Objektive Berichterstattung

Objektivität in Zeiten von Donald Trump. Foto: Reuters.

Vor ein paar Tagen war ich zu Gast im Journalismus Department des San Francisco City Colleges. Die Studierenden wollten mit mir über meinen Job als freier Korrespondent sprechen. Ich wurde dabei von einer interessierten Gruppe interviewt. Sie fragten nach meinen Erfahrungen, Erlebnissen, wie ich mich auf Themen vorbereite, wie ich Interviews durchführe, wie ich mich in schwierigen Situationen und mit nicht leichten Interviewpartnern verhalte, wie ich meine Reisen finanziere, wie es ist, mit Übersetzern zu arbeiten, und vieles, vieles mehr.

Und eine Frage beschäftigt mich seitdem weiter, kann man als Journalist objektiv berichten? Ich glaube, in diesen Zeiten ist es schwer geworden die Objektivität zu bewahren. Ich habe in den letzten paar Jahren sehr viel über Donald Trump berichtet und dabei durchaus auch versucht, nicht gleich alles, was er sagt und tut negativ zu sehen und zu bewerten. Das ist nicht leicht, denn vieles, für was Trump steht, was er macht, was er sagt, ist mir zuwider. Und doch, ich bewerte es als positiv, dass Trump genau das macht, was er im Wahlkampf angekündigt und versprochen hat. Er hält seine Wahlversprechen, zumindest das muss man ihm anrechnen.

Aber objektiv kann ich wohl nicht mehr sein, bei einem Mann, der kritische Medien als „Fake News“ abtut, als „Volksfeinde“ bezeichnet. Der lügt und betrügt und sich für seine Fehler, Falscheinschätzungen und Halbwahrheiten nicht entschuldigt, ganz im Gegenteil, der daraus auch noch eine „alternative Realität“ schafft, in die ihm Millionen von Wählerinnen und Wählern bereitwillig gefolgt sind. Der Neo-Nazis verteidigt und immer wieder mit rassistischen und nationalistischen Tönen auffällt. Trump hat sich und seinen Anhängern eine Welt erschaffen, in der ich mich nicht wiederfinden kann. Und da ist es schwer „objektiv“, „neutral“, „ausgewogen“ zu berichten.

Wie zum Beispiel kann ich objektiv bleiben, wenn Trump die eigenen Ministerien gängelt nicht weiter über den Klimawandel zu berichten, Gelder für Klimaschutzprojekte in afrikanischen Ländern bereit zu stellen? Wie kann ich neutral berichten, wenn Trump pauschal Migranten, die illegal in das Land kommen als „Vergewaltiger“, „Mörder“, „Drogendealer“ und „Gang Mitglieder“ bezeichnet? Wie kann ich ausgewogen sein, wenn Trump seit Amtsantritt nachweisbar Tausende Male gelogen und Unwahrheiten verbreitet hat?

Donald Trump und all die anderen rechtsnationalen Populisten in den westlichen Gesellschaften haben einen Frontalangriff auf die Grundfesten der Demokratien gestartet. Und sie sind dabei erfolgreich, denn alleine in den USA folgen rund 30 Prozent der Wähler Trump und seiner Politik. Sie glauben nur noch ihm und seiner schwarz-weiß Sicht der Dinge. Es ist schwer vorstellbar, dass sich das noch einmal ändern wird. Doch wie kann, wie soll man damit als Journalist umgehen? Und was ist in diesen Zeiten eigentlich noch „objektive Berichterstattung“?

Bayern München goes university

Vince Gennaro von der Columbia University und Rudolf Vidal vom FC Bayern München US freuen sich über die neue Partnerschaft. Foto: FC Bayern München.

Vince Gennaro von der Columbia University (links) und Rudolf Vidal vom USA Büro des FC Bayern München freuen sich über die neue Partnerschaft. Foto: FC Bayern München.

Ich habe lange überlegt, ob ich darüber schreiben soll. Bayern München ist nicht gerade mein Lieblingsthema, schon gar nicht mein Lieblingsverein. Aber es muß wohl sein. Bayern München und die Eliteschmiede Columbia University haben eine Partnerschaft geschlossen. Diese Nachricht kommt nicht gerade aus dem Nichts, denn Trainer Pep Guardiola war in seiner New Yorker Auszeit zwischen dem FC Barcelona und dem FC Bayern München an der Uni eingeschrieben.

Es geht nun um die Lehrinhalte im Sports Management Master of Science Programm. Bayern ist fortan der einzige und exklusive europäische Verein für die Universität. Lehrinhalte, Gastvorträge und Fallbeispiele werden von den Münchern geliefert. Der deutsche Rekordmeister erklärte in einer Stellungnahme, die auch von der deutschen Botschaft in Washington DC verbreitet wurde, dass die Studenten Einblick bekämen in „one of the most successful and celebrated sports brands in the world.“ Das ist Bayern München, wie man sie kennt.

Der deutsche Fußballmeister investiert derzeit massiv in den USA. Nach Asien ist nun Nordamerika dran, ein Büro in New York wurde bereits eröffnet, Kontakte ausgebaut, um die bekannte Marke Bayern München noch sichtbarer zu machen. Schon seit den 70er Jahren, seit den Zeiten von Franz Beckenbauer und Gerd Müller sind die Bayern der bekannteste deutsche Verein in Übersee. Jüngst kam auch noch eine Partnerschaft mit dem Goethe-Institut hinzu, damit erhoffen sich die Rot-Weißen einen guten Zugang zu Fußball interessierten High School Schülern.

Neben den Bayern sind auch die Borussen aus Dortmund in den USA aktiv. Fanclubs und eine extra eingerichtete Merchandise Abteilung belegen ein Interesse am BVB. Und auch ein FCN Fanclub existiert in den USA, der allerdings derzeit etwas unter mangelndem Interesse leidet. Man hoffe auf mehr Zuspruch, heißt es von Fanclubverantwortlichen, doch die zweite Liga zieht nicht gerade so bei den Soccer Fans in den USA.