Donald Trump schaut zu viel FOXNews

Man stelle sich vor, Donald Trump wacht früh morgens alleine und im Seidenpyjama in seinem Bett im ersten Stock des Weißen Hauss auf. Seine Frau Melania ist ja noch in New York, wahrscheinlich teilen sie sich auch dort kein Schlafzimmer, denn der Donald hat die Angewohnheit nachts fern zu sehen und wild auf seinem Telefon rumzuhacken. Die Frisur ist an diesem Morgen etwas verschoben, Trump greift zur Seite, nimmt die Fernbedienung vom Nachttisch und schaltet den Fernseher an. FOXNews natürlich, denn das ist der Kanal, den der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika schaut, liebt und lobt.

Das ist nun ein etwas ausgeschmücktes Bild eines Morgens im Schlafzimmer des amerikanischen „Commander in Chiefs“. Fakt ist aber, dass Donald Trump den konservativen und verschwörerischen Nachrichtensender am liebsten sieht und das täglich. Das ist sogar nachweisbar, denn die Tweets zu Themen, die FOXNews am Morgen aufgegriffen hat, seien sie noch so abwegig, tauchen kurz darauf in Trumps 140 Zeichen Wutnachrichten auf, für alle Welt zu lesen.

Der Murdoch-Sender ist derzeit auf einer Mission: Trump schönreden, ihn als Opfer der verhassten „Mainstream Media“ darzustellen, ihn als klugen, weitsichtigen Mann zu präsentieren, als Washington-Außenseiter, als einen erfolgreichen Geschäftsmann, der seinen Weg geht und natürlich ist das der richtige Weg für Amerika. Bislang fehlt nur noch der morgendliche Kinderchor, der die Hymne anstimmt: „Make America Great Again“.

Donald Trump sieht sich als Opfer. In dieser Rolle fühlt er sich allerdings wohl. Denn aus dieser vermeintlichen Defensivposition kann er austeilen, wild um sich schlagen, Tiefschläge setzen. Und die setzt er nur zu gerne, auch wenn sie oftmals unüberlegt kommen. Seine Lieblingsgegner sind die Medien mit ihren „Fake News“, Barack Obama und Hillary Clinton, was wäre Trump nur ohne diese Hassbilder? Daran hält er fest, kommentiert, zwitschert sich einen und nutzt eigentlich jede öffentliche Rede, um wieder alte Geschichten aufzukochen und seien die schon längst vom Tisch gewesen. Trump hält zum Beispiel nach wie vor daran fest, dass Obama seinen Trump Tower in New York abhören ließ. Beweise dafür gibt es nicht. Sein Argument ist oftmals, „people are talking“, aber wer diese Leute sind, das sagt er nicht. Oder eigentlich doch mit seinen Tweets am Morgen – Moderatoren und Gesprächspartner auf FOXNews.

100 Tage Präsident Donald Trump

Viel wird derzeit über diese ersten 100 Tage der Trump Adminstration gesprochen. Keine Nachrichten-, keine Diskussionssendung vergeht, wo nicht über diesen künstlichen Zeitrahmen gesprochen wird. Trump selbst sagt von sich, er habe in dieser Zeit so viel erreicht wie noch kein Präsident vor ihm. Allerdings sieht die Realität anders aus. Donald Trump hat zumindest nicht das geschafft, was er großspurig in seinem „Contract with the American Voter“ angekündigt hatte. Sein „100-day action plan to Make America Great Again“ ist bislang alles andere als aktionsreich verlaufen. Trump tweetet und stellt sich wie eh und je selbst dar. Selbstverliebt und realitätsfern ging er durch die ersten 100 Tage „on the job“.

Nun haben die Produzenten der Simpsons ein passendes Bild des neuen Präsidenten gezeichnet. Anlass sind die ersten abgelaufenen 100 Tage von Donald Trump im Weißen Haus. Der Videoclip macht derzeit die Runde online. Interessanterweise werden die Simpsons auf FOX ausgestrahlt, dem Rupert Murdoch-Sender, zu dem auch FOXNews gehört, der (in)offizielle Propagandasender der Trump Administration.

