San Francisco vor 50 Jahren

13. Mai 1960Der 13. Mai ist ein besonderer Tag in San Francisco und auch für Amerika. An diesem Tag 1960, dem „Black Friday“, begann die sogenannte „Free Speech Movement“ in den USA.. Der „Unter-Ausschuss für unamerikanische Aktivitäten“ des Kongresses versuchte an diesem Freitag erneut eine Sitzung im Rathaus abzuhalten. Am Tag zuvor wurde sie von Protesten unterbrochen. Mit diesen Anhörungen im ganzen Land wollte man mögliche Verbindungen von Gewerkschaften, Professoren und Filmschaffenden mit der kommunistischen Partei offenlegen.

Vor dem Gebäude hatten sich erneut Demonstranten eingefunden, die dann auch in das Gebäude gelangten und die gewaltige Treppe nach oben drängten. Gemeinsam sangen sie „We Shall Not Be Moved“, ein Lied der amerikanischen Bürgerrechtsbewegung. Friedlich und laut, aber keineswegs aggressiv. Doch dann eskalierite die Situation. Die Polizei drehte Feuerwehrschläuche auf die zumeist teilnehmenden Studenten, um anschliessend Schlagstöcke einzusetzen. Dutzende von Demonstranten wurden verhaftet. Die Bilder des Protests waren am kommende Tag auf den Titelseiten aller Zeitungen. FBI Direktor J. Edgar Hoover erklärte, die Studenten seien von der kommunistischen Partei zu dieser Aktion angestiftet worden. Mit den Filmaufnahmen, die während des Protests gedreht wurden, wurde sogar ein Propagandafilm der Regierung zusammengestellt, der anschliessend in Schulen, Universitäten und in Kasernen aufgeführt wurde. Doch der Film ging nach hinten los und zeigte vielmehr, dass die Demonstranten brutal von der Polizei angegangen wurden.

„Black Friday“1960 ist ein geschichtsträchtiger Tag. Er zog einen Schlussstrich unter die 50er Jahre, war der Auftakt für eine massive Studentenbewegung und die „Free Speech Movement“, die sich von San Francisco und Berkeley im ganzen Land ausbreitete. Und die Bilder dieses Tages manifestierten im Bewußtsein der Amerikaner die Idee der „Left Coast“. Damit wird immer wieder beschrieben, dass die Menschen an der Westküste, der linken Küste Amerikas, politisch anders denken, als im Rest des Landes.

Gegen Mittag am heutigen 13. Mai werden sich eine Handvoll grauhaariger Männer und Frauen genau dort treffen, wo vor 50 Jahren Geschichte geschrieben wurde.

YouTube Preview Image

Schlechte Zeiten für Freier

Dirty HarryMinneapolis und viele andere Städte machen es schon, nun denkt man auch in San Francisco darüber nach. Prostitution ist in den USA illegal, doch nach wie vor wackeln Damen und damenhafte Männer des horizontalen Gewerbes durch die Innenstädte, denn Freier gibt es überall. Für ein paar „Bucks“ ist alles käuflich. Verhaftungen hin oder her, es scheint, die Nachfrage bestimmt das Angebot.

Minneapolis hat nun eine Webseite mit dem treffenden Namen „JohnsPics“ ins Internet gestellt. Als „John“ werden Freier bezeichnet. Auf der Seite kann man jene Kunden sehen, die von der Polizei dabei erwischt wurden, wie sie Prostituierte in ihr Auto einsteigen liessen oder sogar direkt beim eigentlichen Akt verhaftet wurden. Immer mehr Gemeinden und Gerichte setzen auf die öffentliche Demütigung um abzuschrecken.

Nun also San Francisco. Im Bereich der unteren Polk Street, nur wenige Blocks vom Rathaus entfernt, ist die „Liebe“ in allen Variationen käuflich. Eine vor kurzem durchgeführte Verhaftungswelle ergab jedoch, dass von 15 Kunden, 14 von ausserhalb San Franciscos waren. Von den 36 abgeführten Prostituierten, männlichen und weiblichen Geschlechts, wohnten nur zwei in San Francisco. Der Grund dafür, San Francisco hat den Ruf weg, so gut wie gar nichts gegen Strassenprostitution zu unternehmen. Die Polizei schaut einfach weg, winkt mal nett aus dem Streifenwagen und sucht den nächsten Donut Laden für ein verdientes Päuschen. Nun aber ist ein neuer Polizeichef ins Amt gekommen und der hat die Faxen dicke. George Gascón will nun hart durchgreifen und macht sich damit alles andere als beliebt. Mal sehen, wie weit er kommt oder wann er frustriert das Handtuch schmeisst. San Francisco bräuchte zwar mal einen wirklichen „Dirty Harry“, aber die Wahrscheinlichkeit, dass dieser sich in der „City by the Bay“ durchsetzen könnte, sind gleich Null.