Nov

7

2012

The Day After

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie Gesellschaft, Mitt Romney, Obama, Präsidentschaftswahlen, USA, Wahlkampf 2012 | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Audio clip: Adobe Flash Player (version 9 or above) is required to play this audio clip. Download the latest version here. You also need to have JavaScript enabled in your browser.

Die republikanische Partei steht vor einem Scherbenhaufen. Auf dem Murdoch Nachrichtenkanal FOXNews trafen sie sich heute alle. Einige gestanden ein, dass sie Fehler in ihren Analysen gemacht haben, andere gingen unmittelbar zum Angriff auf Obama über. Der Präsident werde nur noch weiter die glorreichen USA an die sozialistischen Euroländer heranführen. Dem könne man nicht zusehen, als Konservativer und Patriot sei man nun gefragt, sich für Amerika einzusetzen. In zwei Jahren stehen die nächsten Kongresswahlen an und schon jetzt müsse das Fundament für den nächsten Kampf ums Weiße Haus gelegt werden.

Ach du meine Güte, jetzt geht das Theater wieder von vorne los! Einzige Überraschung für mich an diesem Tag war der frühere Bürgermeister von New York und Präsidentschaftskandidat Rudy Giuliani. Er meinte auf CNN, Romney sei ein guter Mann, habe aber Fehler gemacht, in dem er es nicht geschafft habe, die Latino Wähler im Land anzusprechen. Und er warf seiner Partei vor keinen klaren Kurs zu fahren. Man könne nicht auf der einen Seite verlangen, die Bundesregierung dürfe nicht noch weiter wachsen und solle sich möglichst aus allem raus halten und gleichzeitig fordern, dass sie sich in soziale und private Angelegenheiten der Bürger, wie gleichgeschlechtliche Ehen, einmische. Das könnten die einzelnen Bundesstaaten viel besser entscheiden und lösen.

Der Tag danach war eine Bauchnabelschau. Die einen schlugen sich freudig erregt auf den Wanst, dankbar noch einmal die Kurve gekratzt zu haben. Die anderen puhlten sich die Fussel aus dem Bauchnabel und überlegten, wie es dazu kommen konnte. Zum “Day After” gibt es oben einen aktuellen Audiobericht.

 

Feb

1

2012

“Ihr könnt mich mal…”

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie Präsidentschaftswahlen, USA, Wahlkampf 2012 | 1 Kommentar

…so zumindest kann man Mitt Romneys jüngste Aussage verstehen, dass er sich eigentlich nicht um die Armen in den USA sorge. In einem Interview mit CNN nach seinem Wahlerfolg in Florida erklärte er: “Ich mache mir keine Sorgen um die Armen. Wir haben ein Sozialnetz. Wenn es repariert werden muß, dann werde ich das tun. Ich sorge mich auch nicht um die Reichen, denen geht es gut. Ich sorge mich um das Herz Amerikas, die 90-95 Prozent Amerikaner, die zur Zeit kämpfen müssen”.

Solch eine Aussage ist eine Steilvorlage für den politischen Gegner und zeigt eigentlich nur, dass Mitt Romney schon lange jeden Bezug zur Realität in den USA verloren hat. 90-95 Prozent der Amerikaner als Mittelschicht zu deklarieren ist ein Zeichen für eine verblendete Bestandsaufnahme des Alltags im eigenen Land. Wer die wachsende und schleichende Armut in den Vereinigten Staaten nicht wahrnehmen kann oder will, sollte eigentlich nicht um das Amt des Präsidenten kandidieren.

 

 

Nov

12

2009

Tolles Live-Interview

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie USA | 1 Kommentar

Larry King ist ja nicht gerade bekannt für harte Interviews. Er kriegt sie zwar alle in seine Show, aber die Warmduscherei ist manchmal unerträglich. Umso schöner nun das Interview mit Carrie Prejean, die einstige Miss California, die beim US-Wettbewerb erklärte, sie sei gegen die Homo-Ehe. Das kostete ihr die Krone, danach wurde sie von allen Seiten runtergeputzt. Nur die politische Rechte im Land nahm sie in Schutz. Der Schulterschluss mit Sarah Palin war perfekt.

Nun ist sie also auf “Book Tour”, präsentiert ihr Buch und landete eben auch in “Larry King Live” auf CNN. Dem platzte allerdings der Kragen, als die junge Schönheit ihn massregelte. Ein tolles Fernseherlebnis, das so sicherlich nicht geplant war:

YouTube Preview Image

Nov

6

2009

Ein Bild mit Folgen?

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie USA | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Major Nidal Malik HasanMan kann es nicht anders sagen, CNN und all die anderen Nachrichtenkanäle lieben Tragödien. Gerade haben die TV-Sender einen “field day”, einen Tag, an dem sie alles aus- und auffahren, was sie zu bieten haben. Die Katastrophe im texanischen Fort Hood belegt das nur zu gut. Nun wird rund um die Uhr von dem Vorfall berichtet, der Amerika wirklich ins Herz getroffen hat. Weit über 500 Soldaten von Fort Hood sind bereits gestorben, allerdings in den Einsätzen im Irak und in Afghanistan. So viele, wie aus keiner anderen Kaserne. Die Soldaten und ihre Angehörigen haben gelernt mit Trauer umzugehen. Doch das einer aus ihrer Mitte ein Massaker anrichtet und wild durch die Gegend ballert, dabei wahllos seine Kameraden abschiesst, das ist nur schwer zu schlucken. Die vermeintliche Sicherheit auf eigenem Grund und Boden ist dahin.

