Der Funken zum großen Feuer

Vor mehr als 30 Jahren wurde Das Ich im oberfränkischen Bayreuth gegründet. Aus der Wagnerstadt zog das Duo hinaus in die Welt, um mit ihrem eigenwilligen Sound, ihrer schockierenden Bühnenpräsenz und ihren deutschen Texten zu ganz besonderen Kulturbotschaftern zu werden. „Das Ich besucht AmerikA“ heißt die aktuelle Tour, die Bruno Kramm und Stefan Ackermann durch 16 amerikanische Städte führt.

Man sei schon etwas geschockt gewesen, als man im Süden der USA die „Trump 2020“ Aufkleber auf den Pickups sah, meint Bruno Kramm im Gespräch. Viele seiner Musikerkollegen in Deutschland meiden mittlerweile die USA, sie wollen vielmehr abwarten, bis Donald Trump aus dem Amt ist. Doch davon hält Kramm gar nichts. Musik sei politisch, er finde es wichtig auch hier deutlich Stellung zu beziehen, an die Grundwerte Amerikas zu appelieren. Auf der Bühne findet der 51jährige durchaus deutliche Worte für den Präsidenten der Vereinigten Staaten ohne ihn beim Namen zu nennen: „Send him to space, he is a f…. illegal earthling“. Im Gespräch mit ihm und Stefan Ackermann klingt das ganz anders. Er sieht Das Ich als kleinen Funken, der vielleicht mithelfen könnte, den dringend notwendigen Flächenbrand in den USA zu entfachen.

Das Ich meldet sich mit dieser USA Tour brachial zurück. Neun Jahre lang herrschte nahezu Funkstille. Das lag an einer schweren Erkrankung von Sänger Stefan Ackermann und das lag auch an den politischen Ambitionen von Bruno Kramm, der von Bündnis90/Die Grünen zur Piratenpartei wechselte und sich in Berlin in die Landespolitik einmischte. Schließlich klagte er noch erfolgreich gegen die GEMA.

Doch nun steht wieder die Musik im Vordergrund. Erst die Tour, an einer neuen Platte wird gearbeitet, ganz im Sinne von „America First“ präsentierte Das Ich schon neue Songs in den Live-Konzerten. In der gutbesuchten DNA-Lounge auf der 11. Street in San Francisco kamen die alten und neuen Songs gut an. Auf der Bühne tobten die drei Gestalten (der Dritte im Live-Bund ist Damian Hrunka) wie Berserker. Bruno Kramm der Alptraum-Priester, Stefan Ackermann mit roter Haut wie ein Derwisch, Damian Hrunka als Schlächter im Vorhof zur Hölle. Es war ein schräg-schrill-schönes Konzert, mitreißend, lautstark, eine ganz besondere Dröhnung. Das Ich als Kultur- und Sprachbotschafter Deutschlands, nicht ganz offiziell, aber dafür umso einprägender. Wie sagte der eine am Ende dees Konzerts neben mir: „Those Germans, they’re crazy, but we need them“.

Aus 1 mach 3

Dreigeteilt soll Kalifornien in Zukunft sein.

Im November geht es am Wahltag um einiges. Die große Frage in den USA wird sein, ob die republikanische Mehrheit im Abgeordnetenhaus und im Senat gehalten werden und damit Donald Trump für die nächsten zwei Jahre beruhigt weiter regieren kann. Die Demokraten hoffen auf ihre Chance, auf genügend Wählerinnen und Wähler, die genug haben von Donald Trump und seiner Art, seinem Ton, seinem Getweete.

Doch da steht noch viel mehr an am Wahltag, u.a. Gouverneurswahlen in einigen Bundesstaaten und viele Abstimmungen. Nun hat es in Kalifornien auch eine Initiative auf den Wahlzettel geschafft, die sich „Cal 3 Initiative“ nennt. Nahezu 400.000 Unterschriften wurden gesammelt, damit die Kalifornier darüber abstimmen können, ob aus ihrem Bundesstaat drei Bundesstaaten werden sollen: Nordkalifornien, Kalifornien und Südkalifornien.

Hinter der Aufspaltung des Sonnenstaates steckt der Investor Tim Draper, der mehrere Millionen Dollar in dieses Projekt investiert, und das nicht zum ersten Mal. Schon vor ein paar Jahren trat er an, um Kalifornien zu zerschlagen, damals noch in sechs Teile. Nun also drei, die für sich besser existieren sollen, so Draper, und vor allem besser regiert und repräsentiert werden sollen. Die Opposition formiert sich bereits und wischt das Anliegen des Multimillionärs vom Tisch. Denn mit einer Spaltung Kaliforniens würde der Sonnenstaat auch seine Machtrolle in den Vereinigten Staaten von Amerika verlieren. Es wird also zu einem heißen Kampf um die Einheit Kaliforniens kommen.

