Guten Morgen in Kigali

Vor kurzem war ich mal wieder in Ruanda und habe dort die Green Hills Academy besucht, eine Privatschule an der u.a. auch Deutsch unterrichtet wird. Und das erfolgreich. Rund 500 von den 1200 Schülern lernen dort Deutsch. Von der Grundschule bis zum Abitur.

Durch die Unterstützung der Bundesregierung konnte ein umfangreiches Deutschprogramm aufgebaut werden. Betreut wird es durch die deutsche Botschaft in Kigali und das Goethe-Institut in Nairobi. Der bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband schickt dazu sogar PraktikantInnen nach Ruanda und fördert die Lehrerfortbildung vor Ort.

Dazu ein Hörbeitrag, Deutschlernen in Ruanda:

Deutschlernen in Ruanda     

Guten Tag in Kigali

Auf (Nimmer) Wiedersehen sagt man in den USA. Ein Deutschprogramm nach dem anderen wird an High Schools und Universitäten eingestampft. Das Geld in den Bildungseinrichtungen fehlt vorne und hinten, da wird gestrichen wo es geht. Fremdsprachen, wenn es nicht gerade Spanisch oder Chinesisch ist, Musik- und Kunstunterricht, bestimmte Sportarten, alles fällt dem Rotstift zum Opfer. Deutsch ist in den USA beliebt, die Nachfrage da, aber eben nicht mehr so, wie noch vor 20 Jahren. Also weg damit.

Ganz anders hier in Kigali, der Hauptstadt von Ruanda. An der „Green Hills Academy“ wird die Lehrerin mit „Guten Morgen“ begrüßt. Die Schüler lernen mit den Wise Guys etwas Umgangssprache, schauen sich deutsche Musikvideos an, rappen auch schon mal die deutsche Nationalhymne ganz locker vom Hocker. Deutsch ist „in“ an dieser Schule. Es ist cool die Sprache von Goethe und Rammstein zu lernen. So beliebt sind die Deutschklassen, dass sogar Schüler abgewiesen werden müssen. Über 500 Deutschlernende gibt es an der Schule, alle Altersgruppen, ein Erfolg sondergleichen.

Unterstützt wird das ganze durch das Projekt „Schulen: Partner der Zukunft“ des Auswärtigen Amts, vor Ort betreut durch die deutsche Botschaft. Wenn es in bestimmten Städten keine deutschen Auslandsschulen gibt, werden Partnerschulen vor Ort gesucht, die Deutsch unterrichten oder unterrichten möchten, an denen die Lehrerfortbildung gewährleistet ist und die Nachfrage nach Deutsch da ist. Und in Kigali an der „Green Hills Academy“ ist sie da. Ein Klassenzimmer mit allen Schikanen wurde eingerichtet, Lehr- und Unterrichtsmaterial gestellt, der bayerische Lehrer- und Lehrerinnenverband unterhält ein Austauschprogramm.

An dieser Privatschule kommen die Kinder von überallher. Viele Ruander, doch auch viele Kinder aus anderen afrikanischen Ländern, aus Korea, Japan, nur wenige Schüler sind aus europäischen Ländern. Und Deutsch gilt bei Ihnen als schwierige Sprache, doch auch als Sprache der Zukunft. Etliche von ihnen waren schon in Deutschland, viele wollen später dorthin reisen oder auch dort studieren, wie David aus Nigeria, der schon zwei Jahre lang in Hannover lebte und gerne für ein Studium nach Deutschland zurückkehren möchte. „Wie geht es Ihnen?“ „Mir geht es gut“…wenn ich solche mitreißenden Schul- und Sprachprojekte, engagierte Lehrerinnen und begeisterte Schüler im Herzen von Afrika erleben kann.