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Trump und seine „Meinungsfreiheit“

Eigentlich hat die Leitung der UC Berkeley all das gemacht, was richtig ist. Sie hat erlaubt, dass ein selbsterklärter Provokateur, Hassprediger und Rassist auf dem Campus der weltbekannten Universität sprechen darf. Die republikanische Studentengruppe hatte Milo Yiannopoulos („ich bin die gefährlichste Schwuchtel“) zum zweiten Mal eingeladen um hier zu hetzen, nur drei Blocks vom „Free Speech Park“entfernt in dem in den 60er Jahren die „Free Speech Movement“ begann. Die freie Meinungsäußerung ist in Berkeley das höchste Gut. Dafür ist Berkeley bekannt, darauf berief sich auch der Kanzler der Uni, Nicholas Dirks: „Die Verfassung der USA verbietet es der UC Berkeley, als öffentliche Einrichtung, Meinungsäußerungen zu verbieten aufgrund des Inhalts oder der Sichtweise, auch wenn diese Sichtweisen noch so hasserfüllt und diskriminierend sind“.

Viele Studierende wollten sich damit jedoch nicht abfinden und organisierten eine Protestveranstaltung und Blockade, um Yiannopoulos‘ Auftritt zu verhindern. Das gelang auch, doch unter die Studenten mischte sich ein „schwarzer Block“, Autonome, die auf Krawall und „Krieg“ aus waren, wie es einer der Teilnehmer formulierte. Schaufenster wurden eingeschmissen, Müllcontainer in Brand gesteckt, Autofahrer angegangen. Es kam zu heftigen Auseinandersetzungen mit der Campuspolizei. Die sah sich genötigt polizeiliche Unterstützung von anderen Unis und der Oakland Polizei anzufordern. Nachdem die Uni-Leitung die Veranstaltung mit Yiannopoulos schließlich absagte, schwappte die Gewalt auf angrenzende Straßen über.

Milo Yiannopoulos sah sich als Opfer, als jemand, der von den „Linken“ in seinem Grundrecht auf Meinungsfreiheit behindert werde. Während auf dem Campus noch gekämpft wurde, war der Rechtsaußen Aktivist live per Telefon auf FOXNews zu hören. Yiannopoulos ist nicht einfach ein Provokateur. Er hetzt gegen Ausländer, gegen Andersdenkende, gegen Muslime, gegen eigentlich alles für was die liberale UC Berkeley steht. Und er hat auch ein Stipendium „nur für weiße männliche Studenten“ ins Leben gerufen. Yiannopoulos ist darüberhinaus Kommentator auf der Webseite Breitbart News und erklärter Trump Unterstützer, den er auch „Daddy“ nennt. Breitbart News kennt man mittlerweile, denn deren früherer Boss, Steve Bannon, ist nun Chef-Stratege und sitzt als Sicherheitsberater an der Seite von Donald Trump im Weißen Haus. Trump sah sich deshalb wohl auch dazu berufen, zu den Ausschreitungen in Berkeley zu twittern und der Uni ganz offen mit Finanzkürzungen zu drohen, wenn man in Berkeley die Meinungsfreiheit nicht zulasse. Trump zeigt erneut, dass er keine Ahnung hat, sich nicht informiert hat und schnell 140 Zeichen in die Welt rausgehackt hat.

„Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden“, heißt das berühmte Zitat von Rosa Luxemburg. Aber wie weit geht diese Freiheit? Fällt darunter auch Hetze, Hass und Provokation? Milo Yiannopoulos kam nicht nach Berkeley, um hier friedlich zu diskutieren, seine Sicht der Dinge darzulegen. Er kam, um genau das zu erreichen, was er erreicht hat. Die Absage der Veranstaltung, brennende Müllcontainer, eingeschlagene Schaufenster, eine Schlacht zwischen Polizei und einem auf Gewaltexzessen ausgerichteten „schwarzen Block“. Das wurde ganz deutlich mit seinem schnellen Anruf zu FOXNews und der Live-Schaltung auf dem Trumpschen Haussender. Der 32jährige hatte seine Bilder und seine Schlagzeilen, die für einen wie ihn Gold wert sind. Auf Breitbart selbst hieß es: „The Night Berkeley Betrayed The Free Speech Movement“.

