Wieviel Platz darf man im Flugzeug haben?

Fluggesellschaften blicken derzeit nach Oklahoma City. Denn dort hat die „Federal Aviation Agency“, FAA, 700 Testpersonen zwischen 18 und 60 Jahren dazu eingeladen, um an einer Untersuchung über die Sicherheit der Sitze in Flugzeugen teilzunehmen. In Gruppen von 60 wird getestet, ob man bei einer schnellen Evakuierung des Fliegers noch schnell genug aus seinen Plätzen kommt und sich in Sicherheit bringen kann.

Über den Wolken wird es immer enger. Foto: AFP.

Eigentlich heißt es, dass ein Flieger innerhalb von 90 Sekunden oder weniger evakuiert sein muss. Bei allem, was ich auf meinen Flügen so erlebt habe, glaube ich, dass das bei einem vollbesetzten Flieger nicht möglich ist. Die Testreihe der FAA stößt daher auch schon auf heftige Kritik. Denn „nur“ 60 Personen sind in jeder Gruppe und, wie es heißt, repräsentieren diese nicht unbedingt die Mehrheit der Amerikaner. Seit den 1960er Jahren hat sich das Gewicht eines durchschnittlichen Amerikaners um 30 Pfund auf nun 198 Pfund vergrößert. Auch die durchschnittliche Frau hat um 30 Pfund auf 170 Pfund zugelegt. Etwa 40 Prozent der Amerikaner ist übergewichtig, 2030 sollen es schon 50 Prozent sein.

Die Sitze und auch die Beinfreiheit hingegen haben sich verringert. Die Sitzfläche von 18,5 auf 17 Inches (47 auf 43 cm) und die Entfernung von Rückenlehne zu Rückenlehne von 35 auf 31 Inches (89 auf 78 cm), wobei manche Airlines diesen Abstand noch auf 71 cm verkürzt haben.

Bislang gibt es keine offiziellen Vorgaben, wie breit ein Sitz zu sein hat, wie groß oder klein der Abstand zum Vordersitz sein muss. Es heißt lediglich, dass der Flieger bei einer Evakuierung in weniger als 90 Sekunden geräumt sein muss. Was Kritiker an diesem FAA Test auch beanstanden ist, dass zum einen nicht beachtet wird, wieviel Handgepäck Reisende heutzutage mit ins Flugzeug nehmen, aufgrund der veränderten Gepäckregeln und -gebühren. Zum anderen reisen viel mehr Tiere in der Flugkabine mit. Hinzu kommt, dass weder ältere noch behinderte Passagiere in diesen Tests auftauchen. Kongressabgeordnete, wie der Demokrat Steve Cohen, meinen denn auch, dass diese Versuche nun nur dazu führen sollen, den aktuellen Stand festzuschreiben, der jedoch eigentlich mehr als unsicher ist und nicht mehr der Realität in den Flugzeugen entspricht.

Der Weg ist das Ziel…oder so

Ich fliege ja öfters nach Deutschland. 10-11 Stunden in der immer enger werdenden Economy Class in überfüllten Flugzeugen ist kein Spass. Und billig ist das auch schon lange nicht mehr. Irgendwie scheint es nun immer Hochsaison zu sein, zumindest dann, wenn ich fliege und nicht schon ein Jahr vor meinem geplanten Abflug gebucht habe.

Von daher war ich offen für die Werbung eines Online Reisebüros, das mir Angebote an Business Class Flügen „on sale“ zuschicken wollten. Warum nicht, dachte ich mir, vielleicht klappt das ja mal. Aber was ich da nun angeboten bekommen habe, fällt wohl mehr unter den philosophischen Gedanken der Weg ist das Ziel. Anders ausgedrückt, Hauptsache man fliegt Business Klasse, ankommen ist da nebensächlich. Nur so kann ich folgendes und wahrlich ernstgemeintes Angebot lesen:

Für 2459 Dollar würde ich mit United von San Francisco nach Newark fliegen. Von Newark müsste ich zum John F. Kennedy Airport nach New York City kommen, denn von dort geht es nach sechs Stunden mit Kuwait Airways weiter Richtung Kuwait City. Dort angekommen hätte ich sechs Stunden Aufenthalt, bevor es dann mit Etihad nach Abu Dhabi weitergehen würde, wo ich dann in einen Lufthansa Flieger nach München einsteigen dürfte, um zwei Tage nach dem Abflug endlich deutschen Boden betreten zu dürfen.

