Die Iraner und Obamacare

Allah sei Dank. Die Mullahs in Teheran sollten froh sein, dass Obamacare mit Pech und Pannen gestartet ist. Denn klar ist, Amerika hätte auf der internationalen diplomatischen Bühne nie einem Deal mit Iran zugestimmt, wenn der Obama Admininstration in Sachen Gesundheitsreform nicht das Wasser bis zum Hals stehen würde. So zumindest muß man es lesen, wenn man sich heute die Erklärungen mancher Republikaner durchliest. „Erstaunlich, was das Weiße Haus alles macht, um von O-care abzulenken“, twitterte der republikanische Senator John Cornyn. Und der schnauzbärtige John Bolton, ehemaliger UN Botschafter und nie lachender Falke im inneren Machtzirkel der Bush-Administration, redet sogar von einer Gefährdung der nationalen Sicherheit. Er spricht Obama, Kerry und den anderen im Weißen Haus die Fähigkeit ab, überhaupt für die Interessen Amerikas sprechen zu können. Man erinnere sich, Barack Obamas Zweitname ist „Hussein“!!! Das sagt doch alles.

Nun melden sich alle zu Wort. Angehenden Präsidentschaftskandidaten, wie der Republikaner Marco Rubio, der nun sogar für stärkere Sanktionen gegen den Iran plädiert. Der Kongress und der Senat werden handeln, eine neue Front wird gegen Obama eröffnet. Ein schlechter Deal, heißt es. Auch Politiker aus den hinteren Reihen geben ihren Senf dazu. Die Senatorin Kelly Ayotte fragt, ob den Iran nun auch seine Unterstützung für Terroristen aufgebe.

Interessanterweise twittern sie alle, man ist ja hip heutzutage. In 150 Zeichen kann man also genau erklären, warum man gegen einen Deal im Atomstreit mit Iran ist, die nationale Sicherheit und die Sicherheit Israels gefährdet sieht. Das ist die heutige Politik. Man wirft mit Schlagworten und Kurzkommentaren um sich. Das ist die heutige amerikanische Politik, denn mit am Tisch in Genf saßen ja auch noch Russland, China, England, Frankreich und Deutschland. Wenn man die Kommentare der republikanischen Seite zum Abschluß der Verhandlunge liest, dann scheint einem, dass die USA sich von Iran und den fünf anderen über den Tisch ziehen ließen. Teile der amerikanischen Politik machen damit deutlich, dass sie sich nicht als Teil einer internationalen Gemeinschaft sehen. Wohin das noch führen wird…Inschallah…man wird schon sehen.

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Die rote Linie bleicht aus

Giftgaseinsatz und Obamas rote Linie     

Von der roten Linie war die Rede und davon, dass diese nun überschritten sei. Der Giftgaseinsatz in Syrien sollte ein Testfall für den Westen sein. Mal wieder einer. Und wieder versagt der Westen mit einer klaren Haltung. Obama will ein Zeichen setzen, aber er hat weder international noch im eigenen Land die nötige Unterstützung. Von einem UN Mandat ist schon gar nicht mehr die Rede. Was sich da derzeit auf diplomatischer Ebene tut ist ein peinliches Lamentieren. Ja, man muß was machen, ein deutliches Zeichen gegen solche Tyrannen wie Assad setzen, aber nicht mit uns und überhaupt. Von einer internationalen Gemeinschaft kann überhaupt nicht die Rede sein, eher von einem internationalen Orgelkonzert. Es tönt, aber ziemlich hohl.

