„Golden Age of Homeland Security“

Ich bin ein begeisterter Sammler von alten Tönen. Musik und Audioclips, historischen Reden und alter Werbung. Für Radioproduktionen ist das einfach fantastisch. Ich erinnere mich noch an ein Gespräch mit meinem ehemaligen Kollegen, Rainer Knape, aus dem Funkhaus Nürnberg. Das war damals noch zu Radio Gong Zeiten in der Inneren-Cramer-Klett-Strasse. Wir gingen auf einen Kaffee in die Meisengeige und unterhielten uns übers Radiomachen. Und er sagte einen Satz, der für mich und meinen Werdegang im Hörfunk ganz wichtig wurde. „Radio ist Theater im Kopf. Du hast am Anfang eine leere Bühne vor dir und musst selbst bestimmen, wie du sie füllst.“ Im Radio macht man das durch Musik, durch historische und bekannte Aufnahmen, durch Soundeffekte, durch die Produktion selbst. Beispielsweise ist der Redefluss eines Interviewpartners ein Klangelement für sich. Beim Privatradio werden Schnaufer oftmals aus Zeitgründen geschnitten. Doch gerade das kann klanglich reizvoll sein, wenn man jemandem zuhört, der hörbar nachdenkt.

Ein Zeitalter drückt sich auch über Lieder und Originaltöne aus. Gestern hatte ich mal wieder ein Spotlight auf KUSF San Francisco, also eine Zweistundensendung zu einem bestimmten Thema. Es ging diesmal um Songs und sogenannte „Public Service Announcements“ des Kalten Krieges. Das deutsche Label Bear Family Records hat dazu eine wunderbare CD Box herausgegeben.

Und hier kann man sich die Sendung über die KUSF-Archivseite anhören.

Die Koffer sind gepackt

Heute geht es los. Um 14.30 mit der LH-Frankfurt Maschine von San Francisco aus. Von dort dann mit dem Auto weiter nach Nürnberg, ein paar Tage bei meiner Familie und dann am Dienstagmorgen ab Köln Richtung Usbekistan und weiter nach Afghanistan. Ich bin schon sehr gespannt.

Gestern kam von der Einsatzführung in Potsdam die Flugbestätigung mit einigen Sicherheits- und Gepäckhinweisen. Im grossen und ganzen habe ich alles eingepackt. Einziges Problem wird sein, dass ich mir die Kniekehlen abfrieren werde, denn nach 12 Jahren Kalifornien hat sich mein Körper doch etwas umgestellt. In Nürnberg war ich eingefleischter Fahrradfahrer und bei Wind und Wetter unterwegs. Die Krönung war mal, als ich im Tiefwinter morgens um 4 zum Dienst ins Funkhaus trampelte. Ich wohnte damals am Jakobsplatz, auf dem Rücken mein Rucksack mit Thermoskanne…und am Stadtpark kam ich auf Glatteis, rutschte weg, landete auf dem Rücken und die Kanne brach. Total mit Kaffee bekleckert, fluchend und nass kam ich im Funkhaus in der Senefelderstrasse an. Mein Kollege Rainer Knape, bekannt für seinen trockenen Humor, meinte nur, „wo kommst du denn her?“ Egal…was ich eigentlich sagen wollte, ich werde frieren 🙂 Bei bis zu Minus 30 Grad auch kein Wunder.

Wenn es geht, werde ich mich mal hier aus Afghanistan einloggen und von meinen Eindrücken schreiben. Und falls wir das nicht gehen sollte, dann wünsche ich schon mal allen Leserinnen und Lesern ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest…