Der von Gott Gesandte

Manchmal sitzt man als Journalist da und weiß nicht, wie man einen Text beginnen soll. Seit 25 Jahren arbeite ich nun für verschiedene Medien, habe in meinem Beruf viel gesehen und erlebt, mit interessanten Menschen gesprochen. Vieles ging mir unter die Haut, manches war mehr Pflichtprogramm, bei einigen Geschichten musste ich mich zurückhalten. Und dann kommt sowas wie heute, der einstige texanische Gouverneur, ehemaliger Präsidentschaftskandidat und nun Energieminister im Kabinett von Donald Trump erklärt in einem Interview mit Fox News, dass Donald Trump von Gott gesandt wurde.

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Das muss man erstmal setzen lassen, aber Perry ist ein „born again Christian“, der nur das ausspricht, was viele in der Christlichen Rechte in den USA glauben. Donald Trump ist ein Präsident, der den göttlichen Plan in  „God’s Country“ umsetzt. Klar, so Perry, Trump habe seine Fehler, doch auch Gott habe, wie es in der Bibel zu lesen ist, immer wieder auf Menschen gesetzt, die fehlerhaft waren. Nun tut er das eben mit Donald Trump. Der egozentrische Milliardär als Gottes Kämpfer auf Erden.

Rick Perry sieht sich als Gehilfe des Gott Gesandten. Foto: AFP.

Schon früh setzte die „Christian Right“ in den USA auf Trump, der genau das versprach, was andere nicht auszusprechen wagten. Trump sprach von MAGA, Make America Great Again, und malte dabei das Bild Amerikas aus den 50er Jahren, einem weißen Amerika, in dem Familie, Kirche und Glauben noch wichtige Rollen spielten. In dem sich Arbeit lohnte, in dem nicht über die Rechte von Homosexuellen und Transsexuellen debattiert wurde, in dem es nur Herren- und Damentoiletten gab, nur ER und SIE. Trump forderte den Umzug der amerikanischen Botschaft von Tel Aviv nach Jerusalem, sprach sich gegen Abtreibung aus und brachte mit Mike Pence einen „born again Christian“ ins Boot, der betonte, die gesamte Außenpolitik unter den erzkonservativ-christlichen Blickwinkel zu nehmen. Die Folgen für Entwicklungsländer sind immens. Und der Präsidentschaftskandidat der Republikaner versprach auch die Stärkung der Kirchen in den USA.

Doch Trump versprach nicht nur, er arbeitete seine Liste auch ab. Von daher ist es kein Wunder, dass die „Christliche Rechte“ im Land nach wie vor nahezu geschlossen hinter Donald Trump steht und im kommenden Wahlkampf die wichtigste Basis für ihn sein wird. Rick Perry, der Trump im Wahlkampf 2016 noch als „Krebsgeschwür“ abtat, hat also nur das ausgesprochen, was etliche Amerikaner denken. Donald Trump in Gottes Namen….

Auf jeden Topf paßt ein Deckel

…sagte schon immer meine Omma (Gott hab‘ sie selig). Das dachten sich wohl auch die Erfinder von „The Ugly Bug Ball„, einer Webseite, auf der „hässliche“ Menschen Partner finden können. Genug mit all den Models und schlanken Göttinnen und durchtrainierten Adoniskörpern, seien wir doch mal ehrlich, der Großteil der Menschheit ist hässlich. Oder zumindest entspricht nicht dem Schönheitsideal, wie es uns in Werbung, Film und eben auf herkömmlichen „Dating Sites“ verkauft wird. Wer ein paar Pfund mehr hat, mit Pickel oder einem dicken Hals rumläuft, ganz zu schweigen von all den sichtbaren und eingebildeten Problemen und Problemchen so mancher Frau, da kann man doch nur zu dem Schluß kommen, dass der liebe Gott nach den paar Tagen Universumschaffen ziemlich müde in der Feinmotorik war. Anders lässt sich das nicht erklären. Schönheit ist relativ, auf die wahren, inneren Werte kommt es an, oder etwa nicht? Und da eben, wie Omma schon sagte, jeder Topf einen Deckel braucht, kann man auch mit den nicht so glänzenden oder leicht angebeulten Exemplaren Geld machen. Macht Sinn, oder?

Als Jesus nicht zum Schlafen kam

milgithaIm September reiste ich nach Ruanda, in ein faszinierendes Land im Aufbruch und voller Hoffnung. Doch das kleine Land im Herzen von Afrika ist überschattet von den Ereignissen, die sich dort vor 15 Jahren ereigneten. Damals im April, Mai und Juni 1994 „herrschte der Teufel“ in Ruanda, wie es Schwester Milgitha beschreibt. Schwester Milgitha ist eine katholische Schwester des Clemensordens in Münster und kam vor 36 Jahren nach Ruanda. Voller Tatendrang bauten sie und ihre Mitschwester eine Krankenstation auf, die weit über die eigentlichen Grenzen des Bezirks hinaus bekannt wurde.

Doch dann kam der April ’94, in dem sich alles veränderte. In diesem Audio Beitrag beschreibt Schwester Milgitha Ihre Erlebnisse, ihre Erfahrungen, ihre Zweifel, das, was sie sah, was sie hörte und was sie durchmachte.

Schwester Milgitha     

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