„My first car was a Cadillac“

Raymond Estrada     

Als Journalist trifft man viele Menschen, hört ihre Geschichten, stellt Fragen, meist bekommt man Antworten darauf. Letztes Jahr habe ich einen Mann kennen gelernt, den ich für einen Beitrag über die Gewalt in Oakland interviewte. Raymond Estrada arbeit für „Caught in the Crossfire“, ein Programm, das jugendlichen Gang Mitgliedern beim Ausstieg helfen soll. Wenn es zu einer Schießerei in Oakland kommt, ein Opfer im Highland Hospital eingeliefert wird, geht ein Anruf gleich an Raymond Estrada. Er ist dann im Krankenhaus, stellt sich vor, redet mit Angehörigen, Freunden und dem Opfer, falls es möglich ist. So will er zuerst einmal Racheakte verhindern und dann versuchen, demjenigen zu helfen, der angeschossen wurde. Wie auch immer. Das reicht von Hilfen bei Behördengängen bis zu Umschulungsprogrammen und sogar Umzügen, falls das Opfer in seiner Nachbarschaft nicht mehr sicher ist.

Bei diesem Interview mit Raymond Estrada wurde mir langsam klar, dass er mehr zu erzählen hat, als er hier preisgibt. Nachdem der Rekorder ausgeschaltet war unterhielten wir uns noch. Und dabei ließ er durchblicken, dass er selbst eine Geschichte zu erzählen hat. Wir trafen uns mehrfach und Raymond berichtete von seiner Vergangenheit in San Jose, vom Autoklau („My first car was a Cadillac“), von seiner Schießerei, seinen 15 Jahren hinter Gittern, von brutalen Schlägereien und Messerstechereien. Schließlich seinem Wandel.

Der Audiobeitrag (siehe oben) ist ein kleiner Höreindruck zur Geschichte eines Mannes, der den brutalen Gefängnisalltag überlebt, die Statistiken besiegt und sein Leben ganz umgekrempelt hat.

Charles Manson und die Popkultur

Vor 40 Jahren töteten Charles Manson und seine Kult-Mitglieder sieben Menschen, darunter die hochschwangere Schauspielerin Sharon Tate. In der Nacht des 8. August 1969 drangen sie in das Haus der Roman Polanski Freundin in Los Angeles ein und richteten ein Blutbad an. In der kommenden Nacht ein weiterer brutaler Doppelmord.

Manson und seine Mitstreiter wurden 1971 zum Tode verurteilt, die Höchststrafe jedoch nach der zeitweiligen Abschaffung der Todesstrafe 1972 in eine lebenslange Haftstrafe umgewandelt. Noch heute sitzt Manson im Gefängnis. Nach Folsom und San Quentin nun in Corcoran Bay.

Charles Manson ist eine Popikone. Seine apokalyptischen Szenarien zogen und ziehen nach wie vor Menschen an. Seine Lieder wurden von den Beach Boys, Guns’n Roses und Marilyn Manson gesungen, sein Konterfei ist auf vielen Postern zu finden, über sein Leben und seine Geschichte wurden etliche Dokumentationen und Beiträge produziert.

Aber eigentlich ist Charles Manson ein Irrer, der mit einer verschrobenen und an der Scientology angelehnten Philosophie den Weltuntergang herbeiredete. Und Reue kennt dieser Mann nicht, wie man in dem folgenden Video sehen kann. Manson ist vielmehr ein Mann, der im Gerichtssaal, nachdem er sich eine Glatze scherte, erklärte: „Ich bin der Teufel und der Teufel hat immer einen Kahlkopf“.

YouTube Preview Image