Der Fußball wird politisch

Donald Trump will, dass professionelle Sportler die Nationalhymne mitsingen, dabei die rechte Hand aufs Herz legen, nicht knien und auch sonst nicht Aufmucken. Das verlangt er von den Sportlerinnen und Sportlern in den professionellen Ligen der Nation und erst recht, wenn sie im Nationaltrikot auflaufen. Immerhin repräsentieren sie dann die Vereinigten Staaten von Amerika. Den stillen Protest der amerikanischen Fußballerin Megan Rapinoe kann Trump also gar nicht gut finden.

Megan Rapinoe ist nicht nur auf dem Fussballplatz zu hören. Foto: Reuters.

Megan Rapinoe singt die Hymne vor jedem Spiel bei der WM in Frankreich nicht mit. Das verwunder nicht, immerhin war sie die erste weiße Sportlerin, die vor den Matches ihrer Mannschaft und beim Absingen der Hymne in Solidarität mit dem NFL-Spieler Colin Kaepernick und dessen Protest niederkniete. Rapinoe ist offen gay und „outspoken“ und erklärt immer wieder, sie sei ein „wandelnder Protest gegen die Trump Adminstration“. Denn sie stehe für nichts, was Donald Trump vertrete und trage dennoch das US Emblem auf ihrem Trikot. Im Mai erklärte sie in einem Interview, dass sie bei einem Sieg ihres US Teams nicht ins „Fucking White House“ komme werde. Sowieso würde ihr Team nicht eingeladen werden.

Trump sieht das natürlich anders und tweetete heute: „Megan should never disrespect our Country, the White House, or our Flag, especially since so much has been done for her & the team. Be proud of the Flag that you wear. The USA is doing GREAT!“. Und er sprach dennoch eine Einladung für die Frauen Nationalmannschaft aus: „I am now inviting the TEAM, win or lose.“

Klar ist, Megan Rapinoe hat das Recht dazu, ihre Haltung gegenüber dem Präsidenten auszusprechen, seine Politik zu kritisieren und dagegen zu protestieren. Ihr Kniefall, ihr Eintreten für Gay Rights, ihre offene Kritik an Trump und seiner Adminstration sollten vielbeachtet werden. Ich wünschte mir, mehr Sportlerinnen und Sportler würden das tun. Dennoch finde ich, hätte sie besser nicht vom „fucking White House“ gesprochen. 2015, als das US Team Weltmeister wurde, besuchte die Spielerin mit ihrer Mannschat genau dieses White House. Präsident war da Barack Obama. Mit ihrer unüberlegten Wortwahl hat sie nun einen Shitstorm losgetreten und damit genau das Gegenteil erreicht, denn Trump stellt sich nun als gnädiger und gütiger Landesvater dar, der trotz der harschen Worte von Megan Rapinoe die Spielerinnen zu sich ins Weiße Haus einlädt. Die eigentliche Message von Rapinoe geht dabei nun verloren.

King Donald und sein alternatives Königreich

Präsident Donald Trump zitiert gerne jene am Morgen, die ihm huldigen, ihn preisen, ihn loben. So auch am heutigen Dienstag, als er die Worte des Fox Business Moderators Lou Dobbs wiedergibt. Nach Dobbs hat Trump also mehr für Minderheiten in den USA getan, als andere Präsidenten. Das gefällt Trump, auch wenn das, was Dobbs da sagt, nicht stimmt und nur weil er es sagt nicht stimmen muss. Aber egal, Donald Trump genießt die warmen Worte am Morgen.

Es wird immer deutlicher, dass der 45. Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika in einer Parallelwelt lebt und nur für sie regiert. Vorbei am Großteil der USA und der Welt. Sein nun angekündigter Frontalangriff auf Google und andere High Tech Firmen, die, wie er sagt, nur schlechte Nachrichten über ihn verbreiteten, passt in dieses Bild. Donald Trump kann mit Kritik und kritischen Anmerkungen nicht umgehen. Er versteht gar nicht, wie man das, was er macht, was er sagt, wie er sich verhält, wie er auf andere wirkt, nicht als großartig und positiv bewertet. Donald Trump teilt die USA in ein Amerika vor seinem Amtsantritt und eines nach seinem Amtsantritt ein. Vor ihm war alles schlecht, mit ihm ist alles gut. So einfach ist die Weltsicht dieses Präsidenten.

