Die wundersamen Welten der Kunst

Was ist Kunst? Über diese Frage haben sich schon viele den Kopf zerbrochen, und mal ehrlich, jeder von uns fragte sich schon mal „ist das jetzt Kunst?“ Also, mir ging es schon oft so, dass ich vor einem Bild, einem Objekt stand, eine Performance sah, Sounds hörte und mich fragte, was will mir der Künstler damit sagen? Klar, es könnte daran gelegen haben, dass ich ein Kunstbanause bin, keinen blassen Schimmer von der Sprache der Künste und Künstler habe.

Jeffrey, die nigerianische Zwergziege malte dieses Bild für die Auktion. Foto: Oakland Zoo.

Jeffrey, die nigerianische Zwergziege ließ sich nicht lumpen und malte dieses Bild für die Auktion. Foto: Oakland Zoo.

Kunst kann man aber auch ganz anders sehen, wie das nun der Oakland Zoo zeigt. Zum zweiten Mal gibt es eine Kunstauktion mit Bildern der Bewohner des Tierparks. Da hat ein Elefant, eine Schlange, eine Hyäne, ein Sonnenbär, eine Giraffe, ein Lemur, mehrere Erdmännchen, eine nigerianische Zwergziege, ein Chuckwalla, ein Schimpanse, eine Löwin, ein Kakadu, ein Papagei, ein Seeotter, eine Kakerlake und noch so ein paar weitere Zoobewohner den Pinsel geschwungen, sich in Farbe gewälzt oder einfach mal kurz die Pfote eingetaucht.

Herausgekommen sind eine Vielzahl von abstrakten Bildern, die nun auf ebay versteigert werden sollen. 100 Prozent des Erlöses gehen dem Tiergarten in den Hills von Oakland zu. Im vergangenen Jahr fand die Auktion zum ersten Mal statt. Zwölf Bilder von neun Tieren kamen unter den Hammer und erbrachten 10.000 Dollar. In diesem Jahr Jahr haben sich 20 Zoobewohner an dem Projekt beteiligt, zur Auswahl stehen 32 Gemälde. Einige davon und wie sie entstanden sind, findet man hier.

Wie man auf der Webseite des Zoos betont, wurden die Tiere weder gezwungen, noch bedrängt zu malen. Man habe nur mit „positive-reinforcement methods“ gearbeitet, wie man das auch schön in dem folgenden Video sehen kann. Zu jeder Zeit hätten die Tiere den Pinsel fallen lassen können und dürfen.

Eine nette Fundraising Aktion, die vielleicht auch etwas für den Nürnberger Tiergarten wäre.

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Die sinnlose politische Korrektheit

Die "Confederate Flag" wurde vielerorts eingeholt. Foto: AFP

Die „Confederate Flag“ wurde vielerorts eingeholt. Foto: AFP

Die „Confederate Flag“, die vielgepriesene Fahne der Südstaaten, war eines dieser großen Themen in den letzten Wochen. Nach den tödlichen Schüssen von Charleston, sahen sich auf einmal alle dazu berufen, die Fahne abzunehmen, zu verbieten, in den Giftschrank zu sperren. Die Gouverneurin von South Carolina, Nikki Haley, schaffte es sogar, dass die Fahne vom Parlamentsgebäude ihres Bundesstaates eingeholt wurde. Zuvor schaute sie anscheinend nie gen Himmel. Unter dem Protest von so einigen, die meinten, die „Confederate Flag“ stehe für die Geschichte, die Kultur und das Erbe des amerikanischen Südens. Da zog auch nicht das Argument, dass die Fahne erst seit 1961 über dem Kapitol flatterte, damals als deutliches Zeichen gegen die afro-amerikanische Bürgerrechtsbewegung gehisst. Selbst das ist den Musikern von Lynyrd Skynyrd und auch Kid Rock egal, sie wollen weiterhin die Fahne auf ihren Konzerten wehen lassen.

