Spurensuche in Petaluma

Im Dezember wird alljährlich der Christkindlmarkt in Petaluma gefeiert.

Durch den großen Saal, dann die knarzende Holztreppe hinauf, vorbei an aufgehängtem Weihnachts- und Oktoberfestschmuck. Andy Christiansen holt einen Schlüssel aus seiner Hosentasche und sperrt drei Schränke auf. Vor mir ist das Archiv der Hermann Söhne, eine der wohl ältesten deutschen Verbindungen in den USA und auch hier in der San Francisco Bay Area.

Ich bin in der Hermann Sohn Halle in Petaluma. Diese Loge ist als eine der wenigen noch aktiv. Zur Hochzeit der deutschen Einwanderung gab es rund 90 Logen in ganz Kalifornien. Mehrere Dutzend allein im Großraum San Francisco, darunter auch eine „Albrecht Dürer Loge No. 42“, gegründet am 21. Januar 1916. In dem kleinen Museum im Erdgeschoss und hier in dem Archiv der Hermann Söhne im Lagerraum im ersten Stock kann man die lange Geschichte, den Einfluss und die Größe dieser Verbindung noch erahnen.

In den Protokollbüchern der Hermann Söhne wurden alle Aktivitäten, Ausgaben und Anliegen festgehalten.

Auf diesen Regalen, in einigen Kartons und Mappen liegt nicht nur ein wichtiger Teil der Geschichte der deutschen Einwanderer in Kalifornien. Hier ist auch ein Stück der kalifornischen Geschichte zu finden, einem Bundesstaat, der von Einwanderern aufgebaut wurde. Die Deutschen spielten einen wichtigen Part in der Entwicklung des Golden State. Sie waren vernetzt und in allen Gesellschaftsbereichen vertreten. In den Vereinsbüchern sind die Berufe der Mitglieder angegeben, vom Arzt bis zum Elektriker ist alles vertreten. Und auch die Festschriften zu den jährlich abgehaltenen Großveranstaltungen spiegeln die Breite der Mitgliederschaft wider. Darin kleine Anzeigen von Läden, Handwerkern, Ärzten, Versicherungsvertreter, Anwälten bis hin zu Kulturveranstaltungen. Die deutsche Gemeinde in und um San Francisco war vielschichtig, aktiv und lebendig.

Viel ist nicht mehr geblieben. Das deutsche Haus in San Francisco ist schon lange verkauft, die vielen Geschäfte und Handwerkershops gibt es nicht mehr, die großen Feste werden auch nicht mehr gefeiert. Vor etlichen Jahren bin ich mal mit einem älteren deutschen Freund durch die Stadt gefahren. Er kam 1942 nach der Verhaftungswelle in Mittel- und Südamerika durch das FBI nach San Francisco, kannte jeden deutschen Laden, jedes deutsche Restaurant, jedes deutsche Delikatessen Geschäft und war auf allen Tanzveranstaltungen und deutschen Feiern zu finden. Er zeigte mir, wo was und wer war, berichtete von den vielen Festen und der aktiven deutschen Community in und um „the city by the Bay“.

Gerade auch deshalb sollten Archive wie dieses hier von den Hermann Söhnen in Petaluma langfristig bewahrt, ausgewertet und digitalisiert werden. Denn viel zu viele deutsche Vereine und Organisationen in der Bay Area gingen einfach sang- und klanglos unter, wurden vergessen, eben auch, weil sich niemand um das eigene Vereinsarchiv gekümmert, es gesichert und weitergegeben hatte. Doch solche Unterlagen belegen, welche bedeutende Rolle die deutschen Einwanderer einnahmen, wie sie sich einmischten und auch Teil Kaliforniens wurden. Die Geschichte der deutschen Immigranten wurde viel zu lange übersehen.

Auf deutscher Spurensuche

Der „deutsche Friedhof“ außerhalb von Calumet.

In einem Antiquariat in Calumet fragte mich ein Mann, der mitbekommen hatte, dass ich nach Büchern über die deutsche Geschichte suchte, ob ich schon den „German cemetery“ besucht hätte. Einen deutschen Friedhof hier oben in der Upper Peninsula von Michigan? Ja, meinte er, nur ein paar Meilen nördlich auf dem Highway 41 und dort auf der linken Seite, der Friedhof sei total überwachsen.

