Von Airportpiraten und Pantherschildkröten

Piraten, so haben mir zwei Minister in Garowe, der Hauptstadt Puntlands, versichert, gibt es in den Gewässern vor Puntland nicht mehr. Die Rechtlosigkeit auf hoher See habe ein Ende genommen. Auf dem Meer vielleicht, aber das Piratentum lebt in Puntland weiter. Man muss nur über den neuen Flughafen Garowe fliegen, der ganze Stolz der Regierung im autonomen Teilstaat Somalias. Es fängt mit den 60 $ bei der Einreise für ein Visum an, dafür kriegt man seinen Pass gestempelt und hingeworfen.

Schlimmer ist es da schon, wenn man ausreist. Nach der ersten Sicherheitskontrolle stand gleich einer da und verlangte eine 20 Dollar Gebühr für die Sicherheitskontrolle. Also, ich zahle quasi dafür, dass ich gefilzt und ziemlich ruppig von der Seite angequatscht werde. Kaum war ich zehn Schritte weiter, hatte den Koffer eingecheckt (umsonst), die Passkontrolle erledigt (auch umsonst) stand so ein kaum 20jährger mit Sonnenbrille und hochgestelltem Hemdkragen da und faselte was von Gebühr. Wie jetzt, ich habe doch gerade schon eine Sicherheitsgebühr gezahlt!? Nein, nein, meinte er, das sei jetzt eine Reinigungsgebühr. Ich wollte meinen 50jährigen Ohren nicht trauen und fragte nach: Reinigungsgebühr? Ja, so David-Hasselhoff-Light, der Flughafen müsse ja sauber gehalten werden und dafür müssten die Passagiere zahlen. Ich blickte mich um, der Boden sah so aus, als ob er schon seit Wochen nicht mehr gereinigt worden war, aber gut, so viele Menschen fliegen wohl nicht über den Airport Garowe, da häufen sich Staub und Schlieren schon an. Also zahlte ich die drei Dollar und erhielt dafür sogar eine Quittung. Mal sehen, ob ich die auf meiner nächsten Steuererklärung für berufliche Ausgaben geltend machen kann.

Zwei Meter weiter, ich will gerade in die Abflughalle abbiegen, ruft mir einer hinterher, ich solle zurückkommen. Was will der nun? Etwas von oben herab meinte er, ich müsse noch die Exit-Gebühr in Höhe von 60 Dollar zahlen. Exit-Gebühr, was bitte schön soll das sein? Vor allem, ich bin schon mehrmals aus Puntland ausgereist und habe diese „Fee“ noch nie berappen müssen. Tja, meinte er, ihm egal, ich müsse zahlen. An dem Punkt hatte ich den Hals dick und wurde lauter. Das könne nicht sein, hier komme eine Gebühr nach der anderen, was das denn solle? Und überhaupt, wenn ich mich so umblicke, verlangen sie diese sehr fragwürdigen Gebühren nur von den „Muzungus“, den Weißen. Geht’s noch!!! Auf einmal stand ein anderer Mitarbeiter da und fragte, ob ich die Quittung von der Einreise bei mir hätte. Natürlich habe ich die noch, sagte ich und kramte in meinem Rucksack. Dann sei ja alles gut. Gute Reise. Was mein Einreisevisum nun mit einer „Exit-Gebühr“ zu tun haben soll, ist mir nicht klar. Aber dicker Hals zahlt sich manchmal wohl doch aus. Über Galkayo und Bossasso ging es dann mit dem Flugdienst der Vereinten Nationen zurück nach Hargeisa, einmal kreuz und quer über Puntland. Die Landschaft trocken, sandig, heiss. Die Küste ein einziger Traum, grünes, klares Wasser, lange, endlose Sandstrände ohne irgendeine Menschenseele.

