Erklärungslogik einer Diplomatin

Die Obama Adminstration hinterfragt in diesen Wochen und Monaten vieles der Bush Administration. Und einige Vertreter, wie Dick Cheney und nun auch Condoleezza Rice, vertreten und verteidigen noch immer die Politik von George W. Bush.

Condoleezza Rice, die nun Professorin an der kalifornischen Stanford Universität ist, besuchte kürzlich einige Stundenten in deren Wohnheim und suchte die Diskussion. Selbstredend wurde sie auf ihre Arbeit als Aussenministerin und auf einige fragwürdige Entscheidungen angesprochen. Dabei ging es auch um das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba und ob die Behandlung und einige der Verhörmethoden nun Folter war oder nicht. Rice „pulled a Nixon“, wie man hier sagt. Heisst, sie argumentierte, wenn der US Präsident es anordnet, kann es nicht illegal sein.

Hier das gesamte Video…der Student wusste übrigens nicht, dass er bei der Unterhaltung aufgezeichnet wurde. Doch das Filmchen zog bereits seine Kreise auf youtube und wurde von einigen Fernsehkanälen aufgegriffen.

YouTube Preview Image

Die Alten auf Jobsuche

Alle reden von Obama, aber was macht eigentlich sein Vorgänger? Was machen seine engsten Vertrauten Rove, Cheney, Rice?

Der derzeit arbeitslose George W. Bush ist derzeit in Dallas, Texas, damit beschäftigt, eine neues Heim einzurichten. Ein Heimwerkermarkt schaltete daraufhin in einer Tageszeitung einen offenen Brief an den früheren Präsidenten. Darin wurde Bush ein Job als „Begrüsser“ im Laden angeboten. Und Bush tauchte am vergangenen Samstag auch wirklich auf und „bewarb“ sich um den Job. Mitarbeiter und Kunden waren vom lockeren Ex-Präsidenten begeistert.

YouTube Preview Image

Doch George W. Bush hat derzeit andere Pläne, als Kunden in einem Heimwerkermarkt zu begrüssen. Er will nun dick Kohle machen und plant eine ausführliche Vortragsreise. Auch arbeite er an einem Buch über seine Präsidentschaft, heisst es. Stellt sich die Frage, ob die amerikanische und die Weltöffentlichkeit wirklich das Interesse an Bushs Versionen der Dinge in den letzten acht Jahren hat.

Die letzte Bush-Aussenministerin, Condoleezza Rice, setzte nach ihrem Ausscheiden schnell ihre Unterschrift unter einen Vertrag mit einer Talent-Agentur und tingelte gut bezahlt durch verschiedene Tallk-Sendungen. Dort plauderte sie ein bisschen aus dem Nähkästchen, aber stand auch weiterhin zu ihrem früheren Boss. Kein Wort der Kritik drang über ihre Lippen. Und Rice handelte einen 2,5 Millionen Dollar Buchdeal raus. Also, auch von ihr wird in Zukunft zu hören sein.

Dick Cheney, der knarzige und humorlose Ex-Vize, konnte es einfach nicht sein lassen und ballerte gleich nach Abgabe seines Büroschlüssels gegen die neue Adminstration. Die Schliessung von Guantanamo sei ein riesiger Fehler, der Folgen für die Sicherheit Amerikas mit sich bringe. Wörtlich sagte er einem konservativen Outlet: Der Schutz des Landes ist „ein hartes, brutales, dreckiges und fieses Geschäft. Das sind teuflische Menschen. Und wir werden diesen Kampf nicht gewinnen, wenn wir auch noch unsere andere Wange hinhalten“. Also keine Einsicht oder Rückbesinnung auf amerikanische Werte bei Cheney. Mit der offenen Kritik an dem Nachfolger im Weissen Haus brach der Ex-Vize auch mit einer Regel, dem Neuen im Amt erstmal eine Chance zu geben. Aber mal ehrlich, von Cheney hat man doch nichts anderes erwartet!

Und Karl Rove, der hochgelobte Architekt der Bush-Amtszeit. Der brillante Wahlkämpfer und Stratege hinter George W. Bush? Er musste 2007 frühzeitig seinen Schreibtisch im Weissen Haus räumen. Kurz darauf trat er bereits als vielbeachteter und gefeierter Kommentator in diversen konservativen Sendern und Zeitungen in Erscheinung, allen voran FOX News und das Wall Street Journal.

Es scheint, alle aus der Bush-Administration sind weich gelandet, und das trotz des katastrophalen Zustandes, in der sie die Machtzentrale Amerikas zurück gelassen haben.