Anders reagierten da ganz plötzlich amazon, WalMart, Sears und auch ebay, die erklärten, fortan dürfe die Fahne nicht mehr verkauft werden. Das war sicherlich keine leichte Entscheidung, denn die Verkäufe von „Confederate Flags“ schoss nach der erneuten Diskussion nach oben. Auf amazon wurden Verkaufszahlen der Fahne um bis zu 2000 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr registriert. Dennoch, die Entscheidung wurde gefällt. Damit solle ein Zeichen gegen Hass gesetzt werden, hieß es von den realen und virtuellen Warenhäusern.

Die Hakenkreuz Geschenkbox ist bei amazon zu kaufen.

Die Hakenkreuz Geschenkbox ist bei amazon zu kaufen.

Etwas seltsam ist die Entscheidung dennoch, denn interessanterweise kann man auf amazon ohne weiteres auch weiterhin Nazi Bücher und Hakenkreuzfahnen erwerben. Neben einem Nachdruck des antisemitischen Kinderbuchs „Der Giftpilz“ aus dem Nürnberger Stürmer Verlag, hier in der modernen Kindle-Version für gerade mal 99 Cent zu haben, gibt es auch eine Blechgeschenkdose mit Reichsadler und Hakenkreuz für $11.99 zu erwerben. Ein Käufer schrieb dazu: „Makes a great conversation piece……especially with your jewish friends.“ HaHaHa…ich lach‘ mich schief. Und das ist nur eines von zahlreichen handlichen Hakenkreuzprodukten bei amazon.

Die ganze Debatte über die „Confederate Flag“ in den USA ist also mehr als falsch. Hier will man deutlich und mit großer Aufmerksamkeit ein Zeichen setzen, dort bleibt auch weiterhin der Giftschrank mit rassistischen, faschistischen und menschenverachtenden Inhalten geöffnet. Das verstehe wer will.

Randnotizen aus der US Politik

Schauen Sie sich bitte in Zukunft bei McDonald’s Ihre Chicken McNuggets genauer an, denn vor Ihnen könnte Ihr nächster Urlaub liegen. Eine Frau in Dakota City, im US Bundesstaat Nebraska, saß beim Schnellimbissexperten und wollte schon alles zu einem Klumpen zusammenschieben und wegschmeißen. Da fiel ihr auf, der eine Chicken McNugget sah ein bißchen so aus wie der abgebildete George Washington auf der 25 Cent Münze. Und was macht man in so einem Fall? Sicherlich nicht wegschmeißen. Man packt den Essensrest ein, geht nach Hause, schaltet den Computer an, loggt sich auf ebay ein und versteigert einen George Washington Chicken McNugget. Am Ende steht dann ein Betrag von 8100 Dollar. Also, wie gesagt, schauen Sie das nächste mal genauer hin.

Ein Abgeordneter der Republikaner ist derzeit in der Bredouille. Roscoe Bartlett wurde vom „American Mustache Institute“, einer Art nationaler Schnorrnwastlclub, angeschrieben, mit der Bitte den „Stace Act„, einer jährlichen Steuererleichterung von 250 Dollar für alle Bartträger, zu unterstützen. Kein Witz, unten gibt es das Video zu diesem Vorhaben. Abgeordneter Bartlett, selbst mit Gesichtsbehaarung, hatte wohl anfangs dem Vorhaben zugestimmt, doch rudert nun zurück. Sein Büro meinte, er habe den Antrag nur gelesen, unterstütze ihn aber öffentlich nicht. Ah ja!

