Und ein weiterer Dopinskandal

Gibt es eigentlich noch eine Sportart, in der nicht gedopt wird? Die Radfahrer, Leichtathleten, Baseballspieler, Kraftsportler sind bekannt für ihren schnellen Griff zu Pillen und Ampullen. Dass man damit leicht auf den Hund kommen kann, ist bekannt, aber wird kaum beachtet. Langzeitfolgen und -schäden werden von Trainern, Funktionären, Politikern und selbst Athleten leichtfertig übergangen. Wichtig ist der vermeintliche Erfolg, auch wenn der durch einen großen Beschiss zustande kommt. Fair ist das nicht, aber was zählt Fairness schon im heutigen lukrativen Sportzirkus.

Greyhound Rennen sind noch immer beliebt in Florida: Foto: Reuters.

Und nun weitet sich der Skandal sogar noch aus, der „Hundesport“ ist davon betroffen. Es geht um viel Geld und da sind alle Tricks erlaubt. Anfang der 90er Jahre verwetteten die Amerikaner nahezu drei Milliarden Dollar auf die Rennen der „Greyhounds“.  Seitdem jedoch fielen die Einnahmen drastisch, Skandale um Tierquälerei machten die Runde. 40 Bundesstaaten verboten seitdem die Rennen, Anlagen wurden geschlossen. Florida ist heute das Zentrum des Hundesports, wenn es um Windhundrennen geht. Von den derzeit noch bestehenden 19 Rennstrecken in den USA liegen allein 12 im sonnigen Florida.

Doch damit könnte es bald vorbei sein, denn Doping macht die Runde. In den ersten vier Monaten dieses Jahres wurden gleich 12 Hunde mit Kokain im Blut ertappt. Darunter auch einige Champions, die den Besitzern und den Wettenden fette Gewinne einrannten. Es sind keine Einzelfälle mehr, seit 2008 wurden 62 Kokainhunde bei „Greyhound Races“ überführt. Doping ist also weit verbreitet im „Hunderennsport“, egal, was das für Konsequenzen für die Vierbeiner hat und haben wird. Der harte Dollar zählt, wer schert sich schon um das Wohlbefinden der Tiere? Ein bißchen Dope im Blut macht die Beine locker und führt zum (Schein)Sieg. Damit muß Schluss sein, Florida sollte sich dem Verbot von Hunderennen in den USA anschließen.