Gouvernator goes China

Schwarzenegger in ChinaArnold Schwarzenegger ist in China. Dort macht er Werbung für den Standort Kalifornien. Die Volksrepublik und der bevölkerungsreichste amerikanische Bundesstaat sind schon lange eng verbandelt, nun soll das noch intensiviert werden. Schwarzenegger schaute sich unter anderem die chinesische Variante des Hochgeschwindigkeitszuges an. Aus gutem Grund, denn schon bald soll von San Diego im Süden bis nach Sacramento im Norden ein „High Speed Train“ durchs Central Valley rasen. (Ähm, wie aktiv sind eigentlich die deutschen Zugbauer bei diesen Plänen?)

Arnold war auch auf dem Expo Gelände in Shanghai, um dort die Bewerbung der San Francisco Bay Area zu unterstützen, die 2020 die Expo nach Kalifornien holen will.

Politik auf kalifornisch

Diese Woche gab es mal wieder Vorwahlen in den USA. Und Kalifornien hat dabei erneut Maßstäbe gesetzt. Die frühere ebay Chefin, Meg Whitman, will kalifornische Gouverneurin werden und walzt alles aus dem Weg, was da aus den politischen Löchern guckt.

Meg WhitmanRund 81 Millionen Dollar hat Whitman im Vorwahlkampf verprasst, um sich die Kandidatur ihrer Partei, der Republikaner, zu sichern. Einundachtzigmillionen Dollar! Das ist ein gehöriger Batzen Geld. Interessanter ist noch die Tatsache, dass die 53jährige knapp 71 Millionen Dollar aus ihrem eigenen Vermögen beigesteuert hat. Ja, Meg Whitman wurde durch den Erfolg von ebay zur Milliardärin und kauft sich jetzt quasi das Büro des Gouverneurs.

Nun hat sie die Kandidatur in der Tasche und startet bereits den nächsten Nahkampf. Der Demokrat Jerry Brown ist jetzt an der Reihe. Brown ist ein Politprofi. Er war bereits von 1975 – 1983 Gouverneur von Kalifornien, versuchte mehrmals Präsidentschaftskandidat seiner Partei zu werden, war Bürgermeister von Oakland (meiner Meinung nach, hat er dabei einen sehr lausigen Job gemacht) und zuletzt Generalstaatsanwalt des Bundesstaates. Jerry Brown gilt als Intellektueller und wird Meg Whitman frontal und ohne mit der Wimpfer zu zucken angehen. Und die wird mir ihren Dollarmillionen reagieren und versuchen das Wahlvolk mit einer Schmierenkampagne zu bombardieren und zu überzeugen, dass sie die bessere Person auf dem Gouverneursstuhl wäre, um Kalifornien aus dem Finanzdebakel zu führen. Also Fenster auf, Dollarsäcke rausgeschmissen und dabei lauthals schreiend: „Ich kann viel besser mit ihren Steuergeldern umgehen als der olle Jerry, liebe Bürgerinnen und Bürger.“

Die Kalifornienwahl ist auf alle Fälle ein Wahlkampf, den man genauer beobachten sollte, denn hier wird gerade ein Schlachtfeld zurecht gerückt, dass blutiger und schmutziger nicht sein könnte.

Drogenkrieg eskaliert

Es geht um Milliarden Dollar. Auf beiden Seiten der Grenze verdienen sich einige Drogenbosse und Waffenschmuggler eine goldene Nase. Die mexikanische und die amerikanische Regierung wollen das Problem sogar gemeinsam angehen, doch bislang merkt man vor Ort nicht viel. 23.000 Morde in den letzten paar Jahren sprechen eine deutliche Sprache und die Gewaltspirale dreht sich weiter. Die Grenzstädte Juarez und Tijuana sind zu den gefährlichsten Städten der Welt geworden. Hier kennen die Gangs und Drogenbosse keine Gnade. Niemand ist sicher, der sich ihnen auch nur in den Weg stellt.