Auch der Rückflug nach San Francisco wäre nicht ohne. Abflug München, zuerst ginge es mit Egypt Air nach Kairo. Von dort mit Kuwait Airways nach Kuwait City. Sechs Stunden warten, dann mit einem Kuwait Airways Flieger aus dem Emirat Richtung New York City. Knappe 12 (!) Stunden später würde dann der letzte Flug, diesmal mit Jet Blue, von JFK nach SFO angetreten. Alles Business Class wohlgemerkt.

Der nette Mann im Reisebüro rief mich schließlich an, da ich mich auf sein unglaubliches Angebot per Mail nicht meldete und fragte, ob ich sein „offer“ erhalten habe. Ich konnte ihm nur sagen, dass ich das habe, aber wir wohl nicht zusammen kommen werden. „Thank you for the offer, but please take me off your list. Goodbye.“

Über den Wolken wird es langweilig

Für die Star Trek Fans unter den Hundehaltern.

Für die Star Trek Fans unter den Hundehaltern.

Mal ehrlich, einige Fluggesellschaften haben eine sehr bescheidene Filmauswahl. Und wenn der Vordermann die Rückenlehne zurück klappt, dann wird es eng und der Bildschirm pappt einem fast auf der Stirn. Lesen auf einem 12 Stunden Transatlantikflug ist auch nicht so das Wahre. Nach ein paar Stunden bin ich im Dämmerzustand und bewege mich nur, um wieder Blut in meine eingeklemmten Beine zu bekommen.

Da war der Katalog der „Sky Mall“ genau das richtige, eine willkommene Ablenkung. Im Fach vor einem lag neben dem Airline Magazine auch immer so ein Katalog, in dem Artikel angeboten wurden, die eigentlich niemand braucht.

Für jeden Garten ein Muss: "Socrates the Gargoyle Thinker" für nur $ 169,-.

Für jeden Garten ein Muss: „Socrates the Gargoyle Thinker“ für nur $ 169,-.

Und doch, das Unternehmen verdiente gut mit seltsamen Gartenskulpturen, Katzen- und Hundespielzeug, Dekorationsartikeln, Krims-Krams und vielen Erfindungen, die noch kein Patent erhalten haben, „patent pending“ stand darunter.

Nun hat das in Phoenix, Arizona, ansässige „Sky Mall“ Unternehmen ein Konkursverfahren eingeleitet. WiFi an Bord, elektronische Spiele, Videos, Bücher haben die Umsätze des etwas anderen Warenkaufhauses hoch droben in den Keller fallen lassen. 2013 waren es noch rund 34 Millionen Dollar Einnahmen, im vergangenen Jahr fast nur noch die Hälfte. Die Besitzer hoffen zwar auf einen Verkauf von „Sky Mall“, um das bekannte Konzept fortsetzen zu können. Wahrscheinlicher ist jedoch das Aus für die Himmels-Mall. Die angebotenen Artikel werden dennoch irgendwo und irgendwie erhältlich sein. Schade nur, dass man über den Wolken nicht mehr im Dämmerzustand durch den Katalog blättern kann, sich fragend, wer  das Zeug eigentlich kauft und sich ausmalt, wie dies oder das wohl in den eigenen vier Wänden aussehen würde.

Cartoonists wehren sich

TSA Kontrolle Die Sonntagszeitungen in den USA sind immer voll mit Cartoons. Von den „Peanuts“ und „Garfield“ bis zu „Hagar the Horrible“ und „Doonesbury“. Doch auch politische Cartoonisten nutzen diese Möglichkeit, um Stellung zu beziehen, um pointiert das aufzugreifen, was in Amerika passiert. Kritisch, frontal und ganz im Sinne von politischen Cartoonisten wird da die Feder geführt, wird ein Finger auf die wunden Stellen Amerikas gelegt.

