Cartoonists wehren sich

TSA Kontrolle Die Sonntagszeitungen in den USA sind immer voll mit Cartoons. Von den „Peanuts“ und „Garfield“ bis zu „Hagar the Horrible“ und „Doonesbury“. Doch auch politische Cartoonisten nutzen diese Möglichkeit, um Stellung zu beziehen, um pointiert das aufzugreifen, was in Amerika passiert. Kritisch, frontal und ganz im Sinne von politischen Cartoonisten wird da die Feder geführt, wird ein Finger auf die wunden Stellen Amerikas gelegt.

Hier zwei hervorragende Cartoons, die heute in der Sonntagszeitung waren und die sich mit den verschärften Sicherheitskontrollen an US Flughäfen beschäftigen. Diese neuen Maßnahmen stoßen bei Reisenden und Bürgerrechtlern auf Unverständnis. Kontrollen ja, aber keine Eingriffe in die Intimssphäre.

Der eine Cartoon mit Uncle Sam und Lady Liberty ist von David Horsey. Der andere mit dem außergewöhnlichen Angebot im Sex Club ist von Nick Anderson.

TSA Kontrolle

Kein gutes „Timing“

Gestern war „Veterans Day“ in den USA. An diesem Tag gedenkt die amerikanische Nation ihrer Veteranen, die in den Kriegen rund um den Erdball für Frieden, Freiheit und Demokratie kämpften. In den letzten Jahren, seit Beginn der Offensiven im Irak und in Afghanistan, ist dieser Feiertag wieder ganz wichtig geworden. Überall weht die amerikanische Flagge, die Soldatenfriedhöfe sind geschmückt, in Veranstaltungen im ganzen Land wird an den Einsatz der Soldaten gedacht. Wie bedeutend dieser Tag ist, zeigt auch der Blitzbesuch von First Lady Michelle Obama auf dem amerikanischen Militärstützpunkt in Ramstein.

Und genau an diesem Tag erschien in unzähligen von amerikanischen Tageszeitungen der jüngste Garfield-Comicstrip von Jim Davis (siehe unten). Und der war leider zeitlich total unpassend, denn etliche Leser und Kritiker sahen dies gleich als Angriff auf die Veteranen, als ein politisches Statement, als ein Belächeln der „wahren Helden“. Als Davis morgens in Muncie, Indiana, die Zeitung aufmachte, mußte ihn wohl der Schlag getroffen haben, denn umgehend ließ er eine Stellungnahme veröffentlichen, in der er sich ausdrücklich für das „Timing“ entschuldigte. Dieser Comicstrip sei schon vor mehr als einem Jahr gezeichnet worden und er habe dabei auf keinem Fall das US Militär im Sinn gehabt. Vielmehr habe sein Bruder in Vietnam gekämpft und sein Sohn sei im Irak und in Afghanistan eingesetzt worden.

Veteranenverbände sehen das ganze gelassen, sowas passiere und eine Entschuldigung sei nicht notwendig. Doch konservative News Organisationen, wie FOX News, blasen das ganze unnötig auf. Muß wohl so sein, denn wir sind ja hier drüben auch in einem „Cultural War“, und wer dabei das Militär unterminiert, dient dem Feind.

GARFIELD-VETERANS-DAY