Der Mann in der Wüste brennt bald wieder

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Das „Burning Man“ Festival hat wieder begonnen. Seit letzte Nacht sind die Tore geöffnet, Zehntausende zieht es in die Wüste von Nevada, nordöstlich von Reno. Und gleich am ersten Tag gab es einen „White Out“, einen Sandsturm, der über Stunden anhielt, den feinen Staub auf der Playa aufwirbelte und alles einstaubte. Die Folge war, dass nichts mehr ging auf dem Gelände, das Eingangstor geschlossen werden musste und sich eine Endlosschlange von Burnern bildete.

BMIR – Burning Man Information Radio

Wie in jedem Jahr gibt es eine Webcam (siehe oben), die rund um die Uhr Live-Bilder vom Festival übermittelt. Gerade nachts sehr beeindruckend, was da in dieser einen Woche im Wüstensand vor sich geht. Dazu gibt es Radiostationen nur für diese sieben Tage, die live von der Playa senden. Und das sind Piratensender, die sich nicht an Regeln und Gesetze der Aufsichtsbehörde FCC halten müssen. Sie senden und sprechen über und spielen was sie wollen…das was zu höre ist, ist meist sehr unterhaltsam. Hier ist beispielsweise Burning Man Information Radio, BMIR, das Programm gibt einen guten Eindruck, wie schräg, schrill, schön „Burning Man“ sein kann. Ein 24 Stunden Informations- und Unterhaltungsprogramm für Burner vor Ort und weltweit vom Rande der Playa.

 

König Ludwig am Golden Gate

Berlin & Beyond 2014     

Schon zum 18. mal fand in der vergangenen Woche das deutschsprachige Filmfestival „Berlin & Beyond“ in San Francisco statt. 23 Filme und etliche Kurzfilme „made in Germany, Austria and Switzerland“ wurden gezeigt. Zum ersten mal teilte man das Festival. Die großen Filme und Zuschauermagneten, wie der deutsche Beitrag für die Oscars „Zwei Leben“ oder der letzte Film von Regisseur Peter Sehr, „Ludwig II“, zeigte man im riesigen Castro Theatre, einem alten Kinosaal aus den ruhmreichen 1920er Jahren. Weit über 1000 Zuschauer kamen jeweils allein zu diesen Filmen.

Am heutigen Dienstag wird im Goethe-Institut in der Bush Street das diesjährige Festival mit „Unter Menschen“ und „Schuld sind immer die anderen“ seinen Schluß finden. „Berlin & Beyond“ hat sich über die Jahre in die Top Ten der Filmfestivals in San Francisco vorgearbeitet. Das ist ein Erfolg, denn die Streifen werden alle mit Untertiteln gezeigt und die nordkalifornische Metropole ist eine Film, ja, eine Filmfestival statt. Rund 10.000 Tickets werden jedes Jahr für die Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz verkauft. Die Zuschauer sind begeistert, auf diesem Weg etwas mehr über Deutschland, Österreich, die Schweiz, die deutsche Sprache und die Kultur aus Übersee zu erfahren.

Dazu der aktuelle Audiobeitrag, siehe oben.

Der Klang von Burning Man

Audiobeitrag zum Burning Man Festival 2013     

Über die USA wird in diesen Tagen viel berichtet. Und das sind nicht immer die besten Nachrichten. Abhörskandal und drohende militärische Einsätze, riesige Waldbrände und Wirtschaftskrisen….bei all den News bleibt kaum Platz mal über etwas anderes aus dem Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu berichten. Doch in dem obigen Audiobeitrag geht es um ein ganz außergewöhnliches, ja, einmaliges Ereignis, das jährliche „Burning Man“ Festival, das in der vergangenen Woche erneut in der Wüste von Nevada stattgefunden hat. Ich war dort, hier sind meine Eindrücke.

 

In der Wüste brennt ein Mann

Heute Nacht geht es los. In aller Herrgottsfrühe aufstehen und dann über Reno in die Wüste von Nevada fahren. Seit Montag schon treffen sich dort in der „Black Rock Desert“ die „Burner“.

Jedes Jahr in der Woche vor dem „Labor Day“ wird hier das Burning Man Festival gefeiert, erlebt, durchlebt, zelebriert. Es ist wie eine Mischung aus Mad Max meets Love Parade. Schräg, schrill, einzigartig. Es geht um Kunst und Kultur, um Gemeinschaft und Sein.

Alles ist möglich. Alles kann sein. Man ist erstaunt und fasziniert, begeistert und nachdenklich. Man erlebt Grenzen und überschreitet diese auch. Kunst ist ein dehnbarer Begriff, der hier in der Wüste ganz neu definiert wird. Und auch die Menschen, die für eine Woche „Black Rock City“ erschaffen, sind ein besonderer Schlag Mensch. Ich bin gespannt, was mich dieses mal erwarten wird. Auch wenn ich dienstlich dort hin muß, manche „Jobs“ sind gar nicht so schlecht.

Wenn ich eine Internetverbindung irgendwo da draußen finde, werde ich mich reinmelden. Ein kleines Lebenszeichen aus der Wüste von Nevada nach Nürnberg.

Woodstock…yeah!

Burk Uzzle ist Photograph und er schoss vor 40 eines der bekanntesten Photos auf dem legendären Woodstock Festival. Jeder kennt das Bild, denn es ist auf dem Cover des Woodstock-Albums. Ein Paar, eigemummelt in eine Steppdecke. Sie stehen an einem leichten Hang, hinter ihnen liegen noch andere Konzertbesucher herum, der Boden etwas matschig, Abfall zwischen den Liegenden.

Das Photo ist derzeit in einer aktuellen Ausstellung über die Arbeit von Burk Uzzle zu sehen. Und wie die New York Daily News herausfand ist das Paar, nun in den Sechzigern, noch immer zusammen. Die beiden erinnern sich noch gut an das Konzert und auch an den Moment, wie sie bei Freunden die Platte anhörten und darauf stiessen, dass sie auf dem Cover des Albums waren. Bobbi Ercoline fand die ganze Sache eigentlich gar nicht so besonders, nur, sie musste danach ihrer Mutter gestehen, dass sie doch auf dem Woodstock Festival war, was diese gar nicht wusste.