Für Milo Yiannopoulos und auch für Donald Trump bedeutet Meinungsfreiheit das Recht ungefragt und ungestraft zu Hetzen, zu Lügen, Hass zu verbreiten. Doch das ist nicht die Meinungsfreiheit, für die in den 60er Jahren in Berkeley gekämpft wurde. Ganz sicher sogar nicht!

 

 

Berlin, Trump und der Islamische Staat

Mir wird schwindelig bei all diesen Nachrichten am Morgen. Das Newsrad dreht sich und alles mögliche wird veröffentlicht und verbreitet. Donald Trump twittert zu Ankara, Zürich und Berlin, die Jewish Press schreibt, zu dem Anschlag auf den Weihnachtsmarkt habe sich der Islamische Staat bekannt. Auch das Rechtsaußen Newsportal Breitbart zieht nach und behauptet, IS Unterstützer feierten bereits die Anschläge in Berlin und Ankara.

Die Welt dreht am Rad. Nachrichten und solche, die es sein sollen, werden in diesen Stunden massig verbreitet. Einen Überblick hat niemand, aber jeder hat eine Meinung. Die konservative Tageszeitung „Washington Examiner“ titelt: „Trump after Berlin: The Islamic State must be ‚eradicated'“. Donald Trump werde sich einmischen, so die Zeitung, nach acht Jahren Barack Obama nun endlich jemand, der den Terroristen und ihren Hintermännern und Netzwerken die Stirn zeige. Der Examiner ist eines der Sprachrohre der konservativen Bewegung in den USA. Trump ist nun fast in Amt und Würden, die Hardliner feiern schon jetzt und zeigen auf Obama, der am Tag der Anschläge lieber Golf im Weihnachtsurlaub auf Hawaii spielte.

Die Rechtsaußen Kommentatorin, Michelle Malkin, beliebter Gast auf FOXNews, twittert polemisch: „Open borders + welfare state + dhimmitude = suicide“. „New Republic“ schreibt: „The Berlin Christmas market attack is a gift to Europe’s far right.“ Das Attentat von Berlin sei ein Geschenk für die Rechten in Europa. Angela Merkel müsse sich im kommenden Jahr einer Wiederwahl stellen, der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt würde sie jedoch in die Enge treiben, die Rechtsaußen Parteien stärken. Und es scheint genau so zu kommen. Der NRW-Landesvorsitzende der AfD, Marcus Pretzell, twitterte schon kurz nach dem Anschlag: „Wann schlägt der deutsche Rechtsstaat zurück? Wann hört diese verfluchte Heuchelei endlich auf? Es sind Merkels Tote!“ Auch die Konkurrenzpartei der AfD, die NPD, macht mobil. Auf ihrer facebook Seite unterlegt sie ihren Kommentar zu dem Anschlag mit den Hashtags: „Leistet Widerstand“, „GrenzenSichern“, „DeutschlandSchützen“, „IslamisierungStoppen“ und „KriminelleAusländerRaus“. Klare Ansagen, wie sich der Ton in den kommenden Wochen und Monaten anhören wird.

 

Ich glaub‘ Donald Trump ist auf Drogen

Also irgendetwas muß er rauchen oder einwerfen. Anders kann man das doch gar nicht mehr begründen, was Donald Trump in diesen Tagen da vom Stapel läßt. Er fordert eine Drogentest vor der nächsten Präsidentendebatte, weil ausgerechnet er meint, Hillary Clinton schien ihm beim letzten Aufeinandertreffen der beiden zugedröhnt zu sein. Er begründet es damit, dass Hillary am Anfang der Debatte voller Energie war und später dann nur noch da saß und ihm still zuschaute. Ich füge hier hinzu, dass sie eigentlich gar nichts machen mußte, nur noch zusehen, wie Trump sich selbst zerlegte.