Hier zwei hervorragende Cartoons, die heute in der Sonntagszeitung waren und die sich mit den verschärften Sicherheitskontrollen an US Flughäfen beschäftigen. Diese neuen Maßnahmen stoßen bei Reisenden und Bürgerrechtlern auf Unverständnis. Kontrollen ja, aber keine Eingriffe in die Intimssphäre.

Der eine Cartoon mit Uncle Sam und Lady Liberty ist von David Horsey. Der andere mit dem außergewöhnlichen Angebot im Sex Club ist von Nick Anderson.

TSA Kontrolle

„The terrorists have won“

NacktscannerDie Terroristen haben gewonnen….das ist eine Schlagzeile aus den USA. Und sie ist wohl gar nicht so weit weg von der Realität. Was sich derzeit an amerikanischen Flughäfen abspielt ist schon mehr als ein gespielter Witz. Wer sich weigert, eine Ganzkörpernacktaufnahme machen zu lassen, wird von oben bis unten abgetastet…zweimal…auch zwischen den Beinen. Und wer dies nicht über sich ergehen lassen will…tja, Pech gehabt. Nonne beim SicherheitscheckEntweder Bild oder Abfummelei, den Sicherheitsbereich darf man ohne nicht mehr verlassen, das könnte sonst eine Anklage und 10.000 Dollar Strafe bedeuten. Aber man wird ja von einem freundlichen, gleichgeschlechtlichen TSA Beamten oder einer Beamtin abgegriffen. Mit sicherem, fingerfertigem und festem Griff wird dann geprüft, ob man nicht Bomben, Waffen oder sonstiges Terroristenwerkzeug am Körper oder hinter dem Hodensack versteckt hat. Und, die amerikanische Regierung verspricht, im Falle man entscheidet sich für das Ganzkörperbild, dass die Photos auf keinen Fall gespeichert oder sonstwie zugänglich gemacht werden. Schade, ich hätte gerne einen Abzug gehabt.

Amerika hat nach dem 11. September 2001 etliche Grundrechte zum Fenster rausgeschmissen. Die Aktienkurse von Sicherheitsfirmen hingegen, die solche Nacktscanner entwickelt haben, sind enorm gestiegen. Und die Terroristen haben zumindest im Angstschüren gewonnen. Osama lacht sich bestimmt schepps in seiner ollen Höhle.

Auch schön!

Nun wird das Fliegen ins Land der unbegrenzten Möglichkeiten noch schöner und angenehmer und nicht zu vergessen noch bequemer. Weil ein sprichwörtlicher Knaller mit dem Feuer spielt flippen nun alle aus. Sicherheit hin oder her, es macht für mich keinen Sinn, dass man nun als Passagier eine Stunde vor Landung nicht mehr aus seinem Sitz aufstehen, sich nichts mehr aus seiner mitgeführten Tasche nehmen und nichts im Schoss liegen haben darf. Also jemand mit Blasenschwäche oder mit einem schwachen Magen oder jemand, der sich noch kurz vor Landung die Zähne putzen und die Haare kämmen möchte wird von nun an als Cousin dritten Grades von Osama bin Laden angesehen. Mal ganz abgesehen von den strengeren Kontrollen an den Flughäfen…das wird eine Fummelei geben.

Ich habe so das dumme Gefühl, dass irgendwelche bärtigen Terrornetzwerkkommandanten keine Ahnung mehr haben, wie sie westlichen Nationen eins auswischen können. Von daher schicken sie einfach solche Haubentaucher, dumm wie Brot, wie den Schuhbomber Richard Reid oder nun Umar Farouk Abdulmutallab ins Feld, um mit Minimaleinsatz extremen Schaden anzurichten. Und das haben sie erreicht. Die Ticketpreise werden aufgrund der erhöhten Sicherheitsbestimmungen steigen, die Leute mehr angenervt sein und das Misstrauen gegenüber seinem Sitznachbarn wird nur verstärkt. Fliegen macht keinen Spass mehr…wo sind die Zeiten geblieben, als Peter Sellers noch für TWA warb…ach ja, Peter Sellers ist schon fast 30 Jahre tot und auch TWA fliegt seit 2001 nicht mehr am amerikanischen Himmel herum.