Nun hat auch Obama einen Rückzieher gemacht. Zumindest einen Schritt zurück. Er will jetzt erst einmal im Kongress die Zustimmung für einen Militärschlag einholen. Man sollte jetzt nichts überstürzen, so eine Entscheidung muß von allen mitgetragen werden. Obama hat schlichtweg die Hosen voll, denn er sieht, er steht allein auf weiter Flur. Telefonate mit Regierungschefs in Europa und in der arabischen Welt haben nicht das eingebracht, was sich der Präsident erhoffte. Und auch daheim fehlt ihm der Rückhalt für etwas, was einen Flächenbrand auslösen könnte und nicht mal sicherstellen würde, dass es zu keinem weiteren Giftgaseinsatz kommen wird. Ob der Schachzug, den Kongress einzuschalten, sinnvoll war, wird sich herausstellen müssen. Für Obama könnte es allerdings der Anfang vom Ende sein….egal, was dabei herauskommt.

Dazu ein aktueller Audiobeitrag

Schwergewichtig ins Ziel

181 Kilogramm bringt Kelly Gneiting auf die Waage. Der Mann ist dick, ein richtiger Koloss. Doch all das Gewicht hält ihn nicht zurück Sport zu treiben. Er ist ein bekannter Sumo Ringer in den USA. Aber irgendwie wollte er einen neuen Kick und sich und anderen beweisen, dass man auch als Dicker einiges leisten und beweglich sein kann.

Und das hat Kelly Gneiting nun gemacht. Er beendete seinen zweiten Marathon. Nicht gerade in der Wettkampfbestzeit, aber für ihn mehr als akzeptabel: 9 Stunden, 48 Minuten und 52 Sekunden brauchte er für die Strecke des Los Angeles Marathons. Damit unterbot er seine eigene persönliche Bestmarke um zwei Stunden. Und Gneiting setzte auch noch einen Weltrekord obendrauf, als schwerster Mensch, der je einen Marathon beendet hat. Der bislang gewichtigste Läufer lag bei 125 Kilogramm.

Der Lauf war nicht so einfach für ihn, teils joggte er, teils spazierte er die Strecke entlang, aber er sagte sich die ganze Zeit; „auch wenn ich über die Ziellinie kriechen muß, ich schaffe das.“ Am Ende der 42,195 Kilometer war Kelly Gneiting schon wieder zum Spaßen aufgelegt. „Ich möchte mal den Kenianer sehen, wie der zwei Stunden über seiner Bestzeit liegt“. Die nächste Herausforderung wartet auch schon auf ihn. Er will den Ärmelkanal durchschwimmen.

Reisewarnung ist für die Tonne

Die amerikanische Regierung warnt ihre Bürger, ganz besonders vorsichtig auf Reisen in Europa zu sein. Doch irgendwie fragt man sich sogar hier drüben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, was das nun wieder soll. Wie kann man auf Reisen nach London, Paris oder Berlin öffentliche Plätze meiden und „vigilant“, wachsam sein? Und was heißt das eigentlich, wachsam zu sein? Soll man besonders diejenigen in Trenchcoats beachten, die eventuell eine Bombe am Bauch drunter haben, oder auf jene mit langen Bärten und Kopftüchern achten, denn so sieht doch ein Terrorist aus, oder?

037  Brandenburger TorIrgendwie scheint mir, kommen solche Warnungen immer besonders gerne vor amerikanischen Wahlen, damit die jeweilige Regierung verdeutlichen kann, sie ist dran an den Terroristen, haben ein Riesenohr für die Pläne der bösen Buben. Und dann wird eben sowas veröffentlicht, man solle mal aufpassen, heißt es dann mit erhobenem Zeigefinger, wenn man denn in Berlin am Brandenburger Tor oder vor dem Reichstag steht. Solche Reisewarnungen sind echt für die Tonne gemacht. Das Auswärtige Amt in Berlin hat auch noch nie Reisewarnungen für die USA rausgegeben, zumindest nicht für die normalen Touristenziele. Aber vielleicht wäre das mal interessant, Reisewarnung für den Times Square in New York City, für die Mall in Washington DC, für die Golden Gate Bridge in San Francisco, für den Walk of Fame in Hollywood. Wie sagt man so schön in Franken: Obacht gem, länger lem.

