„Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen“

Die Worte Platons findet man am Schluß des Buches „Generation AK – The Afghanistan Wars 1993 – 2012″, erschienen im Münchner Steidl Verlag. Worte, die kaum besser das beschreiben können, was der australische Fotograf Stephen Dupont in diesem Buch zeigt. Die Sinn- und Hoffnungslosigkeit, der Irrsinn, das Ausmaß dieses endlosen Krieges in Afghanistan.

Dupont bereist seit Jahrzehnten das Land am Hindukusch, kennt es so gut, wie kaum ein anderer Fotojournalist. In seinen Fotos spürt man die Nähe, die Faszination, ja, die Liebe zu diesem beeindruckenden Land. Er zeigt aber auch die ganze Brutalität des Alltags, die geschundenen, traumatisierten Menschen, Generationen, die im und mit dem Krieg aufgewachsen sind. Dupont führt dem Betrachter in seinen bewegenden schwarz-weiß Bildern ein Leben vor, das für viele von uns kaum vorstellbar ist. Elend, Angst, Terror, Hoffnungslosigkeit. Und all das wiederholt sich. Woche für Woche, Monat für Monat, Jahr für Jahr, Jahrzehnt für Jahrzehnt.

Stephen Dupont zeigt in seinem Fotobuch „Generation AK“ die vielen Seiten des Lebens in Afghanistan. Foto: S. Dupont.

Zweimal durfte ich nach Afghanistan reisen und war jedesmal von der Schönheit dieses Landes beeindruckt. Und doch ist da auch immer dieses Gefühl, nicht zu wissen, was gleich passieren kann. Ein friedliches Ende ist nicht in Sicht. Auch das zeigen Duponts Bilder, dazu Aufzeichnungen aus seinen Tagebüchern. Auch wenn die Fotos zwischen 1993 und 2012 aufgenommen wurden, Afghanistan war und ist kein sicherer Ort, wer das behauptet, sollte dorthin reisen. Es ist ein hochbewaffnetes Land, in dem unzählige von Drittstaaten ihre Interessen verfolgen. Die Taliban sind wieder auf dem Vormarsch, die verschiedensten Terrororganisationen und War Lords kämpfen um ihren Teil im Land. Den Krieg wird man nie mit noch mehr Krieg beenden können. Duponts Fotos machen auch das deutlich. Viele seiner festgehaltenen Momentaufnahmen wiederholten sich über die Jahrzehnte. Er ist nah dran, zeigt die Menschen, ihre Gesichter, ihre Blicke, kaum ein Lächeln.

Die Fotos machen einen ohnmächtig. Bilder nach einem Selbstmordanschlag eines Zwölfjährigen. Tote, abgerissene, blutige Körperteile, Verletzte. Der Fotograf funktioniert, hält all das fest und versetzt damit den Leser dieses Buches in einen betroffenen Voyeur, der sich eingestehen muss, viel zu lange schon mit diesem Horror zu leben, die Nachrichten von dort auszublenden, nichts mehr in diesem komplizierten Machtspiel zu hinterfragen, der erneuten Eskalation des Krieges zuzusehen. Stephen Dupont zeigt Afghanistan, zeigt einen Krieg, zeigt einen eingeschlagenen Weg, der einfach nur falsch ist. „Generation AK – The Afghanistan Wars 1993 -2012“ ist eine tief bewegende Retrospektive eines Ausnahmefotografen, der diesen Krieg erlebt, durchlebt und vor allem auch überlebt hat. Und doch, in diesem Buch kann man auch die Narben erahnen, die Dupont selbst davongetragen hat.

Aus 45 mach 200.000.000

Rick Norsigian kaufte vor zehn Jahren bei einem „Garage Sale“, einem privaten Flohmarkt, eine Kiste mit Negativen auf Glasplatten. 45 Dollar zahlte er dafür. Norsigian ist Sammler und hoffte auf einen guten Fund.

Rick NorsigianZehn Jahre später sieht alles nach einem mehr als guten Fund aus. Was er da in der Kiste erwarb, sollen Originalnegative des berühmten kalifornischen Landschaftsphotographen Ansel Adams sein. Der geschätzte Wert: 200 Millionen Dollar.

Zwar erklärte Ansel Adams‘ Enkel, Matthew Adams, dass er nach wie vor Zweifel an diesem Fund habe, denn ihm sei nichts von diesen Bildern bekannt. Doch Rick Norsigian geht davon aus, dass die Negative jene sind, die eigentlich in einem Brand 1937 zerstört worden sein sollen. Der Sammler glaubt, dass die Kiste gerettet aber später nicht mehr registriert und archiviert wurde. Die Bilder wären dann die frühen Arbeiten von Ansel Adams, die er in den 20er Jahren angefertigt hatte.