Am Flughafen in der Hauptstadt Somalilands wieder ein Problem. Die äußerst unfreundliche Frau an der Passkontrolle wollte mich nicht durchlassen und meinte, ich solle da drüben warten. Andere Passagiere wurden abgestempelt, nach dem letzten erhob sich die Immigrationsbeamtin und ging. Und ich stand da. Und da. Und da. Nach ein paar Minuten fragte ich einen Flughafenmitarbeiter, was nun los sei, wie lange ich hier und vor allem auf was ich hier warten sollte. Er ging zum Büro der Einwanderungsfachangestellten und kam mit der Mitteilung zurück, ich hätte nur eine Kopie des Einreisevisums, ich bräuchte allerdings ein Original. Guter Mann, wie soll ich denn ein Original haben, wenn ich eine pdf Datei als Email Anhang zugeschickt bekomme. Ja, sagte er, sie brauche das Original, ich solle jemanden anrufen. Wen denn und vor allem wie, denn weder AT&T noch Aldi-Talk funktionieren meines Wissens in Somaliland. Ich fragte, ob er nach draußen gehen könne, denn ich werde abgeholt und vielleicht hat der Fahrer das Original bei sich.

Pantherschildkröten leben mitten in der somaliländischen Hauptstadt Hargeisa.

Und so war es auch, keine fünf Minuten später trat die Immigrationssonderbeauftragte für schwere Fälle aus ihrem Büro, trat nach wie vor gelangweilt und mich keines Blickes würdigend in das Abfertigungskabüffchen, griff sich das – wohlgemerkt – Original Visum und meinen Pass, blätterte durch die Seiten und stempelte schließlich alles ab. Danach durfte ich erneut 60 Dollar zahlen. Der Tag war nicht gerade preiswert.

Am Abend dann in Hargeisa lief ausgerechnet zu dem Zeitpunkt eine ziemlich große Schildkröte an dem Gästehaus vorbei, in dem ich untergebracht bin, als ich auf dem Dach stand und den Straßenklang des Abends und den Ruf der Muezzine zum Gebet aufnahm. Der Rekorder lief auch ohne mich, also hastete ich die Treppe runter, nicht dass mir die Schildkröte entläuft. Ein Riesentier, etwa 50 cm lang, zog sie den Kopf sofort ein, als ich auf zwei Meter heran kam. Die hier in Somaliland lebende Pantherschildkröte fauchte mich gleich an, alles klar, nur ein paar Fotos, so etwas sieht man ja nicht alle Tage, vor allem nicht in Nürnberg oder in Oakland.

Istanbul – New York – Los Angeles

Die Druckwelle der Bomben in Istanbul war bis in die USA zu spüren. Bereits am Montag, einen Tag vor dem Anschlag am Atatürk Airport, hatte das „State Department“ eine neue Reisewarnung für amerikanische Staatsbürger herausgegeben. Vor allem der Südosten des Landes, im Grenzgebiet zu Syrien, solle von US-Bürgern gemieden werden: „The U.S. Department of State warns U.S. citizens of increased threats from terrorist groups throughout Turkey and to avoid travel to southeastern Turkey.“

Ausländische und einheimische Terrorgruppen, so das amerikanische Außenministerium, hätten es in der Vergangenheit immer wieder auf Touristen und Besucher aus dem Ausland abgesehen. Die erneute und verschärfte Warnung vom Montag kam nur wenige Monate nach einem allgemeinen „Travel Alert“ für die Türkei. US-Regierungsmitarbeitern wird es untersagt nach Hatay, Kilis, Gaziantep, Sanliurfa, Sirnak, Diyarbakir, Van, Siirt, Mus, Mardin, Batman, Bingol, Tunceli, Hakkari, Bitlis und Elazig zu reisen. Angehörige von Entsandten an den US-Konsulate in Hadena und Izmir wurden zur Abreise aufgefordert. Den amerikanischen Geheimdiensten und Diplomaten lagen konkrete Hinweise auf Anschläge in der Türkei vor.

Die USA verurteilten deutlich die Anschläge von Istanbul. Sowohl das Weiße Haus, wie auch das "State Department" veröffentlichten Pressemitteilungen. Der US-Botschafter in Ankara, John Bass, erklärte auf der facebook Seite der Botschaft: "Horrified by tonight's attack at Ataturk Airport. We mourn with the families of those lost, and pray for speedy recovery for those wounded."

