manchmal ein Hin und ein Her, es wurden Standpunkte verteidigt, erklärt, darum gestritten. Und sicherlich gab es auch Angriffe der Kandidaten, aber eben keine Verbaltiefschläge a lá Trump. Die Republikaner können also debattieren, wenn sie denn wollen und gelassen werden.

Der Donald, der eigentlich nicht auf der Bühne sein wollte, war dennoch da. Sein Name wurde mehrmals genannt, es drehte sich auch öfters mal um seine Sicht der Dinge. Und dann hatte Trump ja auch noch kurzerhand eine Konkurrenzveranstaltung aus dem Boden gestampft. Zeitgleich lief eine Benefiz-Veranstaltung für US Veteranen, auf der die Donald-Show so richtig ins Laufen kam. Trump als Gönner, der für die „Wounded Warriors“-Stiftung fünf Millionen Dollar einsammelte.

Schon vor der Debatte am Donnerstagabend und nach seiner Ankündigung nicht mit den anderen auf der Bühne stehen zu wollen, hatte er das Rampenlicht gesucht. Interview folgte auf Interview, zuletzt wenige Minuten vor seinem eigenen Auftritt für die Veteranen im Privatjet mit CNN. Der Nachrichtensender übertrug dann pikanterweise auch zeitgleich zur FOXNews Debatte die One-Man-Show des Multimilliardärs. Ich bin so langsam wirklich gespannt, wie die ersten Wahlen in Iowa und dann New Hampshire ausgehen werden. Danach wird sich das Feld deutlich verkleinern. Dann wird sich zeigen, ob sich eine vielleicht geeinte republikanische Partei noch gegen den Egozentriker Trump wehren kann.

Die Kandidaten wünschen „Merry Christmas“

Die Kandidaten wünschen auf ihren facebook Seiten frohe Weihnachten. Bis auf den Demokraten Martin O’Malley, dessen Seite ist seit dem 21. Dezember nicht mehr aktualisiert worden. Man beachte auch Hillary Clintons Foto, ein altes als First Lady im Weißen Haus. Eine klare Kampfansage fürs kommende Jahr.

 

Merry Christmas to all. Have a great day and have a really amazing year. Together, we will MAKE AMERICA GREAT AGAIN! It will be done!

Merry Christmas to all. Have a great day and have a really amazing year. Together, we will MAKE AMERICA GREAT AGAIN! It will be done!

 

Can't think of a better day than one with family, food, and the best gift of all: a new grandchild on the way! Merry Christmas.

Can’t think of a better day than one with family, food, and the best gift of all: a new grandchild on the way! Merry Christmas.

 

Wishing you a Merry Christmas and a blessed holiday season!

Wishing you a Merry Christmas and a blessed holiday season!

 

Merry Christmas from the Sanders family!

Merry Christmas from the Sanders family!

 

Merry Christmas, from the Rubios!

Merry Christmas, from the Rubios!

 

Enjoying time with family and reflecting on all the blessings God has given us. From mine to yours, Merry Christmas!

Enjoying time with family and reflecting on all the blessings God has given us. From mine to yours, Merry Christmas!

 

Kelley and I want to wish you all a very Merry Christmas.

Kelley and I want to wish you all a very Merry Christmas.

 

Merry Christmas! Wishing you peace and happiness this holiday season and throughout the coming year. -Chris, Mary Pat, Andrew, Sarah, Patrick, and Bridget

Merry Christmas! Wishing you peace and happiness this holiday season and throughout the coming year. -Chris, Mary Pat, Andrew, Sarah, Patrick, and Bridget

 

Merry Christmas! - Mike and Janet

Merry Christmas! – Mike and Janet

 

I wanted to take a moment to wish you all a very Merry Christmas and happy New Year. At Christmas, we celebrate the love of family, the power of faith, and the freedom to practice that faith. As John 5:11 tells us, God has given us eternal life, and this life is in His son. May you and your loved ones enjoy the blessings of peace, hope, and love. This season and always. From my family to yours, Merry Christmas - Carly Fiorina.

I wanted to take a moment to wish you all a very Merry Christmas and happy New Year. At Christmas, we celebrate the love of family, the power of faith, and the freedom to practice that faith. As John 5:11 tells us, God has given us eternal life, and this life is in His son. May you and your loved ones enjoy the blessings of peace, hope, and love. This season and always. From my family to yours, Merry Christmas – Carly Fiorina.

