Der Anfang vom Ende der Simpsons?

Alf Clausen, der Komponist der weltbekannten TV-Serie „The Simpsons“ wurde nach 27 Jahren entlassen.

      Alf Clausen

Nach 27 Jahren kam das Ende für den Komponisten der Simpsons. Alf Clausen erhielt einen Anruf vom Produzenten der Serie, Richard Sakai, der ihm mitteilte, man wolle in Zukunft „einen anderen Weg gehen“. Seit 28 Jahren schon laufen Homer, Marge, Lisa, Bart und Maggie im Abendprogramm von FOX und sind damit die am längsten laufende Serie überhaupt geworden. Clausen war seit 27 Jahren dabei. Mit einem 35 Musiker umfassenden Orchester gab er den perfekten musikalischen Rahmen für das Leben in Springfield und darüberhinaus. Und das wurde wohl nun zu teuer. Ein anderer Weg kann nur bedeuten, dass bei den Simpsons der Rotstift angesetzt werden soll. Statt eines Orchesters soll nun wohl der Sound aus der Büchse kommen. Ist das der Anfang vom Ende der Simpsons?

Vor etlichen Jahren hatte ich einmal die Gelegenheit, Alf Clausen in seinem Studio in Los Angeles zu besuchen, bei der Arbeit zu beobachten und ihn anschließend zu interviewen. Er zeigte mir die Sprecherkabinen der bekannten Simpsonsstimmen, das Produktionsstudio, nahm sich viel Zeit für das Gespräch. Der heute 76jährige Alf Clausen hat neben seiner Arbeit für die Simpsons etliche Spielfilme und weitere Serien, darunter die Abenteuer des Außerirdischen Alf, vertont. Und Clausen hat auch noch so einige Jazz CDs mit bekannten Jazz Musikern aus Los Angeles veröffentlicht. Sehr zu empfehlen sind auch die Soundtrack-CDs der Simpsons selbst, die die ganze Kreativität und das Können dieses Ausnahme Komponisten belegen. Für seine Arbeit wurde Alf Clausen mehrmals ausgezeichnet, darunter auch mit zwei Emmy Awards.

100 Tage Präsident Donald Trump

Viel wird derzeit über diese ersten 100 Tage der Trump Adminstration gesprochen. Keine Nachrichten-, keine Diskussionssendung vergeht, wo nicht über diesen künstlichen Zeitrahmen gesprochen wird. Trump selbst sagt von sich, er habe in dieser Zeit so viel erreicht wie noch kein Präsident vor ihm. Allerdings sieht die Realität anders aus. Donald Trump hat zumindest nicht das geschafft, was er großspurig in seinem „Contract with the American Voter“ angekündigt hatte. Sein „100-day action plan to Make America Great Again“ ist bislang alles andere als aktionsreich verlaufen. Trump tweetet und stellt sich wie eh und je selbst dar. Selbstverliebt und realitätsfern ging er durch die ersten 100 Tage „on the job“.

Nun haben die Produzenten der Simpsons ein passendes Bild des neuen Präsidenten gezeichnet. Anlass sind die ersten abgelaufenen 100 Tage von Donald Trump im Weißen Haus. Der Videoclip macht derzeit die Runde online. Interessanterweise werden die Simpsons auf FOX ausgestrahlt, dem Rupert Murdoch-Sender, zu dem auch FOXNews gehört, der (in)offizielle Propagandasender der Trump Administration.

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Ein richtiger Wachrüttler

Da ist man gerade daheim und schon wird man daran erinnert, wo man lebt. Um 6:49 wackelt der Boden. Ich war gerade mit dem Hund draußen, da gab es einen lauten Knall. Die Fenster der umliegenden Häuser wackelten, Äste fielen von den Bäumen, ich dachte an eine Explosion. Doch dann war da nichts weiter. Keine Feuerwehrsirenen, kein lautes Geschrei. Alltag.

Und dann hieß es im Radio, nachdem ich wieder zurück im Haus war, ein 4.0 Beben habe Oakland erschüttert. Auch schön, ich bin wieder daheim. Welcome home! Die Studios des lokalen Fox Senders für die Bay Area, KTVU, sind in Oakland, dort erlebte der Wettermann das Beben live on-air, wie man unten im Video sehen kann. Gleich sieben Nachbeben wurden gemessen, alle in der Stärke um 2,4. Davon bekam ich allerdings nichts mehr mit. Sowas merkt man nicht mehr oder kaum noch.