Das wollte ich sehen, denn ich bin ja immer, egal wo ich bin, auf der Suche nach Spuren deutscher Einwanderer. Ich wusste davon, dass zahlreiche deutsche Emigranten in die Region kamen, um im Kupfer Bergbau zu arbeiten oder in den damals boomenden Gemeinden der Region Arbeit zu finden. Natürlich brachten die Deutschen auch ihre Kultur mit, deutsche Vereine und Brauereien, wie die „Bosch Brewing Company“ von Joseph Bosch wurden gegründet. Doch das ist alles lang her. Die UP von Michigan liegt seit nahezu 100 Jahren im Dornröschenschlaf. Seit der Schließung der Minen, dem Abzug der Industrie ziehen die meisten der jungen Leute irgendwann weg. Es bleiben die Alten und die Erinnerungen an eine Zeit, als Calumet eine „Boom Town“ mit Straßenbahn, Theatern und einem Nachtleben war. Beinahe wäre Calumet sogar Hauptstadt von Michigan geworden, aber nur eben beinahe. Wenn man heute durch die Straßen dieser Stadt läuft, kann man noch etwas vom einstigen Glanz Calumets an den Fassaden der Gebäude ablesen.

Gleich mehrmals fuhr ich an dem Friedhof vorbei, der auch auf keiner Karte verzeichnet ist. Schließlich fand ich ihn hinter einem weißen Zaun. Auf einem Schild stand „Schoolcraft Cemetery“, kein Wort davon, dass das hier ein „deutscher Friedhof“ sei. Und es war wirklich alles wild überwachsen, mannshohe Sträucher, Farne, Birken und Nadelbäume. Dazwischen Grabsteine, teils umgefallen. Und tatsächlich, auf etlichen standen deutsche Namen und Schriftzüge, wie auf dem von Katharina Messner, geboren 1850, gestorben 1890. „Hier ruht in Gott – Ruhe sanft in Frieden“.

Ein kleiner Friedhof am Rande einer einstigen Bergmannsgemeinde, vergessen von den Menschen und von der Natur zurückgeholt. Hinter jedem Namen steckt eine Geschichte, die man wohl nie wieder hören wird, die aber vielleicht von den harten Zeiten jener Immigranten erzählen würde, die ihre eigene Heimat verlassen haben, um im fernen Amerika Arbeit, ein neues Zuhause und eine bessere Zukunft zu finden. Einwanderer wie Katharina Messner haben dieses Land groß gemacht.

Herr Trump, denken Sie doch mal nach!

Donald Trump spricht von einem Erfolg seiner ersten Auslandsreise. Jobs, Jobs, Jobs, ein „great success“ für Amerika, er arbeite hart für die Amerikaner. Dafür hofiert er Dikatoren und verprellt Freunde. Alles kein Problem, denn Trump handelt ja nach dem Motto „Make America Great Again“ und dabei brettert er ausschließlich auf der Überholspur des „America First“ Highways durch die Weltgeschichte.

Seine beleidigenden Worte gegenüber den Deutschen ist nur ein Beispiel, wie Trump mit einstigen engen Partnern Amerikas umspringt. Der Elefant wütet durch den Porzellanladen, droht mit Strafzöllen wie ein Wegelagerer und verkennt dabei die wirkliche Situation. Was der derzeitige US Präsident in seiner selbstverliebten Sichtweise geflissentlich übersieht ist, die USA waren und sind ein Einwanderungsland. DEN Amerikaner gibt es nicht. Wer mit einem Amerikaner spricht, der wird gleich erfahren, wie er oder sie sich empfinden. Sie kommen aus Deutschland, Finnland, China, Mexiko, England, Irland, Russland. Die Welt trifft sich in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das Global Village ist längst Realität in den USA. Man muß nur nur die Städte spazieren, um von Japantown nach Chinatown, nach Little Italy oder nach Russian Hill zu kommen. Amerika ist gespalten, nicht nur politisch, sondern auch ethnisch. Überall wohin ich komme erzählen mir Amerikaner, dass sie auch „deutsch“ seien. Der Uroma kam aus Lüdenscheid oder einer Stadt, die so klingen könnte. „I love Germany, I love my „BI-EM-Double U“, great German engineering“.

