Eine Henkersmahlzeit mehr

Der 21jährige Dzhokhar Tsarnaev ist für seine Rolle beim Bombenanschlag auf den Boston Marathon vor zwei Jahren mit zum Tode verurteilt worden.

Der 21jährige Dzhokhar Tsarnaev ist für seine Rolle beim Bombenanschlag auf den Boston Marathon vor zwei Jahren zum Tode verurteilt worden.

Dzhokhar Tsarnaev ist zum Tode verurteilt worden. Der Boston Marathon Bomber wird nun in einem Bundesgefängnis auf seine Hinrichtung warten. Seit zehn Jahren schon haben die „Feds“ niemanden von ihrer nun 62 Menschen großen Death Row hingerichtet. Tsarnaev wird also auch eine Weile dort in seiner Zelle sitzen und warten.

Die Anwälte des Bombenattentäters hatten gefordert, ihn mit einer lebenslänglichen Haft ohne Aussicht auf Begnadigung zu bestrafen. Der 21jährige wäre dann in ein Supermax Gefängnis überführt worden, das ein früherer Haftanstaltsleiter im Prozess als „Vorstufe zur Hölle“ und als „Ort ohne Menschlichkeit“ beschrieben hatte. Darauf verwiesen die Anwälte und wollten so die Geschworenen von einer Todesstrafe abbringen. Doch das war anscheinend nicht genug Strafe. Dzhokhar Tsarnaev soll sterben, am besten gleich und noch am nächsten Baum baumeln.

Mit der Urteilsverkündung geht in Boston ein Prozess zu Ende, der hohe Wellen schlug. Denn Boston ist ein äußerst liberale Stadt. Hier ist man gegen die Todesstrafe, zumindest in Umfragen. Der Anschlag auf den Marathon vor zwei Jahren änderte das und teilte die Stadt. Da die Bundesbehörden in diesem Terroranschlag die Anklage übernahmen, war eine Todesstafe überhaupt erst möglich.

Das Ergebnis ist auch ein deutliches Zeichen dafür, dass die USA noch meilenweit von der Abschaffung der „Death Penalty“ entfernt sind. Ein brutales und aufsehenerregendes Verbrechen und schon wird der Ruf nach der Todesstrafe wieder lauter. Auch wenn in zahlreichen Bundesstaaten derzeit nicht hingerichtet wird und die größte „Death Row“ in den USA, die in Kalifornien, mit derzeit mehr als 750 Insassen, wöchentlich anwächst und aus allen Nähten platzt, ein Ende der Todesstrafe in den USA ist nicht in Sicht. Der Prozess in Boston hat das nur noch einmal sehr anschaulich gezeigt.