Der große Rüttler heute morgen machte nur eins wieder deutlich. Ich lebe hier auf einer Zeitbombe, die Frage ist also nicht ob, sondern wann das große Beben kommen wird.

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We’re going to Springfield

Nun kann man die Simpsons in Hollywood besuchen.

Nun kann man die Simpsons in Hollywood besuchen.

Die Simpsons sind Amerikas beliebteste Cartoon Familie. Seit 1989 treiben Homer, Marge, Bart, Lisa und Maggie ihr Unwesen. Abenteuer über Abenteuer, der Sonntagabend gehört in der Fernsehnation den Simpsons. Nichts ist sicher vor den Geschichten und den verbalen Spitzen der Simpsons und ihrer Macher. Als Ritterschlag im Showbusiness gilt mittlerweile, wer einen Gastauftritt in Springfield hatte. Das reicht von Schauspielern, Musikern über Politiker, Wissenschaftler bis hin zu Wirtschaftsbossen und Sportlern. Erstaunlicherweise war diese Hitserie, neben Al Bundys schrecklicher Familie, das Fundament des FOX Networks. Heute ist FOX vor allem durch seinen erzkonservativen Meinungsnachrichtensender FOXNews bekannt, doch das Network hat auch anders Fernsehgeschichte geschrieben.

Das imaginäre Springfield mit Duff Bier und Atomkraftwerk lag bislang irgendwo im Heartland von Amerika. Ab Mitte Mai nun kann man es ganz gezielt besuchen, als Teil der Universal Studios in Los Angeles. Zumindest einige der wohlbekannten Gebäude, wie die Grundschule von Bart und Lisa, den Kwik-E-Mart, den Comic Buchladen, das Atomkraftwerk und natürlich auch Moe’s Bar.

In Moe's Kneipe kann man ein Duff Bier trinken.

In Moe’s Kneipe kann man ein Duff Bier trinken.

Und selbstredend soll man nicht nur hinsehen, sondern auch aktiv Springfield erleben. Im Kontrollzentrum von Mr. Burns AKW, am Arbeitsplatz von Homer Simpson darf man durchaus Knöpfe drücken bis die Alarmglocken schrillen. Selbstverständlich gibt es auch das passende Essen in Springfield. Neben dem Krusty Burger, auch Doughnuts, Pizza uns selbstverständlich ein kühles Duff Bier.

Der Eintrittspreis ist nicht ganz billig. Mit 95 Dollar pro Nase ein teures Vergnügen, doch für die weltweite Simpsons Fangemeinde ist es wahrscheinlich ein Pflichtbesuch auf einer Kalifornienreise mit Stop in Tinseltown. Und, was für die Detail fanatischen Simpsianer wichtig ist, Simpsons Urvater Matt Groening und sein Team haben eng mit den Universal Studios zusammen gearbeitet, um ein genaues Abbild von Springfield zu schaffen.

„Nenn mich Snake“

Das Filmplakat zu "Die Klapperschlange"

Das Filmplakat zu „Die Klapperschlange“

Ein Film aus meiner Jugendzeit wird neu aufgelegt. „Die Klapperschlange“, im Original „Escape from New York“, soll wieder ins Kino kommen. Anscheinend gehen dem Produktionsstudio FOX die Ideen aus, denn nun wendet man sich solchen Klassikern zu. Mir graut schon jetzt vor einem „Remake“. Wie kann man Kurt Russell ersetzen, seine obercoole Art nochmals so rüber bringen? Und dann der Soundtrack, der vom Nürnberger Colosseum Label veröffentlicht wurde… Einzigartig gut! Die Musik wurde von John Carpenter geschrieben, der auch der Regisseur dieses Wahnsinnsstreifens war.

Im Gespräch, die Rolle des Snake Plissken zu übernehmen, sind gleich eine ganze Latte von Namen; Charlie Hunnam, Chris Hemsworth, Jeremy Renner, Jason Statham und Tom Hardy.

Charlie Hunnam ist im Gespräch, die Rolle des "Snake Plissken" zu übernehmen.

Charlie Hunnam ist im Gespräch, die Rolle des „Snake Plissken“ zu übernehmen.