Deutsche und Deutsch-Amerikaner in den USA kaufen bevorzugt deutsche Produkte, fliegen mit deutschen Airlines, fahren deutsche Autos. Das ist so bei diesen Einwanderern, das ist ähnlich bei den anderen Einwandergruppen, sie sind nach wie vor mit ihrer alten Heimat verbunden. Schaut man nach Chinatown, kaufen Chinesen vor allem in chinesichen Läden ein. Trump meint, nur weil auf einem Produkt „Made in USA“ stehe, würden Amerikaner nun seinen MAGA-Wahnsinn unterstützen. Doch da verkalkuliert er sich. Er übersieht, dass es den einheitlichen Model-Amerikaner nicht gibt und noch nie gegeben hat. Alle sind Einwanderer von irgendwoher. Einige mehr, andere weniger. Und viele von ihnen kaufen auch aufgrund ihrer familiären Wurzeln ein. Mit der Drohung von Strafzöllen wird Trump eine bislang stille Mehrheit gegen sich aufbringen.

 

Der wahre Heino lebt in LA

Der wahre Heino unterhält die Amerikaner am Pazifik.

Der wahre Heino unterhält die Amerikaner am Pazifik.

Heino ist ein Phänomen. Lange Jahre war er ja nur so eine Omageschichte. Hörte oder las ich was von Heino, dachte ich an meine Oma, denn der blonde Barde mit der dunklen Brille war der Hit im Altenclub in Dortmund-Mengede. Ja, ja so blau, blau, blau blüht der Enzian…. Was er dann mit dem wahren Heino, Norbert Hähnel, Mitte der 80er Jahre machte, war nicht ok, denn in Deutschland muß doch Platz für mehr Heinos sein. Ein Gericht verurteilte Hähnel zu einer Geldstrafe, die der jedoch nicht abzahlte, sondern lieber im Gefängnis absaß.

Heino, der ewige Entertainer, erlebt derzeit einen neuen Frühling. Seine Stammfangemeinde dünnt sich ganz natürlich etwas aus, da erweitert er die Grenzen des Möglichen und Zumutbaren. Heino auf Wacken mit Rammstein. Heino singt Die Ärzte. Heino in Lederkutte. Heino auf großer Clubtour mit harten Gitarrenriffs. Ja, was ist denn jetzt los.

Das alles betrachte ich seit einiger Zeit etwas perplex aus der Ferne. Und nun das, es gibt in Nordamerika einen zweiten Heino. Der Kanadier Marc Hickox tritt schon seit Jahren als singender Doppelgänger auf, meist in deutschen Restaurants zwischen Toronto, San Francisco und Los Angeles, wo Heino ein Begriff ist. Das ganze ist eine Art Persiflage auf Deutschland und die Deutschen, wie Hickox meint, denn „gibt es ein anderes Land auf der Welt, wo David Hasselhoff wie ein Gott verehrt wird?“

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Das Ende des deutschen Radios

Nur noch 33 deutsche Radiosendungen gibt es in den USA. Das Ende des deutschen und deutschsprachigen Rundfunks in Amerika ist damit in Sicht. Anfang der 70er Jahre gab es noch weit über 120 Programme, die fest verankert waren in der deutschen Community. Etliche der Radiomacher produzierten darüberhinaus auch noch lokale Fernsehprogramme auf offenen Kanälen, finanziert durch Werbung von Lufthansa, Siemens, dem deutschen Feinkostladen, Metzger und Automechaniker an der Ecke.

Doch das ist lange vorbei. Moderatoren und Hörer sind ins Alter gekommen. Etliche der „Hosts“ sind über 80. Erst am vergangenen Sonntag verabschiedete sich Gunter Auerbach zum letzten mal am Ende seiner Sendung. Er war seit 1966 on-air. Damit gibt es nur noch 32 Sendungen. Die Deutschen in Amerika verlieren mit jedem Programm ein wichtiges Teilstück ihrer Geschichte. Ein paar deutschsprachige Zeitungen dümpeln vor sich hin. Die wenigen Radioprogramme werden auch bald verschwinden. Das wars dann. Schluß. Aus die Maus.

