DBUK is OMG OK

Schon mal von der Band „The Denver Broncos UK“ gehört, kurz DBUK? Nein, dann haben Sie etwas verpasst. Hinter diesem Namen stecken Munly Munly, Lord Dwight Pentacost, Rebecca Vera und Slim Cessna von „Slim Cessna’s Auto Club“ aus Denver, Colorado. Während der „Auto Club“ treibend und voller Energie ist, werden bei DBUK ganz andere, viel gemäßigtere Klangpfade verfolgt.

„Songs One Through Sixteen“ heißt die neue Platte und sie verbindet Country, Folk, Americana mit einer gehörigen Prise dunklem Gothic Sound. Ein beeindruckendes Album, das einem „Road Movie“ gleichkommt. Schon vor etlichen Jahren, als ich noch für eine deutsche Airline deren Country/Folk Inflight Radioprogramm zusammenstellte, war ich Fan des Denver Sounds. Von dort kamen und kommen unglaublich gute Bands, wie 16 Horsepower, Wovenhand, Denver Gentlemen, DeVotchKa und die vielen musikalischen Projekte, die im Umfeld und durch das Eingreifen von Slim Cessna entstanden.

Nun also diese neue Platte von DBUK, die in den USA „Songs Nine Through Sixteen“ heisst und in Deutschland bei Glitterhouse gleich noch die bereits 2015 erschienene „Songs One Through Eight“ beinhaltet. Es sind Songs, die so ganz anders sind, musikalisch als Gothic-Americana umschrieben werden können und textlich manchmal einem blutigen Horrortrip gleichen. Und das alles ganz harmlos und weich vorgetragen. Lieder, die sich um Tod, Selbstmord, Erschießen drehen und mittendrin der Hörer, der die zärtlichen Melodien genießt. „Songs One Through Sixteen“ ist eine Platte, die man sich genauer anhören, die wahnhaften Texte mitlesen sollte. Und erneut komme ich an den Punkt, an dem ich merke, genau dieses Album belegt, warum ich Amerika mag. Es ist so skuril schön, so tief abgründig, so seltsam anders als das, was man Tag für Tag im Irrsinn der Newswelt erfährt. Hier zeigen sich die USA von ihrer wunderbarsten und faszinierendsten Seite. Ein Soundtrack des wahren „American Life“.

Was war das denn?

Also, es ist mir schon klar, dass man als amerikanischer Präsident seinen Kopf mit allerlei Sachen voll hat. Krieg und Frieden, die eigenen Jungs in Afghanistan, die Eskalation an der türkisch-syrischen Grenze, Arbeitslosigkeit und soziale Kälte….also, da gibt es schon viel, was so einem Präsidenten am Abend durch den Kopf geht. Aber Barack Obama stand heute in dieser ersten Fernsehdebatte mit Mitt Romney völlig neben sich. Er wirkte nervös, unkonzentriert, müde und ausgelaugt. Da fehlte eigentlich alles, was ihn als begnadeten Redner ausmacht. Und das lag sicherlich nicht am fehlenden Teleprompter, denn Obama kann ja in Debatten bestehen, spontan sein, überzeugen, das hat er in der Vergangenheit oft genug bewiesen. Aber der Auftritt am heutigen Tag sollte ganz schnell abgehakt werden. Das war wirklich nichts.

Mitt Romney hatte sich dagegen gut vorbereitet, wirkte gelassen, locker, sachkundig, auch wenn vieles, was er da an den Mann und die Frau brachte, hinten und vorne nicht stimmte. Aber er verkaufte es gut. Das lag auch an Obama, der auf Steilvorlagen seines Kontrahenten so gar nicht reagierte, vieles einfach im Raum stehen ließ und lieber mit Details und politischen Feinheiten auch den letzten der 50 Millionen Zuschauer verwirrte.

Einen klaren Sieger gab es am Ende nicht, nur Romney gewann das Duell wohl nach Punkten. Er überzeugte im Auftreten, suchte nicht hilflos nach Worten wie Obama, vergatzte auch keine Sätze, wie der Amtsinhaber. Das war dann auch schon alles, ob das allerdings am Ende für Oval Office reicht, das sei mal dahin gestellt.

Der Müll Nazi

Überall in den USA stehen die Schilder entlang der Landstrassen und Autobahnen: „Adopt a Highway“. Bürger und Gruppen, lokalen Unternehmen und Kirchengemeinden raffen sich dann immer mal wieder zusammen und erklären sich dazu bereit, eine Meile Highway sauber zu halten. Das heisst, sie sammeln den Müll ein, den Autofahrer so aus dem Fenster schmeissen und der sich entlang der Strasse ansammelt.

