Über den Wolken wird es langweilig

Für die Star Trek Fans unter den Hundehaltern.

Für die Star Trek Fans unter den Hundehaltern.

Mal ehrlich, einige Fluggesellschaften haben eine sehr bescheidene Filmauswahl. Und wenn der Vordermann die Rückenlehne zurück klappt, dann wird es eng und der Bildschirm pappt einem fast auf der Stirn. Lesen auf einem 12 Stunden Transatlantikflug ist auch nicht so das Wahre. Nach ein paar Stunden bin ich im Dämmerzustand und bewege mich nur, um wieder Blut in meine eingeklemmten Beine zu bekommen.

Da war der Katalog der „Sky Mall“ genau das richtige, eine willkommene Ablenkung. Im Fach vor einem lag neben dem Airline Magazine auch immer so ein Katalog, in dem Artikel angeboten wurden, die eigentlich niemand braucht.

Für jeden Garten ein Muss: "Socrates the Gargoyle Thinker" für nur $ 169,-.

Für jeden Garten ein Muss: „Socrates the Gargoyle Thinker“ für nur $ 169,-.

Und doch, das Unternehmen verdiente gut mit seltsamen Gartenskulpturen, Katzen- und Hundespielzeug, Dekorationsartikeln, Krims-Krams und vielen Erfindungen, die noch kein Patent erhalten haben, „patent pending“ stand darunter.

Nun hat das in Phoenix, Arizona, ansässige „Sky Mall“ Unternehmen ein Konkursverfahren eingeleitet. WiFi an Bord, elektronische Spiele, Videos, Bücher haben die Umsätze des etwas anderen Warenkaufhauses hoch droben in den Keller fallen lassen. 2013 waren es noch rund 34 Millionen Dollar Einnahmen, im vergangenen Jahr fast nur noch die Hälfte. Die Besitzer hoffen zwar auf einen Verkauf von „Sky Mall“, um das bekannte Konzept fortsetzen zu können. Wahrscheinlicher ist jedoch das Aus für die Himmels-Mall. Die angebotenen Artikel werden dennoch irgendwo und irgendwie erhältlich sein. Schade nur, dass man über den Wolken nicht mehr im Dämmerzustand durch den Katalog blättern kann, sich fragend, wer  das Zeug eigentlich kauft und sich ausmalt, wie dies oder das wohl in den eigenen vier Wänden aussehen würde.

Über den Wolken…

… ist die Freiheit schon lange nicht mehr grenzenlos. Fangen wir mal mit den Sitzen an. In der Economy Class wohlgemerkt, nicht in der First oder Business Class. Da ist die Welt noch in Ordnung. Wer größer als 1,70 Meter ist, hat in der Touristen- oder „Holzklasse“ die Minuskarte gezogen, auch wenn man eine Vielfliegerkarte bei einer der großen deutschen Airlines hat. Die Knie stoßen an den Vordersitz und das bereits, wenn der Vordermann noch nicht einmal die Rückenlehne zurück gestellt hat und einem dann quasi auf dem Schoß liegt. Bei der Schweizer Partner Airline, einst das Flaggschiff und der ganze Stolz der helvetischen Nation, sind im Fußbereich darüberhinaus noch metallene Kästen angebracht, die den sowieso engen Fußraum noch weiter einschränken.

Die Kranich Airline hat gefühltermaßen noch ein paar Sitzreihen in die Economy Class eingefügt. Zentimeterarbeit war das, dabei hat man sich nach der Durchschnittsgröße eines chinesischen Bauern orientiert oder eines indischen Yogi, der problemlos seine Beine falten kann und das stundenlang durchhält. Diese Neuausrichtung der deutschen Fluggesellschaft ist nicht verwunderlich, denn der asiatische Markt ist, wie weitläufig bekannt, der Zukunftsmarkt. Auf Transatlantikflügen, auf denen mehr hochgewachsene Deutsche, Schweizer und auch Amerikaner reisen, wird man schon mit 1,83 Meter zu einem Hünen.