Doch die tödlichen Schüsse werfen Fragen auf. Natürlich die, warum Major Nidal Malik Hasan überhaupt darauf kam auf seine Kollegen zu schiessen? Doch es wirft auch die Frage auf, wie Amerika mit den traumatischen Erlebnissen seiner Soldaten umgeht. Hasan war noch nicht im Kriegseinsatz, sollte in wenigen Wochen nach Afghanistan geschickt werden. Allerdings war sein Job mit jenen Soldaten zu arbeiten, die von der Front zurück in die Heimat kamen. Er hörte die Geschichten aus den Kampfgebieten. War das der Grund für die tödlichen Schüsse?

Und zuletzt wirft gerade dieses Bild von CNN die Frage auf, wie Amerika mit seinen muslimischen Bürgern umgeht und nun umgehen wird? Kurz nach Bekanntwerden der Bluttat stürzten sich sofort einige Kommentatoren auf den Namen des Täters: Nidal Malik Hasan. Ein Muslim, der, wie Zeugen erklärten, vor der Tat “Allahu Akbar!” – Gott ist grossartig – geschrien haben soll. Nur wenige Wochen vor dem Zwischenfall, sei Hasans Auto demoliert, ein Aufkleber mit “Allah is Love” runtergerissen worden. Die Polizei verhaftete einen Army-Mitarbeiter. Es geht hier nicht um Erklärungen und Entschuldigungen. Was am Donnerstag in Fort Hood geschehen ist, ist mehr als tragisch, aber ich denke es ist die Einzeltat eines verstörten und, ja wohl auch verblendeten Täters. Dieser aber hat seinem Glauben, seiner Religion einen Bärendienst erwiesen, denn von nun an wird es alles andere als leicht werden in den USA bekennender Muslim zu sein.

YouTube Preview Image

Jul

5

2009

Meine MJ-Nullnummer

Veröffentlicht von peltner in der Kategorie Uncategorized | Die Kommentarfunktion ist hier deaktiviert

Einemillionfünfhundertneunundneunzigtausendneunhundertneunundneunzig Namen standen mit meinem auf der Liste. Auf jener Liste, die wohl am Wochenende zu einer der “hottesten” VIP Listen in Los Angeles wurde. Der Namensliste jener Auserwählten, die am Dienstag Zugang zur Michael Jackson Gedenkveranstaltung im Staples Center von Los Angeles haben werden. Und nein, ich bekam keine der 8750 Emails mit dem Betreff “Congratulations” zugeschickt. Also, liebe Leserinnen und Leser, Anfragen zwecklos.

Eigentlich war das ganze auch mehr als Test gedacht, denn wessen Name aus dem Zauberhut gezogen wurde, der muss schon morgen die Tickets in LA abholen. Der muss seinen Ausweis präsentieren, bekommt dann zwei Tickets überreicht, ein Armband direkt angelegt und eines zum Mitnehmen für eine begleitende Person. Am Dienstag dann muss man Ticket und Armband präsentieren, sonst kommt man nicht in den inneren Kreis um das Staples Center. Ganz nah dran an Michael….fast so nah, wie die erwarteten rund eine Milliarde Fernsehzuschauer die weltweit live am Fernseher die ganze Glanz und Glitter Trauershow mitverfolgen werden.

Also theoretisch, man will ja nichts böses denken, könnte man ein Ticket für diese “historische Feier” (O-Ton CNN) auch teuer verscherbeln, denn immerhin sind einemillionfünfhunderteinundneunzigtausendzweihundertfünfzig Leute ja noch daran interessiert. Und, wie gesagt, man will ja nichts böses denken, aber trotzdem schaut man sich mal auf ebay und Craigslist um, und Tatsache…solche Lumpen, bieten doch tatsächlich ihre Tickets im Internet zum Verkauf an. Die wollen doch tatsächlich einen schnellen Dollar mit dem Tod von King Michael machen. Und nicht nur einen Dollar, die Tickets für das Spektakel am Dienstag liegen zum Teil schon bei über eintausend Dollar. Ist das nicht ein Skandal, damit hätte man aber wirklich nicht rechnen können!

Ich glaube ja, die Stadt Los Angeles hat sich einen Batzen der Karten unter den Nagel gerissen, will die nun auf dem Schwarzmarkt mit Gewinn loswerden und so für die zig Millionen Dollar teure Veranstaltung zahlen. Denn LA ist pleite, da kommt der Tod eines Michael Jacksons etwas unpassend…das lässt sich ja auch so schlecht werbetechnisch verkaufen. Da passt keine Autowerbung. Viagra? Auch schlecht…sowieso sind Pillenwerbungen da nicht so angesagt….die Umstände von Michaels Tod, Sie verstehen….Fast Food Burgers? Könnte gehen, denn Hunger hat man ja bestimmt nach so einem Tag….aber Pepsi, die sponsern doch bestimmt so eine Gedenkveranstaltung für den “King of Pop”. Immerhin haben sie mit Michael Jackson als Werbeträger so einige Dollars verdient. Also… zisch und Prost!

YouTube Preview Image

Copyright © 2009-2012 Nürnberger Zeitung · If you're going to San Francisco

Powered by Wordpress