Dass Amtsvorgänger Barack Obama durchaus die Weichen für den wirtschaftlichen Boom stellte, den Trump nun beackern kann, das will er nicht wahrhaben. Dass seine „America First“ Politik vielleicht in einer globalen Welt etwas kurzsichtig ist, erkennt Trump nicht. Warum auch, seine von ihm geblendeten Wählerinnen und Wähler glauben ihrem Märchenonkel weiter, der da von blühenden Landschaften, von internationalem Respekt, von zufriedenen Minderheiten im eigenen Land spricht.

Die Realität sieht allerdings anders aus. Trumps Wähler scheinen nicht nach Mexiko oder Kanada, nicht nach Deutschland oder Frankreich und schon gar nicht in die afrikanischen „Shithole Countries“ zu reisen, um sich vor Ort über das Bild Amerikas zu informieren. Der Großteil der Trumpianer lebt nicht in Großstädten, erlebt nicht die Realitäten des sozialen Kahlschlags und die Auswirkungen auf sozial Schwache und Angehörige von Minderheiten. Und für sie ist es unverständlich, ja, ein Affront, dass ihr King Donald nicht zur königlichen Trauung nach England eingeladen wurde und nicht an Staatsbegräbnissen wie denen der einstigen First Lady Barbara Bush und des jüngst verstorbenen Senators John McCain teilnehmen darf und soll. Trump dreht selbst diese für ihn bitteren Realitäten in Verschwörungstheorien um, die seine Anhänger in ihrer alternativen Weltsicht für real halten. Er sieht sich als Opfer einer Verschwörung aus Medien, antiamerikanischen Interessen und einem „Deep State“. Amerika durchlebt in diesen Tagen wahrlich seltsame Zeiten und ein Ende scheint mit diesem Präsidenten nicht in Sicht zu sein.

Die Klagen kommen

Es ist noch keine Woche her, dass der Germanwings Flug 9525 in Südfrankreich abstürzte und schon gibt es in den USA die ersten Debatten über eine Schadensersatzklage. Lufthansa, das Mutterunternehmen von Germanwings, hat zwar angekündigt, dass man unbürokratisch und schnell eine finanzielle Soforthilfe für Hinterbliebene zahlen wird, doch damit ist noch lange nichts vom Tisch.

Noch wird an der Absturzstelle nach Beweisen gesucht.

Noch wird an der Absturzstelle nach Beweisen gesucht.

Es erscheint zu diesem Zeitpunkt als zynisch, wenn man über Geld spricht, doch zahlreiche Anwaltskanzleien in den USA versuchen bereits mit Angehörigen von Opfern, darunter auch drei Amerikaner, eine Klage vorzubereiten. Ein Vertreter der Kanzlei „Kreindler & Kreindler“ in New York hat bereits die Frage aufgeworfen, warum es überhaupt so weit kommen konnte, dass der Co-Pilot alleine im Cockpit gewesen war? Nach amerikanischem Richtlinien wäre dies undenkbar. Auch scheinen die gesundheitlichen Probleme des 28jährigen nicht unbekannt gewesen zu sein, darauf würde man sich ebenfalls konzentrieren müssen.

Rechtsanwälte in den USA wittern bereits einen Jahrhundertprozess gegen die deutsche Airline. Zu diesem Zeitpunkt ist noch alles offen, noch wird an der Absturzstelle ermittelt und nach sterblichen Überresten der Opfer gesucht, das Gesamtbild, wie es eigentlich zum Unglück kommen konnte, wird noch erstellt. Doch schon jetzt sollte man bei der Lufthansa die drohenden Zeichen aus Übersee wahrnehmen, dass eine immense Schadensersatzklage vorbereitet wird. Ein Team an amerikanischen Juristen wittert seine Chance.

America on high alert!