Das Weiße Haus und das „State Department“verurteilten deutlich die Anschläge von Istanbul. Der US-Botschafter in Ankara, John Bass, erklärte auf der facebook Seite der Botschaft: „Horrified by tonight’s attack at Ataturk Airport. We mourn with the families of those lost, and pray for speedy recovery for those wounded.“

Und dann passierte es in Istanbul, direkt am Flughafen. In den USA schaut man nun genau hin, wie das passieren konnte, denn die Terroristen hatten Schwachstellen im Sicherheitsapparat des Atatürk Airports ausgemacht. Und diese Schwachstellen gibt es auch an amerikanischen Flughäfen. Zuallererst die Anfahrt in einem unscheinbaren Taxi und dann sitzt auch am SFO-Airport nur ein, meist gelangweilt dreinblickender, Customs-Agent am Ausgang des internationalen Terminals. Ohne weiteres könnten Bewaffnete hier in den inneren Bereich des Flughafens, zur Gepäckausgabe gelangen, wie das wohl auch in Istanbul passiert ist.

Amerikanische Sicherheitsbehörden haben bereits die Kontrollen und die Präsenz von uniformierten Beamten an den US-Flughäfen verstärkt. In dieser Woche steht der Nationalfeiertag, der 4. Juli, an, ein traditioneller Großreisetag in den USA. Millionen von Passagieren fliegen quer durchs Land und das zu einer Zeit, in der die „Transportation Security Administration“ (TSA) massive Probleme im schnellen Abfertigen der hohen Passagierzahlen hat und dazu noch der Sicherheitslevel heraufgesetzt wurde. Es könnte ein Alptraum für Reisende werden, vor dem Hintergrund, dass die absolute Sicherheit sowieso nicht garantiert werden kann, wie es der Terrorakt in Istanbul brutalst demonstriert hat.

Amerika hat ein Sicherheitsproblem

Nach dem 11. September 2001 änderte sich alles an den amerikanischen Flughäfen. Zuersteinmal ist jeder verdächtig. Die Zahnpasta, das Duschgel, das Deo, der eingekaufte Wein, alles könnte ja was anderes sein, als auf dem Label steht und zum Sprengen des Fliegers genutzt werden. Im Schuh trägt man so lange eine Bombe, bis alles durchleuchtet und chemisch abgeklärt ist. Man wird durchleuchtet, Gepäck wird geöffnet, Daten für USA Reisende werden schon vor dem Abflug an eine riesige Datenbank gesendet. Und Zehntausende von Menschen können überhaupt nicht mehr in die USA fliegen oder per Flugzeug die USA verlassen. Die „No Fly List“ ist streng geheim, kein Sterblicher weiß, wie man darauf kommt und vor allem, wie man wieder runter kommt von dieser ominösen Liste.

Und nun ist ein 16jähriger am Sonntag einfach so und ohne Ticket vom kalifornischen San Jose nach Hawaii geflogen. Er hatte Streit mit seinen Eltern, rannte weg. Am Flughafen kletterte er über einen Zaun, ging auf eine Maschine der Hawaiian Airlines zu und krabbelte dort in den Fahrwerksschacht. Der Flieger hob ab und landete nach fünfeinhalb Stunden auf dem Flughafen Maui. Der Junge kletterte aus seinem Versteck und wurde von Airline Mitarbeitern entdeckt, die Polizei wurde gerufen und nun rätselt man, wie der 16jährige den Flug in rund 10 Kilometern Höhe bei mangelnder Sauerstoffzufuhr und bei Minustemperaturen von 40 – 50 Grad überleben konnte. Scheinbar lag der Junge den Großteil des Fluges ohnmächtig im Radschacht. Und nicht nur das, die Sicherheitslücke im scheinbar soliden Sicherheitsnetz ist riesig. Homeland Security ist eingeschaltet worden und versucht nun zu klären, wie es zu dieser ungewollten Mitreise kommen konnte. Der Ausreißer hat nun einige mit seiner unbedachten Flucht vor riesige Probleme gestellt. Die vielgelobte Sicherheit auf Flügen seit „9/11“, das Schulterklopfen der Politiker und Sicherheitsfanatiker in den USA muß nun ganz neu beleuchtet werden.

