Das eingeäscherte Shangri-La

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Das Video ging um die Welt, ein unbekannter Mann versucht einen Hasen vor den Flammen des „Thomas Fire“ zu retten. Er schafft es und bringt den „Bunny“ in Sicherheit. Das „Thomas Fire“ ist nur eines von mehreren Feuern, das derzeit durch den Süden Kaliforniens wütet, aber es ist das größte und das am schwersten unter Kontrolle zu bringende. Der Grund, die betroffenen Kommunen Ojai, Santa Paula, Casitas Springs, Meiners Oaks, Ventura liegen am Rande des riesen „Los Padres National Forest“, ein wilder und geschützter Staatswald.

Das Ausmaß des „Thomas Fire“, Ojai wurde fast komplett von den Flammen eingeschlossen.

Ojai wird als Shangri-La beschrieben, als ein spiritueller Tal, umrandet von Bergketten. Abend für Abend gibt es den „Pink Moment“, wenn die Sonne sich senkt und die Berge rosa erstrahlen. Es ist ein friedlicher Ort, der nun mit Asche überzogen ist. Die Menschen, die noch geblieben sind, versuchen das zu retten, was zu retten ist, helfen und unterstützen sich gegenseitig. Viele Tiere wurden zurück gelassen, als die Besitzer überhastet vor der Feuerwalze fliehen mussten: Hunde, Katzen, Ziegen, Schafe, Pferde, Esel, Vögel. Haustiere gerieten in Panik, rissen aus und versteckten sich, Pferdekoppeln, Ställe und Gitter wurden einfach geöffnet, damit die Tiere sich selbst vor den Flammen retten konnten.

Mike wartet mit Verbrennungen auf seine Behandlung.

Doch schon schnell begannen die Zurückgebliebenen im Tal mit  den Rettungsaktionen. So bald es ging durchsuchte man Häuser und Wohngegenden nach den Tieren, über Twitter wurden Informationen ausgetauscht, wo Haustiere zurück gelassen wurden und Hilfe brauchen. Mike ist einer der Hunde, der aufgeschnappt und mit Verbrennungen ins Tierheim gebracht wurde. Seine Familie hatte ihr Haus verloren und war mit sechs Kindern, zwei Hunden und mehreren „Puppies“ in einem Hotel in Ventura untergekommen.

Pferde wurden eingefangen und an sichere Orte gebracht. Das Tierheim von Ojai gleicht in diesen Stunden und Tagen einer Arche Noah. Veterinäre aus der gesamten Region reisten an, um die Tiere zu behandeln so gut es unter den Bedingungen geht.

Doch Ojai liegt direkt am „Los Padres National Forest“ und dort leben Rehe, Koyoten, Füchse, Berglöwen, Bären und viele andere wilde Tiere, die vor den Feuern fliehen mussten. Auf Twitter waren immer wieder Berichte zu lesen, wie die Wildtiere ins Tal flüchteten und sich in den Orangenhainen versteckten. Eine Frau tweetete, dass sie das Geheule der Koyoten hörte, die von Flammen eingeschlossen waren. Man versucht zu helfen, wo es geht, auch mit solchen Hinweisen, frisches Wasser für die durchziehenden Tiere bereit zu stellen. Der „Spirit“ von Ojai lebt, doch das Shangri-La Kaliforniens wird lange brauchen, bis es wieder zu diesem einzigartigen und friedlichen Ort wird, der es einst war.

 

 

 

 

 

Was dieses Land großartig macht

Puerto Rico, Florida und Texas wurden hart von Hurricanes getroffen und hier in Kalifornien lodern Dutzende von Bränden. Nur etwa 80 Kilometer von mir entfernt wälzen sich die Flammen durch das Wine Country von Sonoma und Napa. Der Rauch hat sich wie eine Nebeldecke über die Bay Area gelegt. Ich spreche mit Freunden und Bekannten in Sonoma, bekomme aus der Nähe mit, was passiert und bin dennoch auch beeindruckt von allem. weiter lesen

Trump und sein Weltrekord

Donald Trump scheint sehr beliebt zu sein, wenn man sich nur die Zahlen ansieht. Auf Facebook folgen ihm über 24 Millionen Menschen, auf seiner Lieblingsplattform Twitter sind es sogar weit über 40 Millionen „Followers“. Das ist Weltrekord, niemand sonst hat so eine große „Fangemeinde“. Vielleicht retweetet nun Donald Trump alleine durch diese Wortpaarung meinen Beitrag: Donald Trump – Weltrekord! weiter lesen

Ein Erlanger ist unter den Toten in Oakland

36 Menschen starben bei dem verheerenden Feuer in einem umgewandelten Lagerhaus in Oakland. Einer der Verstorbenen ist ein Franke. Wolfgang Renner aus Erlangen ist mit 61 Jahren das älteste Opfer, das bei dem Brand ums Leben kam.