 

As we celebrate the arrival of our Savior -- God's greatest gift -- we hope that you and your family also have a chance to enjoy some of God's other gifts this season: the joy of time with the people most important to us, a break from the rush of everyday life and a deeper knowledge of how blessed we are to live in freedom. From our family to yours, Merry Christmas! -John, Emma, Reese and Karen Kasich

As we celebrate the arrival of our Savior — God’s greatest gift — we hope that you and your family also have a chance to enjoy some of God’s other gifts this season: the joy of time with the people most important to us, a break from the rush of everyday life and a deeper knowledge of how blessed we are to live in freedom.
From our family to yours, Merry Christmas!
-John, Emma, Reese and Karen Kasich

 

It’s a one-man show, man!

Donald Trump stand in der Mitte der Bühne und alles drehte sich um ihn. Die anderen versuchten ihn anzugreifen, doch der Donald parierte gekonnt und teils mit Humor. Als Rand Paul ihm vorwarf, Trump bewerte andere nach ihrem Aussehen, wie er dies jüngst mit Carly Fiorina getan hatte, reagierte der Milliardär, er hätte ja nichts über Rand Pauls Aussehen gesagt, auch wenn er das durchaus könnte. Als Jeb Bush ihm von der Seite kam, meinte Trump, „Jeb, today you’re full of energy. I like that“. Vor ein paar Wochen hatte der Donald seinem Mitkonkurrenten attestiert eine lahme Ente zu sein, saft- und kraftlos im Rennen mitzulaufen.

Foto: AFP

Foto: AFP

Und dann war da noch Carly Fiorina auf der Bühne, die einzige Frau weit und breit. Wie würde sie reagieren? Ihr sah man an, dass sie sich vom lächelnden Donald nicht unterkriegen und unterbuttern lassen wollte. Sie teilte aus, doch kam dabei auch nicht gerade angenehm und sympathisch rüber.

An dem Abend in der Ronald Reagan Library, direkt vor einer ausgemusterten Air Force One Maschine wurde über vieles gesprochen, oder zumindest vieles angerissen. Außenpolitik, die Wirtschaft, Abtreibung, der Iran-Deal, Obamacare, Hillary Clinton, die Grenze, Sicherheitspolitik….querbeet ging es durch die tagesaktuellen Themen. Der Moderator versuchte immer mal wieder mit Zitaten der einzelnen Kandidaten Zwist zu säen und vor allem die anderen gegen Donald Trump aufzubringen. Doch irgendwie war es ein nettes „Get together“ der bekanntesten Republikaner. Klar, die fiesen Blicke von links nach rechts und rechts nach links blieben nicht aus. Auch wurde deutlich, wie zerstritten die Ronald Reagan Partei ist. Dem einstigen Western Helden klingelten in den ewigen Jagdgründen sicherlich die Ohren, denn gerade Jeb Bush versuchte sich als Neffe von Reagan zu präsentieren.

Nach dieser Debatte wird man abwarten müssen, wer in den Umfragen steigen, wer fallen wird. Ich denke mal, viel wird sich nicht ändern. Die Amerikaner lieben ihre Außenseiter Trump und Carson. Nur am Kindertisch, die kleine Gruppe von Kandidaten vor der eigentlichen Fernsehdebatte, wird sich einiges tun. Schon bald werden sie die Segel streichen müssen. Lindsay Graham, George Pataki, Bobby Jindal und Rick Santorum sollten lieber jetzt als später erkennen, dass das Rennen ohne sie läuft.

Die Macht der Frauen

Die zweite Runde steht an. Diesmal stehen elf Republikaner auf der Bühne, um die Fernsehnation von sich zu überzeugen. Donald Trump, Jeb Bush, Scott Walker, Marco Rubio, Rand Paul, Ted Cruz, Mike Huckabee, Ben Carson, Chris Christie, John Kasich und diesmal auch Carly Fiorina. Zuvor schon tritt die zweite Reihe der Kandidaten an: Rick Santorum, Bobby Jindal, Lindsey Graham, George Pataki und Jim Gilmore. Rick Perry sollte eigentlich auch noch dabei sein, doch der ist ja aus dem Rennen ausgestiegen und überlegt nun, was er mit den Spenden, die er erhalten hat, machen soll.

