Und hier kommt der Nächste

Immer mal wieder versuchen es deutsche Musiker und Bands in den USA groß rauszukommen. Doch bislang haben es nur ganz wenige geschafft. Klar, da sind die Scorpions, da ist Kraftwerk, da ist Rammstein, die man hier drüben als Superstars feiert. Interessant bei Rammstein ist, dass sie es mit deutschen Texten geschafft haben. Sie haben sich nicht verbogen und verdreht, um es im Land der unbegrenzten Möglichkeiten zu packen. Sie blieben sich und ihrer Musik treu.

Andere Bands und Musiker touren viel durch die USA, sind veröffentlicht und haben auch ihre Fangemeinde. Ich denke an Blind Guardian, an Accept, an Kreator, an die Einstürzenden Neubauten, an Faust und auch an KMFDM, an zahlreiche deutsche Krautrock und Elektro Acts. Viele deutsche Independent Bands sind ebenfalls veröffentlicht und auf Tour. Sie alle haben ihre Nische gefunden und sind damit zufrieden.

Doch es gibt Großangriffe, die nicht funktionieren (können). Tokio Hotel wurden von ihrer Plattenfirma gehypt. Namhafte Konzerthallen, wie das Fillmore in San Francisco, gebucht, Tickets billig verkauft, um die Hallen zu füllen, und jedem Konzertbesucher ein Poster überreicht, darauf, wie hier, „Tokio Hotel in San Francisco“. Der angepeilte Erfolg blieb aus. Im Konzert riefen viele junge Mädchen „sing German“, doch die netten Jungs von Tokio Hotel spulten ihr Programm vor allem auf Englisch runter.

Herbert Grönemeyer spielte live in San Francisco im legendären Bimbo's Club in North Beach.

Herbert Grönemeyer spielte live in San Francisco im legendären Bimbo’s Club in North Beach.

Ähnlich verlief es mit Herbert Grönemeyer. In Deutschland kann er tun und lassen, was er will. In den USA fiel er kaum auf. Seine englischsprachige Platte „I walk“ wurde groß angekündigt, Interviews liefen sogar auf National Public Radio mit ihm, denn Grönemeyer brachte den Superstarnamen aus Deutschland mit, war bekannt durch den Klassiker „Das Boot“ und sein Duett mit Bono auf der Debut Platte schadete seinem Ansehen auch nicht. Herbert Grönemeyer erklärte mir im Interview, dass er den Versuch in den USA gelassen sieht. Und tatsächlich, er verwirklichte sich wohl eher einen Traum. Auch in seinen Konzerten waren vor allem Deutsche, die ihn einmal in Clubatmosphäre und nicht im großen Stadion oder auf einer Anti-Pegida Demo sehen wollten. Auch sie riefen „Herbert, sing Deutsch“, doch auch Grönemeyer blieb fast nur beim Englischen.

Und jetzt kommt der Rapper Cro über den großen Teich. Seine Single „Traum“ wird nun neu und englischsprachig veröffentlicht, ein US Magazin riet seinen Lesern auf eine Reihe internationaler Rap Musiker zu achten, dabei kam Cro sogar auf Platz zwei. Und er selbst zeigt sich durchaus angetan, erklärte er in einem Interview, dass er nun die Chance hat, im Geburtsland des Hip Hop mal einen abzurappen. Die Erfolgsaussichten sind allerdings auch bei Cro gering.

Deutsche Musiker und Bands haben meiner Meinung und Einschätzung nach nur dann in den USA eine wirkliche Chance, wenn sie etwas ganz anderes liefern, als der größte Musikmarkt schon selber hat. Jene Gruppen, die es hier irgendwie geschafft haben einen Fuß in die Tür zu bekommen, sind das beste Beispiel dafür. Die Liste ist lang und vielseitig. Doch Tokio Hotel, Herbert Grönemeyer und auch Cro sind bei dem, was sie machen gut, aber sie können in den USA auch nicht annähernd den gleichen Erfolg feiern, den sie daheim haben.

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Nach 160 Jahren wieder auf der Bühne

Vor einiger Zeit berichtete ich über das Buch „Other Witnesses“ von Cora Lee Kluge. Kluge ist Professorin an der University of Wisconsin. Sie hat eine Anthologie über deutschsprachige Autoren heraus gegeben, eine Sammlung von Erzählungen und Gedichten, Romanen und Kurzgeschichten, die von deutschen Einwanderern vor allem im Mittleren geschrieben worden waren.