Das Gebäude 1305 31st Avenue, bekannt als "Ghostship" brannte völlig aus. Foto: AFP.

Das Gebäude 1305 31st Avenue, bekannt als „Ghostship“ brannte völlig aus. Foto: AFP.

Am Freitagabend fand in dem Gebäude 1305 31st Avenue, bekannt als „Ghostship“, eine Rave-Party statt. Aus bislang noch ungeklärten Gründen brach das Feuer gegen 23:30 Uhr aus, ein Großteil der Besucher im ersten Stock hatte keine Chance sich zu retten. Das Feuer brach im Erdgeschoss aus, als der dicke Qualm in das obere Stockwerk drang, war es zu spät. Die selbstgebaute Treppe aus Holzpaletten und Sofas stand zu diesem Zeitpunkt wohl schon in Flammen, einen Notausgang, Rauchmelder und Sprinkleranlagen gab es in der Lagerhalle nicht.

Wolfgang Renner lebte schon seit Jahren in Oakland. Freunde und Bekannte beschrieben ihn auf der facebook Gedenkseite für die Opfer der Katastrophe als „warmherzig, offen, charmant, intelligent, etwas verrückt“ und als einen „freien Geist“. Er soll laute Musik, Ausdruckstanz und schräge Klänge geliebt haben. Der 61jährige sei wie viele auf der Party selbst Musiker gewesen. Mit Aushilfsjobs hielt er sich über Wasser, um so seine elektronischen Musik zu finanzieren und zu verbreiten. Hin und wieder komponierte er Musik für Laienschauspielgruppen in der Bay Area. Mit ihm starb seine Lebensgefährtin Michelle Sylvan.

 

Wie konnte es zur Katastrophe kommen?

Das ist die Frage, die derzeit viele in Oakland beschäftigt. Wie konnte es zu dem katastrophalen Feuer in dem Gebäude 1305 31st Avenue kommen, mit wahrscheinlich Dutzenden von Toten? Es war keine Lagerhalle mehr, seit Jahren schon lebten und arbeiteten dort Künstler. Unter der Webadresse Ghostship kann man sich einen Eindruck machen. 1305 31st Avenue wurde zu einem beliebten Underground-Partytreffpunkt. Am Freitag fand dort mal wieder eine Party statt, die allmonatliche „OBSCURa MaCHINa“, im ersten Stock des Gebäudes.

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Gegen 23:30 brach am Freitagabend das Feuer aus. Der herbeigerufenen Feuerwehr bot sich ein Bild des Schreckens. Der untere Bereich war total mit Möbeln, Inventar, Musikinstrumente, Kunstobjekten zugestellt. Ein Sprecher des „Oakland Fire Departments“ sprach von „einem Labyrinth“, seine „Fire Fighters“ hätten das Gebäude nicht betreten können, alles stand in Flammen.

Das "Geisterschiff" vor dem Brand. Ein riesiges Kunstobjekt für sich. Foto: oaklandghostship.com

Das „Geisterschiff“ vor dem Brand. Ein riesiges Kunstobjekt für sich. Foto: oaklandghostship.com

Ein weiteres Problem war, dass nur eine selbstgebaute Treppe aus Paletten und Sofas in die obere Etage führte. Der Rück- und Fluchtweg für die Partygäste war in den Flammen schnell versperrt. Das „Ghostship“, wie sich dieser Künstlerraum nannte, verbrannte im Feuermeer.

