Die Frage nach dem Sinn

Ich war heute nochmals im „Genocide Memorial Center“ in Kigali. Nach einem längeren Interview mit dem Leiter der Einrichtung ging ich nochmals durch die Dauerausstellung. Die Geschichte Ruandas, die Entwicklungen vor dem April 1994, die 100 Tage, in denen die Welt wegschaute, die Folgen des Genozids und die vielen, vielen Bilder der Opfer. Genocide Memorial Museum, KigaliWände voller Bilder….und dann sind da die Zimmer mit den übergroßen Kinderbildern. Ihr Name, wo sie lebten, was sie mochten, was mit ihnen geschah….getötet durch eine Machete, Granate in der Dusche, erschlagen, in den Armen der Mutter abgeschlachtet…vom Nachbarn, vom Freund der Familie, von radikalisierten und verblendeten Jugendlichen. Man läuft an diesen Bildern vorbei…sprachlos…man fühlt den Kloss im Hals… die Luft bleibt weg. Man tritt hinaus, geht durch eine Seitentür nach draussen. Der Lärm holt einen ein, Kigali liegt da, wie jede andere Stadt, und man fragt sich, was war hier nur los vor 16 Jahren, wie konnte das alles nur geschehen?