Ein bißchen Aloha für die Seele

Paul Page Pacific Paradise     

Musik aus Hawaii und Polynesien erlebt derzeit in den USA ein (zumindest kleines) Revival. Auf Festivals und in Bars treten Bands auf, alte Songs werden wiederentdeckt und neu aufgenommen, man kann sagen, ein bißchen Aloha tut der amerikanischen Gesellschaft in diesen stürmischen Zeiten ganz gut. Und nun kommt auch ein Album heraus, das einen der ganz großen Musiker und Bandleader dieses Genres präsentiert. Einen Musiker, der kaum bekannt ist und ganz in Vergessenheit geraten ist, doch bei dem es sich lohnt genauer hinzuhören. Paul Page steht für jene Zeiten, in denen die Tiki Bars in Südkalifornien mehr als angesagt waren. „Pacific Paradise“ heißt die Platte, die nun bei Subliminal Sounds erscheint. Dazu der obige Audiobeitrag.

(M)ein Präsident verteidigt Neo-Nazis

Gestern las Donald Trump noch vom Teleprompter ab. Er verurteilte das Auftreten und die Gewalt von Neo-Nazis, Ku-Klux-Klan, Alt-Right Gruppen in Charlottesville, Virginia. Etwas spät, aber dann doch noch und auch deutlich. Doch anscheinend war diese Rede nur von einem Mitarbeiter des Weißen Hauses vorbereitet worden, nicht so richtig abgestimmt mit dem Präsidenten, denn Trump selbst sah nicht gerade zufrieden und glücklich aus, als er diese Worte vortrug.

Heute dann kam die direkte, ungeschminkte und „passende“ Antwort direkt aus dem Trump Tower in New York. Trump sprach davon, dass nicht alle im rechten Protestzug schlechte Leute und Nazis seien. Viele hätten nur friedlich gegen die Umbenennung eines Parks und den Abbau eines Monuments von General Robert E. Lee demonstrieren wollen. Auch sei die Gewalt von „beiden“ Seiten ausgegangen. Die Rechten hätten eine Genehmigung für ihre Veranstaltung gehabt, die Gegendemonstranten hingegen nicht. Beide Seiten hätten sich mit Knüppeln, Latten und Stöcken bekämpft. Also sei die „Alt-Left“ für die Gewalt genauso verantwortlich zu machen.

Kein Wort dazu, dass Trumps „friedliche“ rechte Marschierer Hetzplakate gegen Juden, Muslime, Homosexuelle, Andersdenkende bei sich hatten. Dass viele im Protestzug den Hitlergruss zeigten, Hakenkreuz- und Südstaatenflaggen bei sich trugen, lautstarkt Hetzparolen skandierten. Alles nur Demonstranten für den richtigen Weg? Und auch wenn nicht jeder die „Swastika“ Fahne zeigte, so scherte keiner der Trumpschen „Make America Great Again“ Mützenträger aus dem Demonstrationszug aus, um zu zeigen, dass sie nicht mit dem Gesamtbild dieses Protestes einverstanden sind.

Trump meinte am Dienstag, sowieso sei es nicht ok, dass man nun die Geschichte umschreiben und Monumente aus dem amerikanischen Bürgerkrieg vernichten wolle. Er führte an, dass auch Washington und Jefferson Sklaven gehabt haben. Wolle man nun auch die Statuen von Washington und Jefferson abbauen, fragte Trump. Dabei übersieht er, dass Washington und Jefferson die Gründungsväter der Vereinigten Staaten waren. Leute wie General Robert E. Lee stehen dagegen für die Vernichtung dieser Vereinigten Staaten von Amerika. Sie traten für eine Spaltung ein.

Trumps Reaktion führte zu einer massiven Gegenreaktion. Demokraten und viele, viele Republikaner distanzierten sich von Präsident Trump. Am deutlichsten beschrieb es wohl das Tweet von Hawaii’s demokratischen Senator Brian Schatz: Als Jude, als Amerikaner, als Mensch, Worte können nicht meine Empörung und meine Enttäuschung ausdrücken. Das ist nicht mein Präsident.

Arbeiten auf Hawai’i?