Tim Draper erhofft sich mit seiner Kampagne Zeichen für die USA und weltweit zu setzen. Was da am Pazifik passiert könnte also auch interessant für die fränkische Abspaltungsbewegung von Bayern sein. Wobei es hier keinen so großen kulturellen Unterschied zwischen den Nord-, Central- und Südkaliforniern gibt, wie er zwischen den Franken und den Bayern existiert.

So klingt Nürnberg! Das neue Album von Earth Flight

Irgendwo im dichtgedrängelten Prog-Rock Olymp wird gerade ein Plätzchen frei gemacht. Denn was die Götter des Bombastsounds da im Himmel über dem Frankenland hören verzückt nicht nur sie. “Earth Flight” ist eine 2004 in Nürnberg gegründete Band, die nun ihr drittes Album vorlegt.

„Riverdragons & Elephant Dreams“ heißt die neue Platte der Nürnberger Band „Earth Flight“, die am 20. April erscheint.

“Riverdragons & Elephant Dreams” ist schlichtweg brillant, irgendwo zwischen „Marillion“ und „Porcupine Tree“ anzusiedeln. Und das sagt schon viel über die Qualität und den Sound aus. “Earth Flight” klingen dabei nicht wie eine Lokalcombo, die mal eben ihren Heroen nacheifern will. Hier spielt vielmehr eine Band, die problemlos neben den großen Namen bestehen kann. Perfekt produziert, leicht verspielt, doch immer konzentriert auf den eigenen Sound.

Und dann sind da eben diese bewegenden, farbigen Soundflächen, die von “Earth Flight” gekonnt wie Klangkünstler gefüllt werden. Nicht überbordend und zugeschwallt, vielmehr mal zärtlich und schleichend, um dann in einem orgiastischen Kollaps zu enden. So muss Progressive Rock 2018 klingen. Nicht angestaubt und der Vergangenheit zugewandt, sondern selbstbewusst und offen durch die Jahrzehnte des musikalischen Erbes wandelnd. “Riverdragons & Elephant Dreams” ist für mich eine der besten Alben “so far” in diesem Jahr. Die Latte liegt nun ziemlich weit oben!

Radio Goethe Hörer in den USA, Kanada, Polen, Slowenien, Afghanistan, Schweiz, Österreich und Deutschland können sich in den kommenden Wochen auf den „neuen“ fränkischen Sound freuen. Probehören und bestellen kann man das Album auf der Bandcamp Seite der Band. Die Record Release Party findet am kommenden Donnerstag, den 19.4., im MUZ-Club statt.

Von Höchstadt nach San Francisco – „I love se Cable Car“

Der Höchstädter Atze Bauer auf Cable Car Tour durch San Francisco.

Der Höchstädter Atze Bauer auf Cable Car Tour durch San Francisco.

Was lange währt oder so. Vor 15 Jahren hatte ich Besuch aus Franken. Atze Bauer kam vorbei und war schlichtweg angetan von der Cable Car in San Francisco. Nach einer SF Stadttour fragte er mich, ob er sich mal mein Aufnahmegerät ausleihen dürfe, er wolle ein paar Töne auf einer Cable Car Fahrt aufzeichnen.

Ein halbes Jahr später schickte mir Atze eine CD, darauf das Lied „I love se Cable Car“. Ein Ohrwurm schlechthin. Und das sage nicht nur ich, das befanden auch die Hörer meiner Sendung in und außerhalb von San Francisco. In den letzten 15 Jahren war „I love se Cable Car“ das am meisten gewünschte Lied, und dass, obwohl es nur auf der ersten Radio Goethe Compilation erschienen ist. Ja, Atze stiftete den Song auch noch für einen guten Zweck, damals fiel der Transmitter von KUSF in San Francisco aus und einige deutsche Bands halfen mit einer Benefiz-CD. Neben Atze Bauer waren aus dem Nürnberger Großraum noch Fiddler’s Green, Fade und die Shiny Gnomes vertreten. Dazu noch In Extremo, Megaherz, Faust, Hiss und viele andere. Den Cable Car Song hatte ich damals auch ans Cable Car Museum geschickt, die ganz begeistert von diesem etwas anderen und ungewöhnlichen Liebeslied waren.

