Der Blick zurück nach vorne

George Zimmerman ist ein freier Mann. Eine Jury in Florida kam zu dem Urteil, dass er den schwarzen Jugendlichen Trayvon Martin nicht ermordet hatte. Doch dieses Urteil löste erneut in den USA eine breite Diskussion über Bürgerrechte und Benachteiligung von Afro-Amerikanern, über Diskriminierung und Rassismus, über ein ungerechte Justiz und eine gespaltene Gesellschaft aus. Und das 50 Jahre nach dem Marsch auf Washington.

Am 28. August jährt sich der Tag, an dem 1963 Martin Luther King seine berühmte Rede vor dem Lincoln Memorial in Washington hielt:

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Rund 300.000 Menschen kamen damals nach Washington. 80 % davon, so schätzte man, waren Afro-Amerikaner, die ihre Rechte einforderten. Mahalia Jackson, Bob Dylan, Joan Baez umrahmten musikalisch dieses Ereignis. Der Marsch auf Washington wurde zum historischen Datum in der amerikanischen Geschichte, es war der Beginn einer Gewissheit für die Afro-Amerikaner, dass Veränderungen möglich waren, dass man gemeinsam den gesellschaftlichen Wandel schaffen kann.

In diesen Tagen wird zurück geblickt. Man erinnert sich, fragt, was ist seitdem geschehen? Der 28. August 1963 ist ein bedeutender Tag in der Geschichte der USA. Gerade auch, weil die derzeitige Debatte aufzeigt, dass die amerikanische Gesellschaft noch immer in Bewegung, noch lange nicht am Ziel angekommen ist. Die Bürgerrechtsbewegung ist nicht einfach etwas aus den 60er Jahren, sie ist ein lebendiger Part der USA.

Smithsonian Folkways hat eine interessante Sammlung an Originaltönen und Liedern aus der Zeit online gestellt, die man hier finden kann.

Amerika verspielt die Zukunft

Wirtschaftslage     

Der Kahlschlag in den öffentlichen Ausgaben der USA wird nun mit aller Radikalität durchgeführt. Querbeet werden Gelder gekürzt, das wird fatale Folgen für viele Kommunen haben, in denen zum einen Forschungs-, Bildungs- und Militäreinrichtungen angesiedelt sind. Zum anderen viele staatliche Bedienstete leben, wie außerhalb von Washington DC in Virginia und Maryland. Dazu ein Audiobeitrag.

Verhärtete Fronten

Treffen im Weißen Haus     

Kaum war man drin, war man auch schon wieder draußen. Der Konferenzraum im Weißen Haus sollte heute Schauplatz einer Einigung im Einsparstreit zwischen Republikanern und Obama werden, doch man gab sich nur die Klinke in die Hand. Rein, raus und aus. Danach die üblichen Beschuldigungen. Präsident Barack Obama trat vor die Presse. Der Sprecher des Kongresses, der Republikaner John Boehner gab eine schriftliche Stellungnahme ab. Und nun ist Wochenende. Zu den Vorkommnissen am Freitag ein aktueller Audiobeitrag.

High Noon in DC

Einsparungen in den USA     

Es ist ja nicht so, als ob der 28. Februar 2013 über Nacht gekommen ist und keiner konnte mit diesem Tag rechnen. Boo, da sprang dieser Donnerstag hinter einem Busch hervor und da war er. Nein, nein, das, was nun in Washington DC passiert kam mit Ankündigung. Ende 2011 einigten sich Demokraten und Republikaner und Weißes Haus auf diesen unsinnigen Pakt der Radikalkürzungen. Die sollten umgesetzt werden, wenn sich eine Kommission aus Vertretern beider Parteien nicht auf eine gemeinsame Lösung des Sparprogrammes einigen kann. Bekanntlich konnte sie das nicht, nun haben wir das Schlamassel.

Am heutigen Freitag beginnt also in DC der Showdown, die Nachverhandlung, der Versuch auf Einigung. Was daraus wird, ist noch unklar. Es ist allerdings nicht gerade beruhigend zu wissen, es könnte auch noch deutlich schlimmer kommen. Zur aktuellen Situation in Washington ein aktueller Audiobericht.

Also reden kann er!

Das muß man ihm lassen, Barack Obama kann gut reden. Wie er da nach seinem Amtseid für gleiche Rechte für Schwule und Lesben eingetreten ist, wie er vor dem Klimawandel gewarnt hat, wie er nach mehr Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit ausrief. „We the people…“, ob das wirklich das Land an diesem kalten Nachmittag in Washington DC vereinte?