Auf Hawai’i herrscht Lehrermangel. Die Behörden gehen davon aus, dass in diesem Herbst rund 1600 Stellen offen sind. Von daher klingeln die Alarmglocken, Lehrer müssen her, wie, das hat man noch nicht endgültig geklärt. Allerdings sucht man nun schon mal auf dem amerikanischen Festland nach geschulten Fachkräften und auch in Übersee, denn um den Job als Lehrkraft annehmen zu können braucht man nicht amerikanischer Staatsbürger zu sein. Lediglich die Arbeitserlaubnis für die USA muß man besitzen.

Auf Hawai'i läßt es sich leben. Foto: Reuters.

Auf Hawai’i läßt es sich leben. Foto: Reuters.

Der Hawai’i Schuldistrikt will den Umzug für Neulehrer finanziell unterstützen. Bis zu 10.000 Dollar sollen Fachkräfte erhalten, die sich verpflichten für drei Jahre anzuheuern. Vor allem für die Insel Oahu werden Lehrkräfte gesucht. Die Inselgruppe im Pazifik ist kein billiges Pflaster, gerade das hat zu der jetzigen Situation geführt. Lehrer auf Hawai’i verdienen gerade mal etwa 35.000 Dollar im ersten Jahr. In San Francisco liegt das Einstiegsgehalt bei 50.000 Dollar, doch auch hier ist das zu wenig zum Leben bei derzeitig monatlichen Mietpreisen um die 3500 Dollar.

Wer also in Nürnberg, im Frankenland oder wo auch immer dieser Blog gelesen wird Interesse an einer Lehrerstelle auf Hawai’i hat, der kann sich an das Hawai’i State Department of Education wenden. Ein paar Jahre in der Sonne mit dem „Mahalo“-Gefühl, es könnte schlimmer sein.

Keine Sargnägel unter 21

Aloha sagt man auf Hawaii. Die Luft ist rein auf der Inselgruppe im Pazifik. Nun soll sie noch klarer werden, denn das Abgeordnetenhaus in Honolulu hat beschlossen, dass niemand unter 21 Jahren Zigaretten kaufen oder besitzen darf. Mit großer Mehrheit wurde dieses Gesetz verabschiedet und an den Gouverneur zur Unterschrift weiter gereicht.

Die Rauchwolken sollen im Paradies weniger werden.

Die Rauchwolken sollen im Paradies weniger werden.

Mit diesem Schritt will man gegen den Tabakkonsum bei Jugendlichen vorgehen. Nach offiziellen Angaben rauchen jedes Jahr 5600 Kinder auf Hawaii ihre erste Zigarette. 90 Prozent der Raucher im 50. Bundesstaat beginnen mit dem Qualmen bevor sie 19 Jahre alt sind. Und jedes Jahr, so die Statistiken, sterben auf Hawaii 1400 Menschen an Folgeschäden durch den Tabakkonsum.

„Es ist auf alle Fälle ein wegweisendes Gesetz“, meint Jessica Yamauchi von der Organisation für ein Tabak freies Hawaii, die sich für die Neufassung eingesetzt hat. „Es ist wunderbar, der erste Staat in dieser Richtung zu sein. Das ist ein Erfolg für uns“.

Das neue Gesetz würde Tabakprodukte jeglicher Art einbeziehen, auch die immer beliebter werdenden E-Zigaretten. Kritiker führen an, dass das Gesetz ein Blödsinn sei. Mit 18 Jahren sei man vor dem Gesetz ein Erwachsener und solle deshalb auch die Entscheidung treffen dürfen zu rauchen, wenn man das wolle. Auch die demokratische Senatorin Gil Riviere hat sich gegen das Gesetz ausgesprochen. Wenn der Staat das Rauchen bekämpfen wolle, dann solle er es ganz verbieten. „Man kann Verträge unterschreiben, heiraten, in den Krieg ziehen und dort schwer verwundet werden…dann kommt man als 20jähriger zurück und darf keine Zigarette rauchen“, meint Riviere kopfschüttelnd.

Die Richtlinien sind von Bundesstaat zu Bundesstaat verschieden. In den USA gibt es nur beim Alkohol eine einheitliche Altersgrenze, die bei 21 Jahren liegt. Das ist Bundesgesetz und muß von den einzelnen Staaten umgesetzt werden. Bei Waffen variieren die Altersgrenzen stark, da lassen sich die Staaten auch nichts aus Washington vorschreiben. Zum Teil dürfen 16jährige schon Gewehre kaufen, Handfeuerwaffen erst ab 21.

 

 

„I can’t drive 55“

Red Rocker Sammy Hagar genießt den guten Tropfen.