Der Junge wird derzeit genauestens untersucht, ob er einen Schaden von seinem Mitflug davon getragen hat. Experten meinen, dass solche blinden Passagiere wohl gar nicht so selten sind, sie einfach beim Ausfahren des Radwerks tot ins Meer fallen würden. Einige glauben noch immer an einen schlechten Scherz und sind davon überzeugt, dass der Junge nicht die Wahrheit erzählt. Doch klar ist, das belegen Kameraaufzeichnungen am Flughafen San Jose, dass er einen Zaun am Airport überwunden hat, ohne das Alarmglocken losschrillten.

Datensammeln für die Katz‘

Was machen die eigentlich mit meinen Bildern? Jedes Mal wenn ich in den USA am Flughafen ankomme, werden meine Fingerabdrücke genommen, ein Foto von mir mit Augenrändern gemacht und bla bla bla, wo ich denn war, was ich da gemacht habe und überhaupt, was ich hier in den USA so treibe. Und das seit 17 Jahren. Also, die Damen und Herren bei der INS wissen, dass ich viel reise und überhaupt könnten sie eigentlich mal alle Bilder ausdrucken und ein Daumenkino von mir machen. In diesen 204 Monaten habe ich zugenommen, abgenommen, zugenommen. Haare kurz, Haare lang, Haare weniger…und noch weniger. Unterhaltsam wäre so ein Daumenkino.

Und nun fülle ich Formulare für die doppelte Staatsbürgerschaft aus und was wollen sie? Klar, 2 Passbilder. Ja, sagt mal, speichert ihr das nicht? Ich dachte, ihr seid so datengeil und sammelt alles, hört und lest mit, schaut einem beim Online Einkauf über die Schultern, verfolgt einen auf Auslandsreisen? Und dann so was, 2 Passbilder. Und nicht nur das, die Beamten von der Einwanderungsbehörde wollen auch wissen, wann ich welche Auslandsreisen angetreten habe. Also genauer Abflugtermin und genaues Einreisedatum. Sagt mal, habt ihr da den Computer nur zur Staffage rumstehen? Was tippen die Uniformierten da eigentich ein, wenn nicht zumindest das Datum meiner Einreise? Nun darf ich da die Daten auf den Stempeln in meinem Pass entziffern. Das weiß ich doch nicht mehr, wann ich genau wo war! Vor allem Afghanistan, Ruanda, Kongo, Uganda, Burundi, Mexiko rein und raus und rein und raus, Türkei….Deutschland, Schweiz.

Und dann kommen solche Fragen, ob ich zwischen 1933 und 1945 Mitglied der Nazi-Partei war? Oder ob ich der internationalen kommunistischen Bewegung angehöre? Nein, ich habe nicht fünf Ehefrauen und bin auch nicht hier, um die amerikanische Regierung zu stürzen. Und auch bei keinem Genozid habe ich aktiv teilgenommen. Kenne mich auch nicht im Bombenbau aus und werde auch nicht in anderen Ländern wegen Mordes gesucht. Ja, ich zahle meine Steuern und nein, ich werde nicht per Haftbefehl gesucht. Und Kinder habe ich keine, also habe ich auch keine Alimente zu zahlen. Man, was sind das für Fragen. Vor allem, fast denselben Fragenkatalog habe ich schon beantworten müssen, als ich die „Green Card“ beantragte. Amerika ist schon ein seltsames Land!

Wenn man solch einen Papierkram in den USA ausfüllen muß, dann zweifelt man wirklich daran, dass eine Geschichte, wie die über die Abhörmaßnahmen der NSA auch nur ansatzweise der Wahrheit entsprechen kann. Sammeln können sie, aber auswerten…ich bin mir da nicht mehr so sicher.