Einzig bei Charlie Hunnam, der in der FX Serie „Sons of Anarchy“ überzeugend einen „Badass Motherf…..“ spielte, könnte ich mir mit viel Vorschusslorbeeren einen neuen „Snake“ vorstellen. Und doch bin ich mir sicher, dass sich auch Hunnam an der legendären Rolle die Finger verbrennen wird. Denn man muß eines mal sehen, „Die Klapperschlange“ war ein Riesenerfolg, ein Kultfilm, der noch heute seine Fans hat (mich eingenommen). Auch die Ankündigung, dass Carpenter als Co-Produzent eingesetzt werden soll, beruhigt da wenig.

Bereits 2007 gab es Überlegungen, „Die Klapperschlange“ neu zu drehen, für die Hauptrolle war der irische Schauspieler Gerard Butler vorgesehen. Kurt Russell wurde damals in einem Interview gefragt, was er von dieser Wahl halte. Die Antwort Russells war eindeutig: „Als mir gesagt wurde, wer die Snake Plissken spielen soll, war meine erste Reaktion „Oh, man“. Ich glaube, der Charakter (von Plissken) war vor allem eins. Und das ist Amerikanisch!“

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So schafft man Unruhen

Zehntausende kommen in diesen Tagen und Wochen über die Grenze in die USA. Minderjährige, Frauen, ganze Familien. Sie werden empfangen, in Notunterkünften untergebracht, verpflegt, gekleidet, beraten. Und dann meistens an Familienangehörige, die bereits in den USA leben, übergeben, bis zu einem Anhörungstermin. Die Grenzpolizei ist an manchen Stellen rund um die Uhr damit beschäftigt, illegale Grenzgänger aufzugreifen. Leere Gebäude in Grenznähe, wie Schulen, Lagerhallen, Kirchen, werden umgerüstet, eine Infrastruktur für die Versorgung der Neuankömmlinge muß eingerichtet werden. Präsident Barack Obama fordert zusätzliche 3,7 Milliarden Dollar vom Kongress, um mehr Richter und Anwälte anzuheuern, mehr Equipment für den Grenzschutz anzuschaffen.

Eine Flut von schlecht ausgebildeten Arbeitern trifft auf ein Land, in dem die produzierende Industrie schon lange verschwunden ist. Amerikanische Unternehmen haben bereits vor Jahren ihre Produktionen ausgelagert, zum Teil einfach um ein paar Kilometer verschoben, vom amerikanischen Süden in den mexikanischen Norden. Wie z.B. von El Paso über die Brücke nach Ciudad Juarez. Einen Steinwurf entfernt. Die amerikanischen Firmen sparten so „hohe“ Arbeitskosten in den USA und hinterließen eine Arbeitnehmerschaft, die ohne Jobs und ohne Zukunft zurück blieb. Gerade die Afro-Amerikaner wurden davon hart getroffen. Die Arbeitslosenquote bei den Schwarzen in den USA liegt bei über 11 Prozent, weit über der allgemeinen Arbeitslosenzahl. Mit großem Interesse blicken afro-amerikanische Organisationen auf das, was da an der Grenze passiert. Gelder werden für illegale Einwanderer bereitgestellt und ausgegeben, während „inner city schools“ und schwarze Stadtteile sich selbst überlassen werden, wie East-Oakland. Dort beherrschen Gangs den Alltag. Kriminalität, Prostitution, Drogensucht, Arbeitslosigkeit, die Schwarzen Amerikas fühlen sich benachteiligt und wenn man die harten Zahlen genauer ansieht, aus gutem Grund.

Nun verbinden die ersten Kommentatoren diese beiden Ereignisse. Hier die Afro-Amerikaner, dort die illegalen Latinos. Der konservative Autor und Anwalt A. J. Delgado geht in seinem Beitrag für nationalreview.com „Black Americans: The True Casualties of Amnesty – Democrats throw black voters under the bus“ einen Schritt weiter. Delgado meint, die Demokraten wenden sich bewußt und kalkuliert von den Schwarzen ab, die eigentlich zu ihrer Stammwählerschaft gehören. Der Anteil der Afro-Amerikaner an der Gesamtbevölkerung sinkt, während der der Latinos konstant ansteigt. Die demokratische Partei gehe davon aus, dass sich hier eine neue und weitaus wichtigere Wählerschaft entwickelt, so Delgado. Er schließt seinen Artikel mit dem Satz: „The message to black voters is: “Yes, your ancestors endured unimaginable hardships and helped build this country, and we said we’d help you out. But now we have a new trophy wife.” FOXNews und einige FOX Lokalsender nehmen solche, durchaus berechtigten, doch gefährlichen Überlegungen und Aussagen gerne auf, um die „Scheinheiligkeit“ der Demokraten „bloß zu stellen“. So werden Nachrichten auch gemacht. Amerika stehen heiße Zeiten bevor.

