Der Lügenbaron hat die Buxe voll

Nun also doch nicht. Da bekam Donald Trump kalte Füße. Gestern kündigte er noch groß eine live übertragene Fernsehdebatte aus einem Stadion mit Bernie Sanders an. Am Freitag kam dann der Rückzieher, es sei für ihn, den Kandidaten der Republikaner,  „unangebracht“ mit dem Zweitplatzierten im demokratischen Rennen und höchstwahrscheinlichen Verlierer gemeinsam aufzutreten. So kann man auch erklären, dass man Muffensausen hat, denn noch am Tag zuvor meinte der New Yorker Egomane: „Ich würde gerne mit Bernie eine Debatte führen. Aber ich will damit viel Geld für gemeinnützige Organisationen sammeln. Was wir machen sollten ist, wir sollten Geld, vielleicht 10-15 Millionen Dollar für Gesundheitsprojekte von Frauen zusammenkriegen, das wäre eine gute Sache. Ich kenne das Fernsehgeschäft sehr gut, ich glaube, es würde sehr hohe Einschaltquoten bringen. Es sollte in einer großen Arena sein. Und wir können jede Menge Spaß damit haben.“

Senator Bernie Sanders reagierte gelassen, so, als ob er das Kneifen des Donald schon erwartet hätte: „Ich hoffe, er ändert wieder seine Meinung. Mr Trump ist ja bekannt dafür seine Meinung mehrmals am Tag zu ändern. Trump ist ein Raufbold, ein großer, harter Kerl. Ich frage Sie, Mr. Trump, vor was haben Sie Angst?“

Lalalala...Donald Trump verschließt die Ohren vor dem Naturschutz. Foto: Reuters.

Lalalala…Donald Trump verschließt die Ohren vor dem Naturschutz. Foto: Reuters.

Am Freitagnachmittag hatte Trump dann eine Wahlveranstaltung in Fresno, Kalifornien, im „Heartland“ des landwirtschaftlichen Anbaus. Von hier wird Amerika mit Gemüse versorgt. Die Bauern im Central Valley leiden besonders unter der Wasserknappheit im Bundesstaat. Vorgeschriebene Einsparungen und ein gesunkener Grundwasserspiegel hat viele Farmer an den Rand der Existenz gebracht. Kein Wunder also, dass Trump erklärte, die Dürre gebe es gar nicht. Der Staat und die Regierung in Washington verschwendeten Wasser für den Erhalt eines neun Zentimeter langen Fisches. Der „Delta Smelt“ ist eine bedrohte Fischart, die noch im Sacramento River zu finden ist. Schutzmaßnahmen verhindern, dass für die Landwirtschaft mehr Wasser aus dem Fluß gepumpt wird. Wasser, so die Farmer, das dringend im Central Valley gebraucht wird.

Trump erklärte nach einem 30minütigen (!) Treffen mit Vertretern der Bauernorganisation, in dem die Farmer ihm von der Wasserknappheit in Kalifornien berichteten: „Wir werden Eure Wasserprobleme lösen. Ihr habt ein Wasserproblem, das verrückt ist. Es ist so bekloppt, dass sie das Wasser einfach ins Meer fließen lassen. Wenn ich gewinne, liefern wir wieder mehr Wasser, damit die Farmer hier überleben können.“

Nach 30 Minuten war und ist Donald Trump zu einem kalifornischer Wasserexperten geworden. Naturschutz interssiert ihn nicht. Man kann nur hoffen, dass er im Falle eines Wahlsieges nicht alle seine weitreichenden Entscheidungen in nur 30 Minuten fällen wird.

Kaliforniens Spaltung

Wenn es nach Supervisor Jeff Stone aus Riverside County geht, dann wird es schon bald zwei Kalifornien geben. Einen Nordteil und einen Südteil. Stone meint, die Counties (Bezirke) Riverside, Imperial, San Diego, Orange, San Bernardino, Kings, Kern, Fresno, Tulare, Inyo, Madera, Mariposa und Mono sollten sich zu einem Bundesstaat zusammen schließen und sich unabhängig erklären (Siehe Karte). Nicht einbezogen wären Los Angeles County und nördlich davon Ventura und Santa Barbara.

Der Supervisor kritisiert schon seit längerem, dass gerade diese südöstlichen Bezirke im Bundesstaat nicht richtig repräsentiert werden. Sie sind eher ländlich, konservativer und würden in der liberalen Politik Kaliforniens untergehen und nur selten beachtet werden. Jeff Stone ist überzeugt davon, dass eine Spaltung politisch Sinn machen würde. Doch selbst wenn jeder Wähler in den einbezogenen Bezirken dafür stimmen würde, müßte auch noch das kalifornische Abgeordnetenhaus einwilligen, was derzeit eher unwahrscheinlich ist.

Die letzte Teilung eines amerikanischen Bundesstaates ist auch schon eine Weile her. Während des Bürgerkrieges spaltete sich 1863 West-Virginia von Virginia ab. Gefragt, was Gouverneur Jerry Brown von dieser Initiative halte, antwortete dessen Sprecher Gil Duran: „Eine Abspaltungsbewegung? Was ist das hier, 1860?“

Aussichtslos scheint der Kampf jedoch nicht zu sein. Schon seit langem wird immer wieder darüber nachgedacht, ob sich Kalifornien ganz von den USA lösen oder ob sich der Staat spalten sollte. 1941 war man sogar fast erfolgreich. Damals versuchten einige Bezirke im Norden Kaliforniens und im Süden Oregons einen neuen, den damals 49. Bundesstaat Jefferson zu gründen (Hawaii und Alaska waren noch keine Bundesstaaten). Die Bürger waren dafür, alles sah nach einem Sieg für Jefferson aus. Doch als es zur Abstimmung kommen sollte, griffen die Japaner Pearl Harbor an und alle Pläne einer Neugründung wurden auf Eis gelegt.