Red Rocker Sammy Hagar genießt den guten Tropfen.

Autofan Sammy Hagar schrieb „I can’t drive 55“, noch heute ein Klassiker, den seine Fans immer und immer wieder hören wollen. Als ich ihn mal interviewte meinte er, er liebe Deutschland, jedes Mal, wenn er dort sei, ziehe es ihn mit einem schnellen Wagen auf die Autobahn. In den USA sei er schon oft genug fürs Rasen gestoppt worden, meinte er lachend.

Doch Sammy Hagar ist nicht nur auf den Freeways und Autobahnen auf der Überholspur. Der Ex-Sänger von Van Halen und Montrose, erfolgreich auch mit seinen Solo Platten, machte vor allem sein Geld mit Tequila. Vor ein paar Jahren verkaufte er 80 Prozent seines Anteils an „Cabo Wabo Tequila“ für satte 91 Millionen Dollar an die „Gruppo Campari“.

Hagar verbrachte seit den 80er Jahren seine Zeit zwischen Marin County in Kalifornien (nördlich von San Francisco) und Cabo San Lucas in Baja California, Mexiko. Und irgendwann produzierte er seinen eigenen Tequila, den er nicht nur in seinen „Cabo Wabo Cantinas“ ausschenken ließ. Seit 1999 wurde der Tequila auch in die USA importiert. Die anfängliche Menge von 37,000 Kisten wuchs in nur wenigen Jahren auf 140,000 Kisten an. Die Cabo Wabo Marke wurde ein Erfolg und ist überall in amerikanischen Supermärkten und Großmärkten wie Costco erhältlich.

Eigentlich könnte sich Sammy Hagar auf die faule Haut legen. Autos kaufen, Autos fahren und hin und wieder mal eine neue Platte aufnehmen. Doch der 67jährige „Red Rocker“ hat keinen Bock aufs Altenteil. Er hat auch noch ein Haus auf Hawaii und dort wird u.a. Zuckerrohr angebaut. Hagar überzeugte einen Bekannten, doch mit ihm Rum zu produzieren. Gesagt getan, das Ergebnis ist „Sammy’s Beach Bar Rum“, der nun in den dafür eröffneten „Sammy’s Beach Bar & Grill“ Restaurants ausgeschenkt wird. Die Gewinne aus dem Rumverkauf gehen an lokale gemeinnützige Organisationen auf Hawaii. Prost!

Sammy Hagar     

 

Amerika hat ein Sicherheitsproblem

Nach dem 11. September 2001 änderte sich alles an den amerikanischen Flughäfen. Zuersteinmal ist jeder verdächtig. Die Zahnpasta, das Duschgel, das Deo, der eingekaufte Wein, alles könnte ja was anderes sein, als auf dem Label steht und zum Sprengen des Fliegers genutzt werden. Im Schuh trägt man so lange eine Bombe, bis alles durchleuchtet und chemisch abgeklärt ist. Man wird durchleuchtet, Gepäck wird geöffnet, Daten für USA Reisende werden schon vor dem Abflug an eine riesige Datenbank gesendet. Und Zehntausende von Menschen können überhaupt nicht mehr in die USA fliegen oder per Flugzeug die USA verlassen. Die „No Fly List“ ist streng geheim, kein Sterblicher weiß, wie man darauf kommt und vor allem, wie man wieder runter kommt von dieser ominösen Liste.

Und nun ist ein 16jähriger am Sonntag einfach so und ohne Ticket vom kalifornischen San Jose nach Hawaii geflogen. Er hatte Streit mit seinen Eltern, rannte weg. Am Flughafen kletterte er über einen Zaun, ging auf eine Maschine der Hawaiian Airlines zu und krabbelte dort in den Fahrwerksschacht. Der Flieger hob ab und landete nach fünfeinhalb Stunden auf dem Flughafen Maui. Der Junge kletterte aus seinem Versteck und wurde von Airline Mitarbeitern entdeckt, die Polizei wurde gerufen und nun rätselt man, wie der 16jährige den Flug in rund 10 Kilometern Höhe bei mangelnder Sauerstoffzufuhr und bei Minustemperaturen von 40 – 50 Grad überleben konnte. Scheinbar lag der Junge den Großteil des Fluges ohnmächtig im Radschacht. Und nicht nur das, die Sicherheitslücke im scheinbar soliden Sicherheitsnetz ist riesig. Homeland Security ist eingeschaltet worden und versucht nun zu klären, wie es zu dieser ungewollten Mitreise kommen konnte. Der Ausreißer hat nun einige mit seiner unbedachten Flucht vor riesige Probleme gestellt. Die vielgelobte Sicherheit auf Flügen seit „9/11“, das Schulterklopfen der Politiker und Sicherheitsfanatiker in den USA muß nun ganz neu beleuchtet werden.

