Obama schreibt Geschichte

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Knapp aber dennoch. Die Amerikaner bekommen nach dem Votum des US Kongresses ihre Gesundheitsreform…Die Republikaner nannten es voller Häme nur noch „Obamacare“ und versprachen, den demokratischen Kollegen im kommenden Wahlkampf die Hölle heiss zu machen. Denn ihre gestreuten Fehlinformationen trugen Früchte in einer öffentlichen Debatte, die bescheuerter nicht hätte sein können. Die Republikaner malten den Teufel an die Wand. Obama wolle die Verstaatlichung des Gesundheitswesens, ein sozialistisches System wie auf Kuba, riesige Einschnitte für Senioren und letztendlich Kommitees, die über Leben und Tod von Kranken entscheiden sollen. Alles Humbug, doch weite Teile der amerikanischen Bevölkerung liessen sich von diesen Schauermärchen irre machen. Doch am Ende siegte die Vernunft. Amerika braucht ein funktionierendes Gesundheitssystem. Jeder, der hier schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, kann dem nur zustimmen.

Wie wichtig und historisch diese Abstimmung für die USA, für die Demokraten und letztendlich für den Präsidenten selbst war, zeigt die obige Rede von Barack Obama, der kurz vor Mitternacht noch vor die Fernsehkameras kam, um den Abgeordneten zu danken, die für die Reform stimmten.

Obama am Ende

So könnten am Montag die Schlagzeilen lauten, wenn das eintritt, was einige erwarten. Am Sonntag stimmt der US Kongress über die überarbeitete Gesundheitsreform ab. Ein Grossteil der Demokraten ist dafür, alle Republikaner dagegen und einige Demokraten wissen noch nicht genau, ob sie genug Mumm haben, um für das Gesetzeswerk zu stimmen. Es geht um alles für Präsident Barack Obama, für die Demokraten und auch für Amerika. Denn wenn die Gesundheitsreform nicht endlich in die Gänge kommt, wird sich die Situation für viele Amerikaner veschlechtern. Aber, wenn die Reform nicht angenommen werden sollte, wäre das auch zweifellos das Ende der Ära Obama. Er hat all seine politische Kraft und seinen Einfluss in die Waagschale geworfen, falls das nichts nützt, ist es aus mit dem „Hope“ und dem „Change“. Dann kann sich Amerika schon mal nach einem neuen Präsidenten umsehen. Barack ObamaObama kämpft bis zur letzten Minute, krempelt die Hemdsärmel hoch und pilgert von einer Veranstaltung zur nächsten. Am Samstagabend trifft er sich nochmals mit den Demokraten im Kongress, um ihnen ins Gewissen zu reden. Es geht um viel mehr, als nur um eine Reform. Es geht auch darum, ob die Demokraten sich noch als Partei der Arbeiter und des Mittelstandes sehen dürfen. Darum, ob sie Rückgrat zeigen und den Republikanern mit ihren platten und, ja, hinterfotzigen Drohungen die Stirn zeigen.

Die Republikaner lehnen die Reform ab, einfach weil sie es wollen und weil sie von Obama kommt. Der offene Hass gegen diesen Präsidenten ist schon erstaunlich. Sie reden von Patriotismus, erkennen aber Wahlergebnisse nicht an und blockieren den eigenen Präsidenten wo es nur geht. Auch wenn jeder in den USA weiss, der als Normalsterblicher schon mal beim Arzt oder im Krankenhaus war, dass es so nicht weitergehen kann. Ohne Umschweife drohen die Republikaner damit, dass jeder Demokrat, der am Sonntag für die Gesundheitsreform stimmt, im Herbst bei den Kongresswahlen durchfällt. Deshalb haben sie von Anfang an eine Verleumdungs- und Irreführungskampagne gestartet, die Tatsachen und Sachverhalte total verdreht. Es geht nicht um die Information der Bürger, sondern um politische Grabenkämpfe. Wichtig ist der Grand Old Party nur, dass dieser verhasste Präsident zu Fall kommt oder zumindest ins Abseits gedrängt wird. Und etliche der demokratischen Abgeordneten haben die Hosen gestrichen voll. Sie wollen lieber ihren Job und die Wiederwahl garantieren, als das richtige für Amerika und die Amerikaner zu tun. Der amerikanische Politzirkus wird in diesen Tagen zur Horrorshow.

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