Die Flüge sind überbucht, die Zeiten des freien Sitzplatzes neben einem sind schon lange vergangen. Und das ist nun kein Vorwurf, die Airlines sind ja im Geschäft, um Passagiere zu befördern. Doch Spaß am Fliegen hat man schon lange nicht mehr. Ein 11 Stunden Flug wird zur Gruselreise. Der Platz schwindet, der Service ist deutlich schlechter geworden und selbst als Vielflieger fühlt man sich immer mehr verarscht. Hier ein Beispiel: Mein letztes Ticket von SFO nach NUE kostete 1233 Dollar, ein stolzer Preis für die Economy Class. Doch das ist die unterste Preis- und damit Servicekategorie. Das heisst, auf dem Langstreckenflug sammelt man gerade mal 25% der möglichen Meilen, sprich in etwa so 1200 Meilen. Wenn man als Vielflieger auch noch eine Kreditkarte mit dem Unternehmenslogo führt, bekommt man immer wieder Angebote bei diversen Geschäften und Unternehmen. Avis schreibt einem 500 Meilen für jede Anmietung gut. Im Dezember kaufte ich in der Nürnberger Innenstadt etwas für rund 100 Euro, dafür wurden mir 3000 Meilen „geschenkt“. Die Frage ist nun, was ist eigentlich der Sinn einer Fluggesellschaft? Passagiere durch die Luft zu befördern oder Dinge zu verkaufen? Ach ja, wenn man in dieser „Billigklasse“ fliegt und nur 25% der Meilen sammelt, dann ist natürlich auch ein „Upgrade“ ausgeschlossen. Kann ja wohl auch nicht sein, dass man als geiziger Schmarotzer auch noch sein übervolles Meilenkonto leeren will.

Wer sich beschwert, der wird einfach ignoriert. Nach drei Anschreiben kam dann mal eine Antwort. Unbefriedigend für mich, aber das war ja nicht überraschend. Das Fliegen ist schon lange kein grenzenloser Spaß mehr. Jede Fluggesellschaft hat sich in den vergangenen Jahren dem Preisdruck angepaßt, das steht außer Frage und ist auch verständlich. Allerdings sollten Airlines durchaus erkennen, dass der Großteil der Kunden nicht nur First und Business Klasse fliegt. Kundenservice sollte für alle Passagiere gelten und ein Langstreckenflug ist nun einmal so lang wie er ist. Nicht 25 Prozent so lang, wäre zwar schön, aber ist eben nicht so.

 

Über den Wolken…

JetBlue…muss die Freiheit wohl grenzenlos sein. Das zumindest denkt sich die Fluggesellschaft jetBlue, die vom 8. September bis zum 8. Oktober ein „All you can fly“ Angebot hat. Also, nach dem Motto einmal zahlen, soviel auf den Teller laden wie es nur geht, nun also einmal zahlen und soviel fliegen, wie man will.
Man zahlt eine einmalige Gebühr von 599 Dollar ein und kann dann in diesen vier Wochen so oft und wohin fliegen, wie man will. Die Airline geht damit ganz neue Wege, mal sehen, ob sich dieses Angebot durchsetzen kann.

United macht Gitarren kaputt

Dave Carroll ist ein kanadischer Country Sänger, den eigentlich bislang nicht viele kannten. Doch dann flog er mit seiner Band für ein Konzert nach Omaha Nebraska. Vom Flugzeug aus musste die Gruppe mitansehen, wie das Bodenpersonal die Instrumente der Band durch die Gegend schmiss. Eine Gitarre ging zu Bruch. Carroll versuchte die United Stewardessen zum Einschreiten zu bewegen, vergeblich.

Er beschwerte sich anschliessend bei der Fluggesellschaft, doch auch da stiess er auf taube Ohren….Also machte Dave Carroll das, was er kann, er schrieb ein Lied „United breaks Guitars“, drehte dazu ein Video, stellte es auf You Tube…und auf einmal war er bekannt wie ein bunter Hund. Das Video wurde bereits eine halbe Million mal angesehen, die Medien berichten darüber, die Airline United ist peinlich berührt von dem Zwischenfall und der Reaktion ihrer Mitarbeiter und versucht zurück zu rudern…leider, leider darf ich das Lied wohl nicht im Country Programm vom Star Alliance Partner Lufthansa spielen:

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