Was derzeit in Paris passiert, wirft auch einen Schatten auf die USA. So ganz nebenbei sind die Vereinigten Staaten von Amerika schon lange im Ausnahemzustand. Das bekommt man im Alltag nicht so offensichtlich mit, doch klar ist, die Sicherheitsbehörden, die Geheimdienste und Geheimausschüsse überwachen, kontrollieren, sammeln. Mehr als eine Million Namen sind auf den Terrorlisten der Amerikaner vermerkt. Fast 70.000 Personen können und dürfen in den USA nicht fliegen, sie stehen auf der sogenannten „No Fly“ Liste.

Die Attentäter von Paris auf der Flucht.

Die Attentäter von Paris auf der Flucht.

Was die Vorfälle in Paris für die US Bürger und die hier lebenden Ausländer bringt, ist eine weitere Verschärfung dieser Sicherheitslage. Es wird noch mehr kontrolliert und überwacht, Informationen gesammelt werden. Alles für den sogenannten Krieg gegen den Terror. Und sicherlich werden die Amerikaner da auch nicht Halt vor internationalen Grenzen machen. Das zeigt die Erfahrung. Informationen, da ist man sich in Washington über die Parteigrenzen hinweg einig, bedeuten eine vermeintliche Sicherheit vor Massakern, wie sie nun in Frankreich geschehen sind.

Sicherheitsbehörden betonen, dass es in den USA nicht die Frage ist, ob ein solcher Anschlag geschehen wird, sondern wann und wo. Die großen Städte sind gesichert, zumindest glauben das Bürger und Besucher. Immer wieder wird von republikanischer und demokratischer Seite betont, dass es seit dem 11. September 2001 keinen größeren Terrroanschlag im Land gegeben hat. Vieles wurde bereits im Vorfeld verhindert, heißt es. Was, das wird nicht bekannt gegeben. Wo, das wird nicht gegeben. Von wem, auch das wird nicht bekannt gegeben. Alles streng geheim, man muss es einfach glauben, was einem da aus Washington erzählt wird.

Die Anschläge auf die Redaktionsräume von „Charlie Hebdo“ haben in den USA zu einer heftigen Diskussion über die Politik Barack Obamas geführt. Er plant ganz offen das Gefangenenlager Guantanamo auf Kuba schließen zu lassen, in dem noch immer Dutzende von Terrorverdächtigen interniert sind. Obama will die Gefangenen vor amerikanischen Gerichten aburteilen lassen oder sie abschieben. Darüberhinaus sollen alle Gefängnisse der CIA und amerikanischer Geheimkommandos weltweit geschlossen werden. Die Erzkonservativen im Land sehen das als ein Zeichen der Schwäche. Die USA und ihre operativen Einsatzkräfte bräuchten genau diese Möglichkeiten der Verhaftung, der „Befragung“ und der „Verhöre“, erklären sie auf dem Nachrichtensender FOXNews. Mit Terroristen, so heißt es, dürfe man nicht anders umgehen, denn die wollten Amerikaner und den „American Way of Life“ zerstören.

Amerika befindet sich im Krieg. Ohne wenn und ohne aber. Es ist ein teurer Krieg, der letztendlich nichts einbringen wird, außer die Gewaltspirale weiter zu treiben. Jeder Versuch, diesen Krieg gegen den Terror mit noch mehr Kontrolle und noch mehr Gewalt zu gewinnen, wird zu nichts führen. Denn seien wir mal ehrlich, regelmäßig geschehen in den USA Massaker. Irgendeiner dreht durch, will Aufsehen erregen, sich rächen oder was auch immer ihn antreibt und erschießt Kollegen am Arbeitsplatz, Mitschüler und Mitstudenten an High Schools und Universitäten, Einkaufende in „Shopping Malls“ oder ballert einfach mal so durch die Gegend. Danach war eigentlich immer klar, der Todesschütze war bereits bekannt, auffällig, in den Akten aufgeführt. Verhindert wurde nichts. Die Frage muß gestellt werden, warum nicht? Schaute man bewußt weg oder konnte (wollte) man die Schlußfolge zwischen der Auffälligkeit und der Bewaffnung nicht ziehen.