Nun hat sich in Colorado eine extreme Nazi Organisation für ein Strassenstück angemeldet und das schlägt im ganzen Land hohe Wellen. Die Nazis sagen, sie seien pflichtbewusste Bürger, andere meinen, man dürfte solchen Hasspredigern kein Forum bieten. Und das sei es, wenn an der Strasse nun ein Schild mit dem Namen der Organisation stehen wird. Doch einige meinen süffisant, man solle die Nazis doch den Müll aufsammeln lassen….was passe besser zu ihnen. Die Behörden haben nun zugestimmt, auch auf Anraten von Bürgerrechtsgruppen, die erklärten, die Meinungsfreiheit sei eben auch die Freiheit Andersdenkender.

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Fliegende Hunde

In Amerika ist alles möglich, sogar das….eine neue Airline eröffnet ihre Fluglinien in der Wirtschaftskrise. Allerdings hat sie als Zielgruppe nicht die Business Flieger im Sinne, oder vielleicht doch, aber eben nur indirekt. Lange Rede kurzer Sinn. Es geht um eine Fluggesellschaft, die ausschliesslich Haustiere transportiert.

Pet Airways heisst die neue Airline und gehört dem Ehepaar Alysa Binder und Dan Wiesel (!). Die beiden hatten die Idee, nachdem der Transport ihres Jack Russell Terriers mit Schwierigkeiten endete. Und nun haben sie eben eine eigene Fluglinie für Haustiere gegründet. Die Flugzeuge fliegen zwischen New York, Washington, Chicago, Denver, und Los Angeles hin und her. Ein Ticket an Bord kostet 250 Dollar, ungefähr so viel, wie die Mitnahme von Waldi im Transport einer kommerziellen Airline. Doch im Gegensatz zu den Personenflugzeugen fliegen die Hunde oben mit, wo normalerweise Sitze sind, befinden sich Transportboxen. Alle 15 Minuten wird nach den Vierbeinern geschaut und es gibt Zwischenlandungen mit Gassigehen, Ausruhen und Fresspausen. Wichtig erscheint vielen Hundebesitzern gerade die enge Betreuung von Hasso, Bello und Wauzi vor, während und nach dem Flug zu sein.

Die Nachfrage ist da, denn die Flüge sind schon jetzt auf Monate hinaus ausgebucht. Und die grossen Airlines scheinen von der Idee angetan zu sein und überlegen, ob sie ihre Transportmöglichkeiten für Haustiere verbessern und ausbauen.

Reise nach Omaha

Da sitze ich nun am Flughafen von Omaha in Nebraska und warte darauf, dass die Mechaniker endlich die Maschine freigeben. Yep, da schrauben und kurbeln noch einige Männer in Blaumann rum. Wie beruhigend ist das denn. Der Himmel ist blau über Omaha, aber zumindest haben die hier kostenloses WiFi im Flughafengebäude.

Für zwei Tage war ich hier. Hatte gestern einige Veranstaltungen an der Universität Creighton über die deutsche Musikszene. Tagsüber habe ich ein paar Deutschklassen besucht, mit den Studenten über so ziemlich alles gesprochen und abends dann einen Vortrag über die Geschichte der deutschen Musikszene gegeben. Alles lief glatt, puh!!!

Zwischendrin konnte ich mich noch etwas in Omaha umsehen. Eine sehr schmucke Stadt, die teils hochmodern ist und teils noch den Charme einer alten Handelsstadt im Mittleren Westen hat. Und natürlich musste ich auch den Bahnhof von Omaha besuchen, der ja im Spielzeugmuseum nachgebaut ist. Aber der wirkte hier eher kümmerlich. Es gibt nur noch eine Bahnlinie nach Denver im Westen und Chicago im Osten. Nur das alte Bahnhofsgebäude steht noch in voller Pracht da, ist aber nun ein Museum geworden.

Hier in Omaha läuft übrigens niemand mit Maske rum und keiner zuckt zusammen, wenn der Nachbar mal hustet oder schnieft. Von der Schweinegrippe merkt hier keiner was. Mal sehen, wie das in Kalifornien aussieht, denn dort gab es ja angeblich einige Fälle.

…drei Stunden später… sitze noch immer in Omaha. Die Mechaniker schrauben zwar noch rum, einer gig auch mit einem grösseren Hammer unters Flugzeug, aber United hat dann doch gesagt, heute fliegt der Vogel nicht mehr. Also, umbuchen und warten. Werde heute Abend mit rund achtstündiger Verspätung in Oakland ankommen. Was für ein schöner Dienstag im Herzen der USA….