Der Schwank "Bekehrung vom Temperenzwahn" von Christian Essellen wird nach 160 Jahren neu aufgeführt.

Der Schwank „Bekehrung vom Temperenzwahn“ von Christian Essellen wird nach 160 Jahren neu aufgeführt.

Wisconsin war Ende des 19. Jahrhunderts der „deutscheste“ aller amerikanischen Bundesstaaten. In Milwaukee gab es mehrere deutschsprachige Tageszeitungen, Büchereien und Theater.

In ihrer Anthologie verweist Kluge auch auf das Theaterstück „Bekehrung vom Temperenzwahn“ von Christian Esselen. Durch Zufall stieß sie im Keller einer Bibliothek auf einen wahren Schatz der deutschen Literatur in den USA. Kistenweise lagerten dort Texte deutschsprachiger Theaterstücke. Darunter auch jener von Esselen, der zuletzt vor 160 Jahren in Milwaukee aufgeführt worden war. Kluge war so begeistert von dem Text, dass die Idee entstand, diese Geschichte neu zu inszenieren. Mithilfe einer weiteren Deutschprofessorin, zahlreichen Studierenden und dem aus Frankfurt am Main angereisten Theaterregisseur Manfred Roth wurde nun dieses Projekt realisiert. Am 4., 5. und 6. Mai wird „Bekehrung vom Temperenzwahn“ erneut aufgeführt, diesmal auf der Bühne der Universität. Und dann am 9. Mai kehrt das Lustspiel auch nach Milwaukee zurück. Die Laientruppe wird das Theaterstück nach 160 Jahren für einen Abend auch wieder dort aufführen.

 

 

„Hello, I’m German“

Deutsch ist weit verbreitet in den USA. Das ist nichts neues. Immer wieder treffe ich hier Menschen, die mich erst aufgrund meines Akzents fragen, woher ich komme, um mir dann zu sagen, sie seien auch Deutsche. Na ja, nicht direkt. Ur-Urgroßmutter kam von dort. Woher? Keine Ahnung „somewhere from the Rhine river“. Andere erklären ganz klar, dass sie ein Fünftel Deutsche seien. Was das nun bedeutet, habe ich bis heute noch nicht rausgefunden. Deutsch sein ist also weit verbreitet in den USA und steht für alte Werte.

Nun hat das Slate Magazin die Daten einer Umfrage ausgewertet, in der es auch um die Sprachen geht, die in amerikanischen Haushalten verbreitet sind. Die beiden Hauptantworten waren klar: Englisch, Spanisch. Doch an dritter Stelle wurde oftmals Deutsch genannt. Slate hat daraus die Drittsprachen auf die USA Landkarte übertragen. Nach wie vor ist Deutsch also in jenen Teilen Amerikas zu finden, in denen sich die Einwanderer jahrhundertelang sesshaft gemacht haben.

Die Aussage, man spricht Deutsch, sagt allerdings nichts darüber aus, ob man mehr sagen kann als „Prost“ oder „Bratwurst“ auf dem lokalen Oktoberfest. Ist ja auch Deutsch, von daher, ich kann ja auch Türkisch, zumindest bis 10 zählen, „Merhaba, „Güle Güle“ und „Inschallah“ sagen. Und doch, viele Amerikaner sehen nach wie vor ihre (Teil)Wurzeln im Deutschen. Die deutsche Sprache ist dennoch in den USA am Aussterben. Universitäten und High Schools im ganzen Land schaffen immer öfters ihre Deutschprogramme ab. Die Teilnehmerzahlen an Deutschkursen sinken, die Einrichtungen müssen sparen, mit einem Rotstift ist alles vorbei. Deutsche Radioprogramme und Zeitungen werden dicht gemacht, die Hörer- und Leserschaft stirbt aus. Man versucht zwar von Seiten der Botschaft, der Konsulate und der Goethe-Institue gegen zu steuern, doch wenn sogar der deutsche Auslandssender „Deutsche Welle“ seine deutschsprachige Berichterstattung ganz einstellt und die mit Steuergeldern geförderte „Intitiative Musik“ keine deutschsprachigen Bands in den USA präsentieren will, dann ist das eine klare Ansage. Deutsch ist nicht mehr zeitgemäß.