Wenn ich mir diese alltäglichen (!) Fernsehnachrichten in den USA ansehe, von Schießereien, Morden, getöteten Polizisten, Amokläufen in der Zeitung lese, dann frage ich mich, wie man in Washington terroristische, sprich radikal islamistisch motivierte Attentate verhindern will. Im Sammeln von Daten scheint man sich in den USA gut auszukennen, an der Auswertung genau dieser hapert es wohl, wie man innenpolitisch immer wieder erkennen muß. Es ist also nicht eine Frage ob, sondern wirklich nur die Frage, wann und wo es hier passieren wird.

Der Absturz vor dem Genozid

Als am Abend des 6. April 1994 die Präsidentenmaschine im Landeanflug auf den Flughafen Kigali abgeschossen wurde, nahmen radikale Hutu in Ruanda das zum Anlaß mit dem Morden zu beginnen. Schon kurz nach dem Attentat auf den ruandischen Präsidenten Juvenal Habyarimana wurden Straßensperren in Kigali errichtet, die ersten Mordkommandos zogen zu den Häusern gemäßigter Hutu und Tutsi und begannen mit ihrem blutigen Handwerk. Von dort weitete sich die Todeswelle im ganzen Land aus.

Soldat an der abgestürzten Präsidentenmaschine.

Soldat an der abgestürzten Präsidentenmaschine.

Wer hinter diesem Auslöser zu einem der größten und brutalsten Völkermorde im 20. Jahrhundert stand, war lange Zeit unklar. Die Franzosen, die eng mit der Hutu Regierung verwoben waren, schoben das Attentat auf die „Rwanda Patriotic Front“ (RPF), der Tutsi Exil-Armee. Die jedoch wies jegliche Verantwortung immer wieder weit von sich und beschuldige Hutu Extremisten im Land, einen Auslöser für das gezielte und geplante Morden gesucht zu haben. Was dafür spricht ist die Tatsache, dass radikale Kräfte der Hutu schon frühzeitig von einem Attentat auf Präsident Habyarimana sprachen und die Auslöschung der Tutsi dann unumgänglich sei. Der deutsche Pfarrer Jörg Zimmermann, der in Ruanda lebte, bestätigte diese Nachricht im NZ-Interview. Er erklärte, bereits Monate vor dem 6. April in der ruandischen Extremistenzeitung „Kangura“ von solchen Plänen gelesen zu haben.

Auch war lange Zeit klar, dass die Rakete, die die Präsidentenmaschine traf, von einer Armeebasis der ruandischen Armee im Stadtteil Kanombe abgefeuert wurde. Die RPF hatte zu dem Zeitpunkt keinen Zugang zu dem Gebiet. Interessanterweise waren in der Kaserne auch deutsche Militärberater der Bundeswehr untergebracht. Seit den 70er Jahren unterhielt die Bundesrepublik enge militärische Kontakte zu Ruanda. Eine Beratergruppe der Bundeswehr war vor Ort. Von Seiten Deutschlands wurde offiziell nie gefragt, was die Bundeswehrangehörigen gesehen, gehört oder mitbekommen haben. Falls es eine Untersuchung gegeben haben sollte, wurde diese nicht bekannt gemacht. Das politische Archiv des Auswärtigen Amtes unterliegt der Sperrfrist von 30 Jahren. Im Bundesverteidigungsministerium erklärt man lapidar, zu den Vorgängen in Ruanda seien keine Unterlagen mehr auffindbar. Auch auf die Frage, was vier Offiziere der deutschen Luftwaffe in Ruanda zu tun hatten, die am 5. April im berühmt-berüchtigten „Hotel Ruanda“, dem Hotel des Mille Collines, eincheckten und bereits am 6. April wieder auscheckten, konnte und wurde von Seiten des Verteidigungsministeriums nicht beantwortet.

Rund eine Million Menschen wurden in 100 Tagen in Ruanda abgeschlachtet.

Eine Million Menschen wurden in 100 Tagen in Ruanda ermordet.