Aber es geht ja hier um „I love se Cable Car“ und den aktuellen Bezug zu diesem besonderen „Evergreen“. Vor ein paar Wochen war Atze erneut zu Besuch. Diesmal hatte er eine feine, kleine Videokamera dabei, mit der er einfach alles filmte, was ihm vor die Linse kam. Er machte Aufnahmen von seinen ersten (und wahrscheinlich letzten) Surfversuchen, vom „Bush-Man“ in Fisherman’s Wharf, vom Essen und Trinken und natürlich von einer Cable Car Fahrt. Und das Ergebnis dieser letzten Kalifornienreise ist nun nach 15 Jahren das passende Video zur Radio Goethe Hitsingle „I love se Cable Car“. Idee, Kameraführung, Schnitt, Technik, Mix usw. alles Atze Bauer. Ein Selfie-Video, wie es wohl besser nicht sein könnte. Und warum hat das 15 Jahre gedauert? Die knappe Antwort des selbsternannten Höchstädter Liederchaoten, er habe erst seit kurzer Zeit ein Videoschneideprogramm mit dem er einigermaßen umgehen könne. Und, „für einen Cable Car Clip wurde es ja mal Zeit.“ Stimmt Atze, deshalb nun hier und heute die Weltpremiere des Videos zu „I love se Cable Car“. Klicken, klicken, klicken, der Song verdient den Erfolg.

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It’s the end of the world as we know it…

Nun mußte er auch gehen. Mit großem Bedauern habe ich von der letzten Kündigungswelle im Funkhaus Nürnberg erfahren, denn unter denen, die nun vor die Tür gesetzt wurden, war mein „Radio-Ziehvater“, dem ich sehr viel zu verdanken habe. Ich erinnere mich noch an meine ersten Schritte im Hörfunk, damals bei Radio Gong in der Inneren-Kramer-Klett-Straße. Ich machte dauerhaft Frühdienst mit R.K., jeden Morgen um halb fünf begann die Schicht. Wir hatten Zeit über vieles im Radio zu sprechen. Oftmals nach dem Dienst gingen wir noch auf einen Kaffee in die Meisengeige, unterhielten uns, tauschten uns aus über Beiträge, Nachrichten, Gehörtes. Und irgendwann meinte R. zu mir, „Radio, das ist Theater im Kopf“.

Und wie recht er hatte. Dieser Satz begleitete mich und begleitet mich noch immer in meiner beruflichen Laufbahn. Egal ob in Kurzbeiträgen für Privatsender oder in Einstundenfeatures für öffentlich-rechtliche Hörfunkanstalten, Radio ist „Theater im Kopf“, wenn man es denn will. R. redete nicht nur, er zeigte mir auch, was er meinte. Ein Begleiter in den Anfangsjahren, den ich jedem Berufsanfänger nur wünschen würde.

Doch es ging in diesen Gesprächen nicht nur um das Handwerk, wir redeten auch über die Verantwortung als Journalist, wie leicht es ist als Radiomann, Dinge zu verändern, Stimmung zu machen, einseitig zu berichten. Nie wieder wurde mir in meiner Ausbildung zum Radioredakteur im Funkhaus Nürnberg so deutlich gemacht, was Ethik im Journalisms bedeutete. R. bereitete mich für das Leben als freier Journalist und Korrespondent vor.

Das hier soll jetzt kein Nachruf sein. Oder vielleicht gerade doch. Ein Nachruf auf die journalistische Qualität im bayerischen Lokalradio und besonders im Funkhaus Nürnberg. Über die Jahre wurden viele Journalisten in diesem Radioverbund gegangen, die Qualität auf die Sender brachten. Die gerne mehr Programm wollten, Qualitätsprogramm. Die jungen Nachwuchskräften halfen, ihnen mit Fachwissen und Rat zur Seite standen.

Als jemand, der aus dem Funkhaus Nürnberg kommt, der dort als der erste Volontär ausgebildet wurde, verbindet mich viel mit diesen vier Sendern, für die ich damals arbeitete. Und ich höre immer mal rein übers Webradio und sowieso, wenn ich in Nürnberg bin. Doch was ich höre gleicht einer Dauerwerbesendung. Zwischen den einzelnen Werbeblöcken werden Musik und Wortbeiträge geschalten. Wortbeiträge, mehr ist es nicht mehr. Ganz banal und immer Witzi-Spritzi-Heiterkeit. Natürlich ist das Funkhaus Nürnberg ein kommerzielles Unternehmen, natürlich muß auch hier gespart werden. Doch die Entwicklung, die im Privatfunk mit Siebenmeilenstiefeln voran getrieben wird, ist der Todesstoß des Radios. Die Qualität bleibt links liegen. Schade, sehr schade. Doch verständlich, wenn man die guten Leute, diejenigen, die diese Sender mit ihrer Stimme aufgebaut haben, gehen läßt, oder sie aus Kostengründen vor die Tür setzt. Praktikanten und Volontäre sind billiger, keine Frage.