Der Junge wird derzeit genauestens untersucht, ob er einen Schaden von seinem Mitflug davon getragen hat. Experten meinen, dass solche blinden Passagiere wohl gar nicht so selten sind, sie einfach beim Ausfahren des Radwerks tot ins Meer fallen würden. Einige glauben noch immer an einen schlechten Scherz und sind davon überzeugt, dass der Junge nicht die Wahrheit erzählt. Doch klar ist, das belegen Kameraaufzeichnungen am Flughafen San Jose, dass er einen Zaun am Airport überwunden hat, ohne das Alarmglocken losschrillten.

70 Jahre nach Pearl Harbor

Heute vor 70 Jahren griffen die Japaner den amerikanischen Navy Stützpunkt Pearl Harbor auf Hawaii an. 2403 amerikanische Soldaten starben bei diesem Angriff in den Morgenstunden des 7. Dezember 1941. Noch heute wird behauptet, es sei eine „heimtückische“ Aktion der kaiserlichen Armee gewesen, obwohl auch klar ist, dass der amerikanische Präsident Roosevelt schon vorab von geplanten Aktionen der Japaner informiert gewesen war. Die Spionageaktivitäten des japanischen Konsulats in Honolulu waren den Amerikanern bekannt. Die Diplomaten hatten regelmäßig Informationen über die Flotte der US Navy nach Tokio gefunkt.

Um 6:10 Uhr Ortszeit am 7. Dezember 1941 begann die erste Angriffswelle der Japaner auf den Navy Stützpunkt Pearl Harbor. Und noch eine zweite Angriffswelle kam, der letzte japanische Kampfjet drehte um 9:45 Uhr ab. Die US Flotte war im Mark getroffen: 2403 getötete Soldaten, 1178 Verwundete, 12 gesunkene oder gestrandete Schiffe, 9 beschädigte Schiffe, 164 zerstörte Flugzeuge, 159 beschädigte Flugzeuge. Amerika war geschockt. Nur einen Tag später trat Präsident Roosevelt vor den Kongreß in Washington und erklärte Japan den Krieg. Zuvor war das amerikanische Parlament noch gespalten, ein Großteil der Abgeordneten wollte die USA lieber nicht in die Kriegswirren in Europa und Asien hinein gezogen sehen. Doch am Tag nach dem Angriff auf Pearl Harbor stimmten alle Parlamentarier bis auf einen für die Kriegserklärung von Roosevelt. Vier Tage später erklärten Deutschland und Italien den USA den Krieg, damit eskalierte der Zweite Weltkrieg.

Nach der Attacke der Japaner änderten sich auch die Bedingungen für Japaner, Japan-Amerikaner, Deutsche und Italiener in den USA. Die amerikanischen Konzentrationslager wurden eröffnet, in denen weit über 100.000 Japaner und japanisch stämmige Amerikaner, 11000 Deutsche und rund 1500 Italiener interniert wurden. Viele der Deutschen lebten bereits seit Jahren in ihrer neuen Heimat, etliche waren aus Hitler-Deutschland geflohen, darunter auch jüdische Bürger. Zudem wurden auch einige in den USA geborene Kinder deutscher Eltern mit verhaftet. Doch das FBI kannte keine Gnade. Die Camps waren zumeist im Landesinneren angesiedelt, wie in Bismarck, North Dakota oder Crystal City, Texas. Und nicht nur das, die amerikanische Bundespolizei verhaftete sogar in Süd- und Mittelamerika Deutsche und Japaner und verschleppte sie in einer Nacht- und Nebelaktion in die US Camps.

An diesem 7. Dezember wird an den Angriff auf Pearl Harbor gedacht, die noch lebenden Veteranen von damals  geehrt. 70 Jahre danach, eine lange Zeit, doch die Narbe ist für die Amerikaner geblieben. An diesem Tag sollte man aber auch an jene denken, die als Einwanderer in die USA kamen, um eine neue Heimat zu finden. An jene, die unschuldig in amerikanische Internierungslager geschickt wurden, einzig aus dem Grund, weil sie Japaner, Deutsche oder Italiener waren.