Die US Regierung hat nun angekündigt, die jährlichen Hilfszahlungen an Mexiko umschichten zu wollen. Anstelle von Hardware zur Drogenbekämpfung wolle man die finanziellen Mittel lieber zur Verringerung der Korruption bei Polizei, Armee und Politikern einsetzen. Das dies nicht weither geholt ist zeigt die Situation in Juarez. Der Bürgermeister der Stadt erklärte gegenüber der NZ, dass er bei Amtsantritt im Sommer 2007 rund 1600 korrupte Polizisten entlassen musste.

Mexico  Drug WarUnd nun wurde der Bürgermeister von Cancun, Gregorio Sanchez, verhaftet. Ihm wird Drogenhandel, Geldwäscherei und Verstrickungen in die organisierte Kriminalität vorgeworfen. Der Beschuldigte bestreitet dies, wirft der Regierung in Mexiko City ein politisches Manöver vor, denn Sanchez ist zur Zeit ein Kandidat bei der anstehenden Gouverneurswahl im Bundesstaat Quintana Roo.

Doch zweifellos ist die Korruption ein riesiges Problem in Mexiko. Viel Geld ist im Spiel, Polizisten und Soldaten sind unterbezahlt und auch Politiker halten gerne die Hand auf, um wegzuschauen. Die USA und Barack Obama erkennen langsam, dass der Drogenkrieg südlich der Grenze kein rein mexikanisches Problem mehr ist. Obamas Vorgänger, George W. Bush, kümmerte sich reichlich wenig um die Situation in Mexiko, auch wenn die USA unter Bush mit verschiedenen politischen Entscheidungen die Situation im Kartellkrieg nur noch weiter befeuerten. Barack Obama orderte nun auch US Truppen an die Grenze, um illegale Einwanderung und den Drogenschmuggel zu stoppen.

Die Einmischung Washingtons und der Versuch gemeinsam mit der Regierung Calderon der Korruption Herr zu werden. Ein wichtiger Schritt, der jedoch auch ins Leere führen kann. „Es herrscht Anarchie auf den Strassen“, erklärte mir ein mexikanischer Journalist in Juarez. Er beschrieb ein Bild mit wenig Hoffnung. Die Zeit wird es zeigen….bis dahin werden noch tausende von Menschen der Gewalt in Mexiko zum Opfer fallen.

Stallone, Schwarzenegger, Willis…

Sylvester hat mal wieder ein Drehbuch geschrieben und dazu alle eingeladen, die in den 80er, 90er und 2000er einen Action Film gedreht haben. Einige, wie Jean-Claude van Damme oder Steven Seagal winkten ab, dafür kamen Bruce Willis und Mickey Rourke bereitwillig an Bord. Und sogar der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger kehrt für diesen Streifen auf die Leinwand zurück. Dafür hat er anscheinend Zeit, aber fürs Regieren nicht. Na toll! „The Expendables“ heisst dieser neue Action Streifen aus dem Seniorenheim in Hollywood“.

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I won’t be back!

Arnold SchwarzeneggerArnold Schwarzeneggers Tage als Gouverneur sind gezählt. Er trat als Gouvernator an, um Kalifornien nach dem Politzirkus des Gray Davis wieder auf Vordermann zu bringen. Doch Schwarzenegger stapfte von einem Fettnäpfchen ins nächste, verbockte eins nach dem anderen und machte einfach sein Ding…und das war wohl das falsche.

Und nun meinen 71 Prozent der Kalifornier, dass Schwarzenegger eigentlich eine Pfeife ist und nichts auf die Reihe gebracht hat und bringt. Die Zahlen sind so katastrophal wie noch nie für einen kalifornischen Gouverneur. Sogar sein abgewählter Vorgänger Gray Davis hatte zum Schluss noch mehr Unterstützung in der Bevöllkerung als Arnold Schwarzenegger derzeit. Hasta la vista, Baby…don’t!

Mordstadt Oakland

Oakland MordZuerst die gute Nachricht. Vor einem Jahr lag in Oakland die Mordrate Ende November schon bei 115 Toten. Ein Jahr später ist sie leicht gefallen, am Wochenende wurde der 100. Ermordete auf den Strassen Oaklands aufgefunden, ein 52jähriger der mit Schusswunden in seinem Blut lag. Eine Meldung, die hier keinen mehr so richtig überrascht, erzürnt, nachdenklich macht. Man lebt in Oakland mit dieser Mordrate….oder genauer gesagt in East- und West-Oakland. Zwei Stadtteile, die besonders betroffen sind. Hier sind Schiessereien, Drogen- und Bandenkriege und Morde zur Normalität geworden. Kinder wissen, dass man sich ducken muss, wenn es ballert. Das gehört hier einfach dazu.

Als ich 1999 hierher zog lag die Rate gerade mal bei 68 Toten. Und „gerade mal“ in diesem Zusammenhang zu schreiben, ist schon komisch. Denn 68 Ermordete gelten in Oakland als ein Erfolg der Polizei- und Präventionsarbeit. Nach 1999 ging es steil bergauf, jedes Jahr weit über 100 Tote. Bürgermeister kamen und gingen, darunter solche politischen Schwergewichte wie Jerry Brown und Ron Dellums. Beide führten Wahlkampf mit der hohen Mordrate und versprachen diese zu senken. Aber nischte passierte. Sie brachten neue Polizeipräsidenten mit sich, schöne Worte und viele neue Strategien, aber am Ende war die Modernisierung der Innenstadt wichtiger als der Alltag in den sowieso runtergekommenen Stadtteilen. Jerry Brown war früher Gouverneur von Kalifornien, dann demokratischer Präsidentschaftskandidat. Wurde Bürgermeister in Oakland, danach Generalstaatsanwalt in Kalifornien und ist nun erneut im Gespräch als Gouverneur des Bundesstaates. Könnte ich wählen, ich würde ihm nicht mein Kreuzchen geben, denn er hat auf ganzer Strecke in dieser Stadt versagt. Und der Amtsinhaber Ron Dellums ist nicht viel besser. Lange Zeit Kongressabgeordneter für Oakland, er gilt als einer der einflussreichsten Afro-Amerikaner in den USA, enger Busenfreund der Clintons. Doch im letztjährigen Präsidentschaftswahlkampf war er mehr für Hillary Clinton aktiv, glänzte durch Abwesenheit, als die Mordrate 2008 auf 124 Tote anstieg.

Seitdem ich vor 10 Jahren nach Oakland zog, wurden auf den Strassen der Stadt nahezu 1500 Menschen ermordet. Hier gewöhnt man sich an solche Statistiken. Als ich mit der Bundeswehr nach Afghanistan reiste, versuchte ich meine Mutter mit dem Argument zu beruhigen, dass die Wahrscheinlichkeit in Oakland umgebracht zu werden um einiges höher liegt als in Begleitung der Bundeswehr am Hindukusch. Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass Mutter Peltner dem Argument so gar nicht folgen wollte. „Ach, hör doch auf Arndt“, waren ihre Worte.

Na ja, man kann auch die gute Seite des ganzen sehen. Oakland ist nicht die gefährlichste Stadt Kaliforniens. Man soll ja auch mal über die guten Nachrichten berichten.

Sexy oder sexistisch

Palin-NewsweekSarah Palin ist in dieser Woche auf dem Titelblatt des Nachrichtenmagazins Newsweek abgebildet. Da müsste sie sich ja eigentlich freuen, oder? Aber Palin zickt rum, denn heute kam ihr Buch „Going Rogue“ heraus und anstelle eines Photos von ihr in nachdenklicher Pose, wählten die Newsweek Leute ein Bild, das vor einiger Zeit für das Lauf-Magazin „Runners World“ geschossen wurde. Darauf Sarah in kurzen Shorts und mit viel Bein. Palin und ihre Unterstützer schreien nun laut „Sexismus“. Doch die Redakteure bei Newsweek lachen sich einen, denn so oft wurde ihr Cover schon lange nicht mehr im Fernsehen gezeigt und in anderen Blättern abgedruckt.

Was meinen Sie? Sexy oder sexistisch?

Hauskrach bei den Schwarzeneggers

Maria ShriverDa hat Arnold aber richtig einen dicken Hals bekommen. Was muss er da sehen, seine Frau spricht beim Fahren in ein Handy, und das, obwohl es in Kalifornien schon seit letztem Jahr verboten ist. Rund 150.000 Strafzettel haben die Highway Patrol Männer und Frauen seitdem ausgestellt und nun quatscht Maria Shriver, die First Lady des Bundesstaates, ganz locker drauflos. Was soll denn das?

