Der Weg ist das Ziel…oder so

Ich fliege ja öfters nach Deutschland. 10-11 Stunden in der immer enger werdenden Economy Class in überfüllten Flugzeugen ist kein Spass. Und billig ist das auch schon lange nicht mehr. Irgendwie scheint es nun immer Hochsaison zu sein, zumindest dann, wenn ich fliege und nicht schon ein Jahr vor meinem geplanten Abflug gebucht habe.

Von daher war ich offen für die Werbung eines Online Reisebüros, das mir Angebote an Business Class Flügen „on sale“ zuschicken wollten. Warum nicht, dachte ich mir, vielleicht klappt das ja mal. Aber was ich da nun angeboten bekommen habe, fällt wohl mehr unter den philosophischen Gedanken der Weg ist das Ziel. Anders ausgedrückt, Hauptsache man fliegt Business Klasse, ankommen ist da nebensächlich. Nur so kann ich folgendes und wahrlich ernstgemeintes Angebot lesen:

Für 2459 Dollar würde ich mit United von San Francisco nach Newark fliegen. Von Newark müsste ich zum John F. Kennedy Airport nach New York City kommen, denn von dort geht es nach sechs Stunden mit Kuwait Airways weiter Richtung Kuwait City. Dort angekommen hätte ich sechs Stunden Aufenthalt, bevor es dann mit Etihad nach Abu Dhabi weitergehen würde, wo ich dann in einen Lufthansa Flieger nach München einsteigen dürfte, um zwei Tage nach dem Abflug endlich deutschen Boden betreten zu dürfen.

Auch der Rückflug nach San Francisco wäre nicht ohne. Abflug München, zuerst ginge es mit Egypt Air nach Kairo. Von dort mit Kuwait Airways nach Kuwait City. Sechs Stunden warten, dann mit einem Kuwait Airways Flieger aus dem Emirat Richtung New York City. Knappe 12 (!) Stunden später würde dann der letzte Flug, diesmal mit Jet Blue, von JFK nach SFO angetreten. Alles Business Class wohlgemerkt.

Der nette Mann im Reisebüro rief mich schließlich an, da ich mich auf sein unglaubliches Angebot per Mail nicht meldete und fragte, ob ich sein „offer“ erhalten habe. Ich konnte ihm nur sagen, dass ich das habe, aber wir wohl nicht zusammen kommen werden. „Thank you for the offer, but please take me off your list. Goodbye.“

Der Luftkrieg hat begonnen

Schon seit Jahren beschweren sich die amerikanischen Airlines über die staatlich geförderte Konkurrenz aus Übersee. Erst waren die Europäer die Bösen, nun sind es die Golf-Airlines. Die haben Dubai, Abu Dhabi und Doha zu internationalen Drehscheiben des Flugverkehrs gemacht. Emirates, Qatar und Etihad haben mit öffentlichen Geldern ihrer Regierungen den großen internationalen Fluglinien den Krieg erklärt. Und gerade diese Förderung stößt den Amerikanern auf.

Nun sollen die USA und die amerikanischen Airlines dran sein. So zumindest sieht es aus, wenn man sich die jüngste Video Produktion aus dem Hause Delta ansieht, eine Dokumentation für Mitarbeiter über die Geschäftspolitik der Golf-Airlines. Delta bläst darin ins Horn von Präsident Donald Trump, der „America First“ predigt. Die Fluggesellschaft sieht sich mit der neuen Administration gestärkt, den amerikanischen Flugverkehr besser für US Airlines zu schützen. Der Luftkrieg hat damit begonnen, Donald Trump wird die Worte aus dem Hause Delta nur zu gerne hören.

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