Schon lange war bekannt, dass das Haus nicht so genutzt wurde, wie es die Auflagen vorgaben. Immer wieder wurde Behördenvertretern der Zugang zu 1305 31st Avenue verweigert. Nun geht die Suche nach Schuldigen los. Bürgermeisterin Libby Schaaf kündigte an, genau herausfinden zu wollen, was genau vorgefallen ist und wo die Fehler im System lagen und liegen. Unterdessen wird versucht den Opfern und ihren Angehörigen zu helfen. Eine großangelegte Spendenaktion hat begonnen. Auch das MLB Team der Oakland Athletics und das NBA Team der Golden State Warriors beteiligen sich an der Aktion.

Das Feuer in dem Künstlerkollektiv, in dem wohl mehrere Personen lebten, hat jedoch auch eine erneute Debatte über bezahlbaren Wohnraum in der Stadt und der Region entfacht. Oakland ist zu einem der teuersten Wohnmärkte im ganzen Land geworden. Künstler und Kulturschaffende zogen schon vor Jahren aus San Francisco über die Bay, hatten hier lange Zeit die Möglichkeiten billig zu wohnen, sich zu entfalten. Die vielen leerstehenden Industriebauten und Fabriken machten es möglich. Doch das ist längst vorbei. High Tech Firmen, wie google und facebook, kaufen ganze Straßenblöcke in „low income Communities“ in Oakland auf, um dort die Häuser zu sanieren und an ihre Mitarbeiter weiter zu geben. Oakland erlebt nun ein brutales Erwachen. Das Feuer vom Freitag ist eines der katastrophalsten in der Geschichte der Stadt.

 

Es wird brenzlig in Oakland

Kein Platz für Raucher und Kiffer.

Kein Platz für Raucher und Kiffer.

Es fehlt nur noch die Lunte. Derzeit blasen wieder die Santa Ana Winde über Kalifornien. Der September und Oktober sind gerade hier in der San Francisco Bay Area die heißesten Monate im Jahr. Warme Luftströme aus dem Landesinneren, die wie ein Fön wirken. Da schwitzt man schon, wenn man noch nicht einmal einen Schritt gemacht hat. Kein gutes Wetter für meine stets gut sitzende Frisur, da hilft selbt das Dreiwettertaft nicht.

Dazu kommt, dass die Wälder wieder ausgetrocknet sind, das Unterholz dicht und dröge. Zwar hat es im Norden des Bundesstaates im letzten Winter heftigst geregnet, die Reservoirs und Seen waren gut gefüllt, doch der Regen traf nur Nordkalifornien. Im Süden herrscht gähnende Leere in den Reservoirs und hinter den Staudämmen. Wasserknappheit wird zur Normalität in Südkalifornien.

Es fehlt also nicht viel, um eine weitere Katastrophe zu entfachen. In den Wäldern gleich hinter meinem Haus herrscht deshalb striktes Rauchverbot. Die Feuergefahr ist einfach zu groß, eine weggeworfene Kippe, dazu die Santa Ana Winde, und das war’s für viele Anwohner. In den Sommermonaten fressen sich zwar Schaf- und Ziegenherden durch das Unterholz und das hochgewachsene Trockengras, doch das ist bloß eine kurze Schneise am Beginn des „East Bay Regional Parks“. Betroffen wären auch die gewaltigen Redwood Bäume, die hier gleich in der Nachbarschaft wachsen. Die Feuergefahr nimmt man in den East Bay Hills von Oakland und Berkeley sehr ernst. Genau vor 25 Jahren brannte das sogenannte „Tunnel Fire“ über dem Caldecott Tunnel, der die beiden Städte voneinander trennt. Am Ende waren 2900 Häuser zerstört, 25 Menschen starben, ein Schaden von über einer Milliarde Dollar war entstanden.

Die ham‘ doch an Badscha!

Ok, ich sollte nicht auf Fränkisch daherkommen, auch wenn ich da geboren wurde. Aber anders als „Ham die an Badscha“ kann man das nicht ausdrücken, was derzeit wie eine Welle über die USA schwappt. Es nennt sich „Fire Challenge“, junge Leute filmen sich dabei, wie sie mit Feuer spielen. Alkohol anzünden, ein Feuerzeug vor eine Spraydose halten und dann ganz erstaunt tun, dass da echt eine Stichflamme entsteht.

fire2Ganz Bekloppte zünden sich sogar selbst an, nachdem sie sich mit einer brennbaren Flüssigkeit eingerieben haben. Ja, wie blöd muß man denn sein? Von San Diego bis nach New England warnen mittlerweile „Experten“ (dafür muß ich kein Experte sein), Feuerwehrleute, Polizei, Fernsehsender und Tageszeitungen vor dieser „Challenge“. Wer sich einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf schüttet soll das tun, na ja, wem es gefällt. fire3Wer sich die ersten Spuren des Brusthaars anzündet, der hat sie nicht mehr alle. Das ist keine Herausforderung, das ist schlichtweg bescheuert.