Mit Mozart bei Aldi an der Kasse

Mozart im Interview     

Er hat bereits vor Rammstein auf der Bühne geschockt. Ganz bewusst. Es krachte, flammte und provozierte. Mit Umbra et Imago ging Mozart 1991 an den Start. Der Sound kommt an, auch international ist die Band gefragt. Der aus Karlsruhe kommende Musiker gehört zu den Pionieren der deutschen Gothic-Szene. Neben seiner mehr gitarrenorientierten Band Umbra et Imago hat er seit einigen Jahren auch das Projekt Dracul am Start. Mehr elektronisch ausgerichtet, besser für die Clubs geeignet. Mozart nimmt kein Blatt vor den Mund, er versteckt sich nicht, beschönigt auch nichts. Er steht zu dem, was er sagt.

Er arbeitet ständig an etlichen Projekten, bekommt dabei gleich Ideen und Visionen für weitere. Ein Interview mit ihm ist unterhaltsam, man kann scherzen, man kann lachen, wie man das in dem oben zu hörenden Gespräch für meine Sendung Radio Goethe hören kann. Und doch, Mozart hat den Überblick über die Gothic-Szene, wie wohl kein anderer. Gerade weil er schon seit Ewigkeiten dabei ist. Er legt den Finger in die Wunde, vor allem dann, wenn er mitansehen muß, wie die Gothic-Szene von politisch rechten Strömungen unterspült wird.

Der Deutsch-Amerikanische Tag

Die Regierung ist doch noch nicht ganz geschlossen, immerhin wurde der 6. Oktober, wie jedes Jahr, von Präsident Barack Obama zum Deutsch-Amerikanischen Tag bestimmt. Bei all dem Tam-Tam in Washington war also noch Zeit auf die Bedeutung der deutschen Einwanderer hinzuweisen. Und passend dazu, wurde heute am 7. Oktober der in Göttingen geborene Thomas Südhof mit dem Nobelpreis in Medizin geehrt. Südhof kam 1983 in die USA. Hier die offizielle Erklärung aus dem Weißen Haus.

 

BY THE PRESIDENT OF THE UNITED STATES OF AMERICA

A PROCLAMATION

Since the first German settlers joined the Jamestown colony in 1608, German Americans have helped shape our identity — the small band of families who left the banks of the Rhine to found Germantown, Pennsylvania; the men, women, and children who fled the tyranny of fascism; the multitudes who sailed across the Atlantic to seek liberty and opportunity on our shores. On German-American Day, we celebrate the vibrant threads of German heritage woven into our national fabric.

Over the centuries, German Americans have participated in every sector of our society. They have helped steer our Nation’s journey — as artists and scientists, as journalists who tested the limits of a free press, as titans of industry, and as workers who turned the gears of industrial revolution. Today, nearly one in four Americans can trace their ancestry to Germany, and all of us are inheritors to the values and traditions handed down through generations of German Americans.

As close partners in the global community, the United States and Germany work side-by-side to advance our common interests and common ideals: freer societies, cleaner skies, peoples empowered to choose their own destinies, greater prosperity for our two nations and for the world. Today, as we celebrate the contributions of German Americans across a wide breadth of history, let us renew the bonds of friendship between our two peoples.

NOW, THEREFORE, I, BARACK OBAMA, President of the United States of America, by virtue of the authority vested in me by the Constitution and the laws of the United States, do hereby proclaim October 6, 2013, as German-American Day. I encourage all Americans to learn more about the history of German Americans and reflect on the many contributions they have made to our Nation.

IN WITNESS WHEREOF, I have hereunto set my hand this fourth day of October, in the year of our Lord two thousand thirteen, and of the Independence of the United States of America the two hundred and thirty-eighth.

BARACK OBAMA

Music with a Mission

(An English language report for our English reading NZ readers)

The sounds of the world in the heart of Washington DC

Not far from the Capitol in Washington DC is 600 Maryland Avenue. It is a building that looks as if it could be an insurance company or a brokerage house. Instead, the second floor is home to one of the most prestigious, diverse and important record companies in the United States, if not the world, Smithsonian Folkways.

Bertold BrechtThe label was founded in 1948 by Moses Asch; he wanted to document „people’s music,“ spoken word, instruction, and sounds from around the world. Since Asch initiated this bold idea, Folkways has released more than 2,500 titles. Of these, two-thirds have sold fewer than 100 copies a year and many have sold fewer than 500 copies in total. This label and its thinkers, shapers and supporters, though, have never been in business for big bucks or number one hit singles on the Billboard charts. Folkways is about documenting a rich diversity of music, sounds and historical events in America and around the world.