Nein. Denn schon am Montagabend und erst recht am Dienstag wetzten Republikaner und konservative Radio- und Fernsehleute offen die Messer. Auf Barack Obama warten keine rosigen Zeiten im Weißen Haus, auch wenn er noch auf der Welle seiner Wiederwahl durch die Gegend surft. Damit ist nun Schluß. Obama hat eine schöne Rede gehalten, Jubel-Trubel-Heiterkeit unter den rund 800.000 Obama Fans, die zu diesem Event kamen und denen endlich wieder ein Präsident erschien, wie sie ihn liebten, wie er ihnen aus dem Herzen sprach.

Doch die Schonzeit ist nun vorbei. Auf Barack Obama warten Probleme, nein, Berge von Problemen. Was er sich gleich mal abschminken kann ist die Hoffnung, dieses Land einen zu können. Das ist schlichtweg unmöglich. Obama wird in den kommenden vier Jahren politisch nach links rutschen. Zumindest mit seinen Ansätzen und politischen Ideen, die da von Homoehe bis strengere Waffengesetze reichen. Ob und was er davon umsetzen kann, wird sich zeigen….vor allem auch, wie sehr seine eigene Partei diesen Weg mitgehen wird. Denn 2014 stehen Kongresswahlen an, danach könnte es richtig haarig für den Präsidenten werden, wenn er bis dahin nichts als schöne Worte geliefert hat. Die Mehrheit im Senat steht auf dem Spiel, das Abgeordnetenhaus könnte dann wieder deutlichst unter die Vorherrschaft der Republikaner fallen. Und was auch nicht vergessen werden darf im Land der endlosen Wahlkämpfe, schon in diesem Jahr werden sich in beiden Lagern die ersten Kandidaten nach vorne schieben und jedes Wort und jede Tat des Präsidenten Obama bewerten.

Barack Obama hat zwar nun die Freiheit ohne Wiederwahl im Blickwinkel regieren zu können, doch er ist nun, einen Tag nach dem Amtseid, auch ein Präsident auf Abruf….so bekloppt ist das amerikanische Wahlsystem.

„Gott hasst Amerika und Schwule“

Meinungsfreiheit in Amerika ist wirklich die Freiheit auf Meinungsäußerung des Andersdenkenden. Der Oberste Gerichshof in den USA hat nun entschieden, dass eine radikale Mini-Kirche aus Kansas das gute Recht hat, vor und während Beerdigungen von US Soldaten zu protestieren und lautstark und provokant zu erklären “Gott hasst Amerika”, “Dankt Gott für IEDs” (Improvised Explosive Device), “Gott bestraft das schwule Amerika”.

Acht der neun Verfassungsrichter schlugen sich auf die Seite der Christengruppe, die immer wieder zu Beerdigungen von GIs zieht, um dort ihre Verbalattacken gegen Angehörige im speziellen und die amerikanische Gesellschaft im gesamten loszuwerden.

Die Richter in Washington meinten, auch und gerade wenn man nicht mit der Kirche übereinstimmt, müsse doch das Recht auf freie Meinungsäußerung vor dem Recht der Familie auf eine ungestörte Trauerfeier stehen.
Geklagt hatte der Vater des im Irak getöteten Soldaten Matthew Snyder. Albert Snyder ging durch alle Instanzen für das Recht, seinen gefallenen Sohn in Frieden beerdigen zu dürfen. Anfangs war das Recht noch auf seiner Seite. Die Mini-Gemeinde von Prediger Fred Phelps ging jedoch immer wieder aufs neue in Berufung. Und nun mit dem Spruch der Verfassungsrichter ist das Ende des Prozesses erreicht. Snyder muß wahrscheinlich der radikalen Kirche sogar 100.000 Dollar Anwaltskosten überweisen.

In einer Stellungnahme erklärte Snyder: “Mein erster Gedanke war, acht Richter haben nicht den gesunden Verstand, den Gott sogar einer Ziege gab. Heute haben wir erfahren müssen, dass wir in diesem Land nicht länger unsere Verstorbenen mit Respekt beerdigen können”.

