Zahltag für David Beckham

Das wird teuer. David Beckham dachte wahrscheinlich schon an das bevorstehende Match seiner Los Angeles Galaxy gegen die New York Red Bulls (Endstand 1:1), da krachte es auch schon. Beckham war am Freitag auf dem 405 Freeway in LA mit seinem Cadillac einem 40jährigen Mann drauf gefahren. Das ganze ereignete sich im Morgenverkehr, von daher kann man davon ausgehen, dass die Autobahn eher einem Parkplatz glich. Doch der Fahrer des Mitsubishis erklärte den herbeigerufenen Highway Patrol Officers, dass er starke Schmerzen im Nackenbereich habe. Eine Ambulanz nahm den Mann dann mit ins Krankenhaus, “reine Vorsichtsmaßnahme”.
Natürlich hatte der Auffahrunfall von Beckham schon die Runde gemacht, Vorbeifahrende erkannten den Soccer Star und riefen gleich bei diversen Radio- und Fernsehsendern an. Der 40jährige Mitsubishi Fahrer konnte sich mit Sicherheit den besten Anwalt in der Notaufnahme des Krankenhauses auswählen, denn die standen schon Schlange für den neuen Klienten. Die Rechnng heisst: Beckham und Nackenschmerzen = Zahltag!

Fussball vereint

Der DFB ist hier in Ruanda sehr aktiv. Die Trainer- und Schiedsrichterausbildung steht vornan, dazu demnächst mehr in der Nürnberger Zeitung.

ruanda5Auf dem Weg nach Kibuye am Kivu See, direkt an der Grenze zum Kongo, spielten immer wieder Jungs Fussball. Um ein paar Töne für ein Radiofeature über das Engagement des DFB zu sammeln, hielt ich an. Doch aus den Aufnahmen wurde nicht viel, zu seltsam oder ungewöhnlich war es wohl, dass da ein Weisser mit Aufnahmegerät am Rand stand und zusah. Also pölten wir einfach ein bisschen mit dem selbstgebastelten Fussball, den man richtig gut kicken konnte. Doch dabei ging mir fast die Luft aus, denn Ruanda liegt ziemlich hoch und dieser Fussballplatz lag auch noch auf einem Berg. Aber es ging für eine Weile und machte auch richtig Spass. Fussball vereint eben.

Aber hier auf dem offenen Land sieht man auch die Unterschiede zur Stadtbevölkerung. Die Kinder hatten mehr abgetragene, zu grosse und verdreckte Sachen an, spielten barfuss auf einem sehr holprigen und zum Teil steinigen Platz. Was man in Kigali nicht so sehr sieht, wurde hier ganz klar, Ruanda ist ein sehr armes Land.

Stromausfall in Wien…

…Bildausfall in den USA und Kanada. Da sass ich dann vor dem Fernseher und bekam ein sehr lückenhaftes Spiel geliefert. Das 2:2 und das 3:2 haben wir hier drüben überhaupt nicht mitbekommen. Über Skype unterhielt ich mich mit einem alten Schulfreund aus Eibacher Realschultagen, der in Toronto lebt und nebenher focus.de laufen liess. Die waren auch noch schneller als spiegel.de, die ich angeklickt hatte.

Und da sassen wir, er bei einer Pizza in Kanada, ich mit einem Glas Wasser in Oakland und hofften auf einen guten Ausgang für die deutsche Mannschaft. Und Boom war das Bild weg. Und dann kamen die Krampen von ESPN und analysierten das Spiel…“Ja, die Deutschen haben noch nicht zu ihrem Spiel gefunden. Die Türken darf man bis zur letzten Minute nicht unterschätzen…bla bla, bla bla, bla bla…“ Macht was, aber labert doch da nicht so rum….

Wir wussten erstmal gar nicht, was los war. Dann rief ich eine Freundin und auch ehemalige Mitschülerin aus Eibacher Tagen an, und sie jubelte nur ins Telefon…“die haben kein Bild“, meinte sie lachend zu ihrer Bekannten. Klasse, Häme kann man gut gebrauchen bei so einem Spiel. Da plant man ein nettes virtuelles und internationales Zusammensein und was passiert, irgendso ein Knaller bei der Uefa hat das Notstromaggregat nicht eingeschaltet. Aber Süle, wir sollten uns noch bei den Schweizern entschuldigen, die konnten an dem Abend gar nichts für den Sendeausfall. Also, liebe Schweizer, entschuldigt…im Juli komme ich vorbei und trinke auf und mit Euch ein Feldschlösschen.

Zumindest läuft heute Abend auf „Radio Goethe Magazine“ ein Stimmungsbericht vom Frauentorgraben nach dem Spiel. Da war ja einiges los in Nürnberg, ich wäre sehr gerne dabei gewesen.