Was soll man da noch sagen? Foto: twitter.

Was soll man da noch sagen? Foto: twitter.

Als Donald Trump den Drogentest auf einer seiner Veranstaltungen vorschlug, jubelte die Menge und wieder erklangen die Rufe „Lock her up“. Die Trump Unterstützer stehen hinter ihm, egal was da auch kommt. Auf seinen „Events“ geht es laut zu. Sogar die Aussagen des Kandidaten, Frauen einfach sexuell zu benutzen, die Vorwürfe, Trump habe mehrere Frauen angegrabscht, ist für sie nur ein weiterer Beleg dafür, dass die „Lügenpresse“ in den USA gegen ihren Mann im Rennen ist. Auf den Veranstaltungen tauchten sogar Frauen auf, die sich aufs T-Shirt gemalt hatten, Trump könne ihre „Pussy“ ruhig anfassen, mit einem Pfeil nach unten.

Nicht alle bekannten Namen im republikanischen Lager haben sich in der letzten Woche von Donald Trump distanziert. Der frühere Sprecher des Abgeordnetenhauses, Newt Gingrich, ist allabendlich auf FOXNews zu sehen, um mit dem quasi inoffiziellen Sprecher der Trump-Kampagne, dem Moderator Sean Hannity, die Dinge so zu drehen, wie sie in ihren Augen sein sollten. Trump wird über den Klee gelobt, alles, was er sagt und tut hat für sie Hand und Fuß. Die Medienberichterstattung wird ausgerechnet von Hannity angeklagt, die Vorwürfe gegen Trump als Lügen abgetan, Hillary als Strippenzieherin einer riesigen Verschwörung gesehen.

Trump werden keine Chancen mehr auf einen Wahlsieg eingeräumt. Er hat in den letzten Monaten und Wochen zu viele wichtige Wählergruppen verprellt. Die Frage ist, was nach der Niederlage passiert, was der Donald und seine vielen wütenden Wählerinnen und Wähler machen, die schon jetzt alle glauben, die Wahl sei manipuliert, die gesamte Stimmabgabe ein abgekartetes Spiel. Was sie übersehen ist, dass Donald Trump mit seinem provokanten Wahlkampf die Vorwahlen gewonnen hat. Nichts und niemand konnte ihn stoppen, obwohl es genügend Anlässe dazu gab. Auf die bewaffneten amerikanischen Wutbürger blickend, frage ich mich schon, was das hier in diesem Land noch wird.

Republikaner gegen Trump

Das waren wirklich 24 fette Stunden. Ben Carson steigt aus, Mitt Romney und John McCain warnen das amerikanische Wahlvolk in sehr direkter Art und Weise vor Donald Trump und dann schießen sich die Moderatoren von FOXNews in der elften Debatte der republikanischen Kandidaten auf den Außenseiter und Milliardär ein. Nach dem Super-Tuesday wird Trump nun offen bekämpft. Er gilt als die größte Gefahr für die Republikaner in Washington DC.

"Ich habe keine kleinen Hände und auch nichts anderes, was klein ist", erklärte Donald Trump. Foto: Reuters.

„Ich habe keine kleinen Hände und auch nichts anderes, was klein ist“, erklärte Donald Trump. Foto: Reuters.

Vergessen ist die Tea Party Fraktion, die seit Jahren politische Entscheidungen blockiert. Ihr Grund, sie hassen ganz offen und ehrlich Präsident Barack Obama. Der wird mal als Sozialist, als Nazi, als unamerikanisch, als Nigger, als schwul, bisexuell, als Verräter, Callboy und Leichtgewicht bezeichnet, all das zählt nicht in den republikanischen Reihen. Große Aufregung darüber gibt es weder vom Establishment der Partei, nicht von den Verfassungsfetischisten in der GOP und auch nicht von den erzkonservativen Christen in den Reihen der Republikaner. Alles halb so wild, denn es geht ja gegen den ersten afro-amerikanischen Präsidenten, der noch nicht mal so richtig schwarz ist.