Once asked how he defines Folkways, Moses Asch answered: “Anything that is sound, from Indonesian folk music to James Joyce reading his own poetry.” Woody Guthrie and Pete Seeger, Angolan freedom songs and Mongolian throat singing, Berkeley teach-ins during the Vietnam era and Bertolt Brecht before the Committee on Un-American Activities, this label’s catalogue is all over the place. Exploring their collection is akin to swimming in a pool of sounds of the 20th century.

Atesh Sonneborn has been with Folkways for 12 years. This is his dream job. An ethnomusicologist, he is still amazed by the richness of Folkways’ archive. A temperature-controlled room is the heart of the label and its vast archive. This room houses the soul of more than 60 years of Folkways Recordings. Much of it is music that is largely unknown today, such as field recordings from the South of the country, and artists such as Lead Belly and Woody Guthrie. Folkways has it all. Atesh Sonneborn just pulls out records and tells little stories about each of the recordings. He himself is sometimes amazed at what can be found. Rows and rows of shelves display reel to reels, cassettes, vinyl, master tapes, and acid tape recordings.

Many of these are extremely fragile. Each time the three times the archive has moved, Sonneborn explains, some of the acetate recordings have broken. Fortunately, today Folkways is a label that offers music of the past with current technology that can maintain or repair it. According to Sonneborn, “The Library of Congress now has a machine that can take the pieces of a broken record and piece it together on a computer, so you can play it again.”

Sonneborn stands in the center of Folkways’ archive to search for German-related recordings. This was never a specific focus, Sonneborn explains; founder Moses Asch focused predominantly on American roots music. The bulk of the Folkways catalog reflects the founder’s interest in American folk songs.

Nevertheless, his musical vision was eclectic and Asch viewed folk music as an expression of the people. Many musical researchers came to him with ideas for albums and, consequently, many different immigrant groups were featured in releases, especially those with strong communities, such as the Irish, Polish and Italian communities.

On the other hand, while Germans have deep roots in America, their shared sense of identity and culture here has been hindered by two world wars and Germany’s role in them. While cultural events and backgrounds are celebrated, they are not always cherished and preserved. Therefore, there is still no specific release of the music of German immigrants to the United States on Folkways.

That notwithstanding, many German-related recordings have made it into Folkways’ archives. Of course there are drinking songs such as, “From the Hofbräuhaus to the Reeperbahn.” There are also German Folk songs, sung by internationally acclaimed artist Martha Schlamme, in a release from 1954, and many albums featuring German songs by Ernst Wolff, who was born in Baden-Baden and had to leave his home country in 1933. Moses Asch, born of Jewish parents in Warsaw , Poland also came to the US after the brutal Nazi reign began. He acknowledged the rich German musical traditions and invited German immigrant performers to present their musical roots on his label.

Atesh Sonneborn pulls another vinyl boxset off of the shelves. Folkways released the works of ethnomusicologists Curt Sachs and Erich von Hornbostel, who developed a system of musical instrument classification. Both musical experts had to flee Nazi-Germany, and now their work is preserved on Smithsonian Folkways. Of great historical value is the release, “The Demonstration Collection of E.M. von Hornbostel and the Berlin Phonogramme-Archive,” a collaboration of several archives from 1962 that brought together music from 120 cylinder copies of wax cylinder recordings.

Together these constitute the collection of Erich Moritz von Hornbostel, which he compiled for the “Phonogramm-Archiv” of the Psychological Institute of the University of Berlin . Up until the Second World War, this was the world’s most famous and comprehensive collection of recordings of folk music, tribal music and Oriental art music. This release is surely not a bestseller and the sound quality is poor compared to today’s standards, but it does have a truly historical value, in terms of the recording technology and its cultural importance.

Dozens and dozens of recordings with a German spin can be found in the archives of Folkways. For example, Eric Bentley recorded the songs of Hanns Eisler and Bertolt Brecht and, therefore, these important songs were re-introduced to an American audience in the turbulent decade of the 60s. German can also be heard on albums such as “Folk Music from Nova Scotia” and “Folksongs of Saskatchewan”.

Over time, Asch’s basic idea for this record label has transformed. He wanted to document the music and sounds around him. Today Smithsonian Folkways has become a label that, without a specific goal or approach, preserves the music and sounds of the past for future generations. All recordings are available to the public and are not hidden away in their archives.