Doch Radio ist mehr als Nebenbeibeschallung. Auch ein Privatsender kann anspruchsvoller Hörfunk sein. Es benötigt nur den Mut, neue Wege in der Programmgestaltung, der Vermarktung, der Einbeziehung von Zielgruppenzu zu gehen, ja auch in Fragen des Werbeverkaufs. Die eingeschlagenen Pfade, nicht nur im Funkhaus Nürnberg, sind leider die falschen.

Fiddler’s Green trinken, spielen und gewinnen

      Interview mit Fiddler's Green

„Winners & Boozers“ heißt die neue Platte von Fiddler’s Green. Mittlerweile das 12. Studioalbum. Seit 1990 spielt die Band zusammen, damals hielten viele sie für bekloppt. Irish Folk Music aus Franken, das geht doch nicht zusammen. Doch über all die Jahre hat sich Fiddler’s Green zu einer der besten Live-Bands der Republik entwickelt. Und nicht nur das, sie haben auch immer wieder aufs neue bewiesen, dass in Franken musikalisch der Bär steppt. Ihre Konzerte sind schweißtreibende Tanzparties. Und das weit über die fränkischen und deutschen Grenzen hinaus. Fiddler’s Green sind in Holland genauso gefragt, wie in Skandinavien, Russland und Japan.

Fiddler’s Green haben ihren Sound schon lange gefunden, das ist irisch angelehnte Folkmusik auf der Überholspur. Treibend, schnell, mitreißend. Und auch die neue CD steht diesem Ansatz in nichts nach. Hier spielt eine Band, die Spaß an dem hat, was sie macht. Von vorne bis hinten, kurz gedreht und wieder zurück. Und genau diese Energie bringen Fiddler’s Green auf „Winners & Boozers“ erneut rüber. Man ertappt sich selbst beim „neutralen“ Reinhören, dass man einfach mitgerissen wird. Eine hervorragende Platte, ein Riesenschritt für die Band. Es ist nicht einfach eine weitere Fiddler’s CD, die kommt, weil sie eben kommen muß. Nein, hier werden auch ganz neue Töne ausprobiert. „Winners & Boozers“ ist zweifellos eine der besten Fiddler’s Green Alben überhaupt. Und die Fans können sich schon jetzt auf eine Wahnsinnstour freuen.

Zur neuen Platte auch das aktuelle Interview mit Ralf „Albi“ Albers und Stefan Klug. Einfach oben auf den Audioplayer klicken.

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Amerika ist ein kaputtes System

Wenn man hier drüben lebt und arbeitet, Steuern zahlt und Teil ist dieser Gesellschaft, dann fragt man sich – zumindest als ein „Zugereister“ – wie man hier noch immer vom „American Dream“ reden kann. Denn bei diesem Traum geht es ja nicht nur um den persönlichen Aufstieg im amerikanischen Arbeitsalltag. Der „American Dream“ steht auch für die Vormachtstellung der USA, für ein Land, das die hehren Ziele der Demokratie, der Sicherheit, der Gleichberechtigung, der Chancengleichheit vertritt.

Doch davon sind Amerika und die Amerikaner weit abgerückt. Das amerikanische System ist gescheitert und ich frage mich, ob man es überhaupt noch reparieren kann. Auf der anderen Seite des Landes fetzt man sich in Washington DC. Man sagt, das ist streitbare Demokratie. Doch was es wirklich ist, es ist eine Auflösung genau dieser Demokratie. Zwei Parteien reiben sich auf, es geht um parteipolitische Strategien, Ziele, Vorstellungen, um das Ausbremsen des unliebsamen politischen Gegners. Dabei vergessen wird das Wohl des Landes. Es bräuchte Reformen, die dringend kommen müßten, doch nicht durchgesetzt werden. Und das seit Jahren. Amerika blockiert sich selbst durch ein System, das von Grund auf korrigiert werden müßte. Das Vertrauen der Bürger in die Politik ist verloren gegangen.