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Was mach ich hier nur?

Eigentlich wollte ich über meinen jüngsten Flug von Indianapolis nach Oakland schreiben und die Logik, mit der man von manchen Stewardessen oder Flugbegleiterinnen geschlagen wird….aber nun ist alles mal wieder anders.

Sitze hier in der Notaufnahme von UCSF, dem Uni-Krankenhaus in San Francisco. Hans, mein 94jähriger Freund aus Schlesien, musste eingeliefert werden. Und da sitzen wir nun – er liegt, ich sitze – und warten auf…ja, auf was warten wir eigentlich? Nicht auf den Weihnachtsmann oder das Christkind…ein Arzt war auch schon da…Wir warten schlichtweg darauf, dass endlich jemand kommt, der das Bett auf eine Station schiebt. Und das kann dauern. Wenigstens haben sie hier Wireless und ich nutze die Minuten, während Hans schläft, um ein bisschen zu schreiben.

Ich weiss nun nicht, ob jemanden in Nürnberg interessiert, was ich hier in San Francisco mache…wahrscheinlich ist das so egal wie der berühmte Sack Reis, der in China umfällt, aber ich schreibe trotzdem, denn mir ist langweilig. Was soll man auch machen, wenn man hier in der Notaufnahme rumsitzt…Dem schreienden Kind im Nebenzimmer zuhören, das etwas im Ohr stecken hat und keinen Arzt und keine Krankenschwester an sich ran lässt. Eine meinte, „sieht aus wie eine Küchenschabe. Schon die dritte in dieser Woche“. Was das Kind nicht wirklich beruhigte.

Vielleicht sollte ich doch von der ollen Flugbegleiterin sprechen, die mich auf meinem Gang zur Toilette mit den Worten stoppte „Sie können hier nicht nach vorne kommen, gehen Sie nach hinten“. „Aber die Toilette ist doch frei“. „Gehen Sie nach hinten“. „Aber ist doch frei“. „Gehen Sie nach hinten“, das war dann schon ein scharfer Ton, bei dem ich dachte, sie alarmiert gleich die Federal Marshalls, die an Bord sind, um mich zu verhaften. Also ging ich nach hinten und reihte mich in die Schlange der Bedürftigen ein.

Was die Flugtante nicht sagen wollte war eigentlich klar. Der Pilot musste auch mal  und deshalb darf man als normaler Fluggast und potenzieller Sohn Osamas nicht mehr aufs selbe Klo. So ist das nun in den Weiten des Himmels, von der grenzenlosen Freiheit über den Wolken ist nichts mehr zu spüren. Und vom Sicherheitsbeamten in Indianapolis, der die Zahnpasta schon als wichtigen Part in meinem mobilen Bombenbaukasten sah, ganz zu schweigen. Habe ich ja immer dabei, unterm Arm sozusagen…wenn der wüsste, dass Chemie nie so mein Fach war. Aber macht richtig Spass, endlich auch einmal als „Bad Boy“ gesehen zu werden….Kleiner Scherz, aber mal ehrlich, fliegen nervt nur noch. Da kommt man sich vor wie bei Aldi an der Kasse, wenn die „nette“ Frau im Kittel einen anraunzt die Tasche zu öffnen, man ist ersteinmal ein potenzieller Dieb. Rasterfahndung pur, bei Aldi und über den Wolken….verdächtig ist jeder.

Zurück zum Krankenhaus in San Francisco, hier kommen sie auch nicht richtig in die Pötte, aber Hans wacht gerade auf, von daher hör ich mal auf…