¡Adiós! El Niño

Hier deutlich zu sehen, der Temperaturunterschied im Wasser von El Niño und El Niña.

Hier deutlich zu sehen, der Temperaturunterschied im Wasser am Äquator von El Niño und El Niña.

Die kalifornische Erde hat Durst. Richtig Durst nach Regen und Schnee. Doch seit drei Jahren schon passiert in Kalifornien nicht viel in Sachen Niederschlag. Die Reservoirs, Seen, Flüsse, Bäche trocknen aus, der Grundwasserspiegel sinkt. Anfang des Jahres verkündeten die Metereologen, dass ein Ende bald in Sicht sei. Im Mai noch meinten sie, El Niño werde zur Jahreswende richtig Dampf machen und Regen, Regen, Regen bringen. Die Wahrscheinlichkeit für das Wetterphänomen El Niño liege bei 90 Prozent. Die Zeichen standen gut, denn Messungen ergaben, das Wasser im Pazifik erwärmte sich deutlich. Die Energie, die dabei entsteht, bestimmt in der Folgezeit das Weltwetter und wird für feuchte Verhältnisse in Kalifornien verantwortlich gemacht. Zwischen San Diego und Eureka begann man schon zu jubeln.

Doch damit wird es wohl nichts. Ende August lag die Wahrscheinlichkeit für eine gewaltige Regenserie nur noch bei 60 Prozent, und es heißt nun, wenn überhaupt, dann werde El Niño gerade mal ein El Niñchen werden. Bisschen Regen ja, aber eine große Entlastung für die dürstende Land- und Forstwirtschaft, für die Gärten und die Golfplätze im Sonnenstaat werde es wohl nicht geben. Plan B gibt es nicht, also wird weiter gehofft, dass Petrus doch noch ein einsehen hat und zumindest ein paar gewaltige Regenwolken an die Pazifikküste schickt.