„Ich habe den Krieg mit der Schweiz abgewendet“

Auf uns kommen wirklich harte Zeiten zu. Das was hier in den YOU-ESSSS-AAAA passiert, erinnert mehr und mehr an den Hollywood Spielfilm „Wag the dog“. Am Donnerstagabend twitterte der gewählte US Präsident, Donald Trump, dass er gerade vom Präsidenten des Autoherstellers Bill Ford einen Anruf erhalten habe. Das Lincoln-Modell, produziert in Kentucky, wird auch weiterhin dort gebaut werden. Die Fabrik wird nicht nach Mexiko verlagert:

Wenige Minuten später kam noch ein Tweet des 45. Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika. Darin erklärt er, er – Donald Trump – habe hart mit Bill Ford daran gearbeitet, die Produktionsstätte in Kentucky zu halten. „Ich war das dem großartigen Staat Kentucky schuldig, die überragend an mich glauben“. Trump hatte bei der Wahl 62,5 Prozent der Wählerstimmen in Kentucky erhalten:

Einziges Problem bei dieser Geschichte ist, die Fabrikhallen in Kentucky waren nie gefährdet. Ford hatte überhaupt keinen Plan, die Produktion nach Mexiko zu verlagern und Arbeitsplätze in Kentucky abzubauen. Trump präsentiert sich dennoch als Macher. Man kann gespannt sein, welche Wohl- und Wundertaten Donald Trump erst schaffen wird, wenn er denn im Oval Office sitzt. Wahrscheinlich verhindert er den drohenden Krieg mit der Schweiz, den Literaturnobelpreis für seine Tweets lehnt er dankend ab, die Mauer müsse nicht gebaut werden, weil Mexiko zugestimmt habe keine Vergewaltiger mehr zu schicken, der Klimawandel sei mit seiner Amtsübernahme in guten Händen, da er einen neuen Vertrag mit Mutter Natur über die steigenden Ozeane aushandeln wird.

Donald Trump war und ist ein Schüler Münchhausens. Seine Lügengeschichten könnten eigentlich mehr als unterhaltsam sein, wenn es nicht die bittere Realität wäre, in der ich hier drüben lebe. Man kann gespannt sein auf Präsident Trump, ab 2017 grüßt sein Bild dann auch auf jedem internationalen Flughafen die ankommenden Besucher: „Welcome to Trump-Country“.

„American Nightmare“

Was passiert mit Detroit? Einst galt die Automobilstadt als das Paris des Westens. Es schnurrte in der Stadt, in Detroit lebte man den „American Dream“. Doch das ist lange her. Die Stadt ist bankrott, darbt nur noch vor sich hin. Seit der Hochzeit des Automobilbooms hat Detroit weit über eine Million Bewohner verloren. 1950 lebten mehr als 1,8 Millionen Menschen in „Motor City“, heute sind es noch nicht einmal 700.000. Die, die es sich leisten konnten, zogen in die Vorstädte oder ganz weg. Steuereinnahmen blieben aus, Detroit gab jedes Jahr über 100 Millionen Dollar mehr aus, als in der Kasse waren. Verpflichtungen, Rentenansprüche, verblendete Ideen von Lokalpolitikern rissen immer größere Löcher in den Haushalt

Und das läpperte sich zusammen. Der Schuldenberg wuchs auf über 17 Milliarden Dollar an. Nun wurde vom Gouverneur und seinem Sonderbeauftragten die Bremse gezogen, die Bankrotterklärung von offizieller Stelle unterzeichnet. Was nun kommt ist fraglich. Was nicht kommen wird ist wohl eine staatliche Hilfe, wie sie noch vor ein paar Jahren den Automobilkonzernen von Detroit das Leben gerettet hat. Damals stimmte Präsident George W. Bush einem Deal mit den Automobilgiganten zu. Rund 25 Milliarden Dollar wurden zur Rettung der Industrie bereit gestellt und von seinem Nachfolger Präsident Barack Obama ausbezahlt.

Nun ist Detroit am Ende. Die Stadt verslumt, verelendet, geht vor die Hunde. Auf einen Zahltag aus Washington wird man jedoch lange warten können, denn die republikanische Mehrheit im Kongress verweigert sich einem Deal. Einer der Gründe ist ganz banal, Detroit war schon immer eine Stadt in den Händen der Demokraten. Die Republikaner mahnen mit erhobenem Finger, schaut her, das passiert, wenn man das Geld zum Fenster rausschmeißt. Die Leidtragenden dieses Politspektakels sind die noch verbliebenen Bürger der Stadt. Wie die Rentner, die jahrzehntelang für die Kommune gearbeitet haben. Polizisten, Feuerwehrleute, Sekretärinnen, Straßenreinigungspersonal, Gärtner…. Deren Pension ist nun nur noch zehn Prozent des eigentlichen Betrages wert, d.h. für jeden Dollar, den sie eigentlich bekommen müssten, werden ihnen nur noch 10 Cent oder weniger ausgezahlt. Ein Skandal, der im Amerika von heute einfach untergeht. Der „American Dream“ wird zum amerikanischen Alptraum.