Und ja, vielleicht muß es so kommen, vielleicht muss es so sein. Wenn kein Interesse mehr da ist, wenn kaum noch Hörer einschalten, wenn junge oder jüngere Deutsche sich nicht verpflichten lassen wollen, an jedem Wochenende eine Sendung zu moderieren, und das auch noch kostenlos, dann ist es wohl Zeit, das Licht im Sendestudio auszumachen. Doch was sehr, sehr bedauerlich ist, ist die Tatsache, dass einfach Schluß ist und nichts von der reichen deutschen und deutschsprachigen Rundfunkgeschichte in Amerika dokumentiert wurde. Die USA sind ein Land der Immigranten. Jeder, egal woher er kam, brachte etwas mit in diesen Multikulti Hexenkessel. Die Medien der Zuwanderer dokumentierten genau das. Der Einfluss und die Bedeutung der ethnischen Medien wurde einfach übersehen von „Mainstream America“. Die Sendungen wurden so gut wie nie aufgezeichnet, es gab keine Hörerbefragungen, keine Analysen, keine wissenschaftlichen Untersuchungen. Schade, denn damit geht ein wichtiger Teil der amerikanischen Geschichte für immer verloren.

Hier eine kürzlich aktualisierte Liste der noch ausgestrahlten Radioprogramme in den USA (Quelle Kent Williams, November 2012):

New York:
German Hit Parade
Monday, 8:00 – 9:00 pm ET
Wednesday, 8:00 – 9:00 pm ET
Thursday, 4:00 – 5:00 am ET
WHPC 90.3 FM (New York City-Garden City)
Uwe Riggers
German Hour
Sunday, 10:00 – 11:00 am ET
WKNY 1490 AM (Kingston)
Hans Safer
German Radio Program (Federation of German-American Societies)
Saturday, 2:00 – 4:30 pm ET
WGMC 90.1 FM (Rochester)
George Hoffmann
The German Show
Sunday, 4:00 – 5:00 pm ET
WXRL 1300AM (Buffalo)
Herman Endres Jr.

Pennsylvania:
The German Austrian Show
Sunday, 9:00 – 9:30 am ET
WGPA 1100 AM (Bethlehem)
Bud Williams
German American Program
Sunday, 10:00 am – 12:00 pm ET
WNWR 1540 AM (Philadelphia)
German Hour
Sunday, 4:00 pm – 5:00 pm ET
WPIT 730 AM (Pittsburgh)
Heino Coelle

Ohio:
German Radio Hour
Saturday, 8:00 – 9:00 pm ET
WCPN 90.3 FM (Cleveland)
Joe Wendel
Lustige Musikanten German Program
Sunday, 10:00 am – 12:00 pm ET
WCSB 89.3 FM (Cleveland)
Joe Wendell & Ruth Kleine Marino
German Variety Show
Sunday, 1:00 pm – 2:00 pm ET
WDLW 1380AM (Cleveland)
George Jerjev
German Musical Variety Show
Sunday, 2pm – 3pm ET
1330 WELW AM (Cleveland)
Judy Wehner-Moran
German Radio Program
Tuesday 6-9pm ET
Sundays 4 – 5pm ET
WKTX -AM 830 (Youngstown)
Herb Haller & Hilde Kobetitsch
German-American Show
Sunday, 9:00 am – 11:00 am ET
WCWA 1230AM (Toledo)
WIOT 104.7FM (Toledo)
Tim Pecsenye & Jack Renz
German Tunes of the Queen City
Wednesday, 5:00 – 8:00 pm ET
WAIF 88.3 FM (Cincinnati)
Dieter Waldowski & Gebhard Erler
Over the Rhine Showcase
Sunday, 2:00 – 6:00 pm ET
WOBO 88.7 FM (Cincinnati)
Jim King
Wolf’s International Musica
Wolfgang’s Musikalische Kammer
Wednesday, 1:00 -3:00 pm ET
WVQC 95.7FM (Cincinnati)
Wolfgang Grossmann

Indiana:
German Music Hour
Sunday, 4:00 – 5:00 pm ET
WICR 88.7 FM (Indianapolis)
Manfred Witt

Illinois:
Deutschland Echo
Saturday, 9:00 – 11:00 am CT
Sunday, 9:00 – 11:00 am CT
WNWI 1080 AM (Chicago)
Armin Homann

