Da helfen auch Helme nichts

American Football ist der populärste Sport in den USA. Ein Riesengeschäft, in dem die Werbedollars nur so fließen. Doch der Sport ist schon lange in Verruf geraten. Massive Kopfverletzungen vieler Spieler, langfristige Folgen nach der kurzen professionellen Karriere führen immer wieder zu einer Debatte: wie kann man Football sicherer machen, wenn überhaupt.

49ers Chris Borland beendet frühzeitig seine Karriere.

49ers Chris Borland beendet frühzeitig seine Karriere.

Nun hat einer der großen Nachwuchstalente der NFL, Linebacker Chris Borland von den San Francisco 49ers, überraschend für die Öffentlichkeit sein Karriereende erklärt. Der 24jährige hatte bereits vor einem Jahr seinen Eltern in einem Brief erklärt, dass die vergangene Saison seine letzte sein würde. Er habe Angst vor den Gesundheitsproblemen, die ihn erwarten, falls er weiterspiele. Und nun macht er ernst, mit dem, was er seinen Eltern versprochen hat. Er steigt aus.

Gehirnerschütterungen gehören beim Football einfach dazu. Es geht hier nicht um ein oder zwei Kopfverletzungen, viele der Spieler erleiden 8, 9, 10 und mehr Gehirnerschütterungen im Laufe ihrer Karriere, die zu massiven Beeinträchtigungen in einem Leben nach dem Sport führen können. Borland ist nicht der erste bekannte Footballspieler, der sich aus dem Geschäft zurückzieht, doch er ist der jüngste, dem eine gute Karriere mit Millionen Dollar Gehalt winkte.

In den USA wird nun heftigst darüber diskutiert, was dieser Rücktritt für Folgen haben könnte. Nicht nur für den professionellen Bereich, sondern vor allem auch für den Jugendsport. Football ist ein harter, körperbetonter und teils brutaler Sport. Lange Zeit wurden die Gefahren einfach vom Tisch gewischt. Die NFL wollte keine offene Debatte über Gefahren und Folgen führen. Doch die waren irgendwann nicht mehr zu vertuschen. Als jemand, der 16 Jahre lang Handball spielte, davon am Anfang auch auf Betonplätzen, kenne ich das einfache Wegwischen der drohenden Gefahr. Nach zwei Knieoperationen weiss ich selber, dass selbst der Sport in der Kreis- und Bezirksliga seine Spuren hinterlassen hat. Das spüre ich heute.

Die Entscheidung Chris Borlands, einfach aufzuhören, die Brocken hinzuschmeissen und das als hochbezahlter Profi, verdient deshalb höchste Anerkennung und Respekt. Seine Gesundheit ist im wichtiger als Ruhm, Erfolg, Geld. Und das ist eine gute Nachricht, denn Borland mit seinen 24 Jahren ist ein Vorbild für die vielen Kinder- und Jugendlichen im Land, die selbst davon träumen, einmal beim Superbowl dabei zu sein. Und es ist eine gute Nachricht für all diejenigen, die endlich offen über die Gefahren im Sport reden und diesen sicherer machen wollen.

Obamacare kann das nicht sein

Ich habe einen netten Brief von meiner Krankenversicherung bekommen. Im Mai hatte ich eine Operation. Meniskus, ganz normal nach 16 Jahren Handball für den ESV Nürnberg West und den TV Jahn, also kein großes Ding. Alles lief ambulant, morgens rein, nachmittags raus.

Das Krankenhaus hat der Versicherung daraufhin schlappe $ 32,430.63 in Rechnung gestellt. Die Versicherung erklärte jedoch $ 27,311.63 wären nicht genehmigt, also nur $ 5,119 seien zu berechnen. Was da genau nicht genehmigt wurde, ist mir unklar. Vielleicht die Anästhesie, vielleicht das frische Laken, auf dem ich lag oder der Becher mit Trinkwasser am Ende als ich wieder aufwachte…keine Ahnung, ist auch egal.

Die nette Versicherung hat jedenfalls geschrieben, dass sie von allem nur $ 4,095.20 Cent übernehmen wird. Nun stellt sich mir die Frage, was mit dem Rest der Rechnung passiert? Muß ich nun $ 28,335.43 bezahlen oder $ 1,023.80? Mal ganz abgesehen davon, dass mein Knie noch immer nicht in Ordnung ist, bereitet mir die Aussicht auf eine fette Rechnung gerade etwas Kopfschmerzen. Aber die Versicherung wird mir da sicherlich nicht helfen….Kopfschmerzen sind nicht genehmigt!

Wunder gibt es immer wieder

Da sitze ich im fernen Kalifornien und flöte mir das Lied von Katja Ebstein. Nach über 16 Jahren in den USA habe ich gestern Abend zum ersten mal Handball im amerikanischen Fernsehen gesehen. Das ist ein Ereignis, denn ich predige schon immer, dass den Amerikanern das schnelle, körperbetonte und intensive Mannschaftsspiel gefallen würde. Doch wenn man denen hier mit „Handball“ kommt, dann denken die an ein Spielchen a la Squash, das ohne Schläger gespielt wird.

16 Jahre habe ich beim ESV West und beim TV Jahn gespielt. Schon komisch, dass es die beiden Vereine so nicht mehr gibt. Die Handballhallen in der Region kenne ich alle und habe mir ziemlich oft die Knie aufgeschlagen. Im Training in der Panzerhalle der Bundeswehr, da versprang der Ball in den Kettenspuren, oder blutige Knie nach einem hart umkämpften Sieg auf dem Schotterplatz des ASN Pfeil….man, man, man….lange ist es her, aber an sowas denkt man Freitagnacht, wenn man auf „beIN Sports“ Handball sieht. Tolles Spiel zwischen Frankreich und Deutschland. Ist schon ein schöner Sport!