Die Debatte wird live von CNN aus der Ronald Reagan Presidential Library im kalifornischen Simi Valley übertragen werden. Absolut präsidial vor einer ausgemusterten Air Force One Maschine. Und klar ist schon im Vorfeld, zehn werden sich auf einen stürzen. Denn bislang hatte Donald Trump Narrenfreiheit, er hat sich in den letzten Wochen und Monaten selbst zur Zielscheibe der innerparteilichen Kontrahenten gemacht. Keiner spaltet die Partei so sehr wie Donald Trump. Zuletzt ließ der Donald es krachen, als er die ehemalige Hewlett-Packard Chefin Carly Fiorina heftigst mit den Worten angriff, wer wolle schon dieses Gesicht sehen?

Fiorina ließ den Angriff auf sich und ihr Aussehen locker abperlen und produzierte sogar einen Werbespot mit dem Titel „Faces“, der sehr gut ankam. Vor allem bei Frauen, die immer mehr zur politischen Macht im amerikanischen Wahlkampf werden. Zum einen machen sie 52 Prozent der Wähler aus, zum anderen werden viele Frauen mit der Aussicht Hillary Clinton als Präsidentin nicht richtig warm. Zwar stimmte der Großteil der Frauen in den USA seit George Bush 1988 für den demokratischen Kandidaten, darauf baute und baut Hillary Clinton in diesem Wahlkampf. Doch das will Carly Fiorina nun ändern. Sie greift an, als Geschäftsfrau, die sich von Männern, auch und erst recht von großmäuligen Geschäftsmännern wie Donald Trump nichts vorschreiben läßt. Es wird mit Sicherheit ein interessanter und unterhaltsamer Fernsehabend am heutigen Mittwoch werden.

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Das Feld lichtet sich

Am Donnerstag steht die erste Debatte der republikanischen Kandidaten an. 16 von ihnen hatten sich Chancen ausgerechnet, zehn dürfen mit auf die Bühne. Der konservative Nachrichtenkanal FOXNews hatte vorgegeben, dass nur diejenigen Kandidaten mitdiskutieren dürfen, die in den letzten fünf Umfragen unter die Top Ten der Präsidentschaftsanwärter gekommen sind.

Rick Perry ist wohl bald raus aus dem Rennen. Foto: AFP

Rick Perry ist wohl bald raus aus dem Rennen. Foto: AFP

Und nun hat Rick Perry ein Problem. Der Texaner, der schon bei der letzten Wahl eine denkwürdige Katastrophe erlebte, schafft den „Cut“ wahrscheinlich wieder nicht. Da hilft diesmal auch keine Brille. Derzeit liegt er mit gerade mal 2,6 Prozent auf Rang 11 und es sieht nicht danach aus, als ob er in den letzten Tagen noch den Sprung nach vorne schafft. Perry wird bald Geschichte sein. Die Frage ist, ob er es dann 2020 wieder antreten wird oder irgendwo in der texanischen Ölindustrie einen Job annehmen wird.

Derzeit liegt Donald Trump mit 19 Prozent vorne. Danach Scott Walker (15%), Jeb Bush (14%), Ben Carson (10%). Im einstelligen Prozentbereich dann Ted Cruz, Mike Huckabee, Rand Paul und Marco Rubio. Und in den jüngsten Umfragen haben sich dann auch noch Chris Christie und  John Kasich an Rick Perry vorbei geschoben. Zahlreiche der etwas schwächeren Kandidaten erklärten, man solle diese Umfragen nicht überbewerten und erinnerten daran, dass vor vier Jahren zum gleichen Zeitpunkt Herman Cain vorne lag. Und an den erinnert sich heute niemand mehr.

Der republikanische Donnerstagabend

Am 6. August ist es so weit. Die erste Fernsehdebatte der republikanischen Kandidaten steht an. Abends um 21 Uhr Ostküstenzeit werden dann die Top Ten Kandidaten in den Umfragen gegeneinander antreten. Zu diesem Zeitpunkt sind es: Donald Trump, Jeb Bush, Scott Walker, Marco Rubio, Ted Cruz, Rand Paul, Mike Huckabee, Ben Carson, Chris Christie und Rick Perry. Diese Gruppe verspricht einiges an Sprengstoff und verbalen Angriffen. Allein Trump feuert ja schon seit Wochen seine Salven auf die Mitkonkurrenten ab. Der vom Donald stark angegangene Perry ballerte jüngst zurück. Und Mike Huckabee hat vor ein paar Tagen Barack Obamas Irandeal als „marching the Israelis to the door of the oven“ beschrieben.

