Ein Münchner Criminaler kehrt Heim

Die Criminale kommt ins Frankenland. Mord, Totschlag, Entführung, Raub, Erpressung. Krimis sind unterhaltsam, schockierend, fesselnd. Und nun dreht sich in den kommenden Tagen im Großraum Nürnberg alles um die Kriminellen, die Polizei, Opfer, Täter und einen weitere Fall für Kommissar….

Ich würde hier Hauptkommissar Josef Sandner einfügen, der verschrobene Held in Roland Krauses Romanen. Ein bisschen Schimanski, auf gar keinem Fall ein Derrick von der Münchner Kripo. Roland Krause kenne ich schon lange, habe seine ersten Schritte als Schriftsteller erlebt und begeistert verfolgt. Was seine Bücher auszeichnet ist der Sprachwitz und seine besondere Beobachtungsgabe. Vielleicht sind es die Erfahrungen in seinem Job, vielleicht eine angeborene Menschenkenntnis, wahrscheinlich wohl beides. Die Akteure in seinen Romanen und Kurzgeschichten sind überzeugend beschrieben. Spannend baut er einen Fall auf, immer wird es ein Stück mit verschiedenen, komplexen Bühnenbildern. Er läßt dabei Charaktere entstehen, die wir alle schon kennengelernt haben. Seine Fälle, die von Hauptkommissar Sandner gelöst werden, könnten irgendwie mitten aus unserem Alltagsleben stammen.

Roland Krause arbeitet „im richtigen Leben“ als Sozialarbeiter in München. Studiert hat er in Nürnberg, dort kennt er sich hervorragend aus und ich versuche ihn schon seit langem davon zu überzeugen, doch mal einen Mordfall in der Frankenmetropole spielen zu lasssen.

Am 22. Mai ab 20 Uhr liest Roland Krause im Ansbacher Kunsthaus, Reitbahn 3. Unbedingt hingehen, es lohnt sich.

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Ein neuer Kriminaler im Einsatz

Wahrscheinlich bin ich nicht fürs Rezensieren von Büchern geeignet, denn ich verstehe den Buchtitel nicht: “Der Sandner und die Ringgeister”. Wo bitte schön tauchen in diesem Buch Geister auf? Bin ich deppert oder was? Und damit haben wir auch schon gleich den Schwachpunkt des Erstlingswerks von Roland Krause aus dem Weg geräumt. Wenns mehr nicht ist! Ist aber so. Das wars. Also, tolles Buch, viel Sprachwitz, eingängige und nachvollziehbare Beschreibungen und vor allem ein Hauptkommissar, der so eine Mischung aus Schimanski, Colombo und eben Roland Krause ist. Damit könnte ich schon jetzt einen Schlußstrich unter diese Besprechung ziehen und Punkt und Aus…..

Na, ein bißchen kann ich noch was dazu sagen. Ein Mord in München, viele Nebenschauplätze und trotzdem geht man hier nicht verloren. Ich bin weder Krimi noch München Fan (für alle Franken und München Hasser unter den potentiellen Lesern, Roland Krause wohnte lange Jahre in Nürnberg und hätte auch dort die Szenerie durchspielen lassen können). Der Ort spielt aber in dem Buch überhaupt keine Rolle. Die Geschichte könnte überall spielen, sogar in Fürth oder Castrop Rauxel. Der teils bayerische, doch verständliche Dialekt verleiht dem ganzen sogar noch einen gewissen Charme, muß ich ehrlich zugeben. Der Sandner kommt sympathisch daher geschlappt, nicht wie der faltige Derrick mit seinem Hampel Harry und auch nicht wie ein onkelhafter Walter Sedlmayr in Polizeiinspektion 1.

Roland Krause hat hier eine ganz neue Kommissarperson für München entstehen lassen, eine mit Fehlern, menschlichen Schwächen, eigenem Schädel und dennoch sympathisch und wie der Nachbar links drüben. Das Buch ist schnell gelesen, nicht weil es so dünn ist wie einJerry Cotton Heftchen, sondern weil man es einfach nicht zur Seite legen kann. Der Sandner ist ein Polizist, wie man ihn sich, zumindest als Leser, wünscht. Man kann nur hoffen, dass Autor und Verlag schon bald mit einem neuen Fall für den Sandner aufwarten….ich will mehr…. Ach ja, und noch was, beim Lesen konnte ich mir richtig gut eine neue Fernsehkrimiserie mit dem Sandner vorstellen. Also, Herr Krause, schreibens weiter!!!