Man spricht Deutsch

Zum 19. Mal öffnet sich am heutigen Donnerstag der Vorhang im historischen Castro Theatre in San Francisco für das deutschsprachige Filmfestival „Berlin & Beyond“. Spielfilme, Kurzfilme, Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz werden in den kommenden Tagen präsentiert. Und meistens ist der Saal gut gefüllt oder sogar ausverkauft. Das Interesse am internationalen Kino, hier am deutschsprachigen Film, ist groß in San Francisco.

Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim 19. "Berlin & Beyond" Filmfestival in San Francisco.

Filme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz beim 19. „Berlin & Beyond“ Filmfestival in San Francisco.

Die „City by the Bay“ ist eine Filmfestivalstadt. Eigentlich gibt es das ganze Jahr über Angebote. Aus allen Ecken der Welt, zu den verschiedensten Themenschwerpunkten werden Filmfeste organisiert. Da ist es nicht leicht, eine Filmschau mit Streifen aus Übersee zu zeigen, alle mit Untertiteln und dennoch sein Publikum zu finden. Doch „Berlin & Beyond“ hat sich etabliert, ist zu einem frühen Highlight im Festivaljahr der Stadt, ja, der Region geworden.

Waren am Anfang, Mitte der 90er, die „Movies“ aus Deutschland noch eher düster und stimmungsgeladener, sind sie heute lockerer, leichter und weltoffener. Als jemand, der von Anfang an mit dabei war, kann man durchaus die Entwicklung im deutschsprachigen Kino beobachten und erkennen.

„Berlin & Beyond“ erlaubt diesen Blick nach drüben. Für Amerikaner, die zum einen das deutsche Kino schätzen, gerade diese etwas anderen, nicht Hollywood gerechten Filme lieben. Da sind aber auch Besucher, die auf irgendeine Art und Weise einen Bezug zu Deutschland, Österreich und der Schweiz haben und über die Filmwelt in die eigenen Erinnerungen und Erfahrungen eintauchen. Und „Berlin & Beyond“ wurde auch zu einem Treffpunkt der vielen hier lebenden Deutschen, Österreicher und Schweizer. Man merkt das deutlich, wenn im Kino dann gelacht wird, wenn die Untertitel diesen bestimmten und teils eigenartigen deutschen Humor nicht vermitteln können.

In diesem Jahr werden wieder etliche Gäste erwartet, darunter Hannelore Elsner, Doris Dörrie, Pepe Danquart und Ronald Zehrfeld. Sie alle werden begeistert sein vom begeisterten und interessierten Publikum, von den vielen Fragen – teils sehr detailiert, teils sehr schräg – und von einer Stadt, die sich in diesen Tagen in sommerlichen Temperaturen präsentiert.

„Berlin & Beyond“ wird organisiert vom Goethe-Insitut. Es ist ein tiefgehender, teils bewegender, teils humorvoller Blick auf eine irgendwie vertraute Kulturlandschaft, die doch so ganz anders ist. Das Publikum genießt diese Sichtweise, fernab der perfekten Hollywoodmaschine, und kommt jedes auf ein neues ins historische Castro Theatre.

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Kondomloser Umzug mit Sack und Pack

Los Angeles ist nicht mehr das Mekka der Filmindustrie. Der Porno-Filmindustrie, um es genau zu nehmen. Seitdem die Wähler im Bezirk Los Angeles in einer Abstimmung beschlossen haben, dass Porno Darsteller nur noch mit Kondom ihrem Geschäft nachgehen dürfen, zieht ein Studio nach dem anderen aus dem Valley ab. Gab es 2012 noch 480 Anmeldungen für Pornoproduktionen in Los Angeles, waren es 2013 gerade mal noch 31.Die Kondomverpflichtung ließ für die nackte Industrie das Fass zum Überlaufen bringen. Safe Sex ist ja gut und schön, aber irgendwann ist Schluß mit lustig.

Die Gewinne aus den DVD Verkäufe der Porno-Industrie fallen seit Jahren, der kurzzeitige Boom nach dem Hausfrauenhit „Shades of Grey“ ist auch verpufft. Nun versucht man wieder zu sparen, wo es eben geht. Die Behörden in LA verlangen gleich mehrere Hundert Dollar für eine Filmlizenz und darüberhinaus Gesundheitschecks für alle Darsteller. Hinzu kommen erhöhte Mieten für Büroräume, Lagerhäuser und diverse Örtlichkeiten. Ganz zu Schweigen von diesen neuen Kondomauflagen mit heftigen Strafen, bei Zuwiderhandlung. Deshalb schaute man sich im San Fernando Valley nach neuen Möglichkeiten um, und wo hätte man die besser finden können als in „Sin City“, der Sündenmetropole schlechthin. „What happens in Vegas, stays in Vegas“ ist nur eine der vielen Umschreibungen für Las Vegas.

Clark County, der Bezirk, in dem Las Vegas liegt, verlangt nur eine geringfügige Gebühr für Filmproduktionen. Gesundheitstests fallen ganz weg, die Mieten sind sowieso günstiger als woanders und auch das Wetter ist meistens sonnig und schön. Ideale Bedingungen für Filme, die sowieso nicht durch ihre Handlung oder ihre beeindruckenden Landschaftsaufnahmen bestechen. Fast 20 Prozent der LA Porno-Studios und Produktionsstätten hätten bereits den Umzug nach Las Vegas hinter sich gebracht, sagt ein Insider. Weitere werden mit Sicherheit folgen. Die besseren Bedingungen in Las Vegas waren auch Thema auf der diesjährigen Porno Messe, der „Adult Entertainment Expo“, der größten ihrer Art weltweit.

In Las Vegas freut man sich über diesen Trend, denn die Glitzermetropole im Wüstensand leidet unter massiven Finanzproblemen und kann jeden zusätzlichen Dollar gebrauchen. Ans Sexgeschäft ist man hier auch gewöhnt. Also, da scheinen sich zwei gefunden zu haben, die einfach zusammen gehören.