 

15 Dollar für einen Milliardär

Larry Ellison hat Geld. Viel Geld. Viel, viel Geld. Auf 39, 5 Milliarden Dollar wird sein Vermögen geschätzt. Damit ist er laut Forbes Liste, der fünfreichste Mann der Welt. Ellison hat sein Vermögen mit seinem Software Unternehmen Oracle gemacht. Pro Woche verdient der CEO rund 1,3 Millionen Dollar dazu. Kein schlechtes Einkommen.

Doch nun muß Larry Ellison etwas zurückschrauben, denn in dieser Woche macht er mal gerade 15 Dollar pro Tag, die ihm vom Gericht zugestanden werden. Der Superreiche wohnt in Redwood City, südlich von San Francisco. Und wie alle Amerikaner steht er auch auf der Liste der potentiellen Geschworenen. Ellison ist nun ausgewählt worden und sitzt seit Mittwoch als einer von 12 Geschworenen im Gerichtssaal von Redwood City. Der Fall über den er entscheiden muss ist „Miramontes v. James Ford Inc.“. Donald und Elisa Miramontes hatten gegen den lokalen Ford Händler geklagt, denn die Frau war auf einer Öllache vor der Werkstatt ausgerutscht. Miramontes habe durch den Unfall einen finanziellen Verlust erlitten, ganz zu schweigen vom emotionalen Stress. Und Larry Ellison muß nun mit darüber entscheiden, ob der Ford Händler da fahrlässig gewesen ist. Allerdings vergisst er darüber nicht seinen Tagesjob. In den Pausen wird er immer wieder dabei beobachtet, wie er per Handy an die Zentrale von Oracle Anweisungen durchgibt.

Aus die Maus für den Hummer

Die Ankündigung hätte zu keinem passenderen Zeitpunkt kommen können. Die amerikanische Automobilindustrie demontiert sich derzeit selbst, schliesst Fabriken, streicht ganze Modelle und Marken und versucht sich durch das Abstossen tausender von Händler-Showrooms gesund zu schrumpfen. Wieviele Arbeitsplätze dabei verloren gehen werden, ist noch gar nicht absehbar.

Doch in diesen düsteren Zeiten für GM, Chrysler und Ford kommt der Präsident und verkündet das umweltpolitisch sinnvolle Ziel, den Ausstoss von Autoabgasen drastisch zu senken. Ziel ist es bis 2016 den Verbrauch pro Gallone auf 35 Meilen, also 56 Kilometer pro 3,78 Liter vorzuschreiben. Damit schlägt sich Obama auf die Seite von Arnold Schwarzenegger und Kalifornien, die das schon seit langem fordern und dafür von der (amerikanischen) Automobilindustrie hart angegangen wurden. Ein Affront für die „Gas Guzzlers“ aus Detroit, die bislang mehr auf PS-Power und Bequemlichkeit setzten, als die Zeichen der Zeit und die Ansätze aus Europa und Asien zu erkennen.

Barack Obama hat mit seinen Plänen ein neues Feuer unter den schon brennenden Arsch der US Car-Manager gelegt. Nicht nur müssen sie sich jetzt gesund schrumpfen sondern sich auch noch Gedanken machen, wie man bessere, wettbewerbsfähige, umweltfreundlichere und zukunftsorientierte Modelle produzieren kann.

Aus die Maus für den Monstertruck Hummer, der noch nicht mal als Hybrid diese Zahlen liefern kann.

YouTube Preview Image

Das Ende einer Legende

YouTube Preview Image

Nach 83 Jahren ist Schluss. Die einst legendäre Automarke Pontiac ist reif für den Schrottplatz. GTO, Firebird oder Trans-Am, das sind Modelle aus längst vergangenen Tagen. Die ruhmreichen Jahre der amerikanischen Automobilindustrie sind lange vorbei. Nun krebsen GM, Chrysler und Ford nur noch herum und versuchen sich auf Druck der Obama-Regierung gesund zu schrumpfen. General Motors, der einst grösste Autokonzern der Welt, stösst alles ab, was nichts mehr einbringt. „Saturn“ und „Hummer“ Fabriken werden geschlossen, falls sich keine Käufer finden sollten und nun ist auch Pontiac dran.

Es geht um das Überleben einer ganzen Branche, ja, ganzer Landstriche in den USA. Da zählen keine Gefühlsduselei und nette Jugenderinnerungen in aufgedrehten PS-Karossen. Es geht nur noch um Zahlen. Und die brachte die Marke Pontiac schon lange nicht mehr. In den 60ern und 70ern war Pontiac noch was, konkurrierte mit dem Ford Modell „Mustang“ und sogar mit Porsche. Doch das ist Vergangenheit. Nun wird die Firma von GM abgewickelt. Was bleibt sind ein paar nette Werbespots aus besseren Tagen.

YouTube Preview Image YouTube Preview Image