Hundeliebe

Wissenschaftler beschäftigen sich manchmal mit Dingen, bei denen ich glaube, sie sehen manches nur sehr eindimensional. Dr. Stanley Coren, ein Psychologieprofessor an der „University of British Columbia“ hat in dem Fachmagazin „Psychology Today“ einen Artikel veröffentlicht, in dem er erklärt, dass Hunde Umarmungen so gar nicht mögen.

Eine Umarmung gefällig?

Eine Umarmung gefällig?

Coren, der schon öfters über die Psyche der Vierbeiner geschrieben hat, „analysierte“ für seine Studie 250 Fotos, auf denen Erwachsene oder Kinder Hunde umarmen. Die Bilder wurden wahllos ausgewählt. Er kam zu dem Schluß, dass in über 81 Prozent die Hunde Anzeichen von Stress, Unruhe und Unbehagen zeigen. Nur 7,6 Prozent der Hunde zeigten sich entspannt und der Rest würde es einfach erdulden, dass da ein Zweibeiner ihnen so nahe kommt. Das ist also eine wissenschaftliche Untersuchung, die ich so allerdings nicht bestätigen kann.

Ich bin mir nicht sicher, ob Stanley Cohen schon mal einen Hund gehabt hat und selbst erlebte, wie ein Hund reagiert, wenn man mal etwas länger weg war. Als ich von meiner letzten Reise nach zwei Wochen zurückkehrte, schaute meine Käthe erst einmal, wer da durch die Tür kam. Als sie mich erkannte, rannte sie auf mich zu, sprang mich an. Als ich mich setzte, kletterte dieser nicht gerade kleine Hund auf meinen Schoß und wollte gar nicht mehr weg. Nun könnte ich sagen, dass Käthe zu den 7,6 Prozent gehört, die sich freuen, wenn man sie umarmt, doch so reagierten meine vorherigen vierbeinigen Mitbewohner auch.

Ich nehme mal nicht an, dass dieses Verhalten der Hunde unbedingt mit mir zu tun hat. Vielmehr glaube ich, dass man nach einer „Analyse“ von Fotos nicht zu diesem allgemeingültigen Schluß kommen darf, wie es Professor Cohen hier darstellt. Jede Situation ist anders und ich würde einen Hund auch nicht zu jeder Tages- und Nachtzeit umarmen. Genausowenig, wie ich Menschen um mich herum einfach so umarme, nur weil da jemand mit einer Kamera steht.

Hundekampf im amerikanischen Südosten

Nach über dreijährigen Ermittlungen schlug man nun endlich zu. Vor ein paar Tagen wurden Häuser in Alabama und Georgia durchsucht, 12 Personen festgenommen, 500.000 Dollar beschlagnahmt und 367 Hunde sichergestellt. Es war ein gezielter Schlag gegen eine Hundekampforganisation im Südwesten der USA. Viele der Tiere waren unterernährt, stark verwundet, mit Flöhen übersät. Der zuständige Staatsanwalt, George Beck, erklärte auf einer Pressekonferenz: „Ich glaube, wenn Danté noch leben und sein „Inferno“ neu schreiben würde, die niedrigsten Orte der Hölle wären für jene reserviert, die unsere Tiere und unsere Kinder quälen“.

Nach wie vor sind Hundekämpfe in den USA beliebt. In jedem Bundesstaat werden immer wieder illegale Gruppen ausgehoben, die auf kämpfende Hunde wetten. Selbst in Oakland gibt es solche… ja, wie nennt man diese Leute, die sich sowas ansehen, darauf wetten, wie sich zwei Hunde zerfleischen?… Unmenschen(!?). Ein Grund für mich, meinen Hund nie vor einem Laden anzuleinen, denn Hunde verschwinden hier spurlos, werden als Köder zum Scharfmachen der Kampfhunde verwendet.

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Supernasen im Einsatz

Jährlich erkranken rund 9000 Frauen in Deutschland an Eierstockkrebs. Das Problem ist oftmals dabei, dass diese Form des Krebses erst zu spät entdeckt wird und sich bereits Metastasen gebildet haben. Im kleinen San Anselmo in Kalifornien, nördlich von San Francisco, hat sich die Pine Street Stiftung der Aufklärung und Früherkennung des Krebes verschrieben. Und dafür hat man ein paar empfindliche Nasen angeheuert

Auf die Idee, Hunde als wissenschaftliche Mitarbeiter einzusetzen, kam man über einen Artikel im englischen Medical Journal „Lancet“. Darin wurde eine Frau beschrieben, deren Hund immer wieder ein Bein der Frau anbellte, daran kratzte und auch biss…Immer an der gleichen Stelle. Schliesslich ging die Frau zum Arzt und es stellte sich heraus, dass sie genau dort Hautkrebs hatte.

Die Forscher der Pine Street Klinik dachten sich, wenn Hunde das schon ohne Ausbildung könnten, dann sollte man mal versuchen sie gezielt auf den Geruch von Krebs zu trainieren. Vor drei Jahren gab es die ersten sehr positiven Ergebnisse beim Lungen- und Brustkrebs. Nun wendet man sich dem Eierstockkrebs zu. Bis zum Ende des Jahres werden noch Frauen in das Projekt aufgenommen, die einfach nur in einen Behälter mit Fasern ausatmen müssen. Man geht davon aus, dass diese Fasern den Geruch des Krebses auffangen. Anschliessend werden die Hunde darauf trainiert.

Wer das nun einfach so als Blödsinn oder Humbug abtut, der sollte bedenken, dass der Geruchssinn von Hunden phänomenal ist. Sie werden in der Drogen- und Bombensuche eingesetzt, sind im Einsatz um Verschüttete zu finden und können sogar von einem Boot aus Ertrunkene am Grund eines Sees erschnüffeln. Warum also nicht auch Krebs?

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