Wisconsin:
Heimatecho
Saturday, 8:00 – 9:00 am CT
WJYI-AM JOY1340 (Milwaukee)
Bob Ziegenbein
Continental Showcase
Saturday, 1:00 – 4:30 pm CT
WJYI-AM JOY1340 (Milwaukee)
Robert Deglau
Bethany Lutheran Church Service (in German)
Saturday, 4:30 – 5:00 pm CT
WJYI-AM JOY1340 (Milwaukee)
Eberhard Klatt
German Music Program
Monday-Friday, 4:30 – 5:00 pm CT
WTKM-FM 104.9 (Hartford)
Hallo Deutschland
Sunday, 9:00 – 10:00 pm CT
WTKM-FM 104.9 (Hartford)
Bob Zigenbein

Missouri:
German Talk Radio
Sunday, 2:00 – 3:00 pm CT
WEW 770 AM (St. Louis)
John McKinistry
German Hit Parade
Sunday, 2:30 – 5:00 pm CT
WGNU 920 AM (St. Louis)
Alfred Goerlich

Virginia:
Gemuetlichkeit
Saturday, 1:00 – 2:00 pm ET
WKGM 940AM (Norfolk)
Inge Fischer-White

Florida:
Deutsche Funksendung / German Radio Show
GRS (Tampa – Online only at: germanradioshow.com)
Susanne Nielsen
German Interlude
Sunday, 5:15 – 6:00 pm ET
WPIO 89.3 FM (Titusville)
Ruth Mlodzianowski

Texas:
German Radio Texas Style (since 1953)
GRTS (New Braunfels/San Antonio – Online only at: nbgermanmusic.com)

Colorado:
Musical Greetings From Germany
Sunday, 12:00 – 3:00 pm MST
GRTVD (Denver – Online only at: www.grtvd.com)
Gunter Auerbach

Nevada:
Las Vegas German Show
Sunday, 9:00 – 11:00 am PT
KLAV AM 1230 (Las Vegas)
Silvia Brunn

California:
Excelsior German Radio Show
Sunday, 10:00 – 11:30 am PT
AM 1400 KVTO (San Francisco)
Marie Hoffmann & Anthony Schaller

Radio Goethe (syndicated)
Arndt Peltner

 

 

Gute Presse für die Deutschen

Kraftwerk ist wohl die deutscheste aller deutschen Bands. Im Ausland, und gerade in den USA, steht die Düsseldorfer Formation für das Qualitätssiegel „Made In Germany“, wie keine andere teutonische Kapelle. Perfektion, Innovation, Kühle, Distanziertheit, Genauigkeit, Pünktlichkeit. Hier spielen Musiker, nein Maschinisten, wie sie sich selbst nennen, in perfekter Abstimmung. Bei einem Kraftwerk Konzert wird klar, warum eine ihrer erfolgreichsten und wichtigsten Platten der Musikgeschichte „MenschMaschine“ heißt. Das Roboterimage paßt zum Bild der Deutschen.

Nun sind sie in New York. Acht Abende lang, morgen findet das letzte Konzert im Museum of Modern Art statt. Jeder Auftritt ist vor nur 450 Menschen. Auf dem Schwarzmarkt gingen die Karten für rund 2000 Dollar weg. Jeder Gig ist ein faszinierendes Zusammenspiel aus 3-D Videoproduktionen und einer Surroundsound Installation. Das MoMA ist der ideale Ort für diese Live-Performances. Musik, Sound, visuelle Impressionen….das ist wahre Kunst.

Und die Presse jubelt. Selten hat die New York Times so ausführlich über die Konzerte einer deutschen Band gejubelt. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk NPR wird in einer der populärsten Magazinsendungen „All Things Considered“ ausführlich über die Konzerreihe und die Bedeutung der Düsseldorfer auf andere Musiker und Genres berichtet. Die Kritiker sind sich einig, Kraftwerk verdienen eine eigene Umlaufbahn im Musikolymp. Hier einige Medienlinks:

High-Design Fans Come Primed for a Retro Future (New York Times)

Kraftwerk Diary Day One: Electronic Pioneers Play 1974’s ‚Autobahn‘ (Rolling Stone)

Klaus Biesenbach On Kraftwerk’s Performances At MoMA (Huffington Post)