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Kampf der Noch-Nicht-Kandidaten

Erst im November 2016 wird erneut ein amerikanischer Präsident gewählt. Schon jetzt vermutet und munkelt man, wer denn für die Demokraten und die Republikaner in den Ring steigen werden. Namen werden gehandelt, es wird genau beobachtet, welcher Politiker wo auftritt, was er sagt und mit wem er sich umgibt. Zwei Kandidaten, die einfach nicht von den Listen gestrichen werden, sind Hillary Clinton für die Demokraten und Jeb Bush für die Republikaner. Jeder von ihnen führt das Feld der potenziellen Kandidaten an, obwohl es überhaupt noch keine offiziellen Kandidaten gibt. Sowohl Clinton wie auch Bush haben sich bislang nicht festgelegt. „Ich denke darüber nach“, erklärte diese Tage Hillary Clinton im kalifornischen San Jose und auch Jeb Bush meinte vor ein paar Tagen in einem Interview mit FOXNews, er entscheide sich noch in diesem Jahr, ob er kandidieren werde.

Hinhalten und verzögern und aus dem direkten Schußfeuer bleiben. Die amerikanische Politik ist eine Schlangengrube. Wer ans Ziel will, muß da durch. Der Vorwahlkampf in der eigenen Partei ist ein brutaler und kräftezehrender Mehrkampf. Alles ist erlaubt, Tiefschläge einbezogen. Wer sich zu früh in Position bringt, wird zermahlen, zerlegt, gedemütigt. Hillary und auch Jeb kennen das Geschäft nur zu gut. Sie haben es am eigenen Leib und aus unmittelbarer Nähe erlebt. Ein Kampf zwischen den beiden ist unwahrscheinlich und doch, er wäre ein Zweikampf mit Inhalten. Denn beide stehen für neue Ideen und Ziele, und sind dabei in wichtigen politischen Fragen gar nicht mal so weit voneinander entfernt. Amerika ist und bleibt im Dauerwahlkampf.

Der Führer und King Kong

      Adolf Hitler und Hollywood

Adolf Hitler schaute gerne Spielfilme. Und nicht nur das, er kommentierte auch gerne das, was er da auf der großen Leinwand sah. Ben Urwand ist ein junger Historiker, der an der Harvard Universität lehrt. Bei einer Recherche im Bundesarchiv in Berlin stieß er auf Briefe zwischen den Hollywood Studios und Hitlers Adjutanten. Unterschrieben mit Heil Hitler. Urwand wollte eigentlich über Hitlers Begeisterung an amerikanischen Spielfilmen schreiben, doch änderte dann den Kurs. Hier eröffnete sich ein Geschichtskapitel, das bislang unbeachtet blieb – die enge Zusammenarbeit zwischen den Hollywood Studios und Nazi-Deutschland. Ben Urwand ist der Autor von „The Collaboration – Hollywood’s Pact with Hitler„. Dazu der obige Audiobeitrag:

Mandelas Kampf ist unser Kampf

27 Jahre in einem rassistischen Land hinter Gittern. Unbeugsamer Führer einer Widerstandsbewegung gegen ein Unrechtsregime. Bürgerrechtskämpfer, dessen Stimme für Gleichberechtigung, Frieden und Freiheit weltweit zu hören war. Nelson Mandela war einer der großen Männer unserer Zeit. Ohne Frage.

Doch was einige führende Republikaner in den USA von sich geben, ist Hohn, Beleidigung, ja, absurde Geschichtsverfälschung. Rick Santorum, der ehemalige Präsidentschaftskandidat, erklärte in einem Interview mit Bill O’Reilly, nachdem der gesagt hatte, Mandela sei ja Kommunist gewesen: „Sie haben recht, ich finde, für was er eintrat war nicht unbedingt die richtige Antwort, aber er kämpfte gegen eine große Ungerechtigkeit. Und ich würde das Argument anführen, dass wir in diesem Land gerade eine große Ungerechtigkeit erleben, mit einer stetig wachsenden Regierung, die alles übernimmt und das Leben der Menschen kontrolliert. Und Obamacare ist dabei der Mittelpunkt von allem“. Kein Witz, das sagte Rick Santorum. Das südafrikanische Apartheit Regime wird mit der amerikanischen Gesundheitsreform verglichen. Indirekt damit die rassistischen Buren mit der Obama Administration.