Fußballmania in den USA

So langsam kommt man auch in den USA auf den Geschmack. Die Weltmeisterschaft in Südafrika ist die fünfte WM, die ich aus den USA miterlebe und seit 1994 hat sich wahrlich viel verändert. Das größte Sportereignis der Welt wird auch hier registriert, und nicht nur das, alle Spiele werden im Fernsehen übertragen. Die Kommentatoren kennen diesmal auch die Regeln, Zusammenhänge, Spieler und Hintergründe und vergleichen nicht mehr alles mit American Football. In den Läden und Restaurants kann man Leuten zuhören, die über die Spiele des Tages diskutieren. In Cafes, Bars und auch an öffentlichen Plätzen treffen sich „Soccer“ Fans zum gemeinsamen Schauen. In der Stadt sieht man die verschiedensten Trikots. Amerika „gets it finally“.World Cup

Zum Teil werden die Spiele ja morgens live um halb fünf übertragen. Doch auch schon da sind etliche Bars gut besucht. Ein Bierchen zum Frühstück, um das eigene Team in stimmungsvoller Umgebung zu bejubeln. Der „World Cup“ macht Fussball hier noch bekannter, helfen wird es der MLS, der Major League Soccer, wenig, denn die ist ein totaler Krampf. Die Spiele der MLS laufen ja sogar zur Zeit parallel zu den Ereignissen in Südafrika…was ist das denn?

Doch alle Fernseh- und Radiostationen, die Tageszeitungen und Online News Dienste berichten ausführlich von dem, was sich am Kap der Guten Hoffnung so tut.

Lecker – frisches Robbenherz

Die Europäische Union hat ein Problem mit der Robbenjagd. Und kanadische Indianerstämme und Regierungsoffizielle verstehen das überhaupt nicht. Denn Robbenjagd sei etwas wichtiges und kulturell gewachsenes in den entlegenen Regionen. Und es fördere die lokale Wirtschaft. Nun hat die EU zwar erklärt, dass das, was die Indianer da machen, akzeptiert wird, aber gleichzeitig auch festgelegt, dass keine Robbenprodukte in Länder der Europäischen Union exportiert werden dürfen.

Und das stösst der Ober-Gouverneurin Kanadas, Michaelle Jean, ziemlich auf. Der Job, den sie inne hat ist eigentlich mehr so eine Art Blödelamt. Jean ist die Stellvertreterin Queen Elizabeths in Kanada. Da nun aber Kanada ein freies, unabhängiges und selbstregiertes Land ist, und das auch schon seit einiger Zeit, wankt Michaelle Jean mehr von Fest zu Fest und winkt mal nett in die Menge und die Kameras. „Hellllooooo, greetings from the Queen“…so ungefähr muss man sich das vorstellen…

Doch zurück zum Aufstossen…die Ober-Gouverneurin findet also die EU gar nicht gut. Denn Robbenjagd sei ja etwas urkanadisches und gehöre einfach zum Leben im hohen Norden dazu, wie Lebertran und Schlittenhunde. Um das zu zeigen, reiste sie nun nach Rankin Inlet in der Provinz Nunavut und nahm da an einer Gemeindeveranstaltung der Inuit teil. Natürlich lagen da auch ein paar frisch geschlachtete Robben rum, denn wie bereits erwähnt, ist das ja urkanadisch. Michaelle Jean schnappte sich ein Messer, kniete sich über die Robbenleiber und fragte, „Kann ich das Herz probieren?“. Und schnipp-schnapp schnitt sie sich ein Stückchen roh-blutendes Herz aus der Robbe und kaute es kräftig durch (siehe Bild)….“Wie Sushi, sehr reich an Proteinen“, erklärte sie den Umstehenden. Das war das mit dem Aufstossen. Mahlzeit!

Ach ja, darauf angesprochen meinte ein Sprecher der EU: „Kein Kommentar, das ist zu bizarr, um überhaupt beachtet zu werden“.