Gerade lese ich über die Oakmore Nachbarschaft in Oakland. Dort lebt eigentlich auch die Bürgermeisterin der Stadt, Jean Quan. Doch ihre Nachbarn sind alles andere als zufrieden mit der Politikerin, die schon lange die klare Sicht auf die Dinge verloren hat. Quan ist gescheitert. Wenn sie ehrlich zu sich wäre, dann müßte sie zurücktreten, denn die Stadt ist seit ihrer Wahl 2010 in die totale Schieflage geraten. Quan lächelt, sie ist sicherlich eine intelligente Frau, doch unfähig ein Stadt wie Oakland zu führen. Die Mord- und Kriminalitätsrate steigt unaufhörlich, Unternehmen wandern ab, die Polizeireihen haben rund 250 Lücken. Die Stadt wirkt immer mehr, wie unregierbar. Und daran ist auch die Bürgermeisterin mit schuld.

Nun haben sich ihre Nachbarn zusammen getan und privat einen Sicherheitsservice für einige Straßen angeheuert. Zuvor hatten sie ein Nachbarschaftstreffen mit der Polizeiführung. Dabei wurden ihnen klar gemacht, dass sie eigentlich auf sich alleine gestellt sind. Die Polizei werde bei Einbrüchen oder kriminellen Handlungen in der Gegend nicht mehr erscheinen. Falls etwas passiere, sollte man online über eine Webseite den Vorfall melden. Das wars.

Oakland ist weit weg von Nürnberg, was hier lokal passiert, ist wahrscheinlich von geringem Interesse für einen Leser oder eine Leserin in Franken. Und doch, der Fall drückt aus, was sich zur Zeit hier in den USA abspielt. Das Vertrauen in den Staat und die Autoritäten ist gesunken. Amerika schafft sich in diesen Tagen immer mehr ab.

Transatlantikbrücke nach Franken

Na, wenn das keine transatlantische Brücke ist. Seit 15 Jahren sitze ich in Kalifornien und produziere Radio Goethe, eine Sendung, in der ich die deutschen Musikszenen vorstelle. Rock, Electronica, Pop, NDW, Industrial, Avantgarde, Mittelalter, Gothic, Country…. Eben nicht formatiert, eben ganz bewußt offen gehalten. Hier kann alles kommen und das in einer Stundensendung. Natürlich freue ich mich immer über Bands und Musiker aus Nürnberg und Franken. Erst im Dezember habe ich auf der Zugfahrt nach Berlin in der NZ über die Nürnbergerin Kerstin Leidner gelesen, die unter dem Namen „Zip Tone“ ihre erste Platte veröffentlichte. Gleich angeschrieben flatterte die CD ein paar Tage später in meinen Nürnberger Briefkasten. „Sandman“ ist ein tolles Album, das auch schon zweimal zum Einsatz kam. Und dann warten hier auch noch die Truffauts und Freischwinger und die neue Straßenkreuzer CD auf Airplay. Kommt alles!

Ach ja, die Brücke….im Herbst stellte sich heraus, dass die Radio Goethe Webseite etwas veraltet ist. Mit Unterstützung durch das „German Information Center“ an der deutschen Botschaft in Washington konnte ich mal wieder den Radio Goethe Webmaster Stefan Klug für ein frisches, neues Design anheuern. Stefan sitzt in Erlangen und ist seines Zeichens auch noch der Akkordeonspieler von Fiddler’s Green. Franken goes America, zumindest fränkisches Webdesign. Nun also schwirrt die neue Seite im virtuellen Raum umher, die Adresse bleibt www.radiogoethe.org.

Schwarzenegger braucht Cash

arnoldsigningKalifornien ist wirklich tief in den roten Zahlen. Überall wird gespart, gekürzt, gestrichen. Parks werden geschlossen, Suchtprogramme dicht gemacht, Gebühren erhöht, Schulen kurzerhand für ein paar Tage abgesperrt, um so Lehrergehälter einzusparen.

Und nun greift man zum letzten Mittel im Sonnenstaat, einem „Garage Sale“. Das ist eine Art Flohmarkt vor der eigenen Haustür. Und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger haut jetzt alles raus, was zu Cash zu machen ist. Beschlagnahmte und gefunden Dinge und sogar 500 Autos aus dem offiziellen kalifornischen Fuhrpark, einige davon mit Original Autogramm des Gouvernators. Das ganze wird auf ebay und Craigslist vertickt. Wer also in Nürnberg ein paar Dollar übrig hat, sollte sich hier einmal umschauen, allerdings sind die Transportkosten von Kalifornien nach Franken horrend!

Musik ist Trumpf

Man kann sich ja auch mal freuen, wenn man eine positive Rückmeldung bekommt. Und das habe ich, als ich gestern den Artikel einer Kollegin zugeschickt bekam, die mich vor einiger Zeit hier im Studio in San Francisco besucht hatte und über Radio Goethe einen Artikel geschrieben hat. Hach, das tut gut 🙂

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