Nun also Trump, und ich will ihn wirklich nicht in Schutz nehmen. Aber was die Republikaner derzeit liefern, ist ein einziges Tohuvabohu. Man verweist bei der GOP immer auf die Partei von Lincoln und Reagan, doch seien wir mal ehrlich, die beiden Präsidenten würden sich im Grab umdrehen, um diesen Wahlkrampf nicht sehen zu müssen. Es ist ein kindisches Scharmützel, in dem der eine vom „kleinen Mario“ redet, der andere von Trumps „kleinen Händen“ und einem bei den Ausführungen des Texaners im Bund angst und bang‘ wird. Nur Ohios Gouverneur John Kasich macht da Sinn, doch der hat keine Chance.

Die Wahl in den republikanischen Reihen scheint zwischen Luzifer, Beelzebub und Mephisto zu sein. Am Ende wird einer der drei in den Wahlkampf ums Weiße Haus ziehen, der da wirklich nicht hingehört. Das klingt hart, aber Rubio, Trump und Cruz lassen all das vermissen, für was Amerika im Laufe der Geschichte steht. Der heutige Tag und die heutige Debatte haben das erneut ganz deutlich gemacht. Die Republikaner sind nur noch ein Verbund aus Splittergruppen, unfähig zu regieren, unfähig Kompromisse zu schließen, unfähig tiefe Gräben zu überwinden, unfähig dieses Land wieder zu einen und unfähig, eine Führungsrolle in der Welt zu übernehmen.

„Breaking News“….Donald Trump hat keinen Plan

Bitte schauen Sie sich das folgende Video an. Das wurde gestern Abend in Las Vegas, im Hotelcasino Caesar’s Palace aufgezeichnet. Der FOXNews Moderator Sean Hannity hatte Donald Trump zu Gast. Trump gewährte großzügigerweise den Wunsch, auch Fragen der Zuschauer zu beantworten. Zumindest schien das so vorher ausgemacht worden zu sein. Ab Minute 3:00 kommt eine junge Frau ans Mikrofon, um über die Schulden von Studierenden nach ihrem Abschluß zu sprechen. Die Frage ist einfach: „Mr. Trump, wie würden Sie die Situation verbessern?“ Und dann kommt Trump, mit einer, seiner typischen Nullantworten, die zeigen, der Mann hat keinen Plan.

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Man muß sich langsam fragen, wie es eigentlich zu einer Kandidatur von Donald Trump gekommen ist. Er ist ein Egozentriker, ein Egomane, der sicherlich niemanden um sich herum akzeptiert, der ihm nicht nach dem Mund redet. Donald Trump liebt die Bauchpinselei…bei sich wohlgemerkt. Er ist der Größte, der Tollste, der Erfolgreichste, der Reichste, der Klügste (der Schönste hat er, das muß man ihm zugestehen, noch nicht behauptet). Ein selbstverliebter Mann, wie in Amerika und die Welt noch nicht erlebt hat. Seine Kandidatur kann eigentlich nur auf einem Mißverständnis beruhen. Irgendjemand in seinem Umfeld wird zu ihm scherzhaft gesagt haben, „Donald, Du solltest Präsident werden“. Und Donald, ganz Donald, formte die Lippen zu einem „O“ (was leider sehr an was anderes erinnert), nickte leicht mit dem Kopf, die Haarwelle saß prächtig dank Dreiwettertaft und meinte, „Ja, ich wäre der beste Präsident aller Zeiten“.

Das war’s! Die Entscheidung war gefallen, Donald Trump erklärte seine Kandidatur. Als Superreicher mußte er nicht auf Betteltour gehen, um Gelder zu sammeln. Als Fernsehstar hatte er den Starbonus, und das alleine fanden und finden viele Amerikaner toll. Sie haben auch für Arnold Schwarzenegger gestimmt und würden auch für Lady Gaga votieren. Trump hatte ideale Ausgangsbedingungen. Den bekannten Namen, viel Geld, ein Riesenego und auf seine Weise Unterhaltungswert. Von Inhalten ist da keine Rede, die braucht jemand wie Trump nicht, er kann ja alles.