Man muß nur in den sozialen Medien #Firechallenge eingeben und schon kann man Unmengen an Videos und Bildern sehen, Berichte lesen und hören, wie Jugendliche mit Flammen spielen. Doch leider landen viele von ihnen nach so einer „Challenge“ mit ernsthaften Verbrennungen in der Klinik, so auch der hier abgebildete junge Mann, der Verbrennungen dritten Grades im Genitalbereich erlitt. Vielleicht bin ich zu alt, vielleicht aus einer anderen Zeit, aber diese Art Nervenkitzel kann ich nicht verstehen. Feuer- und Pyroshows sind durchaus beeindruckend, aber so was schaue ich mir lieber in einem Rammstein Konzert an. Dann sind da nämlich Profis am Werk, die wissen was sie machen und vor allem, was sie nicht machen sollten.

Kalifornien brennt

Die Feuerwehreinheiten in Kalifornien sind derzeit in höchster Alarmbereitschaft. 23 Brände werden derzeit im Golden State bekämpft. Und das ist erst der Anfang. Auf Kalifornien kommt ein heißer Herbst zu. Nach vier Jahren Dürre sind die Böden und Wälder ausgetrocknet. Massive Brände in teils unzugänglichem Gebiet sind die Folge. Hinzu kommt, dass die Bevölkerung in den letzten Jahren stark angestiegen ist. Immer mehr Menschen ziehen in ländliche, abgelegene Gegenden. Die Gefahr von massiven Bränden mit Evakuierungen und Todesfolgen steigt damit um ein vielfaches.

In Kalifornien blickt man besorgt auf die kommenden Monate, denn noch steht die heiße Zeit im Bundesstaat bevor. Im Frühherbst erwartet man die Santa Ana Winde, die wie ein Fön vom Landesinneren kommend über das Land fegen. Ein kleiner Funke und die Katastrophe ist da.

Die derzeit 23 Brände verheißen nichts gutes. Die Dürre der letzten Jahre hat ein Szenario herauf beschworen, das ganz leicht dramatisch enden könnte. Einige der Flächenbrände, wie das „Rocky Fire“ in Lake County, sind erst zu fünf Prozent unter Kontrolle. Viele Feuerwehreinheiten sind im Einsatz und kommen schon jetzt an ihre Grenzen. Und das Jahr ist noch lange nicht vorbei. Man hofft derzeit auf die nassen Zeiten des El Niño.

Tiefschnee wird zum Fremdwort in Kalifornien

Eigentlich müßten zum ersten April rund 160 Zentimeter Schnee in den Bergen der Sierra Nevada gemessen werden. Das ist normal, so war es schon immer, daran konnte man auch absehen, wie viel Wasser in den kalifornischen Reservoirs landen wird. Doch derzeit ist alles anders. 60-70 Prozent der Messstellen weisen überhaupt keinen Schnee auf. Insgesamt liegt die Schneedichte gerade mal bei ein paar Inches, 6 Prozent von dem, was eigentlich da sein sollte. Also kaum der Rede Wert.

Ein ausgetrockneter See in Kalifornien, ein normales Bild im Sonnenstaat.

Ein ausgetrockneter See in Kalifornien, ein normales Bild im Sonnenstaat.

Nun will Kalifornien Wasser einsparen, denn die Lage wird immer dramatischer. Die Trockenperiode hält an, Seen, Flüsse und Reservoirs sind leer oder fast ausgetrocknet. Und noch liegt ein langes, trockenes Jahr vor uns bis zur nächsten „eigentlichen“ Regenzeit. Schon seit langem wird in Kalifornien vom Wassereinsparen geredet, doch bislang alles mit gut Zureden und auf freiwilliger Basis. Das half nichts, zumindest wurde nicht genug Wasser eingespart, um auch nur ein bisschen Entlastung zu schaffen.