Die Internetseite TMZ.com hat zwei Bilder verbreitet, auf der ganz klar die Frau des Gouvernators zu sehen ist, wie sie hinterm Lenkrad sitzt und telefoniert. Geht gar nicht, meint denn auch Arnold via Twitter, das werde sofortige Konsequenzen haben. Wie die aussehen im Haus Schwarzenegger/Shriver weiss man nun nicht. Ob Maria nun 20 Dollar aus ihrer Haushaltskasse gestrichen werden oder ob sie den Betrag spenden muss oder Hausarrest oder Fernsehverbot oder was weiss ich? Diese Frage brennt nun den Kaliforniern unter den Nägeln, gibt ja sonst keine Probleme im Sonnenstaat.

Schwarzenegger braucht Cash

arnoldsigningKalifornien ist wirklich tief in den roten Zahlen. Überall wird gespart, gekürzt, gestrichen. Parks werden geschlossen, Suchtprogramme dicht gemacht, Gebühren erhöht, Schulen kurzerhand für ein paar Tage abgesperrt, um so Lehrergehälter einzusparen.

Und nun greift man zum letzten Mittel im Sonnenstaat, einem „Garage Sale“. Das ist eine Art Flohmarkt vor der eigenen Haustür. Und der kalifornische Gouverneur Arnold Schwarzenegger haut jetzt alles raus, was zu Cash zu machen ist. Beschlagnahmte und gefunden Dinge und sogar 500 Autos aus dem offiziellen kalifornischen Fuhrpark, einige davon mit Original Autogramm des Gouvernators. Das ganze wird auf ebay und Craigslist vertickt. Wer also in Nürnberg ein paar Dollar übrig hat, sollte sich hier einmal umschauen, allerdings sind die Transportkosten von Kalifornien nach Franken horrend!

Blago macht einen auf Elvis

Dies ist die Geschichte von Rob, einem Mann, der einmal fast ganz oben auf der Erfolgsleiter war, doch dann ganz tief fiel. Rob Blagojevich war der Gouverneur des US Bundesstaates von Illinois. Er machte seine Geschäfte und Geschäftchen und war sich sicher, dass er sich einfach alles erlauben kann.

Und als ein junger Mitvierziger aus Chicago zum Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde, lag es am Gouverneur einen Nachfolger zu finden. Normalerweise, wenn so ein Fall auftritt und ein Senatsposten ausserhalb von Wahlen neu gefüllt werden muss, dann bestimmt der Gouverneur einen Nachfolger. Doch Blagojevich dachte sich, noe, ich mach das mal anders und verschacher den Posten an den Meistbietenden. Dummerweise, und das wusste Rob nicht, hörte die Bundespolizei FBI seine Telefonate ab. Denn einige der Geschäftchen, die der oberste Mann im Staate Illinois so drehte, waren nicht so ganz rechtens und hatten die Staatsanwaltschaft dazu veranlasst, dem guten Rob mal etwas deutlicher auf die Finger zu schauen. Und da eh alles auf Band aufgenommen wurde, kam eben auch zutage, dass Blagojevich mit dem Senatsjob von nun Präsident Obama richtig dick Asche machen wollte.

Tja, falsch kalkuliert, Rob….Kurz und knapp, der Gouverneur wurde des Amtes enthoben und mit einer richtig fetten Klage bedacht. Er sagt natürlich, er sei unschuldig und man wolle ihm ans Bein pinkeln. Wären da nicht diese ollen Bänder….Nun gut, Rob ist ohne Job und dachte sich, mach ich was anderes. Er war als Kandidat in der amerikanischen Version von „Dschungelcamp“ vorgesehen. Doch das wollte ein Richter nicht, der ihm erklärte, er dürfe das Land nicht verlassen.

Nun liess sich Rob Blagojevich anderweitig anheuern, als Elvis Impersonator auf einer Firmenfeier, wie folgendes Video zeigt. Man muss ihm ja zugute halten, kreativ ist er und weiss, wie man einen schnellen Dollar macht…aber singen kann er wirklich nicht!

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