Mit den Schweizern läßt sich reden

Vor kurzem flog ich über den Flughafen Zürich zurück in die USA. Hinter mir lag schon ein Nachtflug aus Afrika, der verspätet in Brüssel ankam. Daraufhin verpasste ich meinen Anschlussflug nach Frankfurt und mußte Stunden später über Zürich nach San Francisco fliegen. Da kam mir die Sicherheitskontrollbeamtin gerade recht, die mein Handgepäck nochmal durchleuchten wollte, weil sie bei all den Kabeln und Batterien und Aufnahmeequipment kein klares Bild auf den Bildschirm bekam. Das ist ja ok, allerdings nahm ihre Kollegin meine Tasche, schüttelte sie mehrmals kräftig durch und legte sie dann aufs Laufband. Mein zuerst etwas verdutzter Blick, dann meine Frage, was sie da mache und schließlich meine Aufforderung, dass sie das gefälligst lassen solle, erwiderte sie nur mit der Feststellung „das ist  Standardpraktik hier in Zürich“. Der herbeigerufene Vorgesetzte meinte denn auch, so – also mit kräftigem Durchschütteln – gehe man in Zürich am Flughafen mit Handgepäck um.

Ich war im Moment etwas sprachlos, nach elf langen Flugstunden schrieb ich allerdings nach meiner Rückkehr einen Brief an die Flughafenpolizei. Und heute kam prompt die Antwort:

 

Flughafenpolizei Kontrollabteilung

Sehr geehrter Herr Peltner

Wir beziehen uns auf Ihren Brief vom 9. Juni an die Flughafenpolizei Zürich.

Die Sicherheitskontrollen für alle Passagiere und deren Gepäck werden von Sicherheitsbeauftragten (SBF) der Flughafenpolizei Zürich durchgeführt. Sie richten sich bei der Ausführung ihres Auftrags nach den Vorschriften des Schweizerischen Bundesamtes für Zivilluftfahrt(BAZL).

In Ihrem Schreiben beschweren Sie sich über die Sicherheitskontrolle anlässlich Ihres Fluges nach San Francisco vom 8. Juni 2011. Sie hätten beobachten können, wie Ihre Tasche von einer Mitarbeiterin der Sicherheitskontrolle mehrmals kräftig durchgeschüttelt worden sei um sie danach besser durchleuchten zu können. In der Tasche hätte sich sensible und zerbrechliche Technik befunden. Ihre Kritik über die Behandlung des Gepäckstücks sei nicht ernst genommen worden und man hätte Ihnen zu verstehen gegeben, dass das Schütteln von Gepäck Bestandteil der Kontrollen sei und Sie den Inhalt nach der Kontrolle jederzeit überprüfen könnten. Sie hätten den Mitarbeitenden zu erklären versucht, dass durch unsachgemässe Behandlung der sensiblen Technik entstandene Schäden nicht sofort erkennbar seien. Trotzdem hätte man Ihre Bedenken nicht ernst genommen und abgelehnt. Im Weiteren bemängeln Sie das Verhalten und die Erklärungsversuche der involvierten Mitarbeitenden.