Eine französische Untersuchungskommission, bestehend aus mehreren Richtern, kam nun zu dem Schluß, dass der Abschuß der Präsidentenmaschine von Hutu Extremisten durchgeführt wurde. Das vorhergehende Ergebnis des französischen Richters, Jean-Louis Bruguière, der die RPF verantwortlich machte, sei falsch. Dieser habe seine „Ergebnisse“ auf Falschaussagen und Verschwörungstheorien aufgebaut, so die Richter Marc Travidic und Nathalie Poux, die die jüngste Untersuchung leiteten. Bruguières Anschuldigung führten 2009 zu diplomatischen Spannungen zwischen Ruanda und Deutschland, als die ruandische Protokollchefin Rose Kabuye bei ihrer Einreise nach Deutschland verhaftet wurde. Richter Jean-Louis Bruguière hatte einen internationalen Haftbefehl gegen Kabuye ausstellen lassen, den deutsche Behörden pflichtbewußt ausführten.

In Ruanda wurde dieses neue Untersuchungsergebnis wohlwollend aufgenommen. Denn lange Zeit warfen Verschwörungstheoretiker der RPF und dem ruandischen Präsidenten Paul Kagame vor, den Abschuß der Präsidentenmaschine selbst durchgeführt zu haben, um so den Krieg in Ruanda zu eskalieren. Damit hätten Kagame und seine RPF eine Mitschuld am Genozid, der am Ende rund einer Million Menschen das Leben kostete. Diese unsägliche Behauptung ist nun endlich vom Tisch.

Der Abschluß der französischen Untersuchung bedeutet jedoch nicht eine Antwort auf alle noch offenen Fragen. Die Hintergründe und auch Hintermänner der Ereignisse vor und während des Abschlachtens in Ruanda 1994 sind noch lange nicht geklärt. Es fehlt der internationale Wille, wie man am zögerlichen Verhalten Deutschlands nur zu gut erkennen kann, eine grundlegende Aufarbeitung überhaupt anzugehen.

Die Iraner und Obamacare

Allah sei Dank. Die Mullahs in Teheran sollten froh sein, dass Obamacare mit Pech und Pannen gestartet ist. Denn klar ist, Amerika hätte auf der internationalen diplomatischen Bühne nie einem Deal mit Iran zugestimmt, wenn der Obama Admininstration in Sachen Gesundheitsreform nicht das Wasser bis zum Hals stehen würde. So zumindest muß man es lesen, wenn man sich heute die Erklärungen mancher Republikaner durchliest. „Erstaunlich, was das Weiße Haus alles macht, um von O-care abzulenken“, twitterte der republikanische Senator John Cornyn. Und der schnauzbärtige John Bolton, ehemaliger UN Botschafter und nie lachender Falke im inneren Machtzirkel der Bush-Administration, redet sogar von einer Gefährdung der nationalen Sicherheit. Er spricht Obama, Kerry und den anderen im Weißen Haus die Fähigkeit ab, überhaupt für die Interessen Amerikas sprechen zu können. Man erinnere sich, Barack Obamas Zweitname ist „Hussein“!!! Das sagt doch alles.

Nun melden sich alle zu Wort. Angehenden Präsidentschaftskandidaten, wie der Republikaner Marco Rubio, der nun sogar für stärkere Sanktionen gegen den Iran plädiert. Der Kongress und der Senat werden handeln, eine neue Front wird gegen Obama eröffnet. Ein schlechter Deal, heißt es. Auch Politiker aus den hinteren Reihen geben ihren Senf dazu. Die Senatorin Kelly Ayotte fragt, ob den Iran nun auch seine Unterstützung für Terroristen aufgebe.

Interessanterweise twittern sie alle, man ist ja hip heutzutage. In 150 Zeichen kann man also genau erklären, warum man gegen einen Deal im Atomstreit mit Iran ist, die nationale Sicherheit und die Sicherheit Israels gefährdet sieht. Das ist die heutige Politik. Man wirft mit Schlagworten und Kurzkommentaren um sich. Das ist die heutige amerikanische Politik, denn mit am Tisch in Genf saßen ja auch noch Russland, China, England, Frankreich und Deutschland. Wenn man die Kommentare der republikanischen Seite zum Abschluß der Verhandlunge liest, dann scheint einem, dass die USA sich von Iran und den fünf anderen über den Tisch ziehen ließen. Teile der amerikanischen Politik machen damit deutlich, dass sie sich nicht als Teil einer internationalen Gemeinschaft sehen. Wohin das noch führen wird…Inschallah…man wird schon sehen.