Es wird also ein unterhaltsamer Abend mit zahlreichen Tiefschlägen werden, wenn die Kameras und Scheinwerfer angehen. Donald Trump, der derzeitige Frontrunner, wird gewohnt austeilen, um seine Position zu festigen. Auf klare, inhaltliche Aussagen wird man bei dieser von FOXNews live übertragenen Debatte jedoch lange warten müssen.

Doch es sind ja noch mehr Kandidaten im republikanischen Splitterzirkus dabei. FOXNews hat nun Gnade walten lassen und eine zweite Veranstaltung angesetzt. Der Rest der Möchtegernpräsidenten, die es bislang nicht in die vordere Spitzengruppe geschafft haben, dürfen nun am gleichen Abend schon ab 17 Uhr Ostküstenzeit vor die Kameras treten, quasi als Einstimmung für das Hauptevent danach. Mit dabei sind John Kasich, Rick Santorum, Bobby Jindal, Carly Fiorina, George Pataki und Lindsey Graham. Diese Kandidaten haben zumindest ein Prozent in den Umfragen geschafft.

Doch das sind noch lange nicht alle republikanischen Kandidaten fürs Weiße Haus 2016. 18 weitere eher unbekannte Namen stehen zur Wahl, die man aber zumindest einmal erwähnen sollte. Da sind Skip Andrews, George Bailey, Michael Bickelmeyer, Kerry Bowers, Dale Christensen, Brooks Cullison, John Dummett, Jr., Mark Everson, Jack Fellure, Jim Hayden, Chris Hill, Michael Kinlaw, K. Ross Newland, Esteban Oliverez, Michael Petyo, Brian Russell, Jefferson Sherman, Shawna Sterling. Diese Gruppe von Republikanern wird am Donnerstag nicht mit von der Partie sein. Daneben gibt es keine Interviews im Fernsehen, Rundfunk und Print. Aber es zählt wohl der olympische Gedanke, dabei sein ist alles.

34 Republikaner wollen also Präsident werden. Allein diese Zahl zeigt schon, in welchem Zustand die Partei ist. Eine Frage muß also gestellt werden, wird ein möglicher republikanischer Präsident überhaupt die eigenen Reihen hinter sich haben, um regieren zu können?

Und noch einer will es wissen

Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, will Präsident werden.

Chris Christie, Gouverneur von New Jersey, will Präsident werden.

Chris Christie könnte eigentlich ein interessanter Kandidat im Rennen ums Weiße Haus sein. Er ist Gouverneur von New Jersey, redegewandt, nicht auf den Mund gefallen, kein engstirniger Republikaner, der nur die Parteilinie fährt. Christie hat in der Vergangenheit gezeigt, dass er durchaus mit Demokraten und auch mit Präsident Barack Obama zusammen arbeiten kann. Er zählt im breiten Feld der republikanischen Kandidaten eher zu den gemäßigteren Stimmen. Und genau das macht seine Wahl unmöglich.

Am Dienstag hat Christie nun offiziell seinen Hut in den Ring geworfen. Anscheinend glaubt er wirklich, dass seine Stimme im lauten Getöse der GOP auffällt. Doch Christie ist vielen zu „links“ und sie haben ihm bis heute nicht den Schulterschluss mit Präsident Obama vergessen. Als der Hurricane Sandy New Jersey traf, bot Obama Hilfen an, die Christie dankbar für seinen Staat annahm. Auch verteidigte er die Unterstützung aus Washington. Mit Präsident Obama besprach er das weitere Vorgehen, um die Ausmaße der Katastrophe unter Kontrolle zu bekommen. Obama stand in den letzten Wochen des Wahlkampfes 2012 damit in einem sehr positiven Licht, und das wurde – idiotischerweise – Chris Christie von den eigenen Parteifreunden angekreidet.

Danach erlebte Chris Christie noch so einige weitere Skandale in seinem Staat, darunter „Bridgegate“, bei dem enge Mitarbeiter den Berufsverkehr für Tausende über die George Washington Bridge zum nervenaufreibenden Höllentrip machten. Doch das alles erschütterte ihn nicht. Christie hatte damals schon Ambitionen fürs Weiße Haus. Hinter ihm stehen einige sehr reiche Geldgeber, darunter auch facebook Gründer Mark Zuckerberg, die ihn immer wieder aufforderten zu kandidieren. Nun also ist Christie offizieller Kandidat und will einen Wahlkampf mit „ehrlichen“ Worten führen. Große Chancen werden ihm nicht eingeräumt, dafür fehlt ihm eine breite Basis in der Partei.