Leider habe ich auf der liberalen Insel San Francisco Bay Area noch niemanden getroffen, der für Donald Trump stimmen möchte. Denn ich würde ihn oder sie gerne fragen, was denn für den Donald spricht? Auf seiner Webseite findet man keinen politischen Plan, keine Analyse der aktuellen Situation, keine genauen Absichten, wie die derzeitigen Probleme in den USA und international gelöst werden sollen. Klar, die Mauer, die kommt immer, doch daran scheiterte schon die DDR. Aber sehen Sie selbst. Hier ist Donald Trumps Antwort auf seiner Webseite unter dem Punkt „JOBS – ich werde der größte Arbeitsstellen schaffende Präsident der amerikanischen Geschichte sein“. Das muß man eigentlich nicht mehr kommentieren:

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Donalds Kopf ist kurz vorm Platzen

Donald Trump hat ein Ego so groß wie….ja, welchen Vergleich könnte man hier anbringen? Der Mann ist einfach so von sich überzeugt, dass man nach dem Lesen der neuesten Berichte darüber sprachlos ist, was er nun wieder vom Zaun gelassen hat. Diesmal geht es um die nächste republikanische Debatte, live ausgestrahlt am Donnerstagabend auf FOXNews. Trump drohte erneut, zum dritten Mal schon, dass er nicht teilnehmen werde, wenn die Moderatorin Megyn Kelly nicht ausgestauscht werden würde. Dieser wirft er Parteilichkeit vor, weil Kelly ihn mehrfach in Interviews direkt konfrontierte. Er war sich seiner Sache ganz sicher, das war auch nicht anders zu erwarten. Trump twitterte: „It will never happen. Fox will drop Kelly if it means no Trump. Nobody will watch w/o Trump.“ Niemand also würde die GOP-Debatte ohne den großen Donald ansehen, so der Milliardär siegessicher.

Keiner ist wichtiger als Donald Trump. Foto: Reuters.

Keiner ist wichtiger als Donald Trump. Foto: Reuters.

Doch Trump machte die Rechnung ohne den FOXNews Chef, Roger Ailes. Der erklärte auf seinem Sender; „Megyn Kelly ist eine ausgezeichnete Journalistin, hinter der der gesamte Sender steht. Sie wird auf alle Fälle am Donnerstagabend auf der Bühne sein“. Klare Ansage, die der Donald wohl so nicht stehen lassen konnte. Am Dienstag meinte er zur Presse, er werde „höchstwahrscheinlich“ am Donnerstag nicht dabei sein, denn er plane eine Veranstaltung in Iowa für verletzte Soldaten und Veteranen. Sein Wahlkampfmanager ging noch einen Schritt weiter und erklärte, Trump werde „ganz sicher“ nicht an der Debatte teilnehmen.

Ich bin sicherlich kein Fan von FOXNews, auch wenn ich den Unterhaltungswert des „fair and balanced“ Kanals sehr schätze. Aber diesmal unterstütze ich die Entscheidung des Senders und ihres Bosses Roger Ailes. Es kann nicht angehen, dass ein politischer Kandidat in die Senderfreiheit eingreift, nur weil eine Moderatorin ihm in der Vergangenheit kritische Fragen zu Frauen und Latinos gestellt hatte. Der Entschluss auch ohne Trump an Megyn Kelly festzuhalten ist im Angesicht des täglichen Quotenkampfes hoch anzurechnen, denn eine republikanische Debatte ohne Trump wird kaum genießbar sein. Der Unterhaltungswert geht gegen Null, denn die Republikaner sind bislang weniger inhaltlich aufgefallen, eher mehr durch die Verbalattacken eines Donald Trump.