Die Betriebsabläufe an den Sicherheitskontrollstellen folgen einer festgelegten Prozedur, die von allen Mitarbeitenden eingehalten werden muss. Jedes Gepäckstück wird durch die Röntgenanlage geschleust, so oft es für die Überprüfung und Feststellung des Inhalts von Nöten ist. Um den Inhalt zweifelsfrei zu identifizieren, ist ein gutes Röntgenbild nötig. Bei Verdacht auf verbotene oder gefährliche Gegenstände wird eine Tasche nicht automatisch manuell geöffnet, sonder so oft durch die Röntgenanlage geschleust, bis ein einwandfreies Bild den Inhalt zuordnen lässt. Es kann durchaus vorkommen, dass die Lage eines unbekannten und verdächtigen Gegenstandes geändert werden muss, um ein besseres Röntgenbild zu erhalten. Das gewünschte Resultat kann durch vorsichtiges Drücken und Schieben erreicht werden, heftiges Schütteln ist verboten. Zum einen kann es den Inhalt beschädigen, zum anderen kann es unter Umständen bei gefährlichen Inhalten zu einer sicherheitsgefährdenden Situation führen. In Ihrem Fall wäre eine vorgängige Information über den Inhalt der Tasche vorteilhaft gewesen. Im Weiteren ist es gestattet, den Inhalt aus der Tasche zu nehmen und in die bereitgestellten Plastikboxen zu legen. Somit ist eine unkomplizierte Durchleuchtung möglich und Beschädigungen können vermieden werden. Wir bitten Sie daher, bei zukünftigen Handgepäckkontrollen unser Personal auf den Inhalt der Tasche aufmerksam zu machen und falls nötig, die sensiblen Gegenstände herauszunehmen und einzeln auf das Förderband zu legen.

Wir haben den Vorfall intern abklären lassen und die betroffenen Mitarbeitenden zu schriftlichen Stellungnahme aufgefordert. Ein Fehlverhalten seitens der materiellen Sicherheitskontrolle können wir nicht feststellen. Wie bereits erwähnt ist heftiges Schütteln nicht gestattet, vorsichtiges Drücken oder Schieben zur Änderung der Lage aber erlaubt. Wir bedauern, dass Ihre Kritik vor Ort nicht ernstgenommen worden sei. Selbstverständlich dürfen alle Passagiere freundliche und sich professionell aufführende Mitarbeitende der Sicherheitskontrollen voraussetzen. Wir sind uns jedoch bewusst, dass es in Einzelfällen zu unangebrachten Äusserungen oder Verhaltensweisen seitens der Belegschaft kommen kann. In der Folge werden wir mit den beteiligten Mitarbeitenden den Fall nochmals besprechen um wenn nötig, Schritte zur Verbesserung der Situation einleiten.

Wir danken Ihnen für Ihre wertvolle Meldung und hoffen, dass zukünftige Kontakte mit der Sicherheitskontrolle in Zürich Flughafen einen besseren Eindruck über unsere Institution hinterlassen werden.

Freundliche Grüsse

F…  M…

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KANTONSPOLIZEI ZÜRICH
Chef Kontrollabteilung

Haut zeigen am Flughafen

Eine Frau in Florida klagt an. Sie wurde nur zur Sonderkontrolle am Flughafen ausgewählt, weil sie große Brüste habe. Als sie bereits ihre Tasche auf das Kontrollband für das Hangepäck legte, hätten zwei TSA Beamte sie besonders intensiv von oben bis unten abegecheckt. Kaum sei sie durch den Metalldetektor gegangen wurde sie zur Seite genommen und ihr erklärt, ein spezielles Abtasten sei notwendig, gerade im Brustbereich. Eliana Sutherland ist sich sicher, dass das nur aufgrund ihrer besonderen Oberweite passierte. Sie fühle sich diskriminiert.

Solche und ähnliche Vorwürfe gibt es mittlerweile überall in den USA. Die TSA-Führung will nun diesen Anschuldigungen nachgehen.

In Los Angeles handhabte eine Frau das ganze Theater um Nacktscreens und Abtasterei auf andere Weise. Sie zog nur einen Bikini unter den Mantel an, um zu zeigen, dass sie weder im Schritt, noch in Fettfalten, noch unter ihren Brüsten Explosives versteckte. So marschierte sie zum Checkpoint und wurde von den lachenden TSA Beamten durchgewunken. Auch ein Weg zu reisen.

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Cartoonists wehren sich

TSA Kontrolle Die Sonntagszeitungen in den USA sind immer voll mit Cartoons. Von den „Peanuts“ und „Garfield“ bis zu „Hagar the Horrible“ und „Doonesbury“. Doch auch politische Cartoonisten nutzen diese Möglichkeit, um Stellung zu beziehen, um pointiert das aufzugreifen, was in Amerika passiert. Kritisch, frontal und ganz im Sinne von politischen Cartoonisten wird da die Feder geführt, wird ein Finger auf die wunden Stellen Amerikas gelegt.