Das wird was geben

Donald Trump setzte sich in Szene.

Donald Trump setzte sich in Szene.

In Iowa trafen sich am Samstag einige der republikanischen Möchtegernpräsidentschaftskandidaten. Ted Cruz, Chris Christie, Scott Walker, Rick Perry, Rick Santorum, Dr. Ben Carson, Donald Trump, Newt Gingrich, Mike Huckabee, Carly Fiorina, Sarah Palin und noch ein paar andere. Das ganze lief unter dem Namen „Freedom Summit“, denn hier kamen ja die Freiheitskämpfer schlechthin zusammen. Freiheit dahingehend, dass sie sich deutlich über Präsident Barack Obama äußerten und sich der erzkonservativen und teils verschrobenen „Tea Party“-Bewegung in den Reihen der GOP anbiederten.

Allzuviel neues konnte man nicht hören, außer den typischen Angriffen und Unterstellungen und Verdrehungen. Interssant allerdings waren die Auftritte von Trump und Palin. Donald Trump erklärte gleich mehrmals, er überlege sehr ernsthaft zu kandidieren. Die Frontrunner in der Partei, Jeb Bush und Mitt Romney, bezeichnete er unter dem Applaus des Publikums als nicht fähig Veränderungen zu bringen. Der eine sei zu lasch in Fragen der Einwanderung, der andere habe seine Chance gehabt und sie verbockt. Nur er und er allein könne Amerika wieder auf Kurs bringen. Seine Geschäftserfahrungen prädestinierten ihn und nur ihn allein für den Job im Oval Office.

Beim "Freedom Summit" durfte auch Sarah Palin nicht fehlen.

Beim „Freedom Summit“ durfte auch Sarah Palin nicht fehlen.

Donald Trump liebt Donald Trump. Er badet geradezu im Scheinwerferlicht auf der Bühne, wälzt sich genüßlich in den eigenen Worten, zeichnet quasi ein politisches Aktbild von sich. Natürlich sexy und unwiderstehlich! Trump ist ein Narzist sondergleichen. Fremdschämen ist angesagt. Man ist als Zuschauer peinlich berührt, wie dieser Mann mit eigenwilliger Haarpracht sich selbst in den höchsten Tönen lobt. Schlimm ist an seinem Auftritt, dass er nicht nur ernsthaft androht zu kandidieren, Trump meint auch noch, er habe sehr gute Chancen zu gewinnen.

Und dann ist da Sarah Palin. Mal wieder. Sie erklärte in den letzten Tagen so ganz nebenbei, dass sie „sehr interessiert“ daran sei zu kandidieren. Sofort springen die amerikanischen Medien und erklären sie gleich zu einer ernsthaften Kandidatin. Und gerade das ist Palin nicht. Das war sie noch nie, auch wenn die Teeparteisoldaten und sie selbst es gerne anders hätten. Palin war Bürgermeisterin in der Kleinstadt Wasilla in Alaska, danach noch nicht mal für eine Amtsperiode Gouverneurin des Bundesstaates. Auffällig wurde sie erst als Vize-Präsidentschaftskandidatin an der Seite von John McCain im Wahlkampf 2008. Auffällig vor allem durch ihre politischen Äußerungen, wie etwa, sie habe internationale Erfahrungen, weil sie Russland von Alaska aus sehen könne.

Sarah Palin hört sich, wie auch Donald Trump, am liebsten selbst. Die ‚Tea Party“ Aktivisten lieben sie, warum ist unerklärbar. Politisch ist Palin ein Nobody, die außer großem Getöse und Schlagworten keine Inhalte bieten kann. Sie und Trump werden sicherlich nicht 2017 im Oval Office Platz nehmen. Und falls doch, falls wirklich das Unvorstellbare passieren sollte, es nicht mit rechten Dingen zugeht, Ostern und Weihnachten auf einen Tag fallen, Barack Obama sich doch noch als wiederauferstandener Adolf Hitler oder Joseph Stalin outen sollte, dann, ja dann, habe ich immer noch meinen deutschen Pass, um das Land der unbegrenzten Möglichkeiten auf dem schnellsten Weg zu verlassen.