Kraftwerk In New York: Decades Of Influence On Display (WBUR – NPR)

Kraftwerk Keeps Catching Up With Its Past (New York Times)

Kraftwerk In New York: Decades Of Influence On Display (National Public Radio)

Man, Alive to Machine Possibilities (New York Times)

 

Deutsche müffeln

Ich habe es heute im Radio gehört. Deutsche müffeln und sind daher die schlechtesten Liebhaber. Eine Umfrage unter 15.000 weitgereisten Frauen ergab, dass die Schweden zu schnell, die Holländer zu grob, die Amerikaner zu dominant, die Engländer zu bequem, die Russen zu haarig, die Türken zu verschwitzt, die Schotten zu laut sind….und die Deutschen eben muffeln.

Was soll man darauf sagen…ausser, dass das nicht das erste mal ist, dass ich sowas in den USA höre. Die Deutschen haben wirklich einen schlechten Ruf in Sachen Sex. Und das gilt für beide Geschlechter, also werte Leserinnen, auch Sie sind betroffen.

Germans in Kigali

ruanda4Die deutsche Gemeinde in Kigali ist nicht gerade gross, doch immer wieder hört man vertraute Klänge. Die Botschaft, ein Aussenbüro des Goethe-Instituts, das Rheinland-Pfalz Büro (dazu später mehr), die Welthungerhilfe und viele christliche Organisationen und andere Hilfsprojekte sind vor Ort. Und natürlich gibt es auch einen deutschen Laden, in dem Kuchen, Brot, Brötchen, Wurst und allerlei deutsche Produkte, von Haribo bis Dr. Oetker Puddingpulver, gekauft werden können. Betrieben wird der Laden von Mike, der schon seit Ewigkeiten in Kigali lebt. La Galette ist auch noch Restaurant und Kneipe, von Currywurst bis „Strammer Max“ wird alles geboten. Ein Besuch lohnt sich also auf alle Fälle.

San Francisco in schwarz, rot, gold

Die letzten paar Tage waren schwarz, rot, gold in der nordkalifornischen Metropole. Bereits am Donnerstag dem 2. Oktober wurde die deutsche Fahne am Rathaus gehisst. Am Donnerstag? Ja, denn die Koreaner haben auch am 3.10. ihren Nationalfeiertag und diesmal waren sie am 3. mit der offiziellen Flaggenzeremonie dran.

homepgGermans_framed2.gifDoch am Donnerstag begann in San Francisco auch das diesjährige Oktoberfest. Vier Tage lang waren alle in der Stadt bayerisch. Männer in Lederhosen, Frauen in knappen Dirndl aus dem Halloween Shop und die „world famous“ (Eigenwerbung) Chico Bavarian Band spielte auf. Natürlich durfte da auch kein „Ein Prosit, ein Prosit der Gemütlichkeit…“ fehlen. Die Bude war rappelvoll, und dass, obwohl jeder 25 Dollar Eintritt zahlen musste. Das ganze fand in Fort Mason statt, direkt gegenüber von Alcatraz in alten Lagerhallen der Navy, die hier einst stationiert war. IMG_0142.jpgAn der Decke hingen die Fahnen der Bundesländer, die deutsche, amerikanische und kalifornische Flagge und es wirkte alles ein bisschen so, wie auf dem Münchner Oktoberfest (wenn ich mich noch recht daran erinnere, denn das letzte mal war ich 16 und mit meiner Realschulabschlussklasse 10g dort). Der Abschluss des diesjähigen „Oktoberfest by the Bay“ war der deutsche Tag am Sonntag, zu dem die deutschen Vereine einluden. Mit Fahneneinmarsch und Folklore wurde den Amerikanern ein bisschen Heimatliebe in der Fremde vermittelt.

Aber damit noch nicht genug. Am Samstag fand auch das LoveFest in San Francisco statt. 2004 wurde es als Ableger der Love Parade gegründet, steht mittlerweite auf eigenen Beinen und ist zur grössten Dance Party Nordamerikas gewachsen. Alles ein bisschen harmloser als in Berlin und jetzt im Ruhrgebiet, aber auch hier tanzten Zehntausende zu harten Techno Klängen auf den Strassen und am Civic Centre vor dem Rathaus.

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