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Die rote Linie bleicht aus

Giftgaseinsatz und Obamas rote Linie     

Von der roten Linie war die Rede und davon, dass diese nun überschritten sei. Der Giftgaseinsatz in Syrien sollte ein Testfall für den Westen sein. Mal wieder einer. Und wieder versagt der Westen mit einer klaren Haltung. Obama will ein Zeichen setzen, aber er hat weder international noch im eigenen Land die nötige Unterstützung. Von einem UN Mandat ist schon gar nicht mehr die Rede. Was sich da derzeit auf diplomatischer Ebene tut ist ein peinliches Lamentieren. Ja, man muß was machen, ein deutliches Zeichen gegen solche Tyrannen wie Assad setzen, aber nicht mit uns und überhaupt. Von einer internationalen Gemeinschaft kann überhaupt nicht die Rede sein, eher von einem internationalen Orgelkonzert. Es tönt, aber ziemlich hohl.

Nun hat auch Obama einen Rückzieher gemacht. Zumindest einen Schritt zurück. Er will jetzt erst einmal im Kongress die Zustimmung für einen Militärschlag einholen. Man sollte jetzt nichts überstürzen, so eine Entscheidung muß von allen mitgetragen werden. Obama hat schlichtweg die Hosen voll, denn er sieht, er steht allein auf weiter Flur. Telefonate mit Regierungschefs in Europa und in der arabischen Welt haben nicht das eingebracht, was sich der Präsident erhoffte. Und auch daheim fehlt ihm der Rückhalt für etwas, was einen Flächenbrand auslösen könnte und nicht mal sicherstellen würde, dass es zu keinem weiteren Giftgaseinsatz kommen wird. Ob der Schachzug, den Kongress einzuschalten, sinnvoll war, wird sich herausstellen müssen. Für Obama könnte es allerdings der Anfang vom Ende sein….egal, was dabei herauskommt.

Dazu ein aktueller Audiobeitrag

Der Anti-Gay Wodka muß weg

Dan Savage ist ein Kolumnist, der viel über Sex, Politik und das Nachtleben schreibt. In einer seiner jüngsten Kolumnen forderte er zum Boykott des russischen Wodkas „Stolichnaya“ auf, denn das wäre ein erstes deutliches Signal an die russische Regierung, Homosexuelle nicht zu diskriminieren. Ehrlich!?

Der Aufruf von Savage machte Runden in Gay und anderen Bars. Vor ein paar Tagen haben sich auch in New York gleich einige Bar- und Restaurantbesitizer für diesen Schritt erwärmen können. In einer groß angekündigten Aktion vor Pressefotografen und Fernsehkameras schütteten sie volle Flaschen mit Stoli Wodka in die Gosse. An anderen Orten der USA füllten Barbesitzer leere Stoli Flaschen mit Wasser und schütteten diese auf der Straße aus. Symbolisch sei das zu sehen, wurde erklärt, das sei hier nun ein „Russenfreier Wodkaraum“ wurde lautstark propagiert. Hurra, Hurra…Putin nimm das Du Anti-Gay-Miesepeter. Das wird das russische Staatsoberhaupt sicherlich zum Einlenken und Umdenken bewegen.

Interessanterweise hat sich auch schon der CEO von Stolichnaya Vodka, Val Mendeleev, zu Wort gemeldet und erklärt, dass die Firma nicht die Anti-Gay Haltung der russischen Regierung unterstütze. „Ich möchte betonen, dass Stoli nachdrücklich gegen solche Einstellungen und Handlungen ist. Stolichnaya Vodka war schon immer und wird auch weiterhin ein überzeugter Unterstützer der LGBT Community sein“.

