AMERICA FIRST….who cares about Africa

Südsudan, Nigeria, Jemen und Somalia. Vier Länder, in denen eine gewaltige Hungerkatastrophe droht. Betroffen wären etwa 20 Millionen Menschen. In drei der Länder sind für den Hunger vor allem Krieg und Terror verantwortlich. Am Horn von Afrika, in Somalia, hier vor allem in der unabhängigen Republik Somaliland und der semi-unabhängigen Republik Puntland, regnete es schon seit zwei Jahren nicht mehr. Die Felder verdorren, Ziegen und selbst Kamele verenden elendlich. Sie finden kaum noch Nahrung und kein Wasser mehr.

„America First“. Während die Welt gebannt nach Washington blickt und jedes Tweet von Präsident Donald Trump ausführlich debattiert, sterben in den drei afrikanischen Ländern und Jemen die Menschen. Der neue Generalsekretär der Vereinten Nationen, António Guterres, hat für diese Länder ganz offiziell eine Hungersnot ausgerufen. Es müsse umgehend gehandelt werden, so Guterres. Bis Ende März brauche die UN für Hilfsprogramme 5,6 Milliarden Dollar. Bislang stehen gerade mal zwei Prozent davon zur Verfügung. Der Leiter des „World Food Programs“, Arif Husain, erklärte: „Wenn man eine Hungersnot ausruft, dann sind schon schlimme Dinge passiert. Menschen sind schon gestorben.“

Bilder, die wir sehen sollten: Foto: Reuters.

Ein „Famine“, eine Hungersnot, wird nicht einfach so erklärt. Drei Fakten müssen zusammen kommen: wenn einer von fünf Haushalten in einer spezifischen Region unter extremer Nahrungsknappheit leidet. Wenn mehr als 30 Prozent der Bevölkerung unter akuter Unterernährung leiden. Wenn mindestens zwei Menschen von 10.000 pro Tag an den Folgen von Unterernährung sterben.

Und die USA unter Präsident Trump äußert sich bislang dazu nicht. Amerika ist der größte Geldgeber der Vereinten Nationen, doch Trump machte im Wahlkampf mehrmals deutlich, dass sich das ändern werde, wenn er ersteinmal im Weißen Haus sitzt. Bei der Übergabe im Außenministerium erklärten denn auch die Trump-Leute, dass nun ein neuer Wind auf der internationalen Bühne wehen wird. Fragen zu Afrika kamen, doch es waren Fragen wie, was bestimmte Einsätze, wie die Anti-Terror Aktionen gegen die Al-Shabaab Milizen in Somalia und die Jagd auf Joseph Kony in Uganda und Kongo mit den USA zu tun hätten. Alle amerikanischen Ausgaben, darunter auch die Finanzierung wichtiger Hilfsprojekte in Afrika, werden ab sofort auf den Prüfstand gestellt. „America First“. Was auch von den Leuten im „State Department“ gefragt wurde, gibt den Ton der Trump-Regierung weltweit vor: „Wie konkurrieren U.S. Unternehmen mit anderen Nationen in Afrika? Verlieren wir gegen die Chinesen?“

Es geht um Business, um Gewinne, um Absatzmärkte. Gelder für Hilfs- und Notprogramme bringen keinem Amerikaner etwas. Wichtig sind Jobs im eigenen Land, damit gewinnt man Wahlen. Verhungernde Menschen in Ländern, die sowieso kein Amerikaner besucht, interessieren da wenig. Sogar Gesundheitskrisen, wie der Ebola Ausbruch in Guinea, Sierra Leone und Liberia, werden unter Trump neu bewertet. Nicht die Frage wurde gestellt, was vor Ort zu tun sei, um so eine Katastrophe mit 10.000 Toten in Zukunft zu verhindern, sondern: „Wie können wir verhindern, dass der nächste Ebolaausbruch nicht die U.S. trifft? „America First“…doch das ist nicht mein Amerika!