Jetzt greift der kalifornische Gouverneur Jerry Brown durch. 25 Prozent sollen die Städte und Gemeinden einsparen. Öffentliche Grünflächen werden fortan nicht länger bewässert, 4,6 Millionen Quadratmeter öffentliche Rasenflächen sollen durch wasserarme Anpflanzungen ersetzt werden. Golfplätze, Uni-Campuse und Friedhöfe müssen wassersparende Bewässerungsanlagen einbauen. Für eine begrenzte Zeit bekommen die Kalifornier nun eine finanzielle Unterstützung, um in ihren Häusern neue wasserkonservierende Systeme einzubauen. Das alles sind nur ein paar der nun vorgegebenen Maßnahmen, die jedoch zeigen, es wird ernst in Kalifornien.

Ein mir bekannter Manager eines exklusiven Golfclubs in San Francisco meinte, in Kalifornien müsse man sich endlich daran gewöhnen, dass man eben nicht mehr nur auf dem Grün spielt. Es gehe um das Spiel und nicht um den grünen Rasen. Ein Umdenken beginnt, ein langsamer Prozess in einem Bundesstaat, in dem viel Wert auf Show und Schein gelegt wird. Dass etwas passieren muß ist allen klar, nur wie schnell und wie intensiv ist vielen noch nicht bewußt. Die anstehende Feuersaison wird zeigen, dass Kalifornien ein ausgetrockneter Staat ist. Die Frage für viele ist derzeit nicht, ob es zu gewaltigen Bränden aufgrund der Trockenheit kommen wird, sondern nur, wie katastrophal die Brände sein werden.

Es wird heiß in Kalifornien

Das Thermometer steigt. Die Sonne strahlt am blauen kalifornischen Himmel, in der San Francisco Bay Area soll es Mitte der Woche 30 Grad heiß werden. Kalifornienreisende wird es freuen, so stellt man sich den Sonnenstaat am Pazifik vor. Doch wenn man hier lebt, gerade etwas außerhalb der Städte, denkt man bei der Hitze an etwas ganz anderes: Feuergefahr.

Schon jetzt werden doppelt so viele Brände in staatlichen Waldgebieten verbucht, wie im letzten Jahr, berichten die kalifornischen Feuerwehren. Auch in den kalifornischen Nationalparks, die von eigenen „Federal Fire Crews“ betreut werden, liegen die Zahlen deutlich über normal. Die sommerliche Feuersaison hat hier bereits Anfang des Jahres begonnen. Feuerwehren im ganzen Staat bereiten sich auf ein langes Jahr vor.

In ganz Kalifornien sind Feuerwehrleute in den Nachbarschaften unterwegs. Wenn sie mal eine Einsatzpause haben, dann reden sie mit Nachbarn, kontrollieren Gärten und Baumwuchs, leiten Teams an, die in Parks und auf offenen Grün- und Waldflächen das ausgetrocknete Unterholz beseitigen. Wer seinen Garten und sein Grundstück nicht in Ordnung bringt, dem droht eine hohe Geldstrafe.

Der Mangel an Niederschlag in Kalifornien hat die Böden ausgetrocknet. Es herrscht Wassernotstand im Bundesstaat. Viele Seen, Flüsse und Reservoirs sind fast ausgetrocknet oder auf einem absoluten Tiefstand. Die Rede ist von einer Jahrhundertdürre, jedes Jahr wird es schlimmer. Die Schneedecke in den Bergen ist so dünn wie noch nie zuvor. Doch bislang kam der Notstand bei den meisten Bürgern Kaliforniens noch nicht an. Nach wie vor wird mit dem Wasser hausiert, als ob das Trink-, Dusch- und Spülwasser aus dem Pazifik kommt. Und auch im Parlament in Sacramento hat man noch nicht die gesetzliche Bremse gezogen, obwohl seit Jahren klar ist, dass unbequeme Entscheidungen getroffen werden müssen. Stärkere Gesetze, die das Leben der Bürger einschränken, sind unbeliebt. Dann wird vom „Nanny State“ gesprochen, dem Bevormundungsstaat. Was in Deutschland „Freie Fahrt für freie Bürger“ ist, bedeutet in den USA „Keep the government out of my personal life“. Und da fällt eben alles mit drunter, auch, dass man nach dem Pinkeln sechs Liter Wasser beim Abziehen verschwendet. Ein umweltpolitisches Umdenken ist in Amerika noch lange nicht in Sicht.