Jeder Penny zählt, koste es was es wolle!

Ich war beim Arzt. Nichts Ungewöhnliches, ich werde auch nicht jünger. Ein Spezialist puhlte da mit einer Nadel in meinem rechten Ellbogen rum und kratzte abgelagertes Calcium raus. Seitdem bekomme ich Rechnungen vom Arzt, der Praxis, in der der Arzt mich behandelte, vom Labor, vom Latexhandschuhlieferanten, von der Reinigungsfachkraft, die anschließend den sterilen Raum wieder flott machte. So ungefähr kommt mir die Flut an Rechnungen vor, die hier im Briefkasten liegen. Nicht alles wird von meiner Versicherung übernommen, anderes, sagt mir meine Versicherung, brauche ich auch nicht zahlen.

Nun kam ein Brief der Versicherung bei mir an, in dem es heißt, „California Sports and Orthopedic Insitute“ habe eine Rechnung über $0.03 eingereicht, also genau drei Cent. Die Versicherung schreibt dazu, man habe eine finanzielle Forderung von der Praxis erhalten – drei Cent – und darauf geantwortet, dass man für eine Begleichung des Betrags noch weitere Informationen benötige, u.a. eine genaue Auflistung der Behandlung. Als jemand, der schon ein paarmal bei Ärzten war, frage ich mich nun, was mit drei Cent bei einem Arzt und Spezialisten in Rechnung gestellt werden kann? Und nicht nur das, allein der Brief der Versicherung an mich, in dem mir lediglich mitgeteilt wird, dass man die drei Cent nicht einfach begleichen will, sondern erst noch weitere Informationen einholen muss, wurde mit 40 Cent frankiert.

Nun bin ich gespannt, wie diese kalifornische Krankenkassen-Posse weitergehen wird. Ob die Arztpraxis nun eine zufriedenstellende Auflistung der Serviceleistungen für drei Cent an die Versicherung weiterreichen, was darin enthalten sein wird und wer dann am Ende diesen Betrag von drei Cent übernehmen wird: die Arztpraxis, die Versicherung oder ich.

Aufgepasst, sonst ist das Bein ab

Marin General HospitalHeute rief mich eine Freundin an und meinte, ihre Mutter sei gestürzt, habe sich dabei die Hüfte gebrochen und müsse heute noch operiert werden. Ich also rüber ins Marin General Hospital, wieder mal, denn vor Jahren waren wir schon mehrmals hier, als ihr Mann regelmässig zur Strahlentherapie hierher kommen musste.

Die Mutter wartete noch auf die OP, doch kurz nach meinem Kommen wurde sie runter gefahren. Die OP Schwester fragte, ob die richtige Seite schon markiert worden sei? Nö, meinte Susan, meine Freundin. Also musste der operierende Arzt geholt werden, der Susan dann fragte, ob es die rechte Hüfte ist (es war offensichtlich!!!). Susan antwortete dann etwas im Spass, sie hätte immer Probleme mit links und rechts. Der Arzt blickte sie bierernst an: „Das ist hier kein Witz, sondern Teil der „Nationalen Initiative zur Bekämpfung von Fehleingriffen“. Wow, wenn es da schon eine offizielle „Nationale Initiative“ gibt, dann muss einem ja angst und bange  werden. Und tatsächlich sterben jedes Jahr rund 100.000 Amerikaner in den Krankenhäusern aufgrund von medizinischen Fehlgriffen.

Nachdem man sich also auf die rechte Seite geeinigt hatte, unter Zeugen wohlgemerkt, denn zwei OP Schwestern standen dabei, machte der operierende Arzt mit einem extra dafür bereitgelegten Stift sein Kreuzchen auf der rechten Hüfte der Mutter und schmiss dann den „Marker“ in die Mülle. Dieses Land braucht wirklich eine Gesundheitsreform!