Aber der ist sich sicher, dass ihm wenige Tage vor dem Urnengang in Iowa nicht mehr viel passieren kann. In der jüngsten Umfrage der Washington Post und ABC liegt Donald Trump US weit mit sage und schreibe 37 Prozent vorne. Auf Platz 2 kommt Ted Cruz mit 21 Prozent. An dritter Stelle liegt Marco Rubio mit 11 Prozent. Anschließend der Rest des Feldes. John Kasich, Gouverneur von Ohio und selbst Kandidat, erklärte, New Hampshire, der zweite Urnengang, wird alles entscheidend sein. Bislang hat Trump nichts stürzen können. Es ist also mehr als unwahrscheinlich, dass der superreiche Egomane in Iowa und New Hampshire noch ein Waterloo erleben wird. Denn in einer CNN Umfrage führt Trump den Reigen mit 41 Prozent vor Cruz (19 Prozent) und Rubio (8 Prozent) an.

Soll ich langsam daran glauben, dass Donald Trump die Kandidatur der Republikaner gewinnt und womöglich auch ins Weiße Haus einziehen könnte? Nein. Ganz klar, nein. Ich habe in diesem Land schon viel Seltsames, Unlogisches und Aberwitziges erlebt. Aber das wird nicht passieren. Falls doch, falls Donald Trump mit Sarah Palin kandidieren und gewinnen sollte, werde ich Reisejournalist. Irgendwo da jenseits der Grenzen zu den Verblödeten Staaten von Amerika.

 

Die Brandstifter von FOXNews

Gestern habe ich mir mal wieder FOXNews angetan. „Hannity“ lief, die Sendung von Moderator Sean Hannity, den ich lange Zeit immer im Auto auf KSFO 560AM hörte, bis mir ein Depp die Antenne abbrach. Seitdem kriege ich nur noch ein paar UKW Sender rein. Aber zurück zum erzkonservativen Propagandasender. Als Journalist in der sehr liberalen San Francisco Bay Area finde ich es wichtig, einen Eindruck vom Rest des Landes zu bekommen, vom „Heartland“ Amerikas. Und FOXNews liefert das nur zu gerne. Oftmals ist es unterhaltsam, wenn man sich die Sendungen ansieht. Verschwörungstheorien wechseln sich da mit unsäglichem Journalismus und Meinungsmache ab.

Sean Hannity in seiner FOXNews Sendung. Foto: AFP.

Sean Hannity in seiner FOXNews Sendung. Foto: AFP.

Sean Hannity, der gerne das Motto des Senders „fair and balanced“ betont, ist alles andere als ein fairer und ausgewogener Journalist. Er ist ein Talk-Show-Moderator, der auf einer Mission zu sein scheint. Man könnte diesen Quasselkopf nun als Entertainer bezeichnen, was durchaus berechtigt ist und wenn es so wäre, dann würde er diese Rolle richtig gut spielen. Doch Hannity will kein Entertainer sein, er will nicht unterhalten, er will über die bösen Absichten des „schlechtesten“ und „unfähigsten“ Präsidenten aller Zeiten aufklären.

Gestern berichtete Sean Hannity über die Weltklimakonferenz in Paris. Als Gesprächspartner hatte er sich den Präsidentschaftskandidaten Mike Huckabee zugeschaltet. Warum redet Obama immer die USA schlecht, wollte Hannity wissen? Obama sei nach Paris geflogen, um dort zu erklären, dass das große Amerika schuld sei am kaputten Klima. Kein Wort davon, dass die USA die beste Nation, die größte Wirtschafts- und Militärmacht, der führende Staat auf dem Globus sei. So begann er das Interview und Huckabee nahm die Steilvorlage nur zu gerne an. Er verstehe auch nicht, wie man als Präsident sein eigenes Land schlecht rede, Fehler eingestehe und drastische Folgen für die eigenen Landsleute fordere. Amerika, so Huckabee, solle vielmehr die eigenen Ressourcen nutzen, Erdöl fördern, Rohstoffe abbauen, wieder die führende Rolle in der Welt übernehmen.