Folksongs of SaskatchewanWhen Moses Asch was looking for a partner or institution to take over the vast collection in the early 1980s, all labels just put him off. They were interested in the jewels of the archive, such as Woody Guthrie, Pete Seeger and Lead Belly; they weren’t, however, interested in releases such as “Early German Ballads, Vol. 1: 1280-1619,” “Bentley on Biermann: Songs and Poems of Wolf Biermann,” and “Pennsylvania Dutch Folk Songs”.

But Asch wanted to make sure that all of Folkways’ archive would remain accessible to the public. One year after Moses Asch’s death in 1986, the Smithsonian Institution Center for Folklife and Cultural Heritage in Washington D.C. acquired Folkways Recordings. An important part of the deal was that all recordings had to be available to the public. Through a grant, the entire collection has been digitalized which makes the idea of accessibility possible.

Whenever a customer orders a release on the website, even if it is the first time, five copies of the album will be printed: one for the customer, one to stay with the label, and three for future customers of the same release. This is not really a money making concept, but a beautiful way to keep the diversity of music and its roots alive.

Deutschlernen mal anders

Schüler in den USA zum Deutschlernen zu bewegen ist gar nicht so einfach. Deutsch ist nicht gerade „In“. Chinesisch, Arabisch, Französisch und vor allem Spanisch sind gefragt. In allen Teilen der USA werden Deutschprogramme an High Schools und Universitäten eingestampft. Die Nachfrage sinkt und es müssen Gelder gespart werden, da wird zuerst an den eher schwächelnden Angeboten angesetzt.

Doch einige Schulen und Unis wollen ihre Deutschprogramme halten. Die Lehrer und Professoren sind aktiv und kreativ, werben für die deutsche Sprache und bieten von Vorträgen bis hin zu verschiedensten Aktivitäten alles an, was Schüler und Studenten begeistert.

Das folgende Video ist ein gutes Beispiel dafür, hier haben sich die Deutschklassen der Fayetteville-Manlius High School in New York Peter Fox‘ „Haus am See“ einmal vorgenommen. Eine tolle Aktion, die die ganze Schule mit einbezog:

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Deutsch im Nordwesten

Ich bin gerade in Seattle. In den letzten Tagen ging es an verschiedenen Universitäten in der Region und an den Deutschprogrammen dort um die deutsche Musikszene. Habe ausgeholt und den Bogen von den Anfängen in den 60er Jahren bis heute gespannt.

Das Interesse war und ist da. Was mich vor allem freute, der Grossteil der Professoren und Studenten kennt sich gut aus und kam auch mit gezielten Fragen. Ich bin begeistert, denn mit Musik lassen sich kulturelle Brücken schlagen.

Immer wieder wurde nach Peter Fox gefragt, der zwar in den USA nicht veröffentlicht ist, aber seine Songs sind dennoch bekannt.
Und natürlich Rammstein, hier warten schon einige auf die anstehende US und Kanada Tournee im Herbst.
Heute geht es noch an eine Uni in Tacoma, am späten Nachmittag fliege ich dann zurück nach Oakland.

„Kein Mitleid für die Mehrheit“…

kmfdm…oder „Kein Mehrheit für die Mitleid“. Bekannter aber als KMFDM….(und nein, das steht nicht für „Kill Motherfucking Depeche Mode“). Dahinter steckt vor allem der aus Hamburg kommende Sascha Konietzko, und der hat wahrlich Musikgeschichte geschrieben. Mitte der 80er Jahre ging es als Kunstprojekt in Paris los, dann zog es ihn in die USA, wo er die Musikszene gehörig aufmischte. Konietzko und seine KMFDM gelten heute als Pioniere des Elektro-Metal-Industrial Sounds. Harte, treibende Beats, provokante Lyrics und schweisstreibende, lautstarke Shows.

Am heutigen Abend waren KMFDM mal wieder in San Francisco. Das erste mal, seitdem Sascha Konietzko und seine Frau und Bandkollegin Lucia Cifarelli von Seattle zurück nach Hamburg gezogen sind. Es war erneut ein Hammerkonzert. Ein Wechsel zwischen Klassikern und Songs der jüngsten CD „Blitz“.
KMFDM sind eine der wenigen deutschen, oder deutsch geleiteten Bands, die es international zu Ruhm gebracht haben und als Pioniere ihres Genres gelten. Ohne Zweifel haben sie Bands wie Oomph! oder auch Rammstein massgeblich beeinflusst (Rammstein tourte u.a. zuerst als Vorband von KMFDM durch die USA).

