California is burning

Es wird ein heißer Sommer. Schon jetzt ist klar, Kalifornien wird brennen in diesem Jahr. Mehr als 750 Brände wurden bereits in den ersten drei Monaten dieses Jahres gezählt. Im Vergleichsraum 2013 waren es nur 200. Die Böden sind ausgetrocknet, trotz der jüngsten massiven Regenstürme. Die Wasserreservoirs, Flüsse und Seen liegen nach wie vor 50 Prozent unter dem normalen Pegelstand. Das Unterholz ist verdörrt. Die Feuerwehren im ganzen Bundesstaat bereiten sich auf ein hektisches, arbeitsreiches und heißes Jahr vor. Ein Funken kann zu einer Katastrophe werden.

Überall versuchen Feuerwehrdienststellen neue Mitarbeiter anzuheuern, in abgelegenen Gegenden werden Sensoren platziert, um möglichst schnell Brände erkennen zu können. Das Equipment wird gründlichst kontrolliert, um umgehend bereit zu sein. In den Wohngebieten an den Rändern der Metropolen ziehen Feuerwehrleute von Haus zu Haus und verdonnern die Bürger dazu, ihre Gärten und Grundstücke in Ordnung zu bringen. Unterholz muß raus, Sträucher und Bäume geschnitten werden, nichts darf über das Dach hängen, Efeu und andere Rankpflanzen müssen von den Häuserfassaden entfernt werden. Ob all das hilft, wird sich im Laufe des Jahres zeigen. Die jüngsten Regenfälle haben die Hügel rund um San Francisco und nordöstlich von Los Angeles zwar grünen lassen. Doch die Zeichen trügen, Kalifornien wird brennen, das steht fest. Nur wie groß der Schaden sein wird ist noch nicht absehbar.

Der kauende Brandschutz

Ein Blick nach unten und man will seinen Augen nicht trauen. Im Landeanflug auf den Flughafen von San Francisco kann man derzeit eine Herde Ziegen am Rande der Landebahn sehen. Mümmelnd, kauend, fragend durch die Gegend schauend. Das mit den startenden und landenden Flugzeugen habe etwas Zeit gebraucht, aber mittlerweile kümmert es keine Ziege und keinen Bock mehr, was da rumdüst.

„Goats R Us“ heißt das Unternehmen, das die Herde Ziegen hierher gebracht hat. An einen Punkt des Flughafens, der nicht mit Maschinen gemäht werden darf, denn hier brütet eine Schlange und ein Frosch, die beide unter das Artenschutzgesetz fallen. Also, musste ein natürlicher Weg gefunden werden, und kauende Ziegen war genau die Lösung. „Goats R Us“ ist praktisch ein Herdenverleih.

Auch die East-Bay Hills, die Hügel gleich am Rand von Oakland, werden derzeit von Ziegen bevölkert, die sich durch das Unterholz und vertrocknetes Gras fressen. Die steilen und dichtbewachsenen Hänge sind schwierig vom Überwuchs zu befreien, deshalb fressen sich schon seit Jahren Sommer für Sommer die Ziegen durch das vertrocknete Gras. Man hat aus der Katastrophe von 1991 gelernt, als genau hier in den Hills von Oakland und Berkeley fast 3500 Häuser in einem gigantischen Feuer in Schutt und Asche aufgingen, 25 Menschen starben und ein Sachschaden von mehr als eineinhalb Milliarden Dollar entstand.

Die Ziegen sind also eine billige und effektive Lösung im Kampf gegen die jährlich wiederkommenden Brände in Kalifornien. Die Wiederkäuer können zwar nicht die Feuer an sich verhindern, aber sie schaffen es, in vielen Gebieten den Feuerwehren eine bessere Ausgangsposition bei der Bekämpfung von Bränden zu geben. Damit ist eigentlich allen gedient. Die Ziegen sind satt, die Feuerwehren beruhigt, vorbeischlendernde Spaziergänger und Kinder hoch erfreut. Nur die vorbeitrabenden Hunde sind etwas verunsichert, wenn ihnen mehrere Dutzend Ziegen entgegenstarren.

Hunderettung in Los Angeles

In Los Angeles wurde am Freitag ein Hund aus einem Hochwasserkanal gerettet. Der Vierbeiner war zuvor an einer Einstiegstelle ins Wasser geraten, abgetrieben worden und fand nicht mehr zurück. An den hohen Kanalwänden konnte er nicht hochklettern. Die verständigte Feuerwehr rief einen Hubschrauber zur Hilfe. Ein Feuerwehrmann wurde heruntergelassen, um dem Hund zu helfen. Das Tier war allerdings völlig in Panik geraten und biss erstmal zu. Doch der Feuerwehrmann gab nicht auf und schaffte es schliesslich den Vierbeiner unter Kontrolle zu bringen und festzuhalten. Ein dramatisches Video zeigt die Hilfsaktion.

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