You’re not too old for Rock’n Roll

Maggie's Madness "Waking up the dead".

Maggie’s Madness „Waking up the dead“.

Vorletzte Woche saß ich bei einer Theateraufführung im Gemeinschaftshaus Langwasser. Ein 80er Jahre Musical ohne eine richtige Story, aber unterhaltsam produziert. Da dachte ich zurück an die 80er, als ich genau an dem Ort Maggie’s Madness sah. Die Nürnberger Hard Rocker rockten damals das Haus. Einige der Musiker arbeiteten im Goofy Plattenladen (kennt den noch jemand?), in dem ich damals Stammgast war. Erst war er in einem kleinen Laden in einer Passage, die von der Breiten Gasse abging, später dann im hinteren Bereich des Atlantik Kinos zwischen Karolinenstrasse und Brunnengasse. Ein Laden für Hard Rock und Metal Fans. Und da arbeitete u.a. auch der Sänger von Maggie’s Madness.

Und nun sitze ich hier in meinem Haus in Kalifornien und höre „Waking up the dead“, die Rückkehr von Maggie’s Madness. Mit neuem Sänger, etwas gealtet, den Sound aufgefrischt wollen es die Jungs  um Frank Zellner noch mal wissen. Warum, das ist nicht ganz klar, aber vielleicht gibt es noch mehrere wie mich, die immer mal wieder auf ebay oder anderen Plattenbörsen nach alten Maggie’s Madness LPs suchen. Nun kommt also „Waking up the dead“ heraus, 18 Songs, die in den 80er Jahren geschrieben und 2014 im Nürnberger Starlight Sound Studio neu eingespielt wurden. Das ganze klingt wie schon mal gehört (ach was!) und dennoch irgendwie zeitlos. Ich glaube, hier geht es gar nicht so sehr um ein großartiges Comeback, hier haben sich vielmehr Musiker zusammen getan, um noch einmal ihre guten alten Rock Songs zu spielen. Und das ist ihnen hervorragend gelungen.

Meine erste Schallplatte

Vor ein paar Jahren packte ich meinen Container mit den letzten Habseligkeiten und Besitztümer, die ich noch in Nürnberg gelagert hatte. Darunter auch etliche Boxen mit Schallplatten, die ich jahrelang vermisst hatte. Die stehen nun wieder hier im Regal, darunter teils obskure Sachen, wo ich mich beim Anblick frage, wie ich nur dazu gekommen bin. Meine erste Vinyl Single war der Eurovisions Hit von Dschinghis Khan „Dschinghis Khan“, gekauft hatte ich die damals in Dortmund-Mengede. Meine erste Langspielplatte war „The best of Abba“, erworben in der Plattenabteilung von Hertie. Mein Bruder meinte damals zu mir, „das wirst Du später bereuen“. Na ja, lange Zeit stand sie dann da ungehört rum, vor allem in der Zeit, als ich mehr auf Rockmusik zwischen AC/DC, Kiss, Saxon und Uriah Heep stand. Aber mittlerweile finde ich Abba gar nicht mal so schlecht.

Doch damit fing vor fast 35 Jahren alles an. Im Laufe der Zeit hat sich hier einiges angesammelt.  Noch immer kaufe ich Vinyl, noch obskurere Aufnahmen als damals. Hauptsächlich uralte deutsche Aufnahmen, die man hier gelegentlich in Plattenläden (!) findet, oder aber historische „Recordings“, alte Reden, Theateraufführungen, geschichtliche Ereignisse. Also, meine Schallplattensammlung wächst noch.

Warum ich das schreibe? Morgen ist „Record Store Day“. Viele Bands, die Vinyl lieben, veröffentlichen an diesem Tag spezielle 45er oder 33er. In den Plattenläden treten Musiker auf, man zelebriert die Schallplatte. Sammler tauschen sich aus, berichten von ihren besonderen Juwelen in den Regalfächern. Vor allem liebt man den Klang der Vinylplatte, der anders, der viel besser ist, als jede mp3 File.

Wenn ich über Schallplatten rede, dann erinnere ich mich an damals (ich bin ja so alt!). Wie ich in Nürnberg zwischen Radio Adler, WOM, Music Shop, Goofy, Francoise, Phonac, Karstadt rumgelaufen bin, um die eine oder andere Platte etwas billiger zu finden. Man kaufte eine LP nicht wie heute einen Download. Man zelebrierte das, man sparte auf den Kauf, schaute sich das Plattencover genauestens an, las die Songtexte durch, hörte sich das Album von vorne bis hinten an und tauschte sich dann mit anderen darüber aus. Plattensammeln gehörte für mich zu meiner Jugend, wie das Handballspielen.

Und nun wird eben genau das Jahr für Jahr beim „Record Store Day“ gefeiert. Schon alleine der Geruch in einem „Used Record Store“…. Ein schönes Ereignis, ich hoffe, am Samstag sind auch in Nürnberg und woanders die Plattenläden gut besucht, denn Vinyl ist einzigartig.