Der Ballsaal (!) des Grand Regency war am Abend sehr gut gefüllt und die Fans sangen auch bei den zahlreichen deutschsprachigen Songs kräftig mit („Hau Ruck“, „Tohuvabohu“, Potz Blitz!“). Ob sie es verstanden, weiss ich nicht, aber deutsche Texte sind kein Hindernis mehr in den USA. Bei KMFDM ist die deutsche Sprache sogar zu einem wesentlichen Element der Musik und des Sounds geworden. Natürlich habe ich auch mein iPhone hochgehalten, man sieht nicht viel…aber, hey, ich war da.

KMFDM auf myspace

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„Berlin & Beyond“

…so heisst das deutschsprachige Filmfestival, das alljährlich in San Francisco stattfindet. Seit 13 Jahren werden hier Spiel-, Kurz- und Dokumentarfilme aus Deutschland, Österreich und der Schweiz präsentiert. Das ganze läuft eine Woche lang im wunderschönen Castro Theatre ab, dem grössten und beeindruckendsten Kino der Stadt.

Am Mittwoch ging es mal wieder zu Ende. „Berlin & Beyond“, organisiert vom hiesigen Goethe-Institut, ist das wichtigste kulturelle Ereignis für die Deutschen in der San Francisco Bay Area. Unzählige Artikel und Beiträge in den Medien, mehr als 10.000 Tickets wurden für das Festival verkauft, damit konnte der Rekord vom vergangenen Jahr eingestellt werden. Das Interesse in den USA am Kino aus Übersee wächst weiter. Sicherlich ist San Francisco eine Filmfestivalstadt, hier laufen das ganze Jahr über Festivals, vom arabischen bis zum Ocean Film Festival. Und hier sind die Zuschauer daran gewöhnt Untertitel zu lesen, denn bei „Berlin & Beyond“ gibt es keine Synchronisation.

Hinzu kommt, dass der Erfolg jüngster deutscher Streifen das grundsätzliche Interesse am deutschen Kino in den USA gestärkt hat. Wenn man hier über deutsche Filme spricht, werden sofort Titel genannt, „Das Boot“, „Lola rennt“ und vor allem „Das Leben der anderen“ haben tiefe Spuren hinterlassen. Doch auch solche Erfolge wie „Irgendwo in Afrika“, „Goodbye Lenin“, „Sophie Scholl“, „Der Untergang“, „Gegen die Wand“ oder „Mein Führer“ haben den Amerikanern ein junges, selbstbewusstes und spannendes Kino „Made in Germany“ präsentiert. Als „Berlin & Beyond“ 1996 zum ersten mal die Pforten öffnete, waren viele der gezeigten Filme eher düster, schwer, depriminierend. Aber das hat sich geändert. Mittlerweile ist das Festival zu einem beliebten Auftakt der Filmsaison in San Francisco und Umgebung geworden. Ingrid Eggers, die für das Goethe-Institut, die Filmauswahl trifft, sieht den Wandel im deutschen Kino. Junge Filmemacher, so Eggers, wenden sich ganz offen Themen zu, die lange Zeit unantastbar waren. Sie weisst daraufhin, dass vor allem Streifen mit politischen Themen in den USA eine Chance haben. Doch die sind gut und vor allem anders gemacht als von der Traumfabrik in Hollywood, wo ein Happy End immer dabei sein muss.

Der deutsche Film hat mittlerweile einen guten Stand in den USA. Viele Leute, mit denen ich gesprochen habe, meinten, „Das Leben der anderen“ war für sie der beste Film 2007. Der Oscar im vergangenen Jahr für Florian Henckel von Donnersmarck war dabei nur das Sahnehäubchen für einen beeindruckenden Filmgenuss (Ein Audio-Interview mit dem Regisseur kann auf meiner

Webseite     
  gehört werden).
Das deutsche Kino kommt so langsam wieder in Fahrt, es wird nie wieder die erfolgreiche und vor allem die kreative und innovative Rolle einnehmen, die es in den 20er inne hatte. Man wird auch nie den Erfolg der deutschen Filme mit harten Prozentenpunkten auf dem amerikanischen Markt belegen können. Aber darum geht es auch gar nicht. Viel wichtiger ist, dass deutsche Film- und Kulturschaffende in ihrer Arbeit ein Bild von Deutschland präsentieren wie es heute ist. Interessant, weltoffen, vielseitig, kritisch und auch multikulturell. Die neue Garde der Filmemacher verkörpert all das und macht die Menschen neugierig auf Deutschland – was gibt es schöneres…