Mendeleev erklärte weiter, dass die russische Regierung keinen Einfluss auf die Wodka Produktion seiner Firma habe. Sowieso würde der Wodka nur mit russischen Zutaten hergestellt, jedoch in Lettland gebrannt. Doch diese Tatsache kam bei den Wodka-Aktivisten nicht an. Wäre vielleicht gut gewesen, sich vorher zu informieren.

Der ganze Schnellschuss mit dem ausgeschütteten Wodka erinnert an den französischen Rotweinbach, den Restaurantbesitzer vor dem Irak-Krieg von George W. Bush in die Straßen kippten. Damals waren die patriotischen Amerikaner von der Haltung Frankreichs schockiert, nicht mit ihnen in den Krieg zu ziehen. Der gute französische Tropfen wurde in die Gosse gekippt, die „French Fries“ und „French Toasts“ wurden umbenannt in „Freedom Fries“ und „Freedom Toasts“, obwohl weder die Fritten noch der Frühstückstoast etwas mit Frankreich zu tun. Verstehe einer diese Amerikaner!

 

Wunder gibt es immer wieder

Da sitze ich im fernen Kalifornien und flöte mir das Lied von Katja Ebstein. Nach über 16 Jahren in den USA habe ich gestern Abend zum ersten mal Handball im amerikanischen Fernsehen gesehen. Das ist ein Ereignis, denn ich predige schon immer, dass den Amerikanern das schnelle, körperbetonte und intensive Mannschaftsspiel gefallen würde. Doch wenn man denen hier mit „Handball“ kommt, dann denken die an ein Spielchen a la Squash, das ohne Schläger gespielt wird.

16 Jahre habe ich beim ESV West und beim TV Jahn gespielt. Schon komisch, dass es die beiden Vereine so nicht mehr gibt. Die Handballhallen in der Region kenne ich alle und habe mir ziemlich oft die Knie aufgeschlagen. Im Training in der Panzerhalle der Bundeswehr, da versprang der Ball in den Kettenspuren, oder blutige Knie nach einem hart umkämpften Sieg auf dem Schotterplatz des ASN Pfeil….man, man, man….lange ist es her, aber an sowas denkt man Freitagnacht, wenn man auf „beIN Sports“ Handball sieht. Tolles Spiel zwischen Frankreich und Deutschland. Ist schon ein schöner Sport!

Reisewarnung ist für die Tonne

Die amerikanische Regierung warnt ihre Bürger, ganz besonders vorsichtig auf Reisen in Europa zu sein. Doch irgendwie fragt man sich sogar hier drüben im Land der unbegrenzten Möglichkeiten, was das nun wieder soll. Wie kann man auf Reisen nach London, Paris oder Berlin öffentliche Plätze meiden und „vigilant“, wachsam sein? Und was heißt das eigentlich, wachsam zu sein? Soll man besonders diejenigen in Trenchcoats beachten, die eventuell eine Bombe am Bauch drunter haben, oder auf jene mit langen Bärten und Kopftüchern achten, denn so sieht doch ein Terrorist aus, oder?

037  Brandenburger TorIrgendwie scheint mir, kommen solche Warnungen immer besonders gerne vor amerikanischen Wahlen, damit die jeweilige Regierung verdeutlichen kann, sie ist dran an den Terroristen, haben ein Riesenohr für die Pläne der bösen Buben. Und dann wird eben sowas veröffentlicht, man solle mal aufpassen, heißt es dann mit erhobenem Zeigefinger, wenn man denn in Berlin am Brandenburger Tor oder vor dem Reichstag steht. Solche Reisewarnungen sind echt für die Tonne gemacht. Das Auswärtige Amt in Berlin hat auch noch nie Reisewarnungen für die USA rausgegeben, zumindest nicht für die normalen Touristenziele. Aber vielleicht wäre das mal interessant, Reisewarnung für den Times Square in New York City, für die Mall in Washington DC, für die Golden Gate Bridge in San Francisco, für den Walk of Fame in Hollywood. Wie sagt man so schön in Franken: Obacht gem, länger lem.