Was will man da noch sagen. Egal, was für ein Interview in diesen Tagen, Wochen und Monaten über die Bildschirme läuft oder über die Hörfunkfrequenzen verbreitet wird, wenn ein Republikaner auftritt, bringt er Obamacare zur Sprache. Egal um was es sich dreht, egal was für ein Thema behandelt wird. Das erinnert schon sehr an Mister 9-11, Rudy Giuliani, der seinen gesamten Präsidentschaftswahlkampf über die Terroranschläge des 11. Septembers 2001 definierte. Der jetzige Vize-Präsident Joe Biden, damals selbst Kandidat, erklärte dazu passend, Giuliani habe die Sprache neu erfunden, denn bei ihm sei 9-11 ein Substantiv, ein Verb und ein Adjektiv geworden.

Die Republikaner machen es jetzt nicht anders. Alles und jedes Problem kann auf Obamacare zurück geführt werden. Und das soll so noch weiter bis zum Wahltag 2014 und wohl auch bis zum Wahltag 2016 gehen. Oh Mein Gott!.

Irgendwie findet man immer einen Dreh, um eine gut gemeinte Gesundheitsreform, die mit viel Pech und Pannen und auch Unvermögen begonnen hat, als Teufelswerk zu verfluchen. Irgendwie hackt es doch in den USA.

Erdbeben im News Geschäft

Gleich zwei Schlagzeilen drehen sich um das Newsgeschäft. „Al Jazeera America“ geht in diesen Tagen on-air und bei FOXNews wird einiges durcheinander gewürfelt. Mit Hochspannung wartet man auf den Start des neuen Nachrichtenkanals. Al Jazeera steht noch immer im Ruf, in den USA pro-islamistische Propaganda zu verbreiten. Totaler Quatsch, aber sowas hält sich. Vielmehr berichet der Kanal aus einer Region und aus einem Blickwinkel, der von amerikanischen Stationen total vernachlässigt wird. Am 20. August ist nun der Sendestart des neuen Nachrichtenkanals geplant.

Bei FOXNews werden die Sendeplätze neu vergeben. Der konservative und stark ideologisch ausgerichtete Sean Hannity verliert seinen 21 Uhr Programmplatz. Er hat seit der letzten Wahl 35 Prozent an Zuschauern eingebüßt. Das liegt auch daran, dass Hannity vor der Wahl immer auf die falschen republikanischen Kandidaten setzte und dazu noch demagogische Talk-Gäste, wie Dick Morris, einlud, die ihre stark gefärbten Einschätzungen und Analysen verbreiten durften. Bis zum Schluß glaubte Morris, dass Mitt Romney die Wahl gewinnen würde. Ein fataler Fehler, FOXNews wurde dann kalt erwischt. Hannity muß also weichen und nicht nur hier, er verliert nun auch seine „syndicated“ Radioshow. Wie es heißt, wird Cumulus Media die tägliche „The Sean Hannity Show“ nicht länger auf Hunderten von Stationen im Land verbreiten. Hannitys Zeit scheint damit abgelaufen zu sein.

Auf den 21 Uhr Spot von FOXNews wird nun Megyn Kelly ziehen, die bereits eine Nachmittagssendung auf dem Sender hatte. Sie gilt als gemäßigter, liberaler und auch weltoffener als Hannity. Ihre Zuschauerzahlen schossen in den letzten Monaten nach oben, ein klares Zeichen für die Senderverantwortlichen, Kelly auf einen „Drive-Time“ Platz zu setzen. Einige Beobachter werten dieses Programmgeschiebe bereits als „Liberalisierung“ von FOXNews, doch das muß dahin gestellt bleiben. Der Nachrichtenkanal lebt von seinen konservativen und teils extremen Einschätzungen der politischen Landschaft. Das ist die Nische, die sich FOXNews im Kampf gegen CNN und MSNBC geschaffen hat.