Schuldenbaron mit Klingelbeutel

Barack Obama ist „back in the ring“. Der Präsident hat seine erneute Kandidatur für das Weiße Haus bekannt gegeben. Und das 19 Monate vor der Wahl. Diesmal geht es nicht um „Hope“ und „Change“, diesmal dreht sich alles um mehr Zeit für die Durchsetzung seiner Ideen, Ziele, Träume. Obama meint, er sei auf dem richtigen Weg, also solle man ihm vertrauen.

Auf der republikanischen Seite ist noch kein besonderer Kandidat in Sicht. Egal ob Romney, Palin, Huckabee, Gingrich oder all die anderen bislang namenlosen Kandidaten, sie alle haben was, aber keiner kann die gesamte Partei begeistern. Klar ist, der Wahlkampf wird teuer, sehr teuer. Am Ende wird, so schätzt man, Obama und sein Herausforderer jeweils rund eine Milliarde  Dollar (!) für den Wahlk(r)ampf ausgeben. Eine stolze Summe. Kein Wunder also, dass Mister President schon jetzt auf Spendentour geht. Am 20. April wird Obama in San Francisco zu einem privaten Dinner eintreffen. Wer dabei sein will muß das Scheckbuch rausholen und pro Nase 35,800 Dollar berappen. Das teuerste Dinner bislang seiner Art.

Am selben Tag wird Obama auf einer Veranstaltung in der „City by the Bay“ auftreten. Die Tickets kosten zwischen 25 Dollar (wahrscheinlich draußen vor dem Klo) und 2000 Dollar für einen Platz ganz vorne und der Möglichkeit ein Bild mit dem Präsidenten zu bekommen. Am nächsten Morgen steht Los Angeles auf der Sammelbüchse Obamas. Dort kann man „schon“ für 5000 oder 10.000 Dollar mit dem „Commander in Chief“ frühstücken. Ein Schnäppchen mit lecker Häppchen. Der Wahlkampf hat also begonnen, zumindest für die Kassenwarte der Parteien. Kritiker schießen sich schon jetzt auf Obama ein und werfen ihm vor, dass er einen Berg an Schulden angehäuft hat und nun auch noch eine Unmenge an Gelder für den Wahlkampf ausgeben will. Der Präsident solle sich lieber aufs Regieren konzentrieren, als schon jetzt für seine Wiederwahl zu arbeiten.

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Mann mit Durchblick

John Bolton nervt. Er ist der frühere UN Botschafter der Vereinigten Staaten unter Präsident Bush. Jener Bolton, der der Welt Horrorszenarien aus dem Irak unterschob. Er quasselte von Aufrüstung, Massenvernichtungswaffen und geheimdienstlichen Informationen. Am Ende, das wissen wir nun alle, war alles Lug und Trug was dieser Diplomat und seine Regierung der Welt auftischten.

Und dieser John Bolton ist gern gesehener Gast beim konservativen Fernsehnetwork FOXNews. Dort lässt er sich mit „Mr. Ambassador“ ansprechen und faselt von Außenpolitik und innerer Sicherheit, weil er ja soooo viel Erfahrung in dem Bereich hat. Und nun setzt er noch eins drauf. In einer Kolumne für NYDailyNews.com wettert er gegen Präsident Obama, dass der überhaupt keinen aussenpolitschen Plan bei den Massenprotesten in Tunesien, Ägypten und Lybien habe. „Hatten wir adäquate geheimdienstliche Informationen über das, was passieren wird? Die offensichtliche Antwort ist „Nein“, und das grundsätzlich.“ Hallo! Ich glaub‘ es hackt…. Obama und Amerika waren zweifellos etwas überrascht von den Ereignissen in Nordafrika. Aber jemand, der die Weltöffentlichkeit mit Schwachsinnsinformationen in einen Krieg getrieben hat, sollte mal lieber schön ruhig sein.

„Waren wir darauf vorbereitet amerikanische Bürger zu beschützen, in dem Land oder durch notwendige Evakuierung?“ Auch da sollte sich Herr Bolton mal lieber durch den mächtigen Schnauzer kraulen, denn seine Regierung hatte auf sowas überhaupt keinen Wert gelegt und lieber so einigen Nationen Feuer unterm Allerwertesten gemacht und damit Amerikaner weltweit gefährdet.

Dann holt John Bolton noch weiter aus. Präsident Obama habe überhaupt keine Ahnung, erklärt der frühere UN Botschafter. Was macht der da eigentlich im Weißen Haus? Und auch andere Republikaner und denen nahestehende Medien schlagen einfach mal drauf auf Klein-Barack. Mitt Romney, schon jetzt heißblütiger Anwärter auf die republikanische Präsidentschaftskandidatur, meint denn auch, Obama habe keinen blassen Schimmer von der Wirtschaft. Er, ja, er und nur er könne Amerika wieder voran bringen. Gleichzeitig wird berichtet, dass Barack Obama süchtig nach Golfspielen sei und in seiner Amtszeit schon 60 mal auf dem Golfplatz stand. Pro Spiel müssten vier Stunden veranschlagt werden + An- und Abreise, heißt, während amerikanische GIs im Irak und Afghanistan für ihr Land sterben, ballert der „Commander in Chief“ den Ball übers Grün. Vergessen wird auch hier, dass sein Vorgänger Präsident George W. Bush lieber auf seiner Ranch in Texas das Unkraut jäten und die Büsche stutzen war, als sich in Washington um das Tagesgeschehen zu kümmern. Und dessen Vorgänger Bill Clinton, tja, man denke nur an Zigarre und an ein blaues Cocktailkleid.

Wenn ich so drüber nachdenke…John Bolton sollte wahrlich ruhig sein. Doch auch für viele andere im amerikanischen Politzirkus wäre es wohl besser, wenn sie nicht mit dem Finger in der Gegend rumzappeln würden.