Blick auf Ronald Reagan

Ron Reagan hat ein Buch über seinen Vater geschrieben. „My father at 100“, veröffentlicht bei Viking Publishers. Darin schreibt der Sohn, dass er glaubt, sein Vater habe schon in seinen Jahren im Weißen Haus mit Alzheimer zu kämpfen gehabt. Doch damals habe niemand die Zeichen erkannt. Erst 1994, also vier Jahre nach dem Ausscheiden Reagans, wurde die Diagnose gestellt.

Ronald Reagan, 1985Ron Reagan erinnert sich, dass sein Vater bereits 1984 Erinnerungslücken hatte, die man auch schon in den TV Debatten gegen seinen Herausforderer Walter Mondale deutlich erkennen konnte. 1986, so Reagan Junior, habe sein Vater beim Überfliegen von Canyons nördlich von Los Angeles, deren Namen nicht mehr gewußt, obwohl er sie in- und auswendig kannte. Ron Reagan ist sich sicher, dass sein Vater bereits zu diesem Zeitpunkt etwas geahnt habe. Wenn er damals schon die Diagnose gehabt hätte, wäre er sicherlich zurück getreten.

Allerdings, so Reagan weiter in seinem Buch, dürfe diese Erkenntnis keinen Schatten auf die Präsidentschaft seines Vaters werfen. Vielmehr müsse man erkennen, dass Präsidenten keine Übermenschen sind, „wir votieren für Menschen mit all ihren Schwächen, psychologisch und physiologisch“.

Hillarys Kniefall

Die amerikanische Außenministerin Hillary Clinton ist derzeit auf diplomatischer Reise. Als sie den Jemen per Flugzeug verlassen wollte geschah es, an der Tür stolperte sie und fiel hin…und das vor laufenden Kameras. Zuvor hatte sie mit dem jemenitischen Präsidenten Ali Abdallah Saleh über Al Qaeda und den Einfluß des Terrornetzwerkes gesprochen. Ihre Gedanken waren wahrscheinlich noch bei der ernsten Situation, denn Al Qaeda wird trotz des weltweiten Anti-Terrorkampfes der Amerikaner immer stärker.

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Obama hat Kopfweh

Der US Präsident schläft in diesen Tagen sicherlich nicht gut. Er reist viel durch die Lande, spricht hier und dort, wendet sich mit seinen Programmen und Ideen an die Wähler, versucht sie zu überzeugen, dass man auf dem richtigen Weg sei und gleichzeitig entschuldigt er sich, für Fehler, die passiert sind….doch ankommen tun seine Worte nicht. Barack Obama

In der jüngsten Umfrage und vielbeachteten Rasmussen Umfrage sieht es nach einer Katastrophe für die Demokraten bei den Kongresswahlen am 2. November aus. Die Republikaner, so der Wahlexperte Scott Rasmussen, würden 55 Sitze gewinnen, weitaus mehr als die 39 die sie bräuchten, um erneut die Mehrheit im Abgeordnetenhaus zu stellen.

Noch zwei Wochen sind es bis zur Wahl. Irgendetwas muß aus Sicht der Demokraten passieren, denn mit einem Wahlsieg der Republikaner, wäre auch Präsident Obamas Wiederwahl gefährdet. Die GOP würde schlichtweg alles blockieren, was aus dem Weißen Haus käme und sich somit schon mal in Position für den Präsidentschaftswahlkampf 2012 bringen. Der Ein-Amtszeit Präsident Barack Obama, von dem jetzt noch hinter vorgehaltener Hand gesprochen wird, wäre dann wohl eine bittere Realität. Obama, gescheitert an seinen Ansprüchen, den riesigen Erwartungen der Amerikaner, doch vor allem an der knallharten Realität Washingtons und der politischen Besessenheit der Republikaner, einfach alles zu sabotieren, was der Friedensnobelpreisträger von 2009 anging.

Die Republikaner feiern schon jetzt, auch wenn man sich noch mit Hohn und Spott für die Demokraten zurück hält. Aber ihnen ist der Sieg gewiss. Sarah Palin fasste es am Wochenende auf einer Wahlveranstaltung im Süden Kaliforniens zusammen. In einer Anspielung auf den Auftritt ihrer Tochter bei „Dancing with the Stars“ meinte sie: „Wir alle werden schon bald tanzen“.

Zur Lage der Nation

State of the Union 2010Präsident Obama hat am Abend vor dem versammelten Kongress zur Lage der Nation gesprochen. Eine vielbeachtete Rede, die von beiden Seiten des politischen Spektrums mit grosser Spannung erwartet wurde.

Dazu ein Audiobericht:

State of the Union