Hier zwei hervorragende Cartoons, die heute in der Sonntagszeitung waren und die sich mit den verschärften Sicherheitskontrollen an US Flughäfen beschäftigen. Diese neuen Maßnahmen stoßen bei Reisenden und Bürgerrechtlern auf Unverständnis. Kontrollen ja, aber keine Eingriffe in die Intimssphäre.

Der eine Cartoon mit Uncle Sam und Lady Liberty ist von David Horsey. Der andere mit dem außergewöhnlichen Angebot im Sex Club ist von Nick Anderson.

TSA Kontrolle

„The terrorists have won“

NacktscannerDie Terroristen haben gewonnen….das ist eine Schlagzeile aus den USA. Und sie ist wohl gar nicht so weit weg von der Realität. Was sich derzeit an amerikanischen Flughäfen abspielt ist schon mehr als ein gespielter Witz. Wer sich weigert, eine Ganzkörpernacktaufnahme machen zu lassen, wird von oben bis unten abgetastet…zweimal…auch zwischen den Beinen. Und wer dies nicht über sich ergehen lassen will…tja, Pech gehabt. Nonne beim SicherheitscheckEntweder Bild oder Abfummelei, den Sicherheitsbereich darf man ohne nicht mehr verlassen, das könnte sonst eine Anklage und 10.000 Dollar Strafe bedeuten. Aber man wird ja von einem freundlichen, gleichgeschlechtlichen TSA Beamten oder einer Beamtin abgegriffen. Mit sicherem, fingerfertigem und festem Griff wird dann geprüft, ob man nicht Bomben, Waffen oder sonstiges Terroristenwerkzeug am Körper oder hinter dem Hodensack versteckt hat. Und, die amerikanische Regierung verspricht, im Falle man entscheidet sich für das Ganzkörperbild, dass die Photos auf keinen Fall gespeichert oder sonstwie zugänglich gemacht werden. Schade, ich hätte gerne einen Abzug gehabt.

Amerika hat nach dem 11. September 2001 etliche Grundrechte zum Fenster rausgeschmissen. Die Aktienkurse von Sicherheitsfirmen hingegen, die solche Nacktscanner entwickelt haben, sind enorm gestiegen. Und die Terroristen haben zumindest im Angstschüren gewonnen. Osama lacht sich bestimmt schepps in seiner ollen Höhle.

Über den Wolken…(NOT)

Als die Familie Thomas kürzlich von Cleveland nach Minneapolis fliegen wollte, erlebten sie am Schalter von Continental Airlines eine Überraschung. Beim Einchecken von Herrn, Frau und Tochter Thomas leuchtete auf einmal der Name der sechsjährigen Alyssa auf. Sie, so der Continental Mitarbeiter, sei auf der sogenannten „No Fly“ Liste der US Regierung. Eine ellenlange Liste mit Threat LevelNamen, denen verboten ist, per Flugzeug in und nach den USA zu reisen. Das Ministerium für Heimatschutz gibt lediglich zu, dass es diese Datenbank gibt, allerdings nicht, wer auf dieser Liste steht, wie man darauf kommt und vor allem wie man wieder von ihr gestrichen wird.

Nach langem hin und her durfte Alyssa mit ihren Eltern den Flug nehmen, aber nur, nachdem der Vater zusicherte, umgehend mit den Behörden in Kontakt zu treten, um den Sachverhalt zu klären. Seltsamerweise war dies nicht der erste Flug der Sechsjährigen, doch das erste mal, dass ihr Name beim Einchecken auf der „No Fly“ Liste auftauchte.

Wie der Name von Alyssa auf die Liste kam ist nach wie vor unklar, die offiziellen Stellen hüllen sich in Schweigen. Das Problem für die Familie Thomas ist nun, dass sie für jeden Flug früher am Flughafen sein müssen, um nach genauer Prüfung die Reiseerlaubnis zu bekommen.