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Ein Unterbezirk der republikanischen Partei in South Carolina hat nun bekannt gegeben, dass in Zukunft alle Kandidaten aus ihren Reihen eine eidesstattliche Erklärung abgeben müssen. Darin verpflichten sich die Kandidaten in ihrer zukünftigen politischen Arbeit weder Steuern zu erhöhen noch untreu zu sein, sich keine Pornographie anzusehen oder etwaigen außerehelichen Sex zu haben. Der 28 Punkte Katalog umfasst viele traditionelle republikanische Forderungen, doch greift auch in die persönlichen Freiheiten jedes einzelnen potentiellen Kandidaten ein. Der Unterbezirk begründet seine Entscheidung damit, dass man von einer Führungsperson durchaus moralische Stärke erwarten kann. Die GOP in South Carolina bezweifelt allerdings, dass so die eidesstattliche Erklärung der Untergruppierung überhaupt rechtens ist.

 

 

Politik auf kalifornisch

Diese Woche gab es mal wieder Vorwahlen in den USA. Und Kalifornien hat dabei erneut Maßstäbe gesetzt. Die frühere ebay Chefin, Meg Whitman, will kalifornische Gouverneurin werden und walzt alles aus dem Weg, was da aus den politischen Löchern guckt.

Meg WhitmanRund 81 Millionen Dollar hat Whitman im Vorwahlkampf verprasst, um sich die Kandidatur ihrer Partei, der Republikaner, zu sichern. Einundachtzigmillionen Dollar! Das ist ein gehöriger Batzen Geld. Interessanter ist noch die Tatsache, dass die 53jährige knapp 71 Millionen Dollar aus ihrem eigenen Vermögen beigesteuert hat. Ja, Meg Whitman wurde durch den Erfolg von ebay zur Milliardärin und kauft sich jetzt quasi das Büro des Gouverneurs.

Nun hat sie die Kandidatur in der Tasche und startet bereits den nächsten Nahkampf. Der Demokrat Jerry Brown ist jetzt an der Reihe. Brown ist ein Politprofi. Er war bereits von 1975 – 1983 Gouverneur von Kalifornien, versuchte mehrmals Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden, war Bürgermeister von Oakland (meiner Meinung nach, hat er dabei einen sehr lausigen Job gemacht) und zuletzt Generalstaatsanwalt des Bundesstaates. Jerry Brown gilt als Intellektueller und wird Meg Whitman frontal und ohne mit der Wimpfer zu zucken angehen. Und die wird mir ihren Dollarmillionen reagieren und versuchen das Wahlvolk mit einer Schmierenkampagne zu bombardieren und zu überzeugen, dass sie die bessere Person auf dem Gouverneursstuhl wäre, um Kalifornien aus dem Finanzdebakel zu führen. Also Fenster auf, Dollarsäcke rausgeschmissen und dabei lauthals schreiend: „Ich kann viel besser mit ihren Steuergeldern umgehen als der olle Jerry, liebe Bürgerinnen und Bürger.“

Die Kalifornienwahl ist auf alle Fälle ein Wahlkampf, den man genauer beobachten sollte, denn hier wird gerade ein Schlachtfeld zurecht gerückt, dass blutiger und schmutziger nicht sein könnte.

Schwarzenegger braucht Cash

arnoldsigningKalifornien ist wirklich tief in den roten Zahlen. Überall wird gespart, gekürzt, gestrichen. Parks werden geschlossen, Suchtprogramme dicht gemacht, Gebühren erhöht, Schulen kurzerhand für ein paar Tage abgesperrt, um so Lehrergehälter einzusparen.

Und nun greift man zum letzten Mittel im Sonnenstaat, einem „Garage Sale“. Das ist eine Art Flohmarkt vor der eigenen Haustür. Und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger haut jetzt alles raus, was zu Cash zu machen ist. Beschlagnahmte und gefunden Dinge und sogar 500 Autos aus dem offiziellen kalifornischen Fuhrpark, einige davon mit Original Autogramm des Gouvernators. Das ganze wird auf ebay und Craigslist vertickt. Wer also in Nürnberg ein paar Dollar übrig hat, sollte sich hier einmal umschauen, allerdings sind die Transportkosten von Kalifornien nach Franken horrend!