Hillary Trump oder Donald Clinton?

Für viele Amerikaner wird die Wahl im November zu einer Unwahl. Hier der lärmende und selbstverliebte Milliardär, der voller schwachsinniger Einzeiler ist, aber keinen Plan hat. Dort eine Kandidatin, die seit Jahrzehnten einen ganzen politischen Leichenkeller angehäuft hat, und die nun wieder einmal der Lüge überführt worden ist. Zwar sollte man, so das FBI, gegen sie strafrechtlich nicht ermitteln, aber das Ergebnis der FBI-Untersuchungen könnte Clinton noch mehr schaden, als eine klare Anklage.

Kann hinter diesem Lächeln eine Lügnerin stecken? Foto: Reuters.

Kann hinter diesem Lächeln eine Lügnerin stecken? Foto: Reuters.

Denn ohne Anklage sieht es so aus, als ob die Obama-Administration den ganzen Email-Skandal verharmlose, Clinton über das Gesetz stellt und einfach zur Tagesordnung übergehen will. Die Republikaner und vor allem die konservativen Medien, wie FOXNews, stürzen sich bereits auf die „lügende“ Kandidatin. Und das wohl zu Recht, wenn man sich die Ausführungen des FBI Direktors James B. Comey am heutigen Dienstag anhört. Clinton habe Sachverhalte falsch dargestellt, untertrieben, nicht alle Mails übermittelt und vor allem, eine Person in ihrer Funktion hätte die Sicherheitsbedenken eines privaten Email Servers richtig einschätzen müssen, vor allem auch, da sie diesen auch im Ausland nutzte. Zwar habe das FBI keine Belege finden können, dass Dritte Zugang zu den teils geheimen Dokumenten hatten. Aber ganz auszuschließen sei das nicht, so Comey.

Kein Wunder also, dass Sean Hannity, Rush Limbaugh und Co eine Verschwörung wittern. Eigentlich, das ist auch klar, wäre ein Tag wie heute, das Ende der Kandidatur für einen Politiker. Clinton, obwohl mit Freispruch, wurde für schuldig befunden. Und doch, sie wird wohl mit diesem politischen Erbe und als FBI-dokumentierte „Lügnerin“ ins Weiße Haus einziehen. Einfach aus dem Grund, weil ihr Kontrahent ein noch größerer Lügenbaron ist. Was er erzählte und erzählt, dann über den Haufen geworfen hat und wirft, mit welchen gewagten Aussagen er Wahlkampf führt, schreckt viele Amerikaner ab. So sehr, dass sie lieber die ungeliebte Lügnerin Clinton im Oval Office sehen wollen, als einen Egomanen Trump als „Commander in Chief“.