Amerika erinnert sich

9/11….der 11. September 2001 hat tiefe Wunden in Amerika hinterlassen. Die Narben heilen nur langsam. Mehr als 3000 Opfer der Anschläge, ihre Familien und Freunde, die vielen Helfer, mehr als fünf Millionen Soldatinnen und Soldaten, die in den letzten zehn Jahren im Krieg gegen den Terror an den verschiedenen Schauplätzen eingesetzt wurden. Amerika ist tief betroffen von dem, was vor 11 Jahren passierte. 9/11 wirkt nach. Und doch, an diesem Tag im September rutscht Amerika zusammen. Ob Demokrat oder Republikaner, ob Wahlkampf oder nicht, man erinnert sich, gedenkt der Opfer und dankt den Frauen und Männern in Uniform. Der 11. September ist zum eigentlichen Feiertag Amerikas geworden.

Präsident Obama hat in seiner jüngsten „Radio Address“, seiner wöchentlichen Radioansprache an die Gemeinsamkeiten der Amerikaner an diesem Tag erinnert.

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Provokation oder Religionsfreiheit

In New York City gedenkt man in diesen Tagen der Opfer der Terroranschläge vom 11. September 2001. Die Nachrichtenkanäle berichten rund um die Uhr, am Sonntag wird die Nation und die Welt auf die Megametropole blicken. Und immer wieder werden die Bilder der beiden Flugzeuge gezeigt werden, die in die Türme des World Trade Centers geflogen wurden.

Doch in New York will die Diskussion über den geplanten Bau eines Islamzentrum, rund zwei Straßenblocks von Ground Zero entfernt nicht abebben. Die Fronten sind verhärtet. Die einen reden von einer Moschee auf den Gräbern tausender Tote, die anderen verweisen auf die Religionsfreiheit. Diese Debatte überschattet auch den Gedenktag an die Opfer der Terrorangriffe.

Hier ein Audiobeitrag:

Die Ground Zero Moschee     

Freude macht sich nicht breit

Osama bin Laden ist tot. Gestern Abend feierten das noch einige vor dem Weißen Haus in Washington und am Ground Zero in New York, doch so richtige Partystimmung will in den USA nicht aufkommen. Die Fernseh- und Radiokanäle berichten zum Thema, interviewen alle und jeden, die was zu sagen haben oder sagen wollen. Ehemalige Mitarbeiter aus Präsident George W. Bushs Administration, Verteidigungs- und Sicherheitsexperten und namhafte und zweifelhafte Reporter.

Doch irgendwie weiß keiner so recht, was man nun mit der Meldung anfangen soll. Klar, Osama bin Laden ist weg. Das ist erstmal gut. Doch was kommt nun, was nach ihm? War er eigentlich noch die zentrale Person im Terrornetzwerk? Der Tag danach zeigt vor allem eines, man weiß nicht viel vom vermeintlichen Gegner. Die Amerikaner zumindest sind sich nicht sicher, ob das nun ein Freudentag sein soll, oder aber im Rückblick der Beginn einer neuen Terrorwelle sein könnte. Hier einige Stimmen von den Straßen Oaklands:

Radiobeitrag Osama bin Laden     

Das Trauma Amerikas – ein Audiobericht

Amerika, neun Jahre nach den Terrorangriffen:

Ein Audiobericht     

9/11

Verbrenn den Koran

islamisofthedevilMohammed als Cartoon malen ist „old school“. Am 11. September, dem neunten Jahrestag der Terrorangriffe auf New York City und Washington DC soll es nun ein wahres „Feuerwerk“ geben. Zumindest, wenn es nach Pastor Terry Jones und seiner radikal-christlichen Freikirche, dem  „Dove World Outreach Center“ in Florida geht. Dort soll nämlich ein „Verbrenn den Koran“ Tag stattfinden. Kein Witz, Jones meint es völlig ernst.

Auch Warnungen von radikalen Muslimgruppen halten ihn nicht ab. Selbst das Verbot der lokalen Feuerbehörde ja kein Feuerchen zu entfachen nimmt er nicht für voll. Terry Jones will die Welt „vor der Gefahr des Koran warnen“, die Lehren des Koran seien hasserfüllt, so Jones. Mit seinem Vorhaben stößt er größtenteils auf Unverständnis, doch auch auf Sympathie bei etlichen Amerikanern, die die derzeitige Diskussion über ein geplantes Islamzentrum in der Nähe von „Ground Zero“ in New York City als eine Abrechnung mit der muslimischen Welt sehen.

Man kann nur hoffen, daß Pastor Terry Jones weiß, was er da vor hat. Die Wellen schlagen schon jetzt hoch, sie könnten ganz leicht über dem Bibelprediger zusammenschlagen.

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Back in the U-S-AIH

Da ist man mal ein paar Wochen weg und schon geht es hier rund wie bei Hempels unterm Sofa. Der Wahlkampf ist mehr als erhitzt, ein Thema ist das geplante Islamzentrum in der Nähe von „Ground Zero“ in New York. Die einen sehen es als Symbol für ein offenes Amerika, die anderen als Provokation auf heiligem Grund. Der frühere Sprecher des US Kongresses Newt Gingrich verstieg sich gar in die Aussage, der Bau einer Moschee in der Nähe von Ground Zero käme Nazi Plakaten vor dem Holocaust Museum in Washington DC gleich. Noch Fragen!? Und Obama? Na, der ist sowieso ein verkappter Muslim, der Amerika den Terroristen ausliefern will, so die weit verbreitete Meinung in diesen Tagen. Was soll man da noch sagen? Die sogenannten „Tea Party“ Kandidaten im konservativen und rechten Lager der Republikaner werden immer erfolgreicher und machen es der Partei und den erfahrenen Politikern auch nicht leichter. Da stehen uns noch ein paar sehr schöne, unterhaltsame und äußerst schmutzige Wahlkampfwochen bevor.

In San Francisco kamen gleich zwei deutsche Touristen innerhalb einer Woche ums Leben. Doch vor allem der Tod des 21jährigen Radfahrers Nils Linke schlägt hier hohe Wellen. Der Täter, ein 37jähriger, stieg nach dem Zusammenprall aus dem Auto, räumte Teile des Fahrrads zur Seite, tauschte den Fahrersitz mit seiner Freundin und floh. Der deutsche Tourist lag unterdessen sterbend auf der Straße. Nur kurze Zeit später wurde der Fahrer gestellt und aufgrund von Zeugenaussagen auch verhaftet. Vor Gericht kam nur das lapidare „Not guilty“.

Oben ohne in SFAber auch die ganz seltsamen, typisch amerikanischen Stories dürfen in diesen Tagen nicht fehlen. Gestern gab es den dritten „Go Topless Day“ in den USA. Also nackte Brust zeigen. Eine Handvoll zumeist männlicher Aktivisten stellte sich dafür in Downtown San Francisco oben ohne hin und verlangte auch für Frauen das Recht in der Öffentlichkeit obenrum nackig sein zu dürfen. Das sei nur eine Form der Gleichberechtigung, meinten die männlichen Protestierer. Denn in den USA dürfen Frauen nirgendwo „topless“ sein. Der Haken an dieser Geschichte ist, dass hinter dieser Aktivistengruppe eine eher skurile Organisation steckt, die „Raelian Movement“. Das ist so eine Art freie Sex Scientology Kommune, die wie die Jünger von L. Ron Hubbard glaubt, dass vor langer Zeit Außerirdische mit Ufos kamen und die Menschen geformt haben. Was das nun mit nackigen Brüsten zu tun hat, weiß ich auch nicht, aber egal….Ich bin zurück in den USA, welcome back!