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Ke Akua pu a hui hou

Mavericks heißen die riesigen Wellen. Und man findet sie in Half Moon Bay, südlich von San Francisco. Drei Monate im Jahr  gibt es ein Fenster, an dem Surfer aus aller Welt genau darauf achten, ob sich die gewaltigen Brecher ankündigen. Denn dann kommen sie von überallher, um die Wellen zu reiten in einem der beeindruckendsten Wettkämpfe. Das Wasser ist eiskalt, doch das Adrenalin treibt die Körperwärme im Angesicht der turmhohen Wassermassen nach oben.

Am 28. Februar war die Saison offiziell vorbei, diesmal ohne Wettsurfen, denn die Mavericks wollten einfach nicht anrollen. Aber dann kamen sie doch. Surfer strömten zur Half Moon Bay, um das zu tun, für was sie leben; mir ihrem Surfbrett die Freiheit zu genießen und dem Naturschauspiel einer gewaltigen Welle auf der Nase rumzutanzen. Sion Milosky aus Hawaii war einer von ihnen. Der 35jährige hatte erst kürzlich bei einem Wettkampf 25.000 Dollar gewonnen. Mit einem Teil des Preisgeldes finanzierte er den Trip nach Nordkalifornien. Am Mittwoch verstarb Milosky beim Surfen in Half Moon Bay. Eine der ganz großen Wellen war zu groß für den weltbekannten Surfer. Er hinterlässt eine Frau und zwei Kinder.

Im einem Interview Anfang Februar mit dem australischen Tracks Magazine beschrieb Milosky noch seine Zukunftspläne. Ke Akua pu a hui hou, Sion Milosky.

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Entwarnung an der Westküste

Erst Japan, dann Hawaii und dann rollte die gewaltige Welle Richtung amerikanischer Westküste. Mit Stunden Vorlauf bereitete man sich in den Küstenregionen von Oregon bis Kalifornien auf die Wasserflut vor. Der Great Highway in San Francisco, direkt am Strand gelegen, wurde vorsichtshalber gesperrt. Die Polizei arbeitete in der Nacht mit Obdachlosenorganisationen zusammen, um die „Homeless“ in der Gegend dazu aufzufordern, ihre Camps am Rande des Golden Gate Parks zu verlassen. Entlang der Küstenregionen von Central Kalifornien bis hoch nach Oregon wurden die Menschen dazu aufgefordert, ihre Häuser zu verlassen.

Die Welle kam, doch zum Glück genau zu der Zeit, als Ebbe am Golden Gate war. Keine größeren Schäden wurden bislang gemeldet.

UPDATE: Aus Crescent City in Nordkalifornien kommt die Meldung, dass rund 35 Boote und einige Landungsstege zerstört wurden. In Santa Cruz, einem beliebten Surfgebiet, waren Surfer sogar trotz Warnungen im Wasser als die Welle kam, um den Tsunami zu reiten. Auch im Hafen von Santa Cruz wurden einige Boote zerstört.

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An der Uhr drehen

UhrHeute Nacht um 2 Uhr beginnt in den USA die Sommerzeit, zwei Wochen bevor es in Deutschland so weit ist. Zumindest in weiten Teilen der Vereinigten Staaten. In Arizona, Hawaii und  in Puerto Rico, Guam, den Virgin Islands und American Samoa werden die Uhren nicht vorgestellt. Wobei in Teilen von Arizona, in den Reservaten der Navajo Indianer, die Sommerzeit gilt. Das macht wieder mal überhaupt keinen Sinn, aber so ist das im Land der unbegrenzten Möglichkeiten.

Kalifornien hatte sogar 2001 einen Antrag gestellt, eine ganzjährige „Sommerzeit“ einzuführen. Damals herrschte die totale Energiekrise im Bundesstaat und man erhoffte durch die Umstellung erheblich an Energiekosten einzusparen. Das wurde abgelehnt, also blieb man bei der „normalen“ Sommerzeit.

Ob und wieviel Energie überhaupt durch die Zeitumstellung eingespart wird, darüber streiten sich die Geister. Bislang verweist man hier drüben immer auf eine Studie von 1970, in der es heisst, pro Sommerzeiten Tag spare man rund ein Prozent an Energie.