Als nächstes Segment stand ein Bericht und eine Diskussion mit Studiogästen über Hillary Clinton an, die der „fair and balancded“ Moderator Sean Hannity ganz offen als „Lügnerin“ bezeichnete. Hannity hat eine jahrelange Abneigung gegen die einstige First Lady. Als sie 2008 in den Präsidentschaftswahlkampf einstieg, startete Hannity seinen „Stop Hillary Express“. Es gab nur negative Meldungen. Und das hat er nun wieder aufgenommen. Für Hannity ist Hillary ein rotes Tuch. Und nicht nur für ihn, man kann sich bei dieser „ausgewogenen“ Berichterstattung vorstellen, was passieren wird, wenn Hillary Clinton wirklich die nächste Präsidentin werden sollte. Amerika würde einen absoluten Stillstand erleben, denn alles, was aus dem Weißen Haus käme, würde blockiert und schlecht geredet werden. Bestes Beispiel ist die Gesundheitsreform, die als „Obamacare“ verschrien ist. Die Republikaner und Konservativen im Land haben es mit dieser Rufmordkampagne geschafft, eine wichtige Reform schon im Ansatz zunichte zu machen.

Was für mich wichtig an diesen Interviews von Sean Hannity und anderen auf FOXNews ist, als Zuschauer merkt man, wie ein Teil Amerikas tickt. Nicht alle Amerikaner glauben der Propaganda, doch es ist ein lautstarker und einflussreicher Teil, der hier auf diesem Frontsender Stimmung macht. Stimmung, die gefährlich werden kann. Forderungen wie „Obama needs to be stopped“ könnten falsch ausgelegt werden. Das zeigt auch das jüngste Attentat in einer „Planned Parenthood“ Klinik in Colorado Springs. Der Täter wiederholte bei seiner Verhaftung einen Satz, den man zuvor öfters auf FOXNews gehört hatte: „No more baby parts“.

So verheizt man „Partner“

Der gepanzerte Seitenschutz wurde nicht mitgeliefert. Foto: FOXNews.

Der gepanzerte Seitenschutz wurde nicht geliefert. Foto: FOXNews.

Da sitze ich am Tisch, löffle meine Suppe und schaue dabei FOXNews an. Und da berichten sie von der US Unterstützung für die kurdischen Kämpfer im Irak, die Washington gerne als „Boots on the ground“ umschreibt. 250 Mine-Resistant Ambush Protected Vehicles (MRAPs) wurden für den Kampf gegen die IS Terrormilizen geliefert. Ganz großzügig wollte man sein. Nur, die Seitenpanzerung wurde nicht mitgeliefert. Zwar sind die MRAPs mit einem Bodenschutz gegen IEDs und Minen gesichert, also auch wenn das Fahrzeug über eine Bombe fährt, bleibt es einigermassen heil. Nur von der Seite und von vorne ist der gepanzerte Wagen eine Zielscheibe für RPGs, also mobile Raketenwerfer.

FOXNews zeigte Fotos von rund 30 Fahrzeugen, die etwas abgespeckt in Erbil ankamen. Die Kurden dachten zuerst an einen schlechten Scherz und beschuldigten die Zentralregierung in Baghdad, die Platten abmontiert zu haben. Doch schnell kam die Klarstellung aus der irakischen Haupstadt. Militärexperten erklärten dazu, dass es „gefährlich“ und einer „Selbstmordmission“ gleich käme, wenn man darin fahren würde. Gerade vor dem Hintergrund, dass der IS bevorzugt mit RPGs kämpft und angreift.

Im State Department und im Pentagon erklärte man nach der Sicht der Fotos, dass der Deal zwischen den USA und dem Irak vorsah, die Fahrzeuge zu liefern, nicht jedoch die Panzerung, die als militärisches Geheimnis eingestuft wird. Washington gab unumwunden zu, dass man befürchte, dass diese zusätzliche Sicherung dem Iran in die Hände fallen könnte. Also läßt man die „verbündeten“ und „befreundeten“ kurdischen Kämpfer lieber in den sicheren Tod fahren. Auch das ist amerikanische Außenpolitik.