Präsident auf Facebook

Am Mittwoch wird Präsident Barack Obama die Headquarters von Facebook in Palo Alto besuchen. Dort soll es ein „Town Hall Meeting“ geben, bei dem Obama über die Haushaltskrise und -misere sprechen wird. Man kann gespannt sein, was er so erzählen wird, wie seine Pläne zur Lösung der Schuldenkrise aussehen.

Als USA Korrespondent der Nürnberger Zeitung wurde ich vom State Department zu dieser Veranstaltung eingeladen. Nach einer Registrierung mit dem Weißen Haus und einem Security Check im Vorfeld, muß man Stunden vor der eigentlichen Veranstaltung vor Ort sein. Die Sicherheitsvorkehrungen des „Secret Service“ sind mehr als hoch. Ich werde versuchen, die Veranstaltung für die Leser/Hörer des NZ-Blogs aufzuzeichen. Mehr am morgigen Abend an dieser Stelle.

Legaler Kreditkartenschwindel

KreditkartenIn den USA zahlt man eigentlich immer und überall mit der Plastikkarte. Beim Tanken, im Supermarkt, im Restaurant. Dann bekommt man am Monatsende seine Rechnung und zahlt, zahlt nicht oder eben den Mindestsatz von ein paar Dollar. Letzteres hat allerdings zur Folge, dass man einen ziemlichen Schuldenberg anhäuft und das auf ganz legale und auch gewollte Weise.

Die Kreditkartenunternehmen finden das natürlich in Ordnung, denn mit den Zinsen und Zinseszinsen verdienen sie richtig, richtig gut. Nun allerdings, im Zuge der Wirtschaftskrise und der neuen Regierung in Washington, sollen ein paar Änderungen für Kreditkartennutzer und -anbieter kommen, die die Verbraucher schützen sollen. Die Unternehmen wollen deshalb noch schnell einiges vorab ändern, um auch weiterhin den dicken Reibach machen zu können. Eine Änderung, die bereits von etlichen Banken vorgeschlagen wurde ist, die Leute mit zusätzlichen Gebühren zu belasten, die ihre Rechnungen voll und ganz am Monatsende begleichen (!). Richtig gelesen, wer in den USA keine Schulden macht, soll also in Zukunft noch eine drüber gebraten bekommen. Man bekämpft also die amerikanische Schuldenkrankheit mit einer weiteren Infektion. Auch ein Weg…

Amerika und Nord-Korea

Auf der Suche nach nordkoreanischen Nachrichtensendungen zum Clinton Besuch stiess ich auf eine prächtige Seite: Die offizielle Webseite der Volksrepublik (DPRK). Na, da jubeln die Altkommunisten und Stalinisten, die Freunde der „Achse-des-Bösen“ und Anti-Amerikaner. Denn hier präsentieren sich die Steinzeitideologen um den „Dear Leader“, den kleinen Mann im hellbraunen Kackanzug.

Neben der offiziellen Landesgeschichte, gibt es auch Songs aus Nord-Korea zu hören. Wow, da haut es einem im Land von „American Idol“ voll um. Hit folgt auf Hit, schade nur, dass man die Lieder nicht scratchen darf. Aber dafür würde man wahrscheinlich im Land mit Arbeitslager bestraft werden. Man kann auf der Seite auch Mitglied im Freundeskreis der Volksrepublik werden (Gibt es wirklich Freunde Nord-Koreas?). Allerdings muss sich der Bewerber mit den Zielen der „Korean Friendship Association“ (KFA) einverstanden erklären. Ah, hier ist der Haken an der Mitgliedschaft, die kostenlos ist.

Aber am interessantesten ist der „Shop“ für den Freund des wohl seltsamsten Regimes zwischen hier und dort. Von revolutionären Kaffeetassen bis zum Mousepad mit Propagandabildchen ist alles zu haben. Sogar Golfshirts und Kissen mit nettem Schlachtruf sind zu haben. Und da es sich bei der Firma, die diese Werbematerialien erstellt, um eine amerikanische handelt, kann man also beruhigt auf die real existierende nordkoreanisch-amerikanische Verbundenheit hinweisen. Schön vor allem, dass man problemlos mit seiner Kreditkarte zahlen darf…natürlich nur in harten Dollars und Euros, denn den „Won